Meindert Haveman - Altern mit geistiger Behinderung

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Dieses Buch stellt ein umfassendes Kompendium relevanter Aspekte in der Arbeit mit älteren Menschen mit geistiger Behinderung dar. Vor dem Hintergrund der Zunahme dieser Personengruppe ergibt sich für die gerontologisch-psychologische, die pädagogische sowie die medizinische Forschung und Praxis die Notwendigkeit, sich auf ältere Menschen mit geistiger Behinderung einzustellen und Konzepte zu entwerfen, die ihrer Lebenssituation gerecht werden. Neben allgemeinen Grundlagen (Altersbegriff, Lebenserwartung bei Menschen mit geistiger Behinderung, Dimensionen des Alterns) werden in diesem Buch die gesamte Lebenslaufsperspektive und viele Lebenssituationen (Wohnen, Arbeit, Freizeit, Sterben etc.) angesprochen. Für die 3. Auflage wurden neue Studien und Literatur berücksichtigt und für den Lehrgang «Selbstbestimmt älter werden» 16 Lektionen beschrieben.

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Das Bild des Alters unterliegt einem ständigen und ausgeprägten Wandel. Das Alter wird nicht mehr ausschließlich unter den Aspekten von Abbauprozessen subsumiert, sondern Senioren erleben aktuell eine aktive Zeit und genießen vielfältige Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Diese neue soziale Alterskultur (vgl. Buchka 2003, S. 33) gewinnt zunehmend an Bedeutung, führt aber auch zu großen Unterschieden. Ältere Menschen ohne entsprechende körperliche, geistige und finanzielle Ressourcen, wie z. B. Menschen mit geistiger Behinderung im Alter, treffen auf Barrieren der gesellschaftlichen Teilhabe.

Versucht man, den Adressatenkreis der Soziologie einzuengen auf »alte Menschen mit geistiger Behinderung« ist es keinesfalls einfach – ohne willkürlich zu sein –, relevante Themengebiete von der allgemeinen Soziologie abzugrenzen. Die soziale Wirklichkeit dieser Personengruppe kann durch verschiedene theoretische Modelle beschrieben und erklärt werden und die Beschäftigung mit dem Teilbereich der Soziologie des Alterns bedeutet nicht, dass andere Teilbereiche wie die Soziologie der Freizeit ( картинка 20 Kap. 10) und des Wohnens ( картинка 21 Kap. 8) oder sogar die Familiensoziologie damit ausgegrenzt werden. Auch ist es wichtig, Werte, Normen, soziale Erwartungen von und gegenüber älteren Menschen mit geistiger Behinderung, ihre soziale Position und Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe, im spezifischen sozial-historischen und strukturellen Kontext einer Gesellschaft zu analysieren (vgl. Stöppler & Wacker, 2004).

Wie auch in der Gesamtbevölkerung verliert der Mensch mit geistiger Behinderung im Alter einige seiner Positionen. Die Berufsposition, die in seinem Leben häufig eine herausragende Stellung einnimmt ( картинка 22 Kap. 7 ), fällt mit dem Übergang in den Ruhestand weg. Da der Arbeitsplatz für viele Menschen mit geistiger Behinderung ein wichtiger Ort der sozialen Kontakte ist, kann es zusätzlich zum Verlust von Freundschaftspositionen kommen ( картинка 23 Kap. 9). Das ohnehin kleine soziale Netzwerk dieser Personengruppe droht im Alter noch geringer zu werden.

Moss et al. (1993) weisen auf die unterschiedlichen sozialen Strukturen und Auffassungen bei der Begleitung von älteren Menschen mit geistiger Behinderung in neun verschiedenen Ländern hin. Bei dem asiatischen Modell (Indonesien, Japan, Singapur, Hong Kong) gibt es eine lange Geschichte und Tradition der Familienhilfe durch die erweiterte (extended) Familie. Von jüngeren Paaren wird erwartet, dass sie für ihre älteren Angehörigen sorgen, ob sie nun behindert sind oder nicht. Um diese Funktion zu erfüllen, bekommen sie soziale Unterstützung. Durch diese Tendenz in urbanen und ruralen Gebieten, aber auch verstärkt durch Mobilität, Migration und Lockerung von Familienbanden, gibt es auch in diesen Ländern weniger informelle Unterstützer im Familienkreis. Generell haben diese Länder keine Institutionsgeschichte von großen Wohneinrichtungen und der Drang zur Deinstitutionalisierung und Enthospitalisierung ist darum gering (vgl. Moss et al., 1993, S. 85).

Alte Menschen mit geistiger Behinderung sind in zweifacher Hinsicht stigmatisiert. Sowohl die geistige Behinderung als auch das Alter werden sozial abgewertet und abgelehnt (vgl. Wieland, 1991, S. 14), was mit dem Begriff des »double jeopardy« beschrieben werden kann (vgl. Thomae, 1982, S. 45). Soziale Abwertung wird auch durch die Verweigerung der Erwachsenenrolle für Menschen mit geistiger Behinderung erfahren. Menschen mit geistiger Behinderung werden oft als ewige Kinder gesehen und behandelt; die Betroffenen verinnerlichen diese Zuschreibungen in ihr Selbstbild, verhalten sich entsprechend und beeinflussen so ihr eigenes Erscheinungsbild.

Es gibt einige zentrale Zielvorstellungen, in die zunehmend auch die Hilfen für ältere Menschen mit geistiger Behinderung eingeplant werden, z. B. Normalisierung, Selbstbestimmung und Inklusion. Es ist nicht sinnvoll, in diesem Kontext von Paradigmen zu sprechen, da die Konzepte eine gemeinsame Wurzel haben. Wenn in der Soziologie der Behinderten von sozialer Integration gesprochen wird, »dann ist damit gemeint, dass behinderte Menschen unabhängig von Art und Schweregrad ihrer Behinderung in allen Lebensbereichen grundsätzlich die gleichen Zutritts- und Teilhabechancen haben sollen wie nichtbehinderte Menschen« (Cloerkes, 1997, S. 194). Werte, die für nichtbehinderte Bürger hinsichtlich Wohnen, Arbeit, Freizeit, Sexualität usw. schon lange als normal gelten, werden mehr und mehr auch für Menschen mit geistiger Behinderung als gültig anerkannt. Dies hat auch direkte Implikationen für Praxis und Forschung hinsichtlich der Lebenssituation alter Personen mit geistiger Behinderung. Lange Zeit wurde die Begleitung geprägt durch Ausschluss aus der Öffentlichkeit, durch Segregation und Spezialisierung. Die Werte und Zielsetzungen der jetzigen Betreuung sind dagegen eher geprägt durch die Prinzipien der Integration und Normalisierung. Die kritische Funktion der Wissenschaft ist es, zu untersuchen, wieweit Pläne (»de jure«) von der Praxis (»de facto«) entfernt sind. Die geographische Integration (das Wohnen in gemeindenahen offenen Wohnungen) ist eine wichtige, aber nicht alleinige Voraussetzung für funktionelle (Rollengestaltung ähnlich wie bei anderen Bürgern) und soziale Integration (Akzeptanz und positive Bewertung von persönlichem Kontakt).

Im Folgenden sollen die bedeutsamsten, soziologisch begründeten, gerontologischen Konzepte erläutert und auf ihre Relevanz für Menschen mit geistiger Behinderung analysiert werden.

4.3.1 Aktivitätstheorie

Die Aktivitätstheorie besagt, dass Menschen sich nicht zurückziehen wollen, wenn sie älter werden. Vielmehr haben Untersuchungen gezeigt, dass sie aktiv sein müssen, um eine hohe Lebenszufriedenheit zu erreichen (Carstensen, 1991; Johnson & Barer, 1992). Die Theorie geht davon aus, dass aktive ältere Erwachsene besser angepasst und zufriedener sind als weniger aktive. Dies entspricht mehr der gesellschaftlichen Betonung von Engagement in Arbeit und produktiven Aktivitäten. Diese Sichtweise des Alterns birgt jedoch auch Probleme. Es wird davon ausgegangen, dass die Menschen die Kontrolle über ihre soziale Situation haben, was angesichts des Rückgangs des sozioökonomischen Status, den Menschen im Ruhestand häufig haben, nicht immer zutrifft. Viele Menschen finden auch keinen akzeptablen Ersatz für die Verluste (finanzielle, berufliche usw.), die sie mit zunehmendem Alter erleiden.

Für Vertreter dieser Theorie stellt Aktivität die Grundvoraussetzung für Lebenszufriedenheit und erfolgreiches Altern dar. Der mit der Entberuflichung verbundene Funktionsverlust soll durch Aktivität in verbleibenden Lebensbereichen ausgeglichen und bewältigt werden (vgl. Backes & Clemens, 1998, S. 115; Gregor, 1995). Prämisse ist, dass Menschen im Alter dieselben psychischen und sozialen Bedürfnisse wie im mittleren Lebensalter aufweisen. Der Verlust an Rollen, Kontakten und Funktionen wird durch zusätzliche Kontakte und Beschäftigungen kompensiert. Jeder unfreiwillige Rückzug aus sozialen Rollen und Aufgaben wird aus Sicht der alten Menschen mit gesellschaftlichen Zwängen begründet. Ausgrenzungsprozesse begünstigen physische und psychische Abbauprozesse und eine weitere Reduzierung des sozialen Netzwerkes (vgl. Backes & Clemens, 1998, S. 116).

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