Clara Viebig - Die mit den tausend Kindern

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Marie-Luise Büchner ist als Lehrerin in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. Mit großer Leidenschaft und einem Herzen für die Kinder wächst sie in einer Berliner Schule im Arbeitermilieu in den Lehrerberuf hinein, macht sich für die Kinder stark und nimmt an ihrem Schicksal auch außerhalb der Schule teil. Aber was ist mit ihren privaten Zielen? Da gibt es den Rektor ihrer Schule, der sie privat an seiner Seite wünscht ,und sie lernt den jungen Arzt Alwin kennen. Welche Richtung wird sie einschlagen? Ein bewegender Roman, in dem die Suche nach einer idealen, von pädagogischen Werten geleiteten Schule steht.-

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»Schlug sie tot, schlug sie tot,« verbesserte die Lehrerin. »Aber warum denn gleich die kleine Maus totschlagen? Ach, die lebt doch auch gern; so gern wie ich, so gern wie du, Senta, wie du, Erika, wie du, Else, wie ihr alle. Und die hat vielleicht in ihrer Wohnung unter der Diele ein Nest mit Kinderchen, denen sie das Krümchen Brot bringen wollte zum Mittagessen. Soll ich euch mal die kleine Maus da an unsere grosse Maltafel malen?«

»Die Kinder auch, die Mausekinder im Nest!«

»Die hat ja gar kein Nest,« schrie die Trude mit der grossen Haarschleife, »die hat nur ’n Loch. Die muss man totschlagen. ’ne Maus is bloss Ungeziefer.«

‚O du unausstehliches Kind,‘ dachte Marie-Luise, aber ihr geduldiges Lächeln blieb. »Nun, wart mal erst ab, Trude, bis du meine kleine Maus siehst; vielleicht, dass du sie dann doch nicht mehr totschlagen willst.« Rasch die Kreide aus dem Tischfach nehmend, zeichnete sie mit energischen Strichen ein Etwas an die Maltafel, das man wohl mit einiger Phantasie für eine Maus ansehen konnte. Bunte Kreide wurde zu Hilfe genommen; die graue Maus lief zu einem roten Ziegelherd, auf dem Kochtöpfe, blaue, grüne, gelbe standen, und trug ein weisses Stück Zucker, so gross wie ihr ganzer Kopf, mit sich fort in ihr Nest unterm Kochherd.

Ein grosses Maltalent war die blonde Lehrerin nicht, andere Lehrerinnen entwarfen weit bessere Bilder, aber die Kinder erkannten doch jubelnd die Maus und den Kochherd, die Töpfe und auch den Zucker. Nun wurde eine Mutter noch hingemalt, und die sprach mit der Maus.

Es war ein Gedicht, das die Kinder gelernt hatten. Ein Kind sprach die Frau:

»Mäuschen, was schleppst du dort

Mir das Stück Zucker fort?«

Ein anderes das Mäuschen. Die kleine Gerda mit dem Stupsnäschen hatte ganz das feine Piepstimmchen dafür:

»Liebe Frau, ach vergib,

Habe vier Kinder lieb;

Waren so hungrig noch.

Gute Frau, lass mir’s doch!«

Selbst Trude Schindler war entwaffnet: das war wirklich ulkig. Sie würde das Mäuschen nun nicht mehr totschlagen wollen.

Und nun sprach die ganze Klasse — vierzig Kin- — der etwas plärrend und durchaus nicht melodisch, aber wie aus einem Munde:

»Da lachte die Frau in ihrem Sinn

Und sagte: ‚Nun, Mäuschen, so lauf nur hin!

Ich wollte ja meinem Kinde soeben

Auch etwas für den Hunger geben.‘ —

Das Mäuschen lief fort, o wie geschwind!

Die Frau ging fröhlich zu ihrem Kind.«

Draussen hub jetzt die Schulglocke an. »Oh,« machten die Kinder bedauernd, sie hätten noch gern mehr von der Maus gehört. Aber für ein Ohr, das vier Stunden lang wie taub gemacht worden ist durch die schrillen Stimmen von Kindern, die alle, alle etwas sagen wollen, war dies blecherne, schetternde Läuten Musik.

Mit einer müden Bewegung fuhr Marie-Luise sich über die Stirn, sie fühlte es da wie einen drückenden Reif. Die Luft in der Klasse war nicht schlecht, halb aufgestellte Oberlichter sorgten für Erneuerung, aber es war doch Schulluft, trocken, staubig, verbraucht. Und von draussen die Luft war die des Schulhofes, der eingebaut lag zwischen hohen Mauern, der nicht das Glück hatte, in den Aussenvierteln der Stadt zu liegen. Freie Weiten, Wiesen, Felder, unbegrenzte Aussichten, wo waren die! — Es war Marie-Luise Büchner nicht ganz leicht gewesen, sich einzugewöhnen; gerade an dieser Schule nicht. Von anderen Kolleginnen waren viele an Schulen, die neuer waren, Verbesserungen und alle hygienischen modernsten Einrichtungen aufwiesen. Und sie wohnten auch näher.

»Was?! Im westlichen Vorort wohnen Sie, Fräulein Büchner? Nicht möglich! Mein Gott, das ist ja so weit!«

Nein, nein, das machte ihr gar nichts! Sie war ja zu froh, endlich, endlich die ersehnte Tätigkeit gefunden zu haben. Andere warteten freilich noch länger: sieben, acht, neun, sogar zehn Jahre. Es grauste Marie-Luise, wenn sie an die vielen unbeschäftigten Junglehrer und Junglehrerinnen dachte: Hunderte, viele Hunderte — waren es ihrer vielleicht gar Tausende?! Seltsam fade und öde wurde es ihr ums Herz, wenn sie sich blasse, abgespannte Gesichter vorstellte, Gestalten, die wie auf der Lauer lagen, wie zum Sprung bereit auf ein Ziel, das sie doch nicht erreichen konnten. Auch sie hatte dieses Ziel kaum erwarten zu können gemeint.

Zweites Kapitel

Sie waren sehr lang gewesen, die sechs Jahre, in denen Marie-Luise gewartet hatte. Es hatte nichts genutzt, dass die Mutter mit ihr nach Berlin übergesiedelt war, in der Meinung, dort ginge es rascher — in der Riesenstadt gab es ja so viele Schulen und so unendlich viele Kinder — aber Klassen wurden sparsamerweise zusammengelegt, und die Geburten, und infolgedessen auch die Schulanmeldungen, gingen zurück; es war nicht mehr solcher Bedarf an neuen Lehrern und Lehrerinnen.

»Deswegen hätte Frau Professor ruhig hier in Prenzlau bleiben können,« sagten die Damen des Kränzchens, wenn sie hörten, dass die Tochter noch immer nicht die ersehnte Anstellung gefunden hatte. »Aber die Büchner wollte ja immer ein bisschen hoch hinaus: nur Berlin, Berlin! Als ob man in der Provinz nicht ebenso gut leben könnte! Der arme Mann mag es schwer gehabt haben mit der Frau; die ist doch schrecklich nervös. Ob Marie-Luise wohl von seinem ausgezeichneten Lehrtalent was geerbt hat?«

Als Marie-Luise ihr Anstellungsgesuch nebst ihrem Examenszeugnis — mit ‚sehr gut‘ bestanden — und allen dazugehörenden Papieren der Berliner Schulbehörde eingereicht hatte, war sie gewiss, man würde den Namen ihres Vaters da kennen. ‚Büchner — Büchner — war das nicht der langjährige Realschuldirektor in Prenzlau, der so ausgezeichnete Resultate erzielt hatte?‘ Sie war ganz getrost, sie verliess sich auch jetzt noch auf ihren Vater, obgleich der schon damals nicht mehr gelebt hatte, als sie ihr Examen machte. Aber wenn er auch nicht mehr lebte, sein Geist war noch in ihr und der Gedanke, den er von Kindheit an in sie gepflanzt und grossgezogen hatte: ‚Du wirst Lehrerin.‘ Und sie wollte das auch gern, sah sie doch, dass alle Sorgen, alle Kümmernisse verflogen waren, sowie der Vater morgens seine Schule betrat. Dann strahlte sein Gesicht. Und er hatte doch genug, was ihn drückte: der tägliche Ärger, die nirgends fehlenden Aufregungen — mit der Mutter war es auch nicht leicht — und dann der grosse, grosse Schmerz um die Söhne, die ihm beide, siebzehn- und achtzehnjährig, im Krieg gefallen waren. Nur sie, das kleine Mädchen, der Nachkömmling, war ihm übriggeblieben. Aber alles das schien vergessen, wenn er vor der Klasse stand. Dann war er so anregend, so heiter, ein ungebeugter stattlicher Mann, der nie ein Ausruhen zu bedürfen schien. Er schickte lieber die Mutter auf Badereisen; er brauche keine Erholung, sagte er. Seine Augen, die auf ihr ruhten, waren immer so klar, seine Stimme immer so frisch. Marie-Luise hatte die letzte Zeit seines Lebens, die plötzlich eintretende tiefe Erschöpfung, ganz vergessen.

»O Vater!« hatte die Tochter mit tiefem Aufatmen gesagt, als ihr Examen vorüber war; eine andere hätte im plötzlichen Gefühl der Erleichterung vielleicht herausgestossen: O Gott!

Und doch war solch ein Examen gar nicht schlimm, wenn man die Nerven behielt, und sich nicht beirren liess durch Blicke, die hinter Brillengläsern sich scharf auf einen richteten. Frank und frei war Marie-Luise in das Examen gegangen, sie begriff eigentlich die anderen nicht, die sich so ängstigten, dass sie blass und zitternd dastanden. Margarete Moebius, ihre Freundin vom Seminar, hatte ihr aufgeregt zugeflüstert: »Ich geh ins Wasser, wenn ich durchfalle!« Unsinn! Marga war ja viel klüger, als sie es war, und war ebenso fleissig gewesen, hatte genau so wie sie durch Wochen und Wochen Dreiviertel der Nächte gebüffelt, sich durch starken Kaffee wach erhalten — die brauchte doch sicher keine Angst zu haben. Aber Marga war durchgefallen; das heisst, nicht ganz, es war ihr freigestellt worden, in einigen Fächern, die Lücken aufwiesen, das Examen zu wiederholen. Ob sie den Mut dazu finden würde? In der ersten Zeit, als sie noch Briefe wechselten, hatte Marga sich dazu immer noch nicht entschlossen gehabt. Aber sie würde sich entschliessen müssen; man kann doch nicht Jahre und Jahre gelernt und seinen Eltern so viel Opfer gekostet haben, ohne dass man dafür nun auch etwas erreichte! Marga, wo mochte die stecken?

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