Christoph Ruf - Kurven-Rebellen

Здесь есть возможность читать онлайн «Christoph Ruf - Kurven-Rebellen» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Kurven-Rebellen: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Kurven-Rebellen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Für viele Politiker und Medien ist die Sache klar: Ultras sind notorische Störenfriede, gewaltbereit, dialogunfähig, zuweilen auch rechtsextrem. Aber treffen diese Etiketten zu? Christoph Ruf wollte es genauer wissen und hat das Gespräch mit ihnen gesucht. Bei seinen monatelangen Recherchen war der Karlsruher Journalist bei ihren Veranstaltungen, bei Gruppentreffen, Auswärtsfahrten und im Fanblock. Er traf dabei auf Fußballfans, die wissen, dass sie an manch negativer Schlagzeile selbst schuld sind, die sich aber dennoch zu Unrecht stigmatisiert fühlen. Und das aus gutem Grund: Ohne ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Kreativität würde in kaum einem Stadion die stimmungsvolle Atmosphäre herrschen, für die der deutsche Fußball derzeit gerühmt wird. Zwar schaden manche Ultragruppen mit ihrer Gewaltfaszination und ihren unreflektierten Feindbildern der ganzen Bewegung. Doch deren Zerfall wäre fatal: Wo die Ultras auf dem Rückzug sind, haben in vielen Kurven Neonazis und Nachwuchs-Hooligans das Sagen übernommen. Schon heute.

Kurven-Rebellen — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Kurven-Rebellen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Wenn man Christian Mössner von Ultras Nürnberg mit dieser Feststellung konfrontiert, schaut man in ein Gesicht, das neben Genugtuung auch ein wenig Trotz verrät. Mössner spricht von „Medienhetze“ und betont, dass sein Selbstwertgefühl nicht von einer Schlagzeile abhänge. „Auch dann nicht, wenn die ausnahmsweise mal positiv ausfällt.“

Immer wieder fragt sich Mössner allerdings, warum das Negativimage der Ultras auch politisch konnotiert ist, warum so viele Menschen davon ausgehen, dass in den deutschen Fankurven der Rechtsradikalismus fröhliche Urstände feiert. „Eines steht mal fest“, sagt Mössner, „wenn bei uns in der Kurve ein antisemitischer Spruch zu hören ist, wird das auf dem kürzesten Dienstweg unterbunden.“ Was Mössner von der Nürnberger Fanszene berichtet, lässt sich durchaus verallgemeinern. Seit die Ultra-Szene etwa Mitte der neunziger Jahre zur dominanten Jugendkultur in den Stadien wurde, sind rechte Slogans in den allermeisten Stadien tabu. Es ist heute weitgehend undenkbar, dass irgendwo in der ersten oder zweiten Liga rassistische Gesänge erschallen. Ein Verdienst von Leuten wie Mössner und Simon. Ob sich beide kennen, ist nicht überliefert, aber beide würden bei einem persönlichen Treffen in den meisten Punkten einer Meinung sein. Sie würden dennoch kein Bier miteinander trinken – auch darin wären sie sich einig. Schließlich ist der eine Nürnberger Ultra – und der andere Münchner.

HORIDOS FÜRTH

STRESS MIT DER NACHBARSCHAFT

Fürth ist ein nettes Städtchen. Die Stadt mit ihren verwinkelten Gässchen und schönen Altstadtfassaden, nett. Auch Fürths Fußballverein ist, wie könnte es anders sein, nett. Es gibt hier selbstgebackenen Kuchen im Presseraum und auf allen vier Tribünenseiten fast nur friedliche Menschen, die das Spiel nicht gerade euphorisch, aber mit Sympathie verfolgen. Von „15.000 netten Fürthern“ wird allerdings auch Cheftrainer Frank Kramer nach dem Heimspiel gegen Hannover sarkastisch sprechen, als er sich über die Fehlentscheidungen des Referees aufregt. Nette Fürther sind nicht so gut darin, den Schiedsrichter unter Druck zu setzen wie 80.000 Dortmunder oder 65.000 Schalker, meint Kramer, dem nicht als Einzigem aufgefallen ist, dass sein Verein in seiner Bundesligasaison doch ziemlich oft benachteiligt wurde. Das Wort „nett“ ist vergiftet, man verbindet nur vordergründig etwas Positives damit. Und assoziiert: „harmlos“, „naiv“, vielleicht sogar „Opfer“.

Auch Fürths Ultras sind ungeheuer nett. Und das ist nun wirklich ein Problem. Denn Ultras wollen vieles sein, aber garantiert nicht „nett“. Journalisten bemerken immer wieder den gleichen Reflex. Lobt man einem Ultra gegenüber das Verhalten seiner Gruppe und vergleicht es mit dem einer anderen, betont er mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit, dass auch seine Gruppe schlimme Dinge tue und er selbstredend nicht das Recht habe, das Verhalten anderer Gruppen zu bewerten.

Bei der Fürther Ultra-Gruppe „Horidos“ ist das ähnlich. Dass sie in den zurückliegenden 18 Monaten schon dreimal – mutmaßlich von Anhängern des benachbarten 1. FC Nürnberg – überfallen und ausgeraubt wurden, bestreiten sie dann aber nicht. Trotzdem haben sie nicht die geringste Lust auf Racheakte. Die würden wohl auch nicht viel bringen. Die Nürnberger Ultras, die ihnen den Krieg erklärt haben, sind einfach hoffnungslos überlegen. Zahlenmäßig und physisch. Weshalb man sich fragen könnte, warum sich so viele Nürnberger ausgerechnet an den „kleinen“ Fürthern abreagieren müssen, zumal die Nürnberger ja schon eine anstrengende Feindschaft mit den Ultras des FC Bayern unterhalten, die von beiden Seiten liebevoll gepflegt wird. Man kann mit einem 17-jährigen Nürnberger Ultra sprechen oder mit einem 67-jährigen Clubberer im „Bahnhof Dutzendteich“, wo sich nach dem Spiel die traditionelleren Die-hard-Fans treffen. Es ist, wie es ist: Viele FCN-Fans bekommen Schaum vor den Mund, wenn sie auch nur auf den grün-weißen Verein aus der Nachbarstadt angesprochen werden. Rivalität? Das Verhältnis zwischen Fürth und Nürnberg ist dann doch eher eine echte Feindschaft.

Das mag überraschend sein, schließlich stehen sich im Gegensatz zu den Rivalen Schalke/Dortmund, HSV/St. Pauli oder 1860/Bayern hier nicht zwei große, über Jahrzehnte gewachsene Fanszenen gegenüber, sondern die große des FCN und eine sehr junge, zahlenmäßig sehr überschaubare Anhängerschaft der Fürther, die nach einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf (in den Achtzigern spielte das Kleeblatt dritt- oder viertklassig) ab der Jahrtausendwende mit der Etablierung des Kleeblatts in der zweiten Liga allmählich heranwuchs. Doch die gegenseitige Abneigung, die schon in den zwanziger Jahren entstand, als beide Vereine den deutschen Fußball dominierten, scheint zwei Generationen überdauert zu haben und heute die 20-Jährigen auf beiden Seiten anzutreiben.

Allerdings geht die Gewalt in diesem Fall fast ausschließlich von einer Seite aus. Immer und immer wieder. Und in einer Vehemenz, dass bundesweit Ultras den Kopf schütteln. Dass Fürth und Nürnberg so nah beieinanderliegen, dass sie nur durch eine U-Bahn-Station mit dem programmatischen Namen „Stadtgrenze“ getrennt sind, hat deutliche Nachteile für die Fürther Szene: Es kommt vor, dass nachts an Fürther Wohnungstüren geklingelt wird, hinter denen keiner aufmachen will.

Doch beschränken wir uns auf die offiziell registrierten Vorfälle. Im Dezember 2011 gewann der damalige Zweitligist Greuther Fürth das Pokal-Achtelfinale in Nürnberg. Nürnberger Ultras versuchten unmittelbar nach dem Schlusspfiff, über den Stadioninnenraum die Gästekurve zu stürmen. Die Polizei, die an allen möglichen Orten postiert war, nur nicht dort, wo Menschen, die schon einmal in einem Stadion waren, die Einsatzkräfte hinbeordert hätten, kam dann irgendwann auch an den Ort des Geschehens und verhinderte Schlimmeres. Zehn Monate später ging es nicht so glimpflich ab.

Im Oktober 2012 fand eine Autorenlesung in den Räumlichkeiten der Sportfreunde Ronhof e.V. statt, einem etwa 750 Mitglieder zählenden Zusammenschluss oft älterer und noch öfter alternativ denkender Fürther Fans. Das Vereinsheim der „Sportfreunde“ wird allerdings auch von den Fürther Ultras genutzt. Was den Überfall Nürnberger Ultras erklären dürfte, die versuchten, in die Räume zu gelangen und sich mit den Fürthern ein Handgemenge lieferten. Die Sportfreunde Ronhof sprachen in einer Stellungnahme von einer „blinden, sinnfreien Aktion“ und einem „Tabubruch“. Zwei-teres stimmte schon deshalb, weil es sich eben um einen Überfall auf eine Einrichtung handelte, in der sich offenbar Dutzende Menschen befanden, die nichts mit der Ultra-Szene zu tun hatten. Wer bei Verstand ist, hätte die Aktion allerdings wohl auch ansonsten sinnfrei gefunden.

Wenige Monate darauf wurden die Fürther Fans erneut überfallen. Auf dem Rasthof Steigerwald, auf dem etwa 200 Fürther Anhänger nach dem Sieg in Schalke eine Pause einlegten, stürmten plötzlich Vermummte auf die Busse zu. Die Fürther flohen in die Fahrzeuge, an denen ein Sachschaden von 40.000 Euro entstand. Man darf davon ausgehen, dass auch in der Nürnberger Fanszene eine übergroße Mehrheit kein Verständnis für solche Aktionen hat. Bei den klassischen Fanklubs sowieso nicht, aber auch nicht in der Ultra-Szene. Offiziell äußern will sich dazu allerdings niemand.

So viel zur doch schon ziemlich ausführlichen Vorgeschichte der Ereignisse vom April 2013, die bundesweit für Aufsehen sorgten. Und das weniger bei der kritischen Öffentlichkeit als in der Ultra-Szene selbst. Schließlich bedeutete diese Aktion der Nürnberger Ultras in mehrerlei Hinsicht einen Bruch mit vielen „Regeln“, die die meisten Gruppen als für sich verbindlich begreifen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Kurven-Rebellen»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Kurven-Rebellen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Kurven-Rebellen»

Обсуждение, отзывы о книге «Kurven-Rebellen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x