Walther von Hollander - Akazien

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Seit kurzem ist Stefanie, verwitwete von Strassow, die Ehefrau von Leo Landowski. Leo ist seit der Inflation unverschämt reich, ein hoch angenehmes Leben mit Villa im Berliner Grunewald ist die Folge. Da macht es auch nichts, dass Hermann der Große, das Familienoberhaupt der Landowskis, Leo aufgrund seiner Heirat mit der Nicht-Jüdin Stefanie testamentarisch geringer bedacht hat. Übrigens war Stefanie eigentlich auf ganz anderer Art der Grund für die Abänderung des Testaments. Denn die Unterredung mit Stefanie, mit der der alte Hermann die Schande von der Familie abwenden wollte, endete mit dem Ergebnis, dass er ihr nach zwei Stunden selbst einen Heiratsantrag machte. So kann es passieren! Wie aber lebt man glücklich in solch einem Wohlstand? Mit dieser Frage setzt sich Walther von Hollander in diesem Roman auseinander. Entfernen sich die Liebenden in dieser Situation voneinander oder finden sie auf immer zusammen?-

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Einen Augenblick nahm Marianne Platz, schlug die Beine übereinander und zog den Rock etwas herunter. Gerade kamen ein paar ältere Herren vorbei, die, gebändigte Wehmut im Blick, die Beine der fremden Frau sorgsam prüfend betrachteten.

Es war alles scheußlich nüchtern und durchsichtig. Sie hatte hier nichts zu tun und kaum etwas zu fühlen. Mit einem Ruck stand sie auf, um endlich das »Eigentliche« zu unternehmen.

Sie ging schnell den Hauptweg hinunter. Die Trauerbäume streiften sie mit hängenden Ästen. Sie hätte auch mit geschlossenen Augen hingefunden. Vierhundert Schritte – dann mußte man rechts abbiegen. Fünfzig Schritte – dann kam die Mauer, die den Friedhof gegen den Sandsteinbruch abschloß. Richtig – da drüben sah man schon die Rundwipfel der vier hohen Akazien. Im scharfen Sonnenlicht entfalteten sie die schmalen Rispen der Blätter. Die Knospen hingen noch geschlossen wie winzige Trauben. Frau von Schellemarr ging durch ein Gebüsch von Schneeball, der gerade aufgeblüht war und ein wenig von seinem Schnee auf ihrem Haar abstreifte. Dicht neben einem großen Drahtgeflecht, in das man die verwelkten Kränze, die verwitterten Schleifen, die vermoderten Palmwedel, die verrotteten Wachsblumen und Perlkränze hineinwerfen sollte, das aber in dieser verlassenen Ecke leer stand, hier in der äußersten Ecke fand sie, was sie suchte: ein verlassenes, verrottetes Grab, von Unkraut überwuchert.

Eine einzige kleine Rose mühte sich, darauf fortzukommen. Ein einfaches schwarzes Marmorkreuz lag darauf, von Efeu übersponnen. Die Buchstaben leuchteten nicht mehr. Man hätte sich tief hinunterbeugen müssen, um sie zu entziffern. Aber Frau von Schellemarr las sie mit geschlossenen Augen: »Zum Gedenken an Friedrich von M.« Und darunter: »R.I.P.: Requiescat in pace.«

Sie stand und hörte, wie im Steinbruch die Drossel ihr Abendlied schlug. Die Meisen zwitscherten, die Rotkehlchen schilpten. Flatternd kam ein kleiner Zaunkönig angeschwirrt.

Er setzte sich auf den Efeu und sah die starre, bewegungslose Frau mit neugierigen blanken Augen an. Und jetzt schwirrte er erschreckt auf.

Denn die Frau war plötzlich niedergekniet. Fast fiel sie auf das Grab.

Sie legte das Gesicht in die Hände, die Hände in das Unkraut des Hügels. Die Brennesseln brannten. Die Butterblumen leuchteten gelb. Frau von Schellemarr weinte zum Gedenken an Friedrich von M.

4

Frau von Schellemarr spürte die Tränen durch die Finger rinnen. Sie hörte sich schluchzen, und schließlich hörte sie zu schluchzen auf. Die Erinnerung, die mit fast unerträglicher Gewalt ihr Herz gepackt hatte, verließ sie, ließ sie fast leblos zurück. Sie spürte das erst wie einen feinen Schmerz. Dann begann sie die Leere als wohltätig zu empfinden.

Sie richtete sich auf. Sie setzte sich auf den halbverfallenen Grabhügel wie auf eine Bank. Von dieser Stätte aus konnte sie das Drama sich noch einmal abrollen sehen. Und war es nicht vielleicht möglich – einen Augenblick hoffte sie das –, an den entscheidenden Stellen die Handlung zum Besseren zu wenden? Wenigstens für ihr Herz, das von den Erinnerungen wie von Ratten zernagt wurde.

Ja, wenn das nicht möglich sein sollte (so dachte sie erbittert), wozu dann überhaupt diese helle, wache, genaue Erinnerung, die sie ihr Leben lang geplagt und ihr nie gestattet hatte, im geringsten zu lügen. Selbst dort sagte sie sich die Wahrheit, wo fast alle lügen, in der Putz- und Flitterstube der Erinnerung, in der klägliche kleine Betrügereien als große Leidenschaften verkleidet werden, in der enttäuschte Männer sich als Helden kostümieren und abgewiesene Liebhaberinnen sich zu Asketinnen herausputzen.

Sie schüttelte ernst den Kopf. Nein, sie wollte nicht lügen. Das Drama war vollendet. Die Akteure, wenn sie noch einmal diese alte und so wenig veränderte Szenerie belebten, sie mußten nach dem gleichen Gesetz, nach dem das Drama aufgebaut war, nach dem Gesetz der Vergangenheit also, dasselbe tun, denken, handeln, das sie damals getan hatten. Wenn das aber so war, wozu dann die Qual, wozu dann die ganze Aktion? Sie konnte es jetzt nicht mehr beantworten.

Die Erinnerungen hatten sich lebendig gemacht, und das Spiel begann.

Die Bäume standen in vollem Laub, graugrün schon etwas. Denn es war Juli. Juli 1918. Die junge Frau von Schellemarr, sechsundzwanzig Jahre alt, war drüben am Erbbegräbnis gewesen. Vor ein paar Wochen hatte man Schellemarrs Großmutter begraben, einundneunzig Jahre alt. Der Hügel war noch frisch, und die junge Frau nahm die letzten verwelkten Kränze und ging mit ihnen in den leeren Teil des Friedhofs, damals noch nicht der »frische« Teil genannt, damals noch nicht von den Toten in Gebrauch genommen und als Wohnung erobert.

Sie ging, zwei welke Kränze über dem Arm. Das Drahtgeflecht im alten Teil des Friedhofs war übervoll. Denn man hatte fast jeden Tag Soldaten begraben, die an ihren Wunden im Lazarett gestorben waren oder von der Front hierher übergeführt wurden. Frau von Schellemarr stand jetzt unten am Wege, dort, wo er damals endete. Die Sonne blendete. Sie hatte die Augen geschlossen. Es war angenehm, lebendig zu sein, warm zu sein, die Sonne zu spüren, das rote Blut zu sehen, das in den Augenlidern pochte. Es war schön, allein zu sein. Das etwas staubige Hundsgras stach in ihre Strümpfe. Jetzt mußte sie gleich an der Mauer sein, über die sie die Kränze werfen wollte. Sie öffnete die Augen. Sie sah hier an der Ecke, ja hier, wo jetzt das Grab war, sah sie zum erstenmal Friedrich von M.

Er stand mit dem Rücken zu ihr. Er beugte sich und pflückte Blumen. Jetzt wandte er sich um und sah sie an. Er trug eine ziemlich zerschlissene Felduniform, graubraun von Regen und Schlamm, aber gut ausgewaschen und tadellos gebügelt. Ja, die Hosen hatten eine scharfe Bügelfalte. Das erinnerte sie etwas an ihren Mann, Reinhold von Schellemarr, von dem man behauptete, daß er sich vor einem Angriff die Nägel gestutzt und den Bart abrasiert hatte.

Jetzt erst erblickte Marianne sein Gesicht. Erst die Sonne und nun dieses Lächeln! War das eine täuschende Erinnerung? Borgte dies Lächeln seine verführerische, rührende Wärme, seine Herzlichkeit, seinen zarten Spott aus der später entdeckten Wärme des Herzens, aus dem späteren, herzlichen Lachen?

Frau von Schellemarr, die jetzige, sechsundvierzigjährige, erhob sich. Sie trat, als könnte sie damit die Frage beantworten, an den Platz, an dem sie damals stand. Ganz lebendig stand Friedrich von M. vor ihr, als wäre der schwarze Erinnerungsstein von seinem Grabe gehoben, stand vor ihr, dem Herzen nah und erfaßbar und nur mit den Händen nicht zu greifen. Sie ging auf die Sandsteinmauer zu. Sie lehnte sich gegen die rauhen Steine, die so besonnt waren, so warm wie damals, die sich überhaupt nicht verändert hatten. Ihre Hände hielt sie wie damals, hielt sie, als ob sie welke Kränze hielten, und in einem gespenstischen Nachhall des damaligen Tages warf sie die Schattenkränze über die Mauer. Sie wandte sich wieder zurück. Sie verwandelte sich wieder in die Erinnerte von 1918, in die Frau von damals.

Sie stand abwartend. Friedrich von M. hielt ihr den kleinen Strauß entgegen: Glockenblumen und Zittergras, kleine Grasrispen, an deren winzigen Stengelchen kleine, blütenbestaubte Herzen hingen. Er sagte: »Darf ich Ihnen das geben?« Sie antwortete: »Warum?« Er lächelte: »Ich hab’ mich nicht danach gefragt. Warum fragen Sie?«

Sie nahm den kleinen Strauß und stand unschlüssig. Er stellte sich dicht vor sie hin, nahm ihr den Strauß aus der Hand und steckte ihn ihr an den Gürtel, dicht unter dem Herzen. Frau von Schellemarr sah gespannt auf den Strauß hinunter, auf die Hände, die ihn befestigten, mit ein paar sicheren, geschickten, zarten Griffen.

Jetzt sah sie, wie die Herzen des Zittergrases unter ihren Herzschlägen zu schwingen begannen. »Auf Wiedersehen«, sagte Friedrich von M. Frau von Schellemarr antwortete nicht. »Warum schweigen Sie?« fragte der Mann.

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