Bernard Gotfryd - Anton der Taubenzüchter

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Anton der Taubenzüchter: краткое содержание, описание и аннотация

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Abwechselnd haarsträubend und hoffnungsvoll, beginnt diese Sammlung von achtzehn wahren Geschichten über das Leben während des Holocausts in der Beschaulichkeit von Ferien auf dem Lande in Polen. Der Krieg zeichnet sich drohend am Horizont ab, aber Bernard Gotfryds Großmutter muss sich mit den Enkeln um einen gestohlenen Tisch kümmern. Gleichzeitig zutiefst persönlich und verankert in der Weltgeschichte, zeichnen die Erzählungen Gotfryds ein Bild des Alltags der jüdischen Menschen in Polen während des zweiten Weltkriegs und der Nachwirkungen des Holocausts. Er beschreibt seine Arbeit als Fotograf im Ghetto, seine ersten Liebesbeziehungen und die schwierige Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern. Dabei vereinen seine Erzählungen häufig die Beschreibung der Ereignisse während der Kriegszeit und ihre Auswirkungen auf das Leben Gotfryds etliche Jahre später. Durch diese Zeitsprünge gelingt es Gotfryd, den Holocaust mit der Gegenwart in Verbindung zu setzen und so einerseits die heutige Relevanz einer Auseinandersetzung mit dem Krieg zu verdeutlichen und sich andererseits der Frage zu stellen, was es bedeutet, den Holocaust zu überleben.
Das Buch enthält ein Nachwort seines Sohnes Howard Gotfryd.

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Der Füllfederhalter

Ich habe in meinem Leben schon alle Arten von Geschichten gehört, ein paar bizarre, ein paar traurige, ein paar voll zufälliger Zusammentreffen. Aber diejenige, die ich jetzt erzählen will, ist, wenn schon weder bizarr noch traurig, so doch ganz und gar unglaublich. Eine Geschichte um einen Füllfederhalter, so wahr je eine Geschichte gewesen ist.

Als ich acht Jahre alt war, in den frühen dreißiger Jahren, kam eines Abends Herr Ginzburg, ein Kindheitsfreund meines Vaters und glühender Zionist, zu uns zu Besuch, um vor seiner Auswanderung nach Palästina Abschied zu nehmen. Herr Ginzburg war vielleicht Ende dreißig, mittelgroß und hatte volles, dunkles und lockiges Haar. Er trug eine goldgeränderte Brille, die ihn sehr distinguiert aussehen ließ. Er war in Straßenanzug mit Krawatte gekleidet, und über seinem Arm hing ein Regenschirm. Er sah immer aus, als ob er gleich an Bord eines Schiffes gehen werde.

Herr Ginzburg saß mit meinen Eltern am Esszimmertisch, trank Tee und aß Apfelkuchen – eine vielgerühmte Spezialität meiner Mutter – und erzählte uns alles über Palästina. Der Hauptgrund, nach Palästina zu gehen, so erinnere ich mich ihn sagen zu hören, sei, dass man beim Aufbau des Landes helfen müsse, denn es gebe dort viel zu tun, vor allem Sümpfe trockenzulegen und das Land urbar zu machen. Ich konnte mir Herrn Ginzburg nicht vorstellen, wie er Sümpfe trockenlegte, weil er wie ein Geschäftsmann aussah, nicht wie ein Arbeiter. Wie dem auch sei, er redete eine Menge darüber, wie wichtig es sei, das Land zu bestellen, und darüber, dass Palästina eines Tages ein jüdischer Staat werde. Wir lauschten alle angestrengt und wagten nicht, ihn zu unterbrechen. Als er zum Ende gekommen war, sah er meinen Vater an und sagte: „Und wann hast du vor, Polen zu verlassen, Henoch?“

„Wenn die Kinder mit ihrer Schulausbildung fertig sind,“ antwortete mein Vater. Und damit war das Thema erledigt.

Als wir vom Tisch aufstanden, griff Herr Ginzburg in seine Brusttasche und zog einen goldverzierten schwarzen Füllfederhalter hervor. Indem er ihn meinem Vater reichte, sagte er: „Dieser Füller ist ein Geschenk für dich, Henoch, damit du nicht vergisst, mir zu schreiben.“ Ich bemerkte den erstaunten Blick meines Vaters. Er griff rasch in die Westentasche und zog eine alte Münze heraus, eine Nachbildung zwar, aber sie war sein Talisman, der an einer kurzen Schlüsselkette hing. „Und dies ist etwas, das dich an mich erinnern soll,“ erwiderte mein Vater sehr aufgewühlt. Herr Ginzburg nahm die Münze und studierte sie eingehend von Nahem. Dann sagte er: „Eine römische Münze. Wie symbolträchtig. Danke dir, Henoch, danke dir.“ Niemand von uns hätte gedacht, dass Vater sich je von seiner römischen Münze trennen würde.

Sie schüttelten sich die Hände und küssten sich auf beide Wangen. Es war komisch, erwachsene Männer sich gegenseitig küssen zu sehen. Herr Ginzburg muss ein sehr emotionaler Mensch gewesen sein, denn ich sah Tränen in seinen Augen. Er küsste die Hand meiner Mutter, und ich hörte ihn auf Hebräisch sagen: „L‘Shana Haba‘ah B‘Yerushalayim – nächstes Jahr in Jerusalem,“ und dann war er fort.

Sobald Herr Ginzburg gegangen war, zeigte Vater uns den Füller. „Seht euch diesen Füller an“, sagte er, „mit dieser Goldverzierung, und seht hier: HG, die Initialen von mir, Henoch Gotfryd, die ja die gleichen wie seine sind, Herschel Ginzburg. Welch ein Zufall. Und welche Großzügigkeit! Das ist doch was, oder? Es muss ein teures Stück sein. Ich hätte ihn nicht annehmen dürfen, aber wie hätte ich ablehnen können? Schließlich sind wir alte Freunde.“ Mein Vater stand am Tisch, hielt den Füller und bestaunte ihn immer noch. Ich durfte ihn berühren, aber das war auch schon alles, weder Ausprobieren noch gar Auseinandernehmen waren erlaubt. Es fehle darin ja noch Tinte, stellte Vater fest, aber die werde er so bald wie möglich besorgen. Er deponierte den Füller in der Schublade, in der er seine Papiere, Rechnungen und Rezepte aufbewahrte, sowie auch ein paar ausländische Münzen, die er schon gesammelt hatte, als er noch ein Kind war. Er schloss die Schublade ab und nahm den Schlüssel an sich. Gewöhnlich war die Schublade unverschlossen, es sei denn, etwas Wertvolles wurde hineingelegt.

Nach einer Weile vergaß jeder in der Familie den Füllfederhalter, nur ich nicht. Ich spürte, dass an ihm etwas Magisches war. Die bloße Tatsache, Tinte hineinfüllen und ihn auseinander- und wieder zusammenbauen zu können, faszinierte mich. Man konnte ihn nicht mit meinem Schulfüller vergleichen, einem Federhalter aus rohem Holz mit am Ende befestigter Metallfeder, auch nicht einmal mit dem sehr verbesserten meines älteren Bruders. Keiner war mit dem meines Vaters zu vergleichen. Allein schon die Goldprägung ließ ihn wie ein Kunstwerk aussehen.

Gelegentlich sah ich Vater zwar Briefe schreiben, doch nie benutzte er den Füller, nicht ein einziges Mal. Er nahm immer seinen alten, der ständig seine Finger färbte, den tropfenden mit dem altmodischen Tintenbehälter. „Vater, warum nimmst du nicht den Füller?“ fragte ich ihn einmal. „Er ist das Geschenk eines Freundes, und ich möchte ihn schonen. Leicht könnte man ihn beschädigen,“ antwortete er.

Eines Tages kaufte Vater die Tinte. Er zog die Pumpe aus dem Inneren des Füllers heraus, reinigte sie mit Wasser und Seife, spülte sie mehrmals wieder aus, spritzte das blau verfärbte Wasser in den Ausguss und befüllte sie am Ende mit der frischen grünen Tinte. Ich beobachtete, wie er den kleinen Hebel drückte, um die Luft herauszusaugen, damit die Pumpe die Tinte aufnehmen konnte. Mich nahm allein schon der Vorgang als solcher gefangen, wenn ich auch feststellte, wie einfach das Ganze war. „Jetzt“, sagte Vater, „ist der Füller voll mit Tinte.“ Er schlug sein Notizbuch auf, setzte die Füllfeder feierlich aufs Papier und schrieb in einer raschen Bewegung seinen Namen. Ich konnte das Quietschen der Spitze auf dem weichen Papier hören. Es zog mir bis in die Zähne.

Plötzlich drehte sich Vater zu mir um und sagte: „Gefällt es dir, wie er schreibt?“ „Natürlich gefällt es mir“, antwortete ich mit einer Grimasse, „kann ich es probieren?“ „Na klar“, sagte Vater, „sei aber sehr behutsam.“ Ich schrieb meinen Namen mehrere Male neben seinen. „Großartig“, rief ich begeistert, „ich wünschte, ich hätte so einen Füller.“

Vater sah mich an und sagte: „Derjenige von euch Brüdern, der eines Tages vielleicht aufs Gymnasium* geht, wird ihn bekommen.“ Ich konnte mir nicht einmal vorstellen, wie viele Jahre das dauern würde. Ich war erst acht, und mein Bruder war schon fast vierzehn. Seine Chance, den Füller zu bekommen, war also viel größer als meine.

So wurde der Füller zum Gegenstand meiner Träume. Manchmal hielt ich auf meinem Nachhauseweg von der Schule am Schreibwarengeschäft an, um mir im Schaufenster Füller anzusehen, aber nie bekam ich einen wie den meines Vaters zu Gesicht. Als ich meinem Freund Saul vom Füller meines Vaters erzählte, hörte er zu, machte ein Gesicht wie immer, wenn ihm etwas nicht gefiel, und sagte: „Mein Vater besitzt auch einen, der ist ein Sammlerstück, und ich darf ihn soviel benutzen, wie ich will. Davon gibt es nur zehn auf der ganzen Welt.“

* Im amerikanischen Original bezeichnenderweise auf Deutsch erin-nerte Wörter und Passagen sind bei erstmaligem Erscheinen kursiv gesetzt (Anmerkung des Übersetzers).

Natürlich konnte ich damit nicht wetteifern, deshalb blieb ich stumm. Mir kamen jedoch Zweifel an Sauls Prahlerei. Ich hatte das Gefühl, er übertreibe etwas. Er besaß den Ruf, gewisse Dinge über die Maßen aufzublähen. Ich überlegte, wie ich meinen Vater womöglich überreden könnte, mir seinen Füller zum Gebrauch zu überlassen, damit ich mit Saul gleichzog. Ich beschloss, den richtigen Augenblick abzuwarten. Ich wartete und wartete, aber der richtige Moment kam nicht. Schließlich gab ich den ganzen Plan auf.

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