). Ein Blick auf unser Verhältnis zu Tieren ist auch sonst lehrreich, z. B. für Umweltfragen (
»Der Förster und die Rehe« ,
S. 21 Kapitel 1 MENSCH UND TIER Der Förster und die Rehe Beim Försterexamen wurde er Erster und war zeitlebens ein sehr guter Förster. Er hat seine Rehe im Wald stets gehegt und fertig gehegte Rehe erlegt. Des Försters Frau briet prächtige Braten mit dunkler Soße, vorzüglich geraten. Der Förster war heiter in all diesen Jahren, die für die Rehe nicht einfach waren. Sein Dienstabschied stimmte die Rehe heiter, bis rauskam: der Nachfolger macht so weiter.
, für Diätprobleme (
»Der Hamster« ,
S. 22 Der Hamster Der Hamster hamstert, was er kann, und legt sich einen Vorrat an in seiner Höhle fressbereit. So kommt er durch die Winterzeit: Im Frühjahr taucht er auf ans Licht, ganz schlank, mit Idealgewicht. Auch du, Mensch, hamsterst, was du kannst in deinem gut genährten Wanst. Die Winterzeit bringt Eis und Schnee und Gänsebraten, Crème brulée. Das Frühjahr taucht dich neu ins Licht. Doch abgenommen hast du nicht.
) oder Hygieneregeln (
»Ein Sack Flöhe« ,
S. 26 Ein Sack Flöhe Willst du einen Sack Flöhe hüten, brauchst du Flöhe und einen Sack. Fängst die Flöhe, musst das Pack nur noch in den Sack eintüten. Hörst du dann die Flöhe husten, denkst du, dass sie Hunger haben, lässt am nackten Arm sich laben Floh für Floh, die husten mussten. Kriegst du dann die Cholera, weil die Flöhe die schon hatten von den feuchten Kellerratten, ist dein Ende ziemlich nah. Hast zum Jammern keinen Grund. Hättest, bevor dich die Flöhe bissen, schon am Husten merken müssen, dass die Tiere nicht gesund. Merk’ dir eins: Ein kranker Floh macht am Ende keinen froh. Und selbst mit gesunden Flöhen geht’s im Grunde ebenso.
).
Kapitel 2 Kapitel 2 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Das Klonschaf Das Klonschaf sprach auf grüner Au: Ich fühl mich hundeelend mau. Mir fehlt in meines Erbguts Schatz der Gegen-Chromosomensatz. Ich spür’s, ich werde nicht sehr alt! Tatsächlich starb das Klonschaf bald. (HI)
»Forschung und Entwicklung« (
S. 37 Kapitel 2 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Das Klonschaf Das Klonschaf sprach auf grüner Au: Ich fühl mich hundeelend mau. Mir fehlt in meines Erbguts Schatz der Gegen-Chromosomensatz. Ich spür’s, ich werde nicht sehr alt! Tatsächlich starb das Klonschaf bald. (HI)
) bringt u.a. überzogene Erwartungen an die Pharmaindustrie zur Sprache (»
Die Wunderpille« , S. 38) sowie Abwege der Genforschung (»
Das Klonschaf «,
S. 37 Kapitel 2 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Das Klonschaf Das Klonschaf sprach auf grüner Au: Ich fühl mich hundeelend mau. Mir fehlt in meines Erbguts Schatz der Gegen-Chromosomensatz. Ich spür’s, ich werde nicht sehr alt! Tatsächlich starb das Klonschaf bald. (HI)
; »
Huhnmenschen «, S. 41). Auch gibt’s ein Stück Naturphilosophie (»
Die Evolution des Gemüsebeets« , S. 46).
Kapitel 3 »Auf Reisen« befasst sich mit der Lieblingsbeschäftigung der Bevölkerung. Das Reisen wurde 2020 von der Pandemie heftig getroffen ( S. 119). Zum Thema Reisen gibt es aber aus der Zeit davor (und wohl auch für die Zeit danach) Wundersames zu berichten ( »Nasentanz der Südsee« , S. 49) und Reiseerlebnisse, die nachdenklich machen ( »Der Indio« , S. 60
; »Am See Genezareth« , S. 61). Der Schrecken einer Flugkatastrophe wird nicht ausgespart (»Die Piloten von Flug MH 370«; S. 62).
Neben dem Reisen verdienen andere Aspekte einer kultivierten » Lebenskunst « ( Kap. 4) Beachtung, etwa die Planung von ›Events‹ ( S. 63) und Ehrungen ( S. 65), auch die Verehrung des Kulinarischen ( S. 68–70). Natürlich darf Bildung nicht fehlen, wobei auch » Uni-Wissen « helfen kann ( Kap. 5, S. 77). Die Beachtung unserer Gewohnheiten und Umgangsformen ist nützlich ( Kap. 6); sonst kann man weder ein echter Biker werden (»Frühling der Biker« , S. 85) noch ein Internat besuchen (»Gespräche der Jungen« , S. 88).
Um die Schönheiten und die Geheimnisse der Sprache zu verstehen, braucht es »Wörterliebe« ( Kap. 7, S. 95); dabei sind auch »Unwörter« zu bewältigen ( S. 100). Wem Sommerblumen gefallen, der lese das gleichnamige Gedicht ( S. 95). Wer Kinder liebt, schaue nach bei » Rapunzel mehrsprachig « ( S. 107), aber auch in anderen Kapiteln, etwa bei » Eidechsen im Bohnenbeet « ( S. 182) oder » Das Auge im Dreieck « ( S. 191). – Dichtkunst ( Kap. 8) ist ein so schwieriges Thema, das der Autor sich damit begnügt, nach einer kleinen Aufmunterung (» Der gut gelaunte Dichter« , S. 109) einige ihrer »Eigenarten« anzurühren, bei denen sich Licht und Schatten dieser Kunst besichtigen lassen: » Unter den Erlen « ( S. 115), » Das Dementi « ( S. 113), » Kinderreim « ( S. 112), » Lyrikleitfaden « ( S. 110). Das Titel-Gedicht »Der Mond der Dichter« ( S. 116
), gibt Rätsel auf. Es skizziert (als »Meta-Gedicht«) knapp den weitläufigen Kosmos der Mondgedichte. Dann wird der Mond als emotionslos bemäkelt, obwohl er zur Lyrik inspiriert. Der Autor hofft, mit der Aufdeckung dieses vielleicht nur scheinbaren Widerspruchs den Geheimnissen der Lyrik näher zu rücken.
Kapitel 9über »Philosophie zum Selbermachen« soll Mut machen, das Philosophieren selbst in die Hand zu nehmen. Dazu gibt es eindringliche Beispiele (» Pandemisches Lied der Freiheit «, S. 119; » Meine Rente« , S. 132 ; »Altenpflege« , S. 133
), daneben amüsante Warnungen ( »Stein und Zeit« , S. 121; »Philosophische Worte «, S. 125). Direkte Bastelanleitungen zum Philosophieren sind rar; am ehesten findet man sie noch im Gedicht »Nichts Besonderes« ( S. 123). – Das Risiko, von der Philosophie aus in die Politik zu geraten, ist dem Autor bewusst; dies wird meist vermieden, aber nicht immer ( Pandemisches Lied etc. , S. 119; Euro , S. 155).
Im Kapitel 10» Wege und Berufe« ( S. 135) geht es um den privaten und beruflichen Werdegang. Dazu gehört auch die Antriebskraft der »Schatzsuche« ( S. 135), die Härte des Karrierekampfes (» Die Rede «, S. 139) und die Bürde der beruflichen Pflichten, die über die Routine hinausgehen (» Des Pfarrers Job «, S. 145; » Der Chefarzt« S. 143). Berufsthemen setzen sich fort im Kapitel 13 »Wirtschaft und Gesellschaft« ( S. 163; z. B. »Der Abgang« , S.166; » Leerverkauf« , S. 167). Eine erholsame Auszeit für den Leser bietet der Ausflug ins » Buch der Kinkerlitzchen« ( Kap. 11, S. 147). Der Eindämmung der dadurch (hoffentlich) erzeugten Heiterkeit können die » Ernsten Euro-Gesänge« dienen ( Kap. 12, S. 155).
Wer leisere Worte sucht, findet sie in vielen Gedichten. Es gibt dazu aber auch das Kapitel 15
( S. 185; z. B. » Kölner Lichtblick «, S. 194; »Ein Schiff auf dem Rhein« , S. 192) sowie das Schlusskapitel 16 »Streublumen« ( S. 199
). In beiden Kapiteln wird u. a. am unendlichen Thema der Liebe weiter gestrickt. Da gibt es eine etwas altmodische Anleitung, wenn Mann eine Frau kennenlernen will ( »Ballade vom dichten Leben« , S. 199
) und wie man den Antrag formuliert ( S. 201). Ferner andere Gedichte, die keinen besonderen Hinweis brauchen oder vertragen. – Im Anhang ( S. 211) gibt es zu einigen Gedichten Hintergrundinformationen.
Norbert Horn
Widmung
Vorwort zweifach
Читать дальше