Walther von Hollander - Auf der Suche

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Seit kurzem ist Stefanie, verwitwete von Strassow, die Ehefrau von Leo Landowski. Leo ist seit der Inflation unverschämt reich, ein hoch angenehmes Leben mit Villa im Berliner Grunewald ist die Folge. Da macht es auch nichts, dass Hermann der Große, das Familienoberhaupt der Landowskis, Leo aufgrund seiner Heirat mit der Nicht-Jüdin Stefanie testamentarisch geringer bedacht hat. Übrigens war Stefanie eigentlich auf ganz anderer Art der Grund für die Abänderung des Testaments. Denn die Unterredung mit Stefanie, mit der der alte Hermann die Schande von der Familie abwenden wollte, endete mit dem Ergebnis, dass er ihr nach zwei Stunden selbst einen Heiratsantrag machte. So kann es passieren! Wie aber lebt man glücklich in solch einem Wohlstand? Mit dieser Frage setzt sich Walther von Hollander in diesem Roman auseinander. Entfernen sich die Liebenden in dieser Situation voneinander oder finden sie auf immer zusammen?-

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Leo Landowski bekommt Angst vor seinem Zimmer. Vorsichtig langt er auf das Rauchtischchen, das neben dem Bett steht, und holt sich eine Zigarette. Sein Gesicht sieht im Aufflammen des Streichholzes trauriger aus als sonst. Das kommt, weil die Augen starr sind.

Er raucht langsam und mit großem Genuß. Manchmal fächelt er ein bißchen mit der Hand, damit der Rauch nicht über Stefanies Gesicht treibt. Als Stefanie seufzt und eine unmutige Bewegung macht, drückt er die Zigarette aus und beugt sich über ihr Gesicht. Er kommt vorsichtig näher, indem er sich auf der rechten Hüfte langsam umdreht und mit der linken Hand einen Stützpunkt sucht. Stefanie atmet jetzt leicht und ruhig, die Hände hat sie wie immer über Kreuz leicht auf die Brüste gelegt, die, klein und weit auseinanderstehend, fast das Braun der Hände haben.

Gerade findet ein Windstoß ins Zimmer, läßt die Gardinen aufflattern und streift kühl das Bett. Landowski hebt die Decke vorsichtig hoch und deckt seine Frau zu. Nun ist nur ihr Gesicht zu sehen, ein wenig zurückgeworfen, mit leichtgeöffneten Lippen, mit dunklen Schatten über den geschlossenen Augen und mit den kräftigen Brauen unter der breiten und doch zerbrechlichen Stirn. Auch an den Schläfen stehen tiefe Schattentäler. Das ganze Gesicht ist von dunklen Schatten begrenzt und von helleren Schatten überzogen, einer Wolkenlandschaft ähnlich, einem Herbsthimmel, kurz bevor der Winter kommt.

Leo Landowski sieht das Gesicht prüfend an. Sein Herz beginnt laut zu klopfen. Er ist sich eigentlich böse, daß er die Schlafende belauscht, aber er beruhigt sich damit, daß sich kein Geheimnis offenbart, sondern nur das, was er von ihr so gut weiß wie von sich selbst: jene schon fast untragbare Trauer, die sie voreinander zu verbergen trachten und die doch aus jedem Geschehnis hervorbricht, aus jeder Gebärde und eigentlich auch aus allen Worten, die sie miteinander sprechen, so lustig sie auch klingen mögen.

Nein — es ist doch nicht anständig, so zu starren. Stefanie beginnt unruhig zu werden. Träume kommen, Nebelträume zuerst, deren Gestalten man nicht erkennen kann, Ängste dann, die noch kein Gesicht haben, bis es ihr wieder scheint, daß sich wie zu Mittag im Büro Leo über sie beugt, die Hände zu beiden Seiten auf die Stuhllehne gestemmt. Er beugt sich immer weiter vor, will sie ersticken und geht schließlich durch sie hindurch, als wäre er Luft oder Nebel.

Mit einem tiefen Seufzer wacht sie auf, findet die schwere Decke über sich, schlägt sie etwas zurück und sieht erschrocken in Leos Augen, die gerade noch wegsehen wollen. Sie packt schnell nach seinem Kopf, zieht ihn nahe an sich heran und küßt ihn. Seine Lippen sind ganz kalt.

„Nein, du darfst nicht weggehen“, sagt sie und zieht ihn nahe zu sich heran. Sie ist bedrückt, weil sie ein quälendes Mitleid mit ihrem Mann empfindet, und möchte das wieder gutmachen. Sie umarmt ihn, liegt still und löscht schließlich das Licht.

Sie liegt mit offenen Augen und sieht, wie das Dunkel langsam heller wird, weil der abnehmende Mond aufgegangen ist und das Licht durch das offene Fenster eindringt. Landowski zuckt zusammen, als hätte er einen leichten Schlag bekommen. Aber es ist nur das merkwürdige Aufbäumen gegen den Schlaf, das er wie viele zarte Menschen hat. Unmittelbar danach ist er eingeschlafen.

Stefanie lockert ihre Arme, die ihr schon weh taten. Sie bettet den Mann vorsichtig. Sie löst sich von ihm und richtet sich ein wenig auf. Das Blatt im Hof tanzt noch immer, es kann aus seinem winzigen Wirbel nicht herausfinden, scharrt, kratzt, tanzt und ruht und muß gleich wieder von vorn beginnen. Stefanie hört zu, wartet, zählt die Sekunden der Ruhe. Wartet — jetzt muß es kommen. Nein, es kommt nicht. Da — jetzt erst setzt der Wind ein, kommt am Fenster vorbeigeflogen, schüttelt die Gardine, jetzt weht er durch die Birken, fällt ins Gebüsch, jetzt endlich findet er das Blatt, und das Blatt tanzt über die Fliesen, kratzt und scharrt.

Stefanie fürchtet sich. Am liebsten würde sie Licht machen, wenn das nicht den Mann wecken würde. Wovor fürchtet sie sich? Ach, sie kann es nicht sagen und weiß es doch genau. Vor dem Leben? Vor dem Tode? Vielleicht am ehesten vor beidem. Und das ist natürlich ein Unsinn. Die ganze Luft rings ist mit Furcht angefüllt.

Sie muß Leo doch wecken, sie kann die Angst nicht ertragen. Sie hebt die Hand, um den Mann bei der Schulter zu packen. Aber sie hält erschrocken inne. Sie sieht in seinem Gesicht die gleiche Angst, die sie spürt. Die Stirn, die er sonst immer ganz glatt trägt, ist zusammengezogen, der Mund nach unten, das Kinn nach oben gezogen, die Augenhöhlen tief, als wären die Augen in den Kopf gedrückt. Das Unheimlichste aber ist: sein Atem geht gleichmäßig und ruhig, die Brust hebt und senkt sich leicht und freudig. Die Hände liegen lose und gelöst neben dem Körper.

Stefanie schließt die Augen, zieht die Knie an und legt den Kopf darauf. So sitzt sie eine ganze Weile und versucht nachzudenken. Aber sie kann keinen Gedanken zu Ende bekommen. Vielleicht liegt es daran, daß sie Dinge bedenkt, die sie nichts angehen. Ist sie nicht eigentlich — schreckliche Möglichkeit der Ehe! — hinter ein Geheimnis gekommen, das nicht für sie ist? Nein, sie will das nicht auch noch in Worte fassen. Sie zieht sich ganz zusammen und erstarrt.

Draußen tanzt das Blatt, kratzt, scharrt. Stefanie steigt endlich leise aus dem Bett und geht ans Fenster. Es ist klarer Mondscheinhimmel, so daß kaum Sterne zu sehen sind. Die Birke schwingt silbern im Winde hin und her. Stefanie atmet tief auf. Dann beugt sie sich weit hinaus: Richtig, sie kann das trockene Blatt sehen, wie es aufsteht und sich schwerfällig im Kreise zu bewegen beginnt.

Stefanie bekommt einen großen Zorn, greift nach ihrem Toilettetisch, packt ihre Bürste und wirft sie mit aller Gewalt nach dem Blatt. Sie sieht ernst hinterher. Beinahe hätte sie getroffen.

Dann zieht sie sich ein Hauskleid über, schlüpft zur Tür hinaus, läuft die Treppen hinunter, indem sie beim Vorbeikommen alle Lampen anzündet, deren Schalter sie in der Eile finden kann, schließt die Tür auf und steht im Freien. Richtig, da ist das Blatt! Es will ihr auch noch davonlaufen. Da hat sie es schon gepackt und zerkrümelt es mit beiden Händen zu Staub. „Warte nur,“ sagt sie ganz erbittert, „ich will dich lehren, als Gespenst in anständigen Bürgergärten spazierenzugehen.“

Der Krampf hat sich gelöst. Eine leichte, leere Erschütterung will sie noch schütteln. Aber sie wehrt sich tapfer, geht ins Haus zurück und steigt langsam die Treppen hinauf, indem sie Licht um Licht wieder die Lampen hinter sich auslöscht.

Leo Landowski ist aufgewacht und sieht ihr erstaunt entgegen, wie sie frisch und lachend, mit einer Bürste in der Hand, das Zimmer betritt. „Ein Blatt…“, sagt sie und weiß nicht, wie sie ihre Dummheit erklären soll.

„Gott sei Dank,“ antwortete Leo ernst, „ich hatte vorhin nur nicht den Mut.“ Es ist wirklich, als sei nun alles gut. Sie strecken sich beide lang im Bett aus, fassen sich bei der Hand und sind gleich darauf eingeschlafen. Ihre Atemzüge gehen ruhig. Ab und zu zieht noch ein Schatten über das Gesicht Stefanies, will ein Traum sich in Landowskis Schlaf drängen.

Aber sie spüren es nicht. Sie ruhen tief in dem gemeinsamen Schlaf und werden jetzt eher als Schatten und Traum den Wind hören, der sich dem Morgen zu verstärkt, pfeifend durch die Birke fegt und den Fenstervorhang weit ins Zimmer drückt, so daß er flattert, sich faltet und schüttelt in allerlei komischen Verrenkungen.

VI

Die Saison beginnt

Zwei Tage dauert es noch, bis das Leben ganz in seine gewöhnliche Gangart verfällt. Zwei Tage noch, an denen Stefanie die meisten Telephongespräche ablehnt und Besuche höchstens am Nachmittag empfängt. Leo und Stefanie sind in diesen beiden Tagen viel zusammen.

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