Hans Bibelriether - Natur Natur sein lassen

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Wie der Wald zur Wildnis wurde
"Wilde Natur" wächst heute wie selbstverständlich in 16 deutschen Nationalparken. Der 1970 gegründete Nationalpark Bayerischer Wald war dafür die Basis. Der erste Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Dr. Hans Bibelriether, schildert in spannenden Geschichten, wie es zu seiner Zeit in den ersten 30 Jahren des Nationalparks dazu kam, dass sich «Wildnis» in deutschen Wäldern entwickeln konnte, wie nicht nur «Kulturerbe», sondern auch «Naturerbe» heute hierzulande schutzwürdig geworden ist.
Ohne die richtigen Persönlichkeiten zur rechten Zeit, Minister, Abgeordnete, Bürgermeister, Professoren, Journalisten, Biologen und Forstleute wäre es nicht zum heutigen wilden Naturwald im Bayerischen Wald gekommen. Der Bayerische Wald ohne Nationalpark – nicht mehr vorstellbar.

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Schälschäden durch Rotwild aus den Jahren 1969 bis 1971 Foto Hans - фото 10

Schälschäden durch Rotwild aus den Jahren 1969 bis 1971.

(Foto: Hans Bibelriether)

Mitarbeiter des Nationalparkamtes versuchten in den Anfangsjahren auf - фото 11

Mitarbeiter des Nationalparkamtes versuchten in den Anfangsjahren, auf Drückjagden Rot- und Rehwild-bestände zu reduzieren.

(Foto: Hans Bibelriether)

Verantwortungsbewusste Forstleute, wie der damalige Chef der Bayerischen Staatsforstverwaltung Max Woelfle, versuchten, die Schalenwildbestände im Staatswald bayernweit zu reduzieren. Aber gegen den „Bayerischen Landesjagdverband“ hatte er damals keine Chance! 1968 wurde er auf der Titelseite der „Münchner Abendzeitung“ unterlegt mit einem schwarzen Kreuz als „Eichmann der Jagd“ bezeichnet. Die Jäger betrieben einen werbewirksamen Bambi-Kult und es gelang ihnen, einer gutgläubigen Öffentlichkeit „Tierliebe“ und „Wildhege“ als Hauptmotivation für ihr jagdliches Treiben zu verkaufen. 1972 brachte es Horst Stern auf den Punkt: „Es wurde viel zu oft versucht, den Wald gesund zu beten, statt gesund zu schießen.“

„Bemerkungen über den Rothirsch“

Georg Sperber und mir war klar: Wenn die Entwicklung eines naturnahen Waldes im Nationalpark auch nur eine geringe Chance haben sollte, mussten die Hirsch- und Rehbestände drastisch reduziert werden. Wir wollten einen Wildschadenspfad anlegen, auf dem zu sehen war, welche Auswirkungen der Verbiss und das Schälen auf die Waldentwicklung hat. Dies wurde uns im Juli 1971 von Ministerialdirektor Haagen untersagt. Trotzdem führten wir interessierte Besucher, darunter auch Journalisten, in solche beschädigten Waldbestände. Einer der ersten war im April 1970 Georg Kleemann von der „Stuttgarter Zeitung“. Er war mit Horst Stern befreundet, der damals mit seiner Filmserie „Sterns Stunde“ ein Millionenpublikum faszinierte, und erzählte ihm von den Wildschäden. Am 19. Dezember 1970 kam Horst Stern erstmals in den Bayerischen Wald. Georg Sperber zeigte ihm Reste der urwaldartigen Bergmischwälder und die von den Hirschen verursachten Totalschäden nicht nur an den jungen Waldbäumen, sondern auch an anderen Pflanzen. Am Abend verabschiedete Horst Stern sich von uns mit den Worten: „Ihr seid die komischsten Beamten, die mir je begegnet sind.“

Nach seinem Besuch im Bayerischen Wald begann er mit den Dreharbeiten für den Film „Bemerkungen über den Rothirsch“. Der an Heiligabend 1971 ausgestrahlte Beitrag schlug ein wie eine Bombe. Viele der Filmszenen wurden im Nationalpark aufgenommen. Der Film war der Anfang vom Ende des bis dahin offen zur Schau getragenen Herrschaftsanspruchs der Jäger am deutschen Wald. Noch in derselben Nacht erhielt Horst Stern telefonisch Morddrohungen. Massive öffentliche Auseinandersetzungen zwischen Jagdfunktionären und Forstleuten, denen es um einen gesunden Wald ging, zogen sich monatelang hin. Am 12. April 1972 wurde der Film im Agrarausschuss des Bundestages in Bonn gezeigt und dort diskutiert. Aber noch immer versuchten Jagdverbandsfunktionäre die Herrschaft im Wald zu behalten. Im Bayerischen Landtag verlangten Abgeordnete der CSU – 30 Prozent der Abgeordneten waren damals Jäger – die disziplinarische Abstrafung der am Film beteiligten Nationalparkbeamten, die Bayerns Ansehen mit Füßen getreten hätten. Minister Eisenmann stellte sich schützend vor uns und verbot auf unseren Vorschlag hin jegliche Art von Trophäenjagd im Nationalpark. Mit der Beendigung des Abschusses von Hirschen und Rehböcken als Trophäenträger wurde die „Jagd“ im Nationalpark in eine „Wildstandsregulierung“ umgewandelt, die weltweit in vielen Nationalparken bei einzelnen Großtierarten notwendig ist, weil deren natürliche Regulierung nicht mehr erfolgt.

Ohne Horst Stern wäre das Problem der zu hohen Rot und Rehwildbestände in den - фото 12

Ohne Horst Stern wäre das Problem der zu hohen Rot- und Rehwildbestände in den 70er Jahren nicht gelöst worden.

Wintergatter als Kompromiss

Das Rotwild findet im Sommer in den Bergwäldern genügend Nahrung, im Winter nicht. Deshalb wanderte es früher aus dem Gebirge in die Tallagen, aus dem Bayerischen Wald hinaus in die Niederungen im Donauraum. Im Bayerischen Wald wurde das Rotwild durch die Fütterungen dazu gebracht, im Staatswald zu überwintern. Zäune und Fütterungen konnten aber die tief verschneiten Waldbestände nicht ausreichend schützen. So entwickelte man in Österreich die Idee der Wintergatter, um die Schäden am Wald zu reduzieren. Im Herbst werden die Tiere zu den Fütterungen in die Gatter gelockt und den Winter über mit Grassilage, Rüben und Heu gefüttert. Erst im Mai, wenn die Vegetation im Wald zu treiben beginnt, werden die Gatter geöffnet und die Hirsche wieder in die Freiheit entlassen.

Diese Lösung gefiel uns und mit Minister Eisenmanns Zustimmung wurden die ersten Wintergatter in Deutschland gebaut. Drei Stück von je ca. 30 Hektar Größe wurden im Nationalpark eingerichtet. Dafür verschwanden die 25 offenen Fütterungen. Das erste Wintergatter wurde bereits 1970 gebaut. Revierförster Lothar Hopfner setzte die Waldarbeiter seines Reviers dafür ein. Es wurde zusätzlich eine Beobachtungshütte errichtet und zwei Jahre später durch eine Fanganlage für Forschungszwecke ergänzt. Wintergatter während der kalten Jahreszeit sind ein Kompromiss zugunsten hoher Rotwildbestände und nur ein zweitrangiger Ersatz für die fehlenden Winterlebensräume, die in unserem dicht besiedelten Land praktisch nicht mehr existieren.

Postkarte adressiert an Bernhard Grzimek 1970 Um die Rotwildbestände - фото 13

Postkarte, adressiert an Bernhard Grzimek, 1970.

Um die Rotwildbestände zahlenmäßig in Grenzen zu halten, reichte im geschlossenen Waldgebiet die herkömmliche Einzeljagd nicht aus. Deshalb war es sinnvoll, schwaches oder krankes Wild in den Wintergattern einzufangen und zu töten, ohne die anderen Tiere zu beunruhigen. Minister Eisenmann stimmte dieser Regelung im Dezember 1971 zu. Der Landesjagdverband versuchte mit allen Mitteln, dieses „unwaidmännische Treiben“ zu verhindern. Jagdverbandspräsident Seubert drohte, die Wintergatter aufzuschneiden. Ein hoher Funktionär des Jagdverbandes drohte mir einmal vor Zeugen, er könne nicht mehr für meine persönliche Sicherheit garantieren. In der Rechtsverordnung über den Nationalpark Bayerischer Wald vom 21. Juli 1992 wurde dann 20 Jahre später festgelegt, dass der Rotwildbestand in den Wintergattern reguliert werden kann. Ein vom Landesjagdverband beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gestellter Normenkontrollantrag, die Nationalparkverordnung für nichtig zu erklären, wurde vom Verwaltungsgerichtshof am 5. März 1996 abgelehnt.

Weil der Rotwildbestand in den Wintergattern reguliert wurde, konnte das Rotwild vom Frühjahr bis zum Herbst im Nationalpark ungestört leben. Die ständige Beunruhigung durch die monatelange Trophäenjagd war damit beendet. Schälschäden waren nicht mehr zu beobachten und große Teile der natürlichen Verjüngung – nicht nur der Weißtanne, sondern auch von Bergahorn und anderen Laubbaumarten – wuchsen wieder unverbissen auf. Auch Blumen wie etwa Weidenröschen und Hasenlattich siedelten sich wieder außerhalb von Zäunen an.

Dazu trug auch ganz entscheidend mit bei, dass die Rehwildfütterung im Nationalpark eingestellt wurde und den Rehen im Winter nichts anderes übrig blieb, als sich ihr Futter außerhalb des Nationalparks zu suchen. Die öffentliche Auseinandersetzung über den Umgang mit Rot- und Rehwild im Nationalpark und das Bekanntwerden der unvorstellbaren Schäden im gesamten Staatswald in Bayern führten unter Minister Eisenmann dazu, dass erstmals in einem Waldgesetz in Deutschland der Satz „Wald vor Wild“ festgeschrieben wurde.

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