Markus Veith - Die erste Bahn

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Kai Trollmann verpasst die letzte U-Bahn. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als auf die erste Bahn des nächsten Morgens zu warten. Er bekommt Gesellschaft von Helen, einer älteren Frau.
"Ich bin deine Tochter. Ich komme aus der Zukunft. Und ich werde dich erschießen."
Durch eine fatale Wendung werden sie gezwungen, die Zeit bis zur Ankunft der Bahn gemeinsam zu verbringen: Kai und seine mögliche Zukunft. Helen und das vergangene Leben mit ihrem Vater. Und eine Gegenwart, die alles verändern könnte.

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„Ja doch!“

„Ganz sicher nicht!“

„Herrgott nochmal?! Was denn sonst?! Es gibt keinen Grund, mich zu erschießen! Ich habe Sie noch nie in meinem Leben gesehen!“

Und mit einem Male flaut der Sturm ab. Kais Echo hallt noch eine Sekunde lang nach. Dann verebbt der Klang.

„Das stimmt“, sagt Helen schließlich. Sie hält die Waffe gesenkt, aber noch mit beiden Händen vor sich. „Und dennoch kenne ich dich besser, als dich je irgendjemand kennen wird. Ich muss das hier tun.“

Kai fällt es immer noch schwer, diese surreale Situation zu erfassen. Ihm ist, als sei er auf einer Eisscholle erwacht, ohne zu wissen, wie er dort hingelangt ist. Und die Temperatur lässt erahnen, dass er zur Mittagszeit am Äquator entlangtreibt. „Ookaay“, dehnt er und macht eine beschwichtigende Geste, bückt sich, stellt die Flasche auf den Boden und richtet sich wieder auf. „Sie … kennen mich also?“

Helen nickt.

„Nun, das ehrt mich … womöglich. Aber – und glauben Sie mir bitte, dass es mir wirklich leidtut, Ihnen das gestehen zu müssen“, er formt die Hände zu einem Trichter: „Ich! Kenne! Sie! Aber! Nicht!“

Helen bleibt tatsächlich ruhig. Ihre Miene zeigt nur eine Art mitleidige Genervtheit. „Oh, bitte, erspare mir deinen theatralischen Sarkasmus.“

Kai ballt die Fäuste. „Verdammt nochmal!“, knurrt er verzweifelt. „Es liegt doch auf der Hand, dass diese Scheiße irgendein Irrtum ist. Eine Verwechslung. Ein verficktes Missverständnis. Weiß der Henker, für welchen Kai Trollmann Sie mich halten. Ich bin sicher nicht der einzige mit diesem Namen. Und wenn Sie mich mit diesem Ding da …“ Er stößt einen wütenden Schrei aus. „Scheiße! Am Ende bin ich versehentlich übern Jordan und ehe Sie sich versehen, sind Sie versehentlich lebenslang im Knast. Das sind mir zu viele Versehen, verstehen Sie? Und wenn Sie …“

„Du bist Kai Michael Trollmann“, unterbricht ihn Helen mit klarer Stimme. „Geboren am 29. September 1981, derzeit dreiundzwanzig Jahre alt. Deine Mutter starb, als du zehn warst. Danach entwickeltest du dich zum Problemkind. Während der Schulzeit fielst du etliche Male durch undiszipliniertes Verhalten auf. Aber immerhin: Mit neunzehn schafftest du dein Abitur. Wenngleich mit Ach und Krach. Obwohl jeder wusste, allen voran du selbst, dass du leicht mit Bravour hättest abschließen können. Ein Jahr lang lagst du untätig deinem Vater auf der Tasche. Dann zwang er dich, den Hintern hoch zu kriegen. Du hast ein Studium begonnen: Literaturwissenschaft. Nach drei Semestern hast du umgesattelt. Germanistik. Immerhin für vier Semester.“ Sie löst eine Hand von der Pistole, hält mit der anderen aber weiter den Lauf auf Kai gerichtet. „Lernen ist nichts für dich. Du willst den Kopf für deine Poesie frei haben , wie du sagst. Also nimmst du an Poetry-Slams teil. In der hiesigen Szene bist du eine Art Lokalmatador geworden. Du giltst als Talent. Dein alter Herr nennt deine Texte minderwertiges Geseiere . Er hat dich vor die Tür gesetzt. Seitdem schlägst du dich mit Gelegenheitsjobs durch: Parkplatzwächter, Einkaufswagenschieber, Sargträger. Du wohnst in einer billigen Reihenhauswohnung am Stadtrand. Unterm Dach. Mit schimmeligen Wänden, abschüssigem Boden und defekten Leitungen.“

Kai kann nur vermuten, wie dämlich er in diesem Moment dreinschaut. „Welches Arschloch hat Ihnen das alles erzählt?“

„Jemand, der mir oft genug unter die Nase gerieben hat, wie dankbar man sein müsse, wenn es einem gut gehe.“

Als ihn eine Ahnung überkommt, braust der junge Mann mit einem Wutschrei auf. Helen umgreift die Waffe wieder mit beiden Händen, aber Kai bemerkt es kaum. „Der Alte hat Ihnen das gesteckt. Er schickt Sie, stimmt’s?“, knurrt er durch gefletschte Zähne und rammt Helen den Zeigefinger entgegen. „Sagen Sie dem Knauser, er kann mich mal! Seine Vasallen, die mag er herumscheuchen und schikanieren, wie er will. Seine Büroaffen und Spediteure und was da alles um ihn herumkreucht. Ich schaffe es auch ohne ihn. Weiß er eigentlich, dass ich neulich für einen meiner Texte einen Literaturpreis erhalten habe?“

„Möglich.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Tut aber nichts zur Sache. Er missbilligt deinen Plan, vom Schreiben leben zu wollen. Du weißt das und fühlst dich dennoch als Sieger, dem sich nun natürlich alle Türen öffnen werden .“

Kai blinzelt verwirrt, da sie seine üblichen Worte parodiert. „Ja-a. Und das wird auch so sein!“, schnauzt er in einem mauligen Ton. „Was soll ich mich denn anstrengen, wenn …?“

„Der Erfolg doch zu dir kommt, ja, ja. – Ist Quatsch. Dein Preisgeld wird schneller verbraucht sein, als du Mietmahnung sagen kannst.“

„Oh ja“, nickt Kai wild, „Sie kommen von ihm. Das ist eindeutig sein Vokabular. Hockt wie Rumpelstilzchen auf seinem Vermögen und spart sich die Herztropfen. Minderwertigkeitsgefühle und schlechtes Gewissen seiner Mitmenschen trimmen: Ja, an solchen Schikanen geilt er sich auf.“

„Dein alter Herr hat hiermit nichts zu tun. Er stirbt in einem Jahr an Krebs. Die Diagnose kennt er längst.“

Erneut hält Kai inne. Ihm ist, als sei sein Hirn ins Straucheln geraten.

Sein Vater ist nicht wirklich alt. Er hat zwar irgendwas mit Blutdruck, zu hoch, zu niedrig, was auch immer, aber davon abgesehen ist er fit wie ein Turnschuh. Wieso sollte er …? „Moment.“ Kai verengt die Augen. „Das ist ja mal eine ganz neue Methode.“ Mit in die Seiten gestemmten Fäusten beginnt er auf und ab zu gehen. „Zieht der alte Fuchs jetzt ernsthaft die ‚Oh, ich werde nicht mehr lange leben‘ -Masche durch? Damit ich angekrochen komme und ihm das Händchen halte? Hält er mich für bescheuert? Sagen Sie dem Dreckskerl, er soll mir …!“

„Das kann ich ihm nicht sagen. Und du auch nicht. Du siehst ihn nie wieder.“

Kai stoppt seine zornigen Pendelgang. „Was?“

„Im nächsten Jahr bist du kaum hier. Du hast gehofft, der Staat würde dich übersehen. Aber ab Januar musst du in Flensburg antreten. – Blöde Sache.“ Es klingt, als bedaure sie diese Information tatsächlich. Sie hält die Pistole in Bauchhöhe, wirkt nahezu entspannt. Wie eine Kindergärtnerin, die einen Knaben beaufsichtigt, der gerade seine cholerischen fünf Minuten hat und seine Wut in die Bodenfliesen stampft. Aber nun steht der Junge wie vom Donner gerührt da, als habe sie ihm gerade erklärt, dass sie genau wisse, dass er heimlich pople und an sich herumspiele.

Da er nicht jeden Tag in seinen Briefkasten schaut, hat Kai den Einberufungsbescheid erst an diesem Sonntagvormittag dort gefunden. Und außer Holger, den er sofort anrief, um Dampf abzulassen, hat er niemandem von dem Wisch erzählt.

Diese Frau kann über seine Misere gar nichts wissen. Es sei denn … „Der Alte hat mich verpfiffen.“ Die Erkenntnis kommt mit einem gewaltigen Schub frischen Zornes. „Dem hab ich den Scheiß zu verdanken, oder?!“ Er verspürt das dringende Bedürfnis, irgendetwas zerstören zu wollen. Mit überschäumender Wut und bar jeglicher Vernunft tritt er gegen den eisernen Mülleimer neben der Bank. Es dröhnt metallisch und im Innern scheppert und knistert Unrat. Aber der Kübel ist so robust, wie man es von ihm erwartet. Der Schmerz lässt sich kurz Zeit, um Anlauf zu nehmen, dann knallt er Kai in die Zehen und explodiert. „Verficktnocheins!“ Mit verzerrtem Gesicht humpelt er umher und kann es nicht vermeiden, dass sich Tränen in seine Augen drücken. Er weiß genau, wäre Holger nun hier, er würde sich wiehernd am Boden wälzen.

Die Frau mit der Pistole bleibt ernst. Und als Schmerz, Zorn und Scham für einen winzigen Augenblick Kais Hirn aus dem Würgegriff entlassen, meint er in ihrem Blick etwas zu erkennen, was die Erinnerung an seinen Vater noch verstärkt.

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