Tomàs de Torres - Der Narrenturm

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"Der Ablieferungstermin ist in einer Woche!" Miguel Hermano traten die Schweißperlen auf die Stirn. Dabei sollte er diesmal gar keinen kompletten SM-Roman abliefern, sondern nur das allererste Kapitel. Allerdings war der Auftraggeber kein Verlag, sondern der Entführer seiner Frau María. Wenn er sie lebend wiedersehen wolle, müsse er – Woche für Woche ein Kapitel – einen Roman mit dem Titel «Der Narrenturm» schreiben, einen SM-Roman über die schaurig-schönen, mit allerlei Zwangsjacken, Fesseln und Gittern ausgestatteten Irrenhäuser vergangener Jahrhunderte.
Hermano macht sich umgehend an die Arbeit – an die literarische und an die fieberhafte Recherche nach dem Entführer. Bald schon stellt sich heraus, dass der Entführer selbst einen alten Narrenturm besitzt – und es stellen sich neue Fragen: Welche Rolle spielt María wirklich? Ist alles nur inszeniert und vorgetäuscht? Zu welchem Zweck? Mehr und mehr verwischen sich die Grenzen zwischen Roman und Realität, und für Miguel Hermano beginnt ein Tanz auf dem Vulkan …
Ungekürzte Ausgabe; (die Papierback-Ausgabe ist gekürzt)

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Vidal waren solche und ähnliche Methoden durchaus nicht unbekannt. Wenn man Bücher über die Geschichte der Psychiatrie las, kam man nicht umhin, sich zu fragen, ob die Irrenärzte jener Zeit nicht selbst samt und sonders ein Haufen Irrer gewesen waren. Hinzu kam, dass die damaligen Ansichten über »Wahnsinn« vom heutigen Standpunkt aus gesehen oftmals ziemlich verwunderlich waren. Vidal erinnerte sich, erst vor kurzem gelesen zu haben, dass im Jahre 1850 der deutsche Psychiater Groddeck seinen Doktorhut mit der Dissertation »Über die demokratische Krankheit, eine neue Wahnsinnsform« erhalten hatte. Und auch heute noch waren die Standpunkte seiner Kollegen darüber, was als »Wahnsinn« einzustufen sei, ebenso konträr wie ihre Ansichten über die richtige Behandlung. Ganz davon abgesehen, dass das Thema »Politische Psychiatrie« auch im dritten Jahrtausend noch in vielen Ländern eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte.

»Ja, Don Anselmo war schon ein bemerkenswerter Mann«, nahm Dr. Delgado den Faden wieder auf. »Leider hatte ich bei der Übergabe vor zwei Jahren nur kurz die Gelegenheit, mich mit ihm zu unterhalten.«

»Ist er tot?«

»Nein, nein, nicht dass ich wüsste. Man sagt, er habe sich ins Privatleben zurückgezogen, und wenn Sie mich fragen: Das hat er mehr als verdient! So, nun aber genug geschwatzt! Ich möchte Sie dem Personal vorstellen, das heißt, den paar Leuten, die heute noch im Dienst sind. Danach gehen wir zu den Patienten.«

Das verbliebene Personal bestand – von Ana Simón abgesehen, die eine Art Mädchen für alles war – aus zwei Krankenschwestern und einem Pfleger namens Gomez, der eine bärenhafte Statur und einen völlig haarlosen Schädel besaß, aber etwas tumb wirkte und kein Wort sagte. Dr. Vidal konnte sich gut vorstellen, dass renitente Patienten für Gomez kein großes Problem darstellten. Solche Leute wurden eben auch heute noch in einer derartigen Institution benötigt.

Patienten gab es insgesamt zwölf, acht Frauen und vier Männer. »Wir haben hier keine gewalttätigen Fälle«, erläuterte Dr. Delgado, während er mit Vidal durch den Korridor zum kleinen Seitenflügel der Klinik schritt, wo die Kranken untergebracht waren. Unterwegs passierten sie eine dicke Metalltür, die der Arzt mit einer an seinem Schlüsselbund befestigten Chipkarte öffnete. »Trotzdem wird Sicherheit natürlich großgeschrieben. Es wäre mehr als peinlich, wenn einer unserer Patienten plötzlich unten im Dorf aufkreuzen würde. Und es hätte natürlich auch ernste Konsequenzen für mich persönlich. Also: Jeder, der hier arbeitet, hat eine Mischung aus Arzt und Gefängniswärter zu sein, wobei wir natürlich niemals vergessen dürfen, dass wir es mit Kranken und nicht etwa mit Straftätern zu tun haben!«

Die Patienten waren in Dreibettzimmern untergebracht. Die meisten lagen mehr oder weniger desinteressiert in ihren Betten, einige schliefen, ein Mann schlürfte lautstark einen Kaffee und stierte dabei vor sich hin, ohne von dem Besuch Notiz zu nehmen. Die Klinik war vor nicht allzu langer Zeit renoviert worden, und das Inventar war neu und zweckorientiert.

»Unsere Patienten bilden einen guten Querschnitt all jener Krankheitsbilder, die man in jedem psychiatrischen Lehrbuch nachlesen kann: Schizophrenien, Epilepsien, arteriosklerotische Veränderungen, endogene und exogene Depressionen, neurotische Störungen und natürlich geistige Retardierungen verschiedenen Grades.«

Die Frauenabteilung war ein Spiegelbild derjenigen für die Männer, mit dem Unterschied, dass sie doppelt so gut belegt war. Eine alte Frau kämmte einer Zimmergenossin sorgfältig, wenn auch etwas tapsig, das lange Haar. Vidal fiel eine junge Frau auf, fast noch ein Mädchen, die mit offenen Augen reglos in ihrem Bett lag. Die Decke war etwas verrutscht, und so konnte er sehen, dass sie eine Windel trug.

»Ist das wirklich nötig?«, fragte er überrascht.

Dr. Delgado nickte bedauernd. »Sie ist völlig apathisch und zu keinerlei – wirklich keinerlei – Aktivität zu bewegen. Die einzige, die sie jemals aus ihrer Lethargie reißen konnte, war eine andere Patientin, eine ehemalige Zimmergenossin von ihr. Aber sie wurde in eine andere Klinik verlegt, so etwa um die Zeit, als ich hier meine Arbeit aufnahm. Seither ist sie in diesem Zustand, und alle Versuche, sie zu einer auch noch so geringen Aktivität zu motivieren, sind fehlgeschlagen.«

Der Rundgang näherte sich seinem Ende. Die meisten der Patienten, fand Dr. Vidal, waren ruhig, oftmals sogar apathisch: »Unauffällig« nannte man das in den Krankenakten. Ihre Gesichtszüge und Gestik wirkten erstarrt, beinahe wie eingefroren. Die Sprache derjenigen, mit denen er sich unterhielt, war monoton. Sie erinnerten Vidal an lebensgroße Puppen, die an unsichtbaren Fäden hingen und von einem ebenso unsichtbaren Spieler gelenkt wurden. Und doch verbarg sich hinter jedem einzelnen dieser Menschen ein oftmals schlimmes Schicksal, das ihn dorthin gebracht hatte, wo er sich heute befand.

Schließlich setzten sich Dr. Delgado und der neue Assistenzarzt im Büro des Leiters bei einem Kaffee zusammen, um weitere Details der Zusammenarbeit zu erörtern. Darüber verging die Zeit sehr schnell, und als Vidal die Klinik verließ, war es gerade sieben Uhr geworden. Er war sich darüber im klaren, dass die Arbeit für ihn nicht leicht sein würde. Es war eine Sache, Medizin zu studieren und eine gute Doktorarbeit zu schreiben, und eine andere, täglich mit dem Elend und oft genug auch mit dem Tod konfrontiert zu werden. Aber er hatte sich nun einmal für diesen Beruf entschieden und war entschlossen, sein Bestes zu geben.

Er hatte sich noch nicht weit von der Klinik entfernt, als er rechter Hand über den Bäumen die Spitze eines runden Turms aufragen sah. Auf der Herfahrt hatte er ihn nicht bemerkt. Unwillkürlich nahm er den Fuß vom Gaspedal. Alte Burgen hatten ihn schon immer interessiert, und Spanien war praktisch voll davon – schließlich war fast jeder Teil des Landes während der insgesamt fast acht Jahrhunderte währenden maurischen Besatzung irgendwann einmal Kampfgebiet oder Grenze gewesen.

Als er einen kleinen Waldweg entdeckte, der rechts abzweigte, bog er ohne zu zögern ab. Nach wenigen Dutzend Metern machte der Weg eine Biegung nach links und verlief dann parallel zur Straße. Nach weiteren 50 Metern wurde der Weg für einen PKW jedoch unpassierbar, so dass Dr. Vidal anhalten musste.

Er stieg aus. Die Straße war von hier aus nicht zu sehen; ein kleiner Hügel lag dazwischen. Ebenso wenig konnte er den Turm sehen, denn der Laubwald stand zu dicht, und von der Straße aus hatte er den Eindruck gewonnen, dass der Turm mindestens vier- oder fünfhundert Meter entfernt war.

Vidal überlegte kurz, dann entschloss er sich, den Turm zu Fuß zu suchen. Er hatte heute nichts mehr vor, und eine alte Burg in unmittelbarer Nähe seines neuen Arbeitsplatzes interessierte ihn brennend. Blieb nur die Frage der Richtung; zusätzlich zu den Bäumen behinderte eine Unzahl kleinerer Bodenwellen die Sicht und die Orientierung. Schließlich machte er sich achselzuckend auf den Weg; die ungefähre Richtung musste genügen. Auch wenn er nicht exakt auf den Turm zumarschierte, würde er ihm wohl nahe genug kommen, um ihn zu sehen.

Schon bald stellte er fest, dass es kein Spaziergang war. In dem mit vermodertem Laub bedeckten Boden sank er tief ein, und sein einziger Sonntagsanzug drohte unter zurückpeitschenden Ästen ernsthaften Schaden zu nehmen. Er war bereits drauf und dran umzukehren, als sich der Wald etwas lichtete. Er schritt schneller voran – und verlor im nächsten Moment den Boden unter den Füßen. Er stieß einen Schrei aus, warf die Arme hoch und versuchte sich instinktiv irgendwo festzuhalten, doch es ging alles viel zu schnell.

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