Kuwana Haulsey - Der Engel von Harlem

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May Chinn träumt davon, Pianistin zu werden. Aber in den 1920er Jahren ist es unmöglich, sich als Farbige in New York zu behaupten. Als ihr ein rassistischer Professor sagt, dass sie keine Chance auf eine große Karriere hat, studiert sie Medizin. Auch hier wird sie mit heftigem Widerstand konfrontiert – und doch gelingt es ihr, die erste schwarze Ärztin New Yorks zu werden.
Kuwana Haulsey hat dem faszinierenden Leben der Ärztin May Edward Chinn (1896 – 1980) ein poetisches Denkmal gesetzt – ein Leben des leidenschaftlichen Kampfes für die Ärmsten der Armen in Harlem. Immer wieder setzte sie ihr eigenes Leben aufs Spiel, um andere zu retten, führte Operationen auf Küchentischen durch und kämpfte darum, junge Mädchen vor einem Leben auf der Straße zu bewahren. Die Tochter eines noch als Sklave geborenen Mannes war in der «Harlem Renaissance» aktiv, einer von politischen Unruhen und künstlerischen Aufbegehren geprägten schwarzen Bewegung im New York um 1920, die sich für die Rechte der Farbigen einsetzte. May Chinn war Mitglied der Akademie der Wissenschaften sowie eine anerkannte Pionierin im Bereich der Krebsforschung.

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Als das Knie zum Vorschein kam, stieß Emmy einen durchdringenden Schrei aus und versuchte wegzukriechen. Doch der Schmerz verfolgte sie, hielt sie auf und ließ sie zitternd am Bettrand verharren, weinend und den Kopf gegen das kühle Metall des Rahmens gepresst.

Als sie aufschrie, fingen die vier Frauen draußen vor der Tür ein Wehklagen an, zuerst leise, mit Stimmen, die rissig wurden und aufbrachen, genauso wie der Körper, der aufbrach, dann lauter, ganz so, wie der Körper sich immer mehr dehnte und aufs Loslassen vorbereitete. Tiefe und hohe Klänge ohne Worte verschmolzen zu Grund und Gischt eines Flusses und boten so dem Kind sicheres Geleit bei seinem Eintritt in die Welt.

»Hör mir zu, Emmy. Hörst du mich? Nicht weiterpressen. Erst, wenn ich’s dir sage. Was immer auch ist. Noch nicht pressen. Hast du verstanden?«

Mir schien, sie sagte ja, aber ganz sicher war ich mir nicht. Mit einer Hand unter ihrem Bauch wiegte ich sie hin und her, mit der anderen Hand schob ich das Knie des Babys wieder hinein. Emmy bäumte sich auf und schrie, als ich den Fuß des Babys ertastete und ihn herauszog. Dann griff ich nochmals in sie hinein, streckte das andere Bein des Babys und zog auch diesen Fuß heraus.

»Okay, pressen, Emmy! Pressen!«

Den Rücken gekrümmt und den Kopf am Rand des Bettes vergraben, gab Emmaline Beine und Becken ihres Kindes frei. Die Stimmen auf dem Gang wurden lauter.

»Braves Mädchen! Ein kleiner Junge ist unterwegs. Wie stolz ich auf dich bin!«

Das Baby begann herauszugleiten und ich ließ den Jungen zwischen ihren Beinen baumeln, sodass sein eigenes Gewicht ihn weiter nach unten zog. Dann hielt er inne, gehalten von seinen eigenen Armen.

»Ich press jetz. Es kommt.«

»Warte! Noch nicht.«

Vorsichtig nahm ich den kleinen Körper an der Hüfte und drehte ihn hin und her.

»Okay. Jetzt!«

Emmaline presste, während ich ihn drehte und dabei erst den einen, dann den anderen Arm befreite.

Grunzend presste sie nochmals und die Schultern des Babys glitten heraus. Dann schloss sich die Öffnung um seinen Hals und ließ den Kopf drinnen stecken. Ich ließ ihn wieder baumeln und griff mit der linken Hand nochmals hinein, um sein Kinn zu finden. Es gelang mir nicht.

Mittlerweile hatte die Nabelschnur aufgehört zu pulsieren, was bedeutete, dass sie keinen Sauerstoff mehr in sein Gehirn pumpte. Binnen einer Minute würde das Kind in seinem eigenen Geburtskanal ersticken.

Ich schob meine Hand in Emmy hinein und drückte von oben auf den Kopf des Babys. Sein Kinn streifte meine Fingerspitzen und ich griff zu.

»Emmy, press!«

»Kann nich.«

»Und ob, Baby. Du musst jetzt pressen. Jetzt!«

Aber sie war kurz vor der Ohnmacht. Ich wusste nicht, ob sie mich überhaupt hören konnte.

»Emmaline!«

»Dr. May, ich kann’s nich.«

»Du musst aber. Bitte, einmal noch. Fertig?«

Sie war heiser. Sie konnte nicht mehr schreien, deshalb keuchte sie, keuchte und knurrte und presste. Als sie presste, zog ich. Der Gesang der Frauen erreichte seinen Höhepunkt und löste sich in Schweigen auf, just als der kleine Junge in Unmengen von Blut und Flüssigkeit herausgeschwemmt wurde.

Er war zierlich und grau, bedeckt mit Geburtsüberbleibseln, zäh wie Schleim. Mein Gott, wie wunderbar! , dachte ich. Wie wunderbar lebendig und gesund.

Erst als ich ihn umdrehte, um Nase und Mund zu säubern, entdeckte ich das Glückshäubchen. Ein dünnes Gewebe, wie durchsichtige Haut, überzog sein Gesicht. Ich hatte davon gehört, wusste, was es bedeutete, aber ich hatte nie zuvor gesehen, wie ein Kind damit zur Welt kam. Der Junge war also nicht nur wunderbar schön und kräftig, sondern war auch in der Lage, mit geschlossenem Auge zu sehen. Vorsichtig entfernte ich das Glückshäubchen und legte es beiseite, verknotete dann die Nabelschnur und durchtrennte sie.

Er schnappte dreimal nach Luft und öffnete seine Augen.

»Du hast es geschafft, Emmy«, flüsterte ich.

»Ich will’s sehn.« Sie drehte den Kopf dorthin, woher das Wimmern des Babys kam, und ich hielt es ihr näher hin, damit sie sich nicht so sehr krümmen musste. Emmy musterte ihr neugeborenes Kind sorgfältig, machte jedoch keine Anstalten, es in die Arme zu nehmen. Sie starrte es nur an und versuchte, so schien es, Teile davon wiederzuerkennen oder sich zu erinnern, woher sie es kannte.

Ich hatte eine Schüssel mit warmem Wasser auf einem Hocker bei der Tür vorbereitet. Wir gingen rüber zu dem Wasser, um zu baden, dieses Kind und ich. Als der Junge sauber war, wickelte ich ihn in eine Decke und legte ihn in ein Körbchen am Boden. Ich holte weiteres Wasser für Emmy, half ihr auf die Beine und reinigte sie, wusch sie zärtlich ab, mehr wie das Kind, das sie gewesen, als wie die Mutter, die sie geworden war. Dann streifte ich ihr ein frisches Baumwollnachthemd über den Kopf und drehte die Matratze um, mit der trockenen Seite nach oben, damit sie und ihr Sohn ausruhen konnten. Das Mädchen kletterte in das Bett und streckte jetzt, das erste Mal, die Hände nach dem Baby aus.

»Wie heißt er denn?«, fragte ich, als ich ihn in ihre Armbeuge bettete.

»Was würden Sie sagen?«

»Nun«, antwortete ich langsam, »für mich sieht er aus wie ein David. Oder vielleicht ein Michael.«

»Michael. Das is, was meine Mamsie auch gesagt hat. Wenn’s ein Junge wird, dann Michael. Und Michael Anthony? Wie finden Sie das?«

Sie sprach den Namen aus wie Ant’ny, sodass es einen Moment dauerte, bis ich verstand, was sie meinte. Als ich dann kapierte, sagte ich: »Ja, das ist ein schöner Name. Der Name eines wirklich starken Mannes.«

Emmys Gesicht strahlte, als ich das sagte, und ich wusste, dass ich das Richtige gesagt hatte.

Der Junge suchte bereits nach ihrer Brust. Als er sie durch das Nachthemd hindurch nicht finden konnte, fing er das erste Mal an zu weinen.

»Was’n los, Junge? So’n kleines Ding und so’n großes Geschrei?«

Sie nahm Baby Michael in den Arm und ergab sich und ihren ausgelaugten Kinderkörper seinem suchenden Drängen. So einfach fanden sie zusammen. Diese beiden, Mutter und Sohn, wurden auf so natürliche Weise in einer Liebe verknüpft, so natürlich und instinktiv, wie er seinen ersten Atemzug getan hatte.

Meine Kehle schnürte sich zusammen, als ich die beiden so sah, und mein Mund füllte sich mit einem sauren Geschmack, von dem ich wusste, dass es Sehnsucht war. Sehnsucht nach der Vergangenheit. Sehnsucht danach, die Fülle, Schwere und Reichhaltigkeit meiner eigenen Fährte zu spüren, wie Wurzeln und Spuren, die eingebettet sind ins Erdreich. Das war, was ich dringend brauchte, aber nie besitzen würde.

Ein Teil von mir wollte nicht glauben, dass das immer noch so weh tat, nach so vielen Jahren. Diesen uralten, unauslöschlichen Kummer sollte es immer noch geben? Das konnte nicht sein. Ich musste doch die Kraft aufbringen können, einen Schmerz abzuwehren und zu vergessen, der so alt war, dass er schon bröckelte. Bloß wie? Besonders, wenn er sich teilen, weggleiten und abtropfen konnte, wie Wasser aus einer geöffneten Hand. Das Beste, was ich machen konnte, war, mich zu entfernen und die Traurigkeit jemand anderem zu überlassen. Ich gab sie an ein anderes Mädchen weiter, an eine, die viel jünger war als ich und dumm genug, nichts zu bemerken.

Ich ging zu dem kleinen Fenster und sah hinaus, runter auf die Straße hinter dem Gebäude. Im Zickzack hingen Wäscheleinen voller Westen und Röcke und Leintücher zwischen den hölzernen Fensterbrettern. Wäschestücke flatterten im Dunkeln, vom Wind umhergewirbelt, als ob sich bereits Leute darin befänden. Im Morgengrauen würde man die Kleider dann hereinholen, flachpressen und zusammenlegen; dann würden die Frauen zur Arbeit gehen.

Ich gab mir Mühe, Emmys Augen nicht zu begegnen, als ich meine Aufmerksamkeit wieder auf den Raum richtete und mich an meine Arbeit machte. Auch wenn ich nicht saubermachen musste, wollte ich es doch tun. Es schien mir meine Aufgabe zu sein, dieses Kind mit dem zweiten Gesicht in angemessener Weise zu präsentieren. Gleichzeitig wollte ich mich selbst ablenken von dem Gefühl der Enge, das in meinen Brustkasten gekrochen war und sich dort festgesetzt hatte.

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