4.4.2 Psychologisches Altern
Ab einem bestimmten Alter nehmen bei Menschen mit geistiger Behinderung – wie in der Allgemeinbevölkerung – die kognitiven Leistungen ab. Um den Abbau kognitiver Kompetenzen aufzuhalten bzw. die Leistung zu verbessern, sollte ein entsprechendes Training mit älteren Menschen stattfinden. Dabei gilt es, sowohl das kristalline Wissen (Allgemeinwissen; sozialisiertes und gelerntes Wissen) als auch das fluide Wissen (z. B. Schlussfolgerungen ziehen; Beziehungen und Relationen entdecken), zu trainieren.
Stanjek (2001) schlägt die Übung senso-motorischer, kognitiver, psychischer und sozialer Kompetenzen vor. Weiterhin bieten sich Spiele (bekannte Gesellschaftsspiele wie Halma, Mensch-ärgere-dich-nicht) und Gedächtnistraining (Ergänzen von Sprichwörtern wie »Wer andern eine Grube gräbt, …«, Kim-Spiele, Begriffe-Such-Spiele) und Gesprächskreise (Alltagsgeschehen etc.) an.
4.4.3 Lebenslaufperspektive
Betreuer sollten möglichst umfassende Informationen über die Biografie der zu Betreuenden haben, nämlich Informationen über
• Familie,
• Freunde,
• Nachbarschaft,
• Institutionen etc.
Zudem sollten viele Gelegenheiten geboten werden, die eigene Lebensbiografie zu ergründen und mitzuteilen. Zentrale Schaltstellen und -themen, wie z. B. Tod, Verlust von Freunden und Angehörigen, körperliche Alterserscheinungen, Ruhestand, Partnerschaft und Freundschaften, sollten angesprochen werden.
In der pädagogischen Arbeit ist es empfehlenswert, auf eventuelle gemeinsame Lebenserfahrungen der zu Betreuenden zurückzugreifen. Gemeinsamkeiten der Generation können durch Informationen über die jeweilige Zeitepoche (Schlagertexte, Hits, Tänze, Fernsehen, Mode etc.) herausgefiltert und gemeinsam besprochen werden.
Gemäß dem Motto »Bildung ist die beste Medizin« ist es – zusammenfassend für alle in diesem Kapitel aufgezeigten Dimensionen des Alterns – von zentraler Bedeutung, ältere Menschen mit geistiger Behinderung durch adäquate Maßnahmen der Gesundheitsbildung, Möglichkeiten der Teilhabe an Gesundheit aufzuzeigen. Dazu gehören u. a. Aspekte der
• gesunden Ernährung (vgl. Kremer, 2019),
• Bewegungsförderung (vgl. Stöppler & Schuck, 2019; Schuck, 2019; Remark & Tillmann, 2019) und
• Zahngesundheit (vgl. Knaup, 2019).
Ein umfassendes Konzept der Gesundheitsförderung für Frauen mit geistiger Behinderung zeigt Klamp-Gretschel (2019) auf.
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