Niklas Rådström - Der Librettist
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Am Ende holte mein Sohn Lorenzo mich nach New York zurück, aber da war die Sache bereits verloren. Ein weiteres Mal war ich vom Ruin bedroht und sah mich gezwungen, zwei Drittel meiner schönen, dreitausend Bände umfassenden Bibliothek zu verkaufen. Meine geliebten Bücher, in alle Winde zerstreut, in den lüsternen Händen fremder Menschen, der Ledereinband von unbekannten Fingern liebkost, die Seiten vorm Umblättern mit fremdem Speichel befeuchtet. Wie ich hörte, befinden sich die wertvollsten Bände nun in der Library of Congress in Washington, nachdem man die Sammlung in die Hauptstadt verlegt hat. Dort sind aus meiner Bibliothek ein paar wunderschöne Bände mit den Werken unserer alten Meister zu finden: Ariosto und Boccaccio, das erste Exemplar der Rerum Italicarum Scriptores , das diesen Kontinent erreichte, und eine prächtige Ausgabe meiner geliebten Divina Commedia von Dante. Aber auch zeitgenössische Dichter wie Alfieri, Tiraboschi und Ugo Foscolo, den ich persönlich in Ferrara getroffen habe, wo er sich einen Ruf als Dichter schuf. Foscolo, das Genie, das nicht einmal geboren war, als ich meine ersten Gedichte schrieb, und den ich nun überlebt habe. Wenn ich mit meinen fast neunzig Jahren der jung Verstorbenen gedenke, die so intensiv gelebt haben, dass mehrere Lebensläufe in ihren gepasst hätten, erscheint mein eigenes Leben planlos und bescheiden. Dass meine Nachwelt sich an der Dichtung ergötzen kann, die ich geliebt habe, sollte mir eigentlich Freude bereiten, aber welcher normale Mann freut sich schon, wenn seine Frau in fremden Betten liegt? Nicht einmal mein guter alter Freund Casanova, der wahrlich nicht zimperlich mit Schlafzimmersorgen umging, konnte so etwas gleichgültig hinnehmen.
Hätten wir nur unser eigenes Opernhaus gehabt, wäre diese erste Saison nicht im Sand verlaufen. Das Montresor-Da Ponte Theater, dessen Gründung ich meinem zukünftigen Kompagnon in Briefen vorgeschlagen hatte, hätte mehr als ein Luftschloss sein können. Es hätte eine wahrhaftige Stätte zur Huldigung der Schönheit werden können, die dieser junge Kontinent nie zuvor gesehen hatte. Es fehlte uns nicht an Realismus, auch nicht an Willen und Fleiß. Was uns fehlte, waren stabile Finanzen. Immer verfolgt mich dieser Geldmangel! Dabei war es der Italienischen Operngesellschaft schon nach unserer ersten Vorstellung im Richmond Theatre gelungen, sage und schreibe sechsundneunzig geldkräftige Musikliebhaber zu bewegen, je tausend Dollar in den Bau eines neuen Opernhauses für unsere Stadt zu investieren. Dort hätte ich mich einbringen können, aber auch daraus wurde nichts. Montresor war als Impresario vorgesehen, und meine Rolle in diesem Vorhaben wäre nicht weniger bedeutend gewesen, wenn nicht mein alter Freund Rivafinoli, der in Mexiko für mich Bücher verkauft hatte, meinen Kompagnon herausgefordert hätte. Montresor kämpfte um den Posten, wobei ich ihn treu unterstützte, bis der alte Hasenfuß (der er wahrscheinlich schon immer gewesen war) sich nach Havanna davonstahl. Und damit war auch ich aus dem Spiel. Keiner wollte mir helfen, die viertausendfünfhundert Librettohefte zu verkaufen, die ich hatte drucken lassen, um den Siegeszug der Opernkunst in der Neuen Welt sicherzustellen. Als das Theater dann mit La gazza ladra eröffnete, wollte man mir nicht einmal eine Freikarte geben. Oben, unter der mit Apollo und den Musen bemalten Kuppel, saßen die Gesellschafter auf Samtsofas in ihren vergoldeten Logen, die mit Wilton-Teppichen und Samt und Seide aus Neapel dekoriert waren. Ich dagegen, nach allem, was ich für die Musik und die Verbreitung der Oper getan hatte, sollte zwischen den zahlenden Gästen unten im Parkett sitzen. »Nein, danke«, antwortete ich ihnen. »Tausend Dank, aber nein.«
Als dann die Saison zu Ende und der Konkurs ein Faktum war, musste sogar Rivafinoli das Feld räumen. Porto und Sacchi versuchten, den Ruin mit Bällen und anderen Spektakeln abzuwenden. Ich schrieb ein hämisches Gedicht über die Angelegenheit, Frottola per far ridere . Es war ein Mahnruf an alle Landsleute, die die schönen Künste lieben, dass die Oper uns bald verloren gehen würde. Mein Leben mit der Musik war vorbei. Als mein Sohn in ein Haus in der Spring Street zog, folgte ich ihm wie ein Teil des Inventars. Doch dem Straßennamen zum Trotz erwartet mich kein Frühling – nur Winter, die kalte Jahreszeit des Todes. Ein einziger Schüler ist mir geblieben, der die Sprache meiner Heimat lernen möchte, und der ist vollkommen untalentiert. Ich kämpfe für die Einheit unserer katholischen Kirche, ich streite für den rechten Glauben. Aber inzwischen habe ich meine letzten Bücher verkaufen müssen. Meine Regale sind so leer wie mein zahnloser Mund. Wenn ich könnte, würde ich nach Italien zurückgehen, um dort zu sterben und in der geweihten Erde meines Heimatlandes zu ruhen, aber nicht einmal das ist mir vergönnt.
Wie ein tapferer Soldat bin ich in meinem Kampf für die Künste gegen die Kanonenmündungen der Gleichgültigkeit angestürmt, wie ein hingebungsvoller Liebhaber habe ich mich in die Arme einer Frau geworfen, die mich verstoßen hat. Die Hoffnung, dass all diese Mühen meinen Namen post funera unsterblich machen werden, habe ich nun aufgegeben. Die Inspiration, die mir die Theater an der Themse, der Donau und der Moldau einst gegeben haben, habe ich nur zu einem kleinen Teil an meine neuen Landsleute weitergeben können. Sei’s drum. Die Musik überlebt, wenn wir schon längst vermodert sind. Ich träumte von Rosen und Lorbeeren, aber die Rosen hatten Dornen und der Lorbeer schmeckte bitter. So ist unsere Welt! Der Gesang, der mich jetzt erwartet, kommt von Engelschören und himmlischen Harfen. Ich stelle ihn mir so schlicht und schön vor wie die Melodien, die Amadeo für mich pfiff und summte, während wir uns über seine Noten beugten. So schön und natürlich wie die Stille zwischen den Sternen der Nacht.
2.
Wie tritt man seinem Tod entgegen? Am besten wie der Abenteurer, den ich mit erschaffen habe, Don Giovanni, der furchtlos die Hand des steinernen Gastes ergreift und sich ins unterirdische Dunkel stürzt – nicht schreckerfüllt, sondern neugierig. So wollen wir am liebsten dem Tod entgegentreten: mit Neugier. Mit demselben Lebensdurst wie am Anfang unseres Lebens. Amadeo sagte einmal, er wäre schrecklich gern in dem Moment dabei, wenn der Tod eines Menschen eintritt. In jenem Augenblick, in dem ein Mensch die Schattenwelt betritt, glaubte er, würde das Leben in klarstem Licht vor ihm stehen, entblößt aller Verlogenheit und aller falschen Masken.
Wie allgegenwärtig der Tod ist und wie oft er uns brandschatzt, erfuhr Amadeo schließlich im Alter von dreiundzwanzig Jahren, als er sich zum ersten Mal in einem Raum mit der Schattengestalt befand und deren düsteres Handwerk bezeugen konnte. Es war Amadeos Mutter, die der Todesengel in eine seiner kalten Leichen verwandelte. Amadeo war mit ihr nach Paris gereist. Auf der letzten Etappe waren sie Sturm und Regen ausgesetzt gewesen, und sie kamen durchnässt und völlig unterkühlt an ihrem Ziel an. Kein Pianoforte, kein Klavier befand sich in ihrem Zimmer, dessen einziges Fenster auf einen düsteren Hof hinausging, und Amadeo musste tagsüber zu einem seiner Auftraggeber gehen, um dort zu komponieren. Wie er darunter litt, seine geliebte Mama einsam in dem dunklen Zimmer zurücklassen zu müssen, wo sie ein paar Stunden stickte, solange das Licht ausreichte, und sonst nur dasaß und wartete, erschöpft und krank von der langen Reise.
Als der Frühling kam, plagten sie Zahnschmerzen, Halsweh und Ohrenreißen, und die feuchten Holzscheite in dem kleinen Kamin wollten sie nicht wärmen. Der Sommer hatte seinen Höhepunkt erreicht, als sie starb. Man hatte sie zur Ader gelassen, aber der Schüttelfrost und das Fieber wollten sie nicht verlassen. Am Ende konnte sie weder hören noch sprechen. Amadeo erzählte, dass er ihr ins Ohr schreien musste, um sich verständlich zu machen. Ihr fahler Blick, das blutbefleckte Laken und die Schatten – die Schatten. Ich erinnere mich an seinen Bericht, als wäre ich selbst dabei gewesen. »Ihr Lebenslicht flackerte wie die Flamme einer Kerze«, sagte er mit gebrochener Stimme und Tränen in den Augen, noch zehn Jahre später. Drei Tage vor ihrem Tod hatte sie gebeichtet und die Sakramente empfangen. »Es war der traurigste, finsterste Tag meines Lebens«, sagte er.
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