Kuwana Haulsey - Der Engel von Harlem

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May Chinn träumt davon, Pianistin zu werden. Aber in den 1920er Jahren ist es unmöglich, sich als Farbige in New York zu behaupten. Als ihr ein rassistischer Professor sagt, dass sie keine Chance auf eine große Karriere hat, studiert sie Medizin. Auch hier wird sie mit heftigem Widerstand konfrontiert – und doch gelingt es ihr, die erste schwarze Ärztin New Yorks zu werden.
Kuwana Haulsey hat dem faszinierenden Leben der Ärztin May Edward Chinn (1896 – 1980) ein poetisches Denkmal gesetzt – ein Leben des leidenschaftlichen Kampfes für die Ärmsten der Armen in Harlem. Immer wieder setzte sie ihr eigenes Leben aufs Spiel, um andere zu retten, führte Operationen auf Küchentischen durch und kämpfte darum, junge Mädchen vor einem Leben auf der Straße zu bewahren. Die Tochter eines noch als Sklave geborenen Mannes war in der «Harlem Renaissance» aktiv, einer von politischen Unruhen und künstlerischen Aufbegehren geprägten schwarzen Bewegung im New York um 1920, die sich für die Rechte der Farbigen einsetzte. May Chinn war Mitglied der Akademie der Wissenschaften sowie eine anerkannte Pionierin im Bereich der Krebsforschung.

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Mein Vater war ein Sklave gewesen, sein Vater wiederum ein Herr. Welcher Herr, wusste er nie, aber auf jeden Fall ein Herr. Diese Frage, diese Ungewissheit, hatte ihn sein ganzes Leben hindurch verfolgt. Er hatte immer geglaubt, sein Vater sei Master Benjamin, aber Grandma Susan wollte es ihm einfach nicht sagen, solange er ein Kind war. Die Frage nach seiner Abstammung wurde voll und ganz als etwas angesehen, das nur Erwachsene zu interessieren hat – und deshalb nicht ihn.

»Schu, kleiner Puh, lass mich in Ruh«, sang Grandma Susan und schob ihn weg mit ihrem Besen oder jagte ihn mit einem frischen Küchenhandtuch zur Tür hinaus.

»Aber Ma’am …«

»Kind, ich weiß, du hast nicht vor, mir mit dieser Fragerei auf die Nerven zu gehen, stimmt’s? Nicht heute. Und jetzt geh raus und kümmere dich nicht um Erwachsenen-Dinge

Und damit hatte es sich dann. Als er schließlich alt genug war, um die Wahrheit zu erfahren, war er schon viele Jahre alleine und auf sich selbst gestellt – Grandma Susan war längst gestorben. Bis heute glaube ich, dass Vaters Unklarheit über diese Sache der wahre Grund dafür war, dass er nie herrschen konnte, ohne zu kontrollieren, nie kontrollieren konnte, ohne zum Tyrann zu werden, und nie erkennen konnte, dass es weise ist, das loszulassen, was einem ohnehin nie gehört hat.

Er war so stolz und einnehmend, dass weiße Leute William Chinn oft auch für einen Weißen hielten. Andere Neger hingegen machten diesen Fehler nie. Seine Körperhaltung und sein übertrieben würdevolles Auftreten verrieten ihn als einen der ihren, auch wenn das seine Hautfarbe nicht tat. Aber so sehr er sich auch bemühte – Vergebung für sein früheres Leben konnte er nie finden, ebenso wenig wie einen passenden, schmerzfreien Platz in der Gegenwart. Die Erwartungen, die er nie erfüllen konnte, ketteten ihn an seine Vergangenheit, weil die Vergangenheit das Einzige war, was er sich vorzuwerfen hatte.

Als Kind habe ich diese Dinge natürlich nicht verstanden. Ich wusste nicht, was für Gefühle das waren oder wie ich sie benennen sollte. Aber immer wenn ich spürte, dass die Traurigkeit ihn überfiel und sich dick an seine Füße klebte wie Schlamm, dann kroch ich hinter Mutters alten, dickbauchigen Ofen und weinte.

Als ich dann älter war, versuchte ich seine Launen zu ignorieren, genauso wie er geschworen hatte, mich für den Rest meines Lebens zu ignorieren, als er erfuhr, dass ich ihn entehren wollte, indem ich zur Uni ging. Als Mama ihm erzählte, dass ich mich entschieden hätte, Medizin zu studieren, war er aus dem Haus gerannt und drei Monate lang weggeblieben. Als er dann wieder daheim war, flehte er meine Mutter an, diesen Unsinn zu beenden. Wenn es wirklich richtig wäre, dass eine farbige Frau Ärztin wird, so argumentierte er, warum hat man dann nicht schon längst von irgendjemand anders hier in der Stadt gehört, von einer anderen Ärztin? Weil irgendjemand anders das nicht machen konnte, erklärte sie ihm. Diese Tätigkeit hätte auf mich gewartet.

Papa strafte mich mit Missachtung. Wieder einmal. Ungeachtet der Tatsache, dass wir in derselben Wohnung wohnten, weigerte er sich, auch nur ein Wort mit mir zu sprechen. Er beschwerte sich über mich bei meiner Mutter, durch den Luftschacht hindurch bei unseren Nachbarn oder einfach in den Himmel hinein, wobei der Tenor seiner Klage war, dass ein krähender Hahn und ein gackernde Henne nie und nimmer zusammenpassen! Um es auf den Punkt zu bringen, so sagte er, gab es genau zwei Dinge, an die er einfach nicht glauben wollte: an den lieben Gott und an Ärzte. Und jetzt sah er sich mit einer Tochter konfrontiert, die meinte, beides zu sein. Mama fuhr bei solchen Anlässen einfach fort, ihren Samtstoff zu nähen, einen Kochtopf auszuwaschen oder das Klavier abzustauben. Ich las weiterhin still meine Anatomiebücher. Für gewöhnlich schlich er sich dann zur Tür hinaus, mit nichts in der Tasche als dem, was eine Flasche kostete.

Fast zehn Jahre lang war ich Luft für meinen Vater. Dann, eines Nachts, vor acht Jahren, ging es fast mit ihm zu Ende. Inmitten dieses ersten, dieses Beinahe-Todes fiel er hin und sagte das Wort, das eine Wort, das dafür sorgte, dass alles andere in meinem Leben anfing, einen Sinn zu ergeben.

Ich taumelte frühmorgens heim, zu einer Zeit, in der man den Sonnenaufgang riechen kann, lange bevor man ihn sieht. Der leichte Grasgeruch der Dämmerung drang vom Fluss her, als ich die Straßenbahnschienen auf der Lenox Avenue überquerte und in die 138. Straße einbog. So unmöglich das auch scheinen mag, aber von meiner Wohnung war es nicht mehr als ein Fußmarsch von zwei Blocks zum Harlem General Hospital, wo ich arbeitete. Meine Waden spannten und entspannten sich krampfartig, wie ein Herzschlag, und ich stolperte über den Randstein, sodass ich beinahe den Laternenpfahl an der Ecke angerempelt hätte. Atemlos murmelte ich einen Song vor mich hin, irgendetwas, um mich abzulenken von dem Feuer, das in meinem Rücken brannte, weil ich das Gewicht eines erwachsenen Mannes stemmen und herumhieven musste.

Epiphanias! Licht vom Lichte, welches strahlte, noch bevor die Welt entstand. Komm näher und erleuchte die Herzen aller Menschen . Zugschwellen und Schraubnägel hatten nicht nur mein langes, weißes Kleid zerfetzt, sondern auch die Haut meiner Knie darunter. Mein Gesicht war voll mit schwarzem, schmierigem Fett. Aber in mir stieg ein Gefühl von Unermesslichkeit, von Freiheit auf, etwas, das stärker war als meine Müdigkeit, so stark, dass ich es heraussingen musste.

Ich hatte in dieser Nacht jemanden gerettet. Und obwohl ich mich kaum bewegen konnte, obwohl niemand davon erfahren würde, tanzte Freude durch meine Finger und Zehenspitzen. Ich wusste es. Das reichte.

Mondlicht schimmerte durch die Äste der Ahornbäume. Es glitt wie über Spiegel entlang der Fenster der fünfzig Jahre alten Sandsteingebäude und der heruntergekommen Mietshäuser, die sich auf beiden Straßenseiten aneinanderreihten. Ich war die einzige Person auf den Beinen, doch ich wusste, dass die Straße sich binnen zwanzig, dreißig Minuten biegen und dehnen und für den Tag lebendig werden würde. Horden von Menschen würden zur Avenue schwärmen, beinahe Schulter an Schulter zusammengedrängt, im Gewimmel einer schwarzbraunen Welle. Ich lächelte bei dem Gedanken, dass ich dann schon warm und faul im Bett schlummern würde.

Ich ging mit halbgeschlossenen Augen und setzte meine Schritte aus der Erinnerung, hob das Bein vor Nr. 165, um den Eichenwurzeln auszuweichen, die eine Delle im Gehsteig machten, vor Nr. 167 dann links um die Mülltonne der Wilsons herum. Das Bündel vor unseren Eingangsstufen sah ich nicht, bis ich darüber stolperte. Ich war mitten in Gedanken, so flogen meine Füße unter mir weg, und landete unsanft auf der Betontreppe. Der Schatten am Boden krümmte sich zusammen und versuchte, mit einer Hand seinen Kopf zu schützen. Er stöhnte. Als ich den kratzigen Atem hörte, wusste ich Bescheid. Ich musste ihn nicht umdrehen oder seinen Namen rufen. Ich wusste Bescheid. Scham durchschnitt meinen Körper, kühl und glatt und hell wie die Morgensonne.

Papa lag am Boden, auf der Seite zusammengerollt, er roch alt und streng, stank nach billigem Schnaps. Er hatte sich selbst angekotzt. Auch das konnte ich riechen. Die Gerüche drangen herüber zu mir, und mein eigener Atem begann, bitter zu werden.

Schau, Papa,

»Schau«, sage ich, »schau, das Pferd.« Das Pferd stürmt aus dem Stall und an uns vorbei über den Rasen. Über seine grauen Nüstern ziehen sich Streifen von Spucke und Schaum. Die anderen Männer gehen in Deckung, während das kleine blonde Mädchen im Sattel versucht, nicht herunterzufallen, schreit, weint und an der Mähne des Pferdes zieht, anstatt die Zügel zu nehmen .

Papa springt von unserer Decke auf, fasst, als es wieder vorbeikommt, das Pferd beim Hals und schafft es irgendwie, sich auf seinen Rücken zu schwingen. Das Pferd wiehert und scheut, und das Mädchen rutscht ab. Doch bevor es unter die Hufe gerät, ist Papas Arm da und fängt es auf. Ein erleichterter Aufschrei ertönt aus der Menge. Er hält das Mädchen am seidenen Stoff seines kleinen blauen Kleides, bis er das Pferd beruhigt hat .

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