Christoph Ruf - Kurven-Rebellen

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Für viele Politiker und Medien ist die Sache klar: Ultras sind notorische Störenfriede, gewaltbereit, dialogunfähig, zuweilen auch rechtsextrem. Aber treffen diese Etiketten zu? Christoph Ruf wollte es genauer wissen und hat das Gespräch mit ihnen gesucht. Bei seinen monatelangen Recherchen war der Karlsruher Journalist bei ihren Veranstaltungen, bei Gruppentreffen, Auswärtsfahrten und im Fanblock. Er traf dabei auf Fußballfans, die wissen, dass sie an manch negativer Schlagzeile selbst schuld sind, die sich aber dennoch zu Unrecht stigmatisiert fühlen. Und das aus gutem Grund: Ohne ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Kreativität würde in kaum einem Stadion die stimmungsvolle Atmosphäre herrschen, für die der deutsche Fußball derzeit gerühmt wird. Zwar schaden manche Ultragruppen mit ihrer Gewaltfaszination und ihren unreflektierten Feindbildern der ganzen Bewegung. Doch deren Zerfall wäre fatal: Wo die Ultras auf dem Rückzug sind, haben in vielen Kurven Neonazis und Nachwuchs-Hooligans das Sagen übernommen. Schon heute.

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Die Ultra-Szene begreift sich als Subkultur und verhält sich dementsprechend. Man mag die Geheimnistuerei und die Abschottungsrituale merkwürdig finden. Und wenn man älter als 25 ist, findet man sie geradezu zwangsläufig merkwürdig – auch weil sich der Stellenwert des Fußballs in ihrem Leben für die meisten Menschen mit zunehmendem Alter eher relativiert. Bei den Ultras gibt es nichts zu relativieren: Der Fußball ist ihnen im Zweifelsfall wichtiger als Beruf, Ausbildung oder Privatleben. Wer einen x-beliebigen Ultra fragt, ob er noch Freunde außerhalb der Fußball-Zusammenhänge habe, erntet recht oft ein betretenes Kopfschütteln. Wer fragt, ob schon mal eine Beziehung zerbrochen sei, weil die Partnerin die Prioritätensetzung eines Ultras nicht immer nachvollziehen konnte, erntet oft die Gegenfrage: „EINE Beziehung?“

All das mag befremden. Wenn man sich allerdings daran erinnert, wie man selbst als Jugendlicher war, erscheint der Ultra-Lifestyle mit einem Mal gar nicht mehr so fremd. Oder wäre es einem selbst wichtig gewesen, die Elterngeneration immer und überall über das eigene Tun zu unterrichten? Um Verständnis zu betteln, die Akzeptanz der Spießer, vielleicht auch nur die der rot-grünen Sozialpädagogen, Lehrer und Journalisten zu erlangen? Eben.

Heute ist „Ultra“ nicht nur nach Einschätzung des Leiters der Koordinierungsstelle der Fanprojekte, Michael Gabriel, die „attraktivste jugendliche Subkultur, die es in Deutschland gibt“, mindestens 25.000 gibt es bundesweit, deren Engagement selbst von ihren größten Kritikern nicht bestritten wird.

Auch der eigentlich ausgesprochen demokratische Ansatz, sich bei dem, was einen angeht, einzumischen, stößt bei vielen traditionellen Fans und bei den Offiziellen auf Skepsis. Kein Wunder: Für die Vereinsbosse waren sowohl die Kuttenfans als auch die Hools vergleichsweise unkomplizierte Zeitgenossen. Sie stellten keine unbequemen Forderungen. Und wenn die Fanschal-Fraktion doch mal unzufrieden war, schickte man eben mal einen Spieler zur Autogrammstunde in die Vorstadt. Und schon war wieder Ruhe. Seit die Ultras das Kommando in den Fankurven übernommen haben, ist es vorbei mit der Ruhe. Das muss man nicht negativ finden.

SCHICKERIA MÜNCHEN

DAS BESTE AM FC BAYERN

Man kennt das Lamento älterer Herrschaften um die 40: Die Jugend von heute ist langweilig, angepasst und unselbstständig. Es gibt keine alternativen Jugendlichen mehr, nur noch Deppen, die den Superstar suchen. Keine kritischen jungen Leute mehr?

Hier sind sie doch. Mitten in München haben sich die Ultras von der „Schickeria“ getroffen. Passenderweise im Café Marat, einem typischen autonomen Jugendzentrum, in dem auch 40- oder gar 50-Jährigen das Herz aufgeht. Vielleicht liegt es daran, dass auch so viele langgediente Fansozialarbeiter gekommen sind, Volker Goll und Michael Gabriel beispielsweise, oder Günther Krause, der langjährige Leiter des Münchner Fanprojekts. Zum Thema „Die italienischen Ultras und der Rechtsradikalismus – ein Gesprächsabend“ ist ein kompetentes Podium geladen, darunter der Publizist Andrej Reisin, Jonas Gabler und Kai Tippmann, der Experte schlechthin, wenn es um italienische Fanthemen geht.

Schon nachmittags haben sich die ersten Ultras hier getroffen, haben Bruschette belegt, Pasta und Risotto vorbereitet und Stühle zusammengeschoben. Der „italienische Abend“ will vorbereitet sein. Simon, der in zwei Stunden einen der Referenten am Bahnhof abholen muss, nimmt sich dennoch die Zeit, um seine Gedanken über die deutsche Ultra-Szene darzulegen. „Die Leute, die Ultra Anfang der Neunziger aus Italien importiert haben, haben nur an der Oberfläche gekratzt“, findet er. „Die haben nur die Folklore übernommen, die Pyrotechnik, die Art des Supports, die Doppelstockhalter, ohne zu verstehen, was dahinter abläuft.“ Nicht ohne Stolz schiebt er nach, dass es Münchner Allesfahrer gewesen seien, die damals Elemente von Ultra nach Deutschland gebracht haben. „Zu der Zeit war München Vorreiter.“

Simon, ein Mann um die 30, ist seit Kindheit Bayern-Fan, schon als kleiner Junge war er fasziniert von „der Kurve“. Und er weiß, dass er damit als Bayern-Fan in der Allianz Arena ein Problem hat. Seine Ultra-Gruppe, die Schickeria, hat sich im Laufe der Jahre bundesweit gehörigen Respekt erarbeitet. Zum einen, weil sie wie kaum eine zweite mit Widerständen aus dem Verein und der eigenen Fanszene leben muss. Zum anderen, weil die Schickeria viele Debatten angestoßen und vorangetrieben hat, die später auch andere Szenen beeinflusst haben. Auch in anderen Szenen urteilt man über die Schickeria so wie Simon, der meint: „Wir könnten eine krasse Gruppe sein, wenn uns nicht ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen würden.“

Doch die Knüppel werden immer mehr. Da dem Verein offenbar jeder Fan lieber ist als einer, der sich als Ultra versteht, kann die Schickeria nur einen Teil ihrer Anhänger auch ins Stadion mitnehmen. Im eigenen Stadion werden sie als kleine eifrige Randgruppe wahrgenommen, die im Meer all jener Leute unterzugehen droht, die allenfalls dann aufspringen und klatschen, wenn ein Tor fällt oder irgendein Sponsor Klatschpappen verteilt hat, diese lärmende Menschheitsgeißel für Leute, die schon so lange ihre Samstagabende mit Carmen Nebel und Markus Lanz verbringen, dass sie rhythmisches Klatschen auf Kommando für die pure Lebensfreude halten.

Simon sagt, er könne das alles ausblenden, die Konsumfans, die Stille im Stadion, die Deppenmusik, wenn ein Tor gefallen ist. Überhaupt will er sich nicht allzu kritisch über die anderen Fans äußern. Zu viele von denen denken sowieso, dass die Ultras mit ihrem politischen Ansatz und ihrem Dauer-Support nicht so recht zur sonstigen Fanszene passen. Und die Offiziellen haben in den letzten Jahren vieles dafür getan, um den schlichten Gegensatz „gute Fans / böse Ultras“ immer wieder neu zu betonen. Wer sich kritisch zur Vereinspolitik äußert, ist schon mal per se Ultra. Selbst wenn er tatsächlich vom „Club Nr. 12“ stammt und mit Ultra nicht allzu viel zu tun hat.

„Ich glaube, wir tun gut daran, selbstkritisch zu sein und unsere eigene Kommunikation zu verbessern“, sagt Simon. „Wir vermitteln unseren Jungen schon das Bewusstsein, dass jeder im Stadion seine Daseinsberechtigung hat, dass wir nur dann Respekt einfordern können, wenn wir ihnen Respekt entgegenbringen.“ Wenige Monate später, im August 2013, wird die Gruppe das auch in einem offenen Brief an die anderen Bayern-Fans offiziell dokumentieren. „Man könnte sich viel Ärger untereinander ersparen, wenn man sich gegenseitig mit mehr Respekt begegnen und mehr miteinander reden würde. Einen Schuh, den auch wir uns anziehen müssen. Wir haben definitiv auch selber Fehler gemacht, ob als Gruppe oder auch, was das Verhalten einzelner Mitglieder von uns betrifft. Es ist allerdings genauso wenig akzeptabel, wie man sich zum Teil uns gegenüber verhalten hat. Respekt ist keine Einbahnstraße. Respekt beinhaltet die Erkenntnis, dass es ganz verschiedene Formen gibt, Fan des FC Bayern zu sein. Alle haben ihre Berechtigung. Die jungen Fans aus der Südkurve, Ultras, Fanklub-Mitglieder, Jahreskartenbesitzer, Gegengeraden- und Haupttribünen-Besucher. Unser gemeinsamer Nenner ist Bayern München.“ Ausführlich erklären die Ultras zudem ihr Selbstverständnis, entkräften manches Vorurteil und werben für einen Dialog in der Fanszene. Die Spaltung Ultras/Fans, die in München viele schon verinnerlicht zu haben scheinen, nütze letztlich nur den Verbänden und Vereinen, finden sie bei der Schickeria. Egal, ob denen nun ein Fußball ohne Ultras vorschwebt – oder einer mit gezähmten Ultras. Doch so weit wird es nicht kommen, da weiß sich die Schickeria mit den allermeisten anderen deutschen Ultra-Gruppen einig. Gezähmte Ultras, die sich aufs Jubeln und Choreografie-Malen beschränken, wären Tanzbären in einem Zirkus, den sie ablehnen.

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