Clara Viebig - Die mit den tausend Kindern

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Marie-Luise Büchner ist als Lehrerin in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. Mit großer Leidenschaft und einem Herzen für die Kinder wächst sie in einer Berliner Schule im Arbeitermilieu in den Lehrerberuf hinein, macht sich für die Kinder stark und nimmt an ihrem Schicksal auch außerhalb der Schule teil. Aber was ist mit ihren privaten Zielen? Da gibt es den Rektor ihrer Schule, der sie privat an seiner Seite wünscht ,und sie lernt den jungen Arzt Alwin kennen. Welche Richtung wird sie einschlagen? Ein bewegender Roman, in dem die Suche nach einer idealen, von pädagogischen Werten geleiteten Schule steht.-

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Wenn Marie-Luise an ihre Vorbereitungszeit zurückdachte, war diese eng verknüpft mit der einstigen Freundin. Wie hübsch war Marga gewesen, und etwas so Feines hatte sie, man merkte es ihr wahrhaftig nicht an, aus was für kleinen Verhältnissen sie kam. Aus einer Stellmacherwerkstatt. Sie besuchten zu gleicher Zeit das Seminar; sie hatten, wenn auch nicht im selben Hause, so doch nah beieinander ihren bescheidenen Unterschlupf gefunden. Sie teilten alles, was sie von Haus geschickt bekamen, und das war bei der Blonden mit der kräftigen Gestalt und der leuchtenden Haarfülle mehr als bei der Überschlanken mit den melancholischen dunklen Augen und dem schwarzen Haar, das sich wie glatter Atlas an die Schläfen schmiegte. Es war damals eine fast leidenschaftliche Freundschaft gewesen mit Eifersucht und Missverständnissen, mit Tränen und Wiederversöhnen, eine richtige Backfischfreundschaft, obgleich sie aus diesem Alter doch schon heraus waren. Aber daran war Marga schuld gewesen, sie war so temperamentvoll. Ob die jetzt wohl verheiratet war, die Schulmeisterei aufgegeben hatte? Wie man das konnte, das begriff Marie-Luise freilich nicht. Ihr lag nicht anderes am Herzen, ihre Gedanken waren voll damit beschäftigt; selbst in ihre Träume mischten sich keine anderen Sehnsüchte. Damals im Seminar war es zuweilen anders gewesen — das kam wiederum durch Marga — aber jetzt richteten sich all ihre Wünsche nur auf das eine Ziel. Und merkwürdig, in dieser Zeit sah auch kein Mann nach ihr. Es war, als sei eine Luft um sie, die jeden fernhielt.

Wenn Frau Professor Büchner — der Schuldirektor hatte den Titel ‚Professor‘ bekommen, und den führte die Witwe gern — ihre Tochter ansah, konnte sie eine gewisse Bitterkeit nicht unterdrücken: war es nicht wie ein Verhängnis, dass dieses Mädchen ungesehen verblühte? Wenn der Mutter die Tochter beim Mittagessen gegenübersass, das helle Gesicht freundlich lächelte, oder wenn am Abend der Schein der Hängelampe auf den geneigten Scheitel fiel und das reiche Blond vergoldete, dann seufzte es in ihr: schon siebenundzwanzig! Zeit, ach, es war Zeit! Fand denn keiner ihre Marie-Luise? Ob der sie heiratete oder nicht heiratete, das war vorderhand noch Nebensache, man war auf das Heiraten jetzt nicht mehr so aus, die Zeiten waren darin andere geworden, aber wenigstens ein Freund, ein Freund für Marie-Luise! Mit Vorwurf dachte die Frau Professor an ihren Mann: nein, der hätte die Tochter nicht nur auf die Lehrerin hin erziehen dürfen. Nun ging ihr dadurch das Schönste, das Einzige, um das es sich lohnte zu leben, verloren. Oh, ihre arme Marie-Luise, sie lachte jetzt, wenn man von so etwas zu ihr sprach, konnte sogar ärgerlich werden, aber es würde ihr schon kommen, würde ihr dann kommen, wenn es zu spät für sie war!

Frau Büchner war oft unglücklich; sie hatte kein Talent glücklich zu sein, darum konnte sie auch nicht glücklich machen. Sie schob es auf die veränderten Verhältnisse, auf ihre Witwenschaft, auf die kleine Wohnung, die ihr nach der grossen Dienstwohnung in der Prenzlauer Schule erbärmlich vorkam, besonders auf die Verständnislosigkeit der Tochter. War es denn nicht grässlich, dass dieses grosse gesunde Mädchen seit Jahren herumsass und nichts tat als warten, nur warten? Schon froh war, wenn es ihr gestattet wurde, mal hier und mal da zu hospitieren, damit sie nicht alles vergass, was sie gelernt hatte. Ein entsetzlicher Beruf dieser Lehrerberuf! Ihr Mann hatte sich den Tod dabei geholt, ihre Söhne waren auch dadurch hingeopfert worden, denn wäre ihr Mann nicht der Meinung gewesen, er müsse der Prima der Schule mit gutem Beispiel vorangehen, die Jungen, die noch kaum den Kinderschuhen entwachsen, wären nicht in den Krieg gegangen. Und nun sah sie auch noch die Tochter hinsiechen dadurch! Die Frau konnte sich hineinsteigern in einen Jammer, der viel grösser war, viel schwerer zu ertragen schien, als jener bei der Nachricht vom Tod der Söhne. Frau Professor Büchner vergass ganz, dass ihre Tochter weder herumsass noch gefaulenzt hatte in diesen Jahren des Wartens. —

Als sie noch nicht in Berlin wohnten, die Tochter die Mutter noch gut aufgehoben wusste in den vertrauten Prenzlauer Verhältnissen, hatte Marie-Luise eine Hauslehrerinnenstelle angenommen gehabte. Wenn ihr diese Zeit bei ihrem Dienstalter auch nicht mit angerechnet wurde, was tat’s, sie war so jung, kaum zweiundzwanzig, sie konnte noch hoch genug in den Dienstjahren kommen.

Es war ein heller Frühlingstag gewesen, an dem Marie-Luise die Reise nach Niederschlesien angetreten hatte. Es würde keine schwere Stellung sein auf Althaide, die Frau Baronin war Witwe und suchte für ihr einziges Töchterchen, das noch nicht das Alter hatte, um in ein Institut gegeben zu werden, nicht nur eine Erzieherin, sondern auch eine liebenswürdige Gefährtin. Und eine solche schien ihr die Photographie zu versprechen, die Marie-Luise eingesandt hatte. Das Gehalt war freilich nicht bedeutend — fünfzig Mark bei freier Station und freier Wäsche — aber in einer ersten Stellung gab es eben nicht mehr. Und Marie-Luise wollte der Mutter von der Tasche kommen, auch lockten sie Landluft, Wald- und Wiesenduft.

»Wir leben einfach,« hatte die Baronin geschrieben, »aber sehr gesundheitsgemäss. Auch wünsche ich einen geregelten und pünktlich eingehaltenen Stundenplan, damit meine Tochter gleich von Anfang an lernt, was es heisst, Pflichten haben. Doch wird Ihnen Zeit genug bleiben, um sich in unserer schönen Umgebung täglich die Frische neu zu holen, die für Ihren Beruf nötig ist.«

Das war es ja, was Marie-Luise anstrebte: täglich neue Frische. Mit Interesse sah sie in die Landschaft hinaus, durch die ihr Zug eilte. Keine aufregende Landschaft: Äcker mit grünen Saaten und solche, auf denen soeben Kartoffeln gelegt wurden. Gespanne unter blauendem Himmel mit langsamen Rädern dahinfahrend, abseits liegende Dörfer mit Strohdächern und Kirchturmspitzen zwischen Obsthainen versteckt, vereinzelte Menschen auf dem Acker, mit stumpfer Neugier dem dahinschnaubenden Zug nachgaffend. Das war alles nichts Besonderes, aber es hatte für das junge Mädchen doch einen Reiz. Bald würden hier die Obstbäume blühen, ah, und wenn das Korn dann erst golden wogte! Dann war Althaide sicher schön, der Name hatte schon so etwas Anheimelndes.

Als der Tag sich zum Spätnachmittag neigte, liess Marie-Luise die vorletzte Station hinter sich — jetzt war es nur Kleinbahn — der grössere Haltepunkt, ein Städtchen mit vielen Fabrikschornsteinen, war verschwunden, es kam erst unbebautes Feld, dann aber Wald, Heide, und nun hielt der Zug vor der kleinen Bahnhofsbude: Althaide.

Neugierig sah Marie-Luise sich um: wo war die Equipage? Sie sollte doch abgeholt werden. Und wer trug ihren Koffer?

»Hier gibt es keinen Gepäckträger,« sagte eine Stimme, und eine Dame, hoch, schlank, in enganliegendem Jackett und Reithut hob ihren nicht leichten Koffer mit einem Schwung sich selber auf die Schulter: »Kommen Sie nur, Fräulein Büchner!« Das war keine Zofe, das war die Baronin selber. Hinter der Bahnhofsbude stand das Gefährt; keine Equipage, ein kleiner hochrädriger Feldwagen, Marie-Luise fühlte sich hinaufgeschoben, der Koffer kam ihr nach, schon sass die Baronin vorn auf dem Kutschiersitz — ein Schnalzen mit der Zunge — und schon flogen sie.

Es war alles etwas anders, als Marie-Luise sich vorgestellt hatte, aber als das Erste, das Fremde überwunden war, fand sie es schön auf Althaide. Weite, sehr weite, sorglich bestellte Felder, Waldstriche, leichte Hügel in blauer Ferne, und das Dorf zwischen Wiesen. Einzelne Baumgruppen waren auf diese so schön von der Natur hingestellt, dass sich die ländlichen Wiesen ausnahmen wie gepflegte Rasenflächen in einem Park. Ein grosses Rittergut.

Die Baronin stieg zweimal den Tag zu Pferde, oder sie kutschierte in dem kleinen Wagen, in dem sie die neue Erzieherin abgeholt hatte, stundenlang über die Felder. Es wurde nie gefeiert, und keine Stunde, die nützlicher angewendet werden konnte, mit weniger Nützlichem vertan. Zur Sommerszeit stand die Baronin schon um vier Uhr auf, der Tag fing früh an auf Althaide; wenn das Klappern, das die Leute zur Arbeit rief, auf dem Hof ertönte, hatte sie schon ihr Bad hinter sich und ihr Frühstück. Im enganliegenden Jackett, die Füsse in hohen Reitstulpstiefeln, die Reitgerte unterm Arm und ein dickes Notizbuch in der Hand, erteilte sie den Inspektoren ihre Anweisungen. Die standen vor ihr, den Hut abgezogen, und hörten respektvoll zu. Jeder hatte Respekt; auch Marie-Luise hatte den. In der Tat, die Baronin genoss den Ruf mit Recht: ausgezeichnete Landwirtin, gerechte Herrin, vorzügliche Mutter, und dabei noch eine schöne Frau, elegant von Wuchs und vornehm von Gesicht. An Freiern sollte es ihr seit dem Trauerjahr nicht gefehlt haben, aber sie würde nicht wieder heiraten, sie hielt dem verstorbenen Baron die Treue und verwaltete für sein Kind das, was er hinterlassen hatte, auf das Gewissenhafteste. Eigentlich das Ideal einer Frau, das junge Mädchen hätte für sie schwärmen mögen, aber es war doch etwas da, was ein warm aufwallendes Gefühl immer wieder zurückdrängte. Ob das andern auch so ging?

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