Bernard Gotfryd - Anton der Taubenzüchter

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Anton der Taubenzüchter: краткое содержание, описание и аннотация

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Abwechselnd haarsträubend und hoffnungsvoll, beginnt diese Sammlung von achtzehn wahren Geschichten über das Leben während des Holocausts in der Beschaulichkeit von Ferien auf dem Lande in Polen. Der Krieg zeichnet sich drohend am Horizont ab, aber Bernard Gotfryds Großmutter muss sich mit den Enkeln um einen gestohlenen Tisch kümmern. Gleichzeitig zutiefst persönlich und verankert in der Weltgeschichte, zeichnen die Erzählungen Gotfryds ein Bild des Alltags der jüdischen Menschen in Polen während des zweiten Weltkriegs und der Nachwirkungen des Holocausts. Er beschreibt seine Arbeit als Fotograf im Ghetto, seine ersten Liebesbeziehungen und die schwierige Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern. Dabei vereinen seine Erzählungen häufig die Beschreibung der Ereignisse während der Kriegszeit und ihre Auswirkungen auf das Leben Gotfryds etliche Jahre später. Durch diese Zeitsprünge gelingt es Gotfryd, den Holocaust mit der Gegenwart in Verbindung zu setzen und so einerseits die heutige Relevanz einer Auseinandersetzung mit dem Krieg zu verdeutlichen und sich andererseits der Frage zu stellen, was es bedeutet, den Holocaust zu überleben.
Das Buch enthält ein Nachwort seines Sohnes Howard Gotfryd.

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Kurz nach Kriegsende gelang es mir, nach Paris zu fahren. Onkel Herschel wusste nicht, dass ich kam, aber ich hatte mir seine Adresse zusammen mit den Adressen meiner übrigen Verwandten gemerkt. Sobald ich in Paris eintraf, ging ich zu ihm und klopfte an seine Tür. Ein stämmiger Mann mittleren Alters begrüßte mich, unrasiert, in einer schmutzigen Hose und einem zerrissenen Trainingshemd. Bevor ich Gelegenheit hatte, mich vorzustellen, sprach er.

„Wir müssen verwandt sein. Du siehst ja aus wie meine Schwester. Bist du etwa mein Neffe?“

„Ja, Onkel Herschel, ich bin dein Neffe,“ antwortete ich.

Er war sichtlich erschüttert. Seine Augen füllten sich mit Tränen, und wir umarmten uns; ich war sicher, dass er vom Tod meiner Eltern wusste. Obwohl er zu lächeln versuchte, ging von ihm eine seltsame Traurigkeit aus. Das kleine Appartement war nicht sehr sauber. Es sah aus, als wäre es monatelang nicht mehr geputzt worden, und die Luft roch ziemlich muffig. Es gab nicht die Spur der Anwesenheit einer Frau.

Ich erinnerte mich an die Geschichten, die meine Mutter immer ihren Freundinnen erzählte, über Onkel Herschels schöne Wohnung und das schicke Arrondissement, in dem er lebte. Das kleine Appartement jedoch befand sich im dritten Stock, ohne Aufzug, in einem alten, vernachlässigten Gebäude, das große Stellen aufwies, an denen der Putz fehlte. Die Nachbarschaft war überhaupt nicht schön. Das Haus stand mitten in einem Arbeiterviertel, das von Bettlern, Straßenhändlern und Prostituierten nur so wimmelte. Hier hallte es von ständigem Lärm wider, und man hörte die verschiedensten Sprachen.

Ich war versucht, Onkel Herschel nach Annette zu fragen, doch ich hatte nicht den Mut. Was, wenn ihr während des Kriegs etwas Furchtbares passiert war? Ich hoffte, er würde es mir selber sagen. Er saß mir gegenüber und berichtete ausgiebig, wie schrecklich er den Krieg gefunden habe, wie betroffen er unseretwegen und wie schwer es auch für ihn gewesen sei. Seiner Erzählung nach hatte er im französischen Untergrund gegen die Nazis gekämpft. Eines Tages aber sei er sehr krank geworden und habe sich auf einem Bauernhof verstecken müssen, bis der Krieg vorüber war. Es sei ein großes Risiko gewesen, medizinische Hilfe zu suchen, doch irgendwie habe er alles überstanden. Er betrachte es als ein Wunder, am Leben geblieben zu sein.

Plötzlich wurde mir klar, dass dieser Fremde und ich sehr wenig gemein hatten, außer der Tatsache, dass er der Bruder meiner Mutter war. Er glich nicht einmal dem Onkel, den ich von dem Bild her kannte. Das beleidigte meine Erinnerung. Wie konnte ich diesen Fremden ohne das schöne lächelnde Gesicht der Frau neben ihm bloß akzeptieren? Als in unserer Unterhaltung eine lange Pause entstand, fragte ich ihn spontan: „Wie geht es Tante Annette, und wo ist sie?“ Zuerst sah er mich entgeistert an; dann sagte er zu mir, indem er seine Augen – wie auf dem Hochzeitsbild – auf etwas weit Entferntes richtete: „Annette und ich wurden vor ein paar Jahren geschieden. Wir konnten miteinander nicht auskommen. Deiner Mutter wollte ich davon nicht schreiben – ich wollte ihr die Peinlichkeit und den Kummer ersparen.“

Ich war schockiert und bestürzt zugleich. „Heißt das, dass ich sie nie mehr wiedersehen werde?“ fragte ich ihn.

„Nein, überhaupt nicht,“ antwortete er. „Ich glaube, das lässt sich arrangieren. Wir sind gute Freunde, und wir treffen uns von Zeit zu Zeit. Aber warum willst du sie denn sehen?“ fragte er. Weil ich keinen besseren Grund hatte, berichtete ich ihm von meiner langen Schwärmerei für ihr Hochzeitsbild, wie sehr ich Annettes Lächeln mochte und wie glücklich ich war, sie zur Tante zu haben.

Onkel Herschel blickte mich ungläubig an. In seinem erstaunten Gesicht sah ich, dass er sich fühlte, als würde er Zeuge einer Auferstehung. Ich muss noch anfügen, dass auch er auf jenem Bild stattlich und elegant aussah, obschon er nicht lächelte. Doch sein Ausdruck war jetzt kaum anders – nur ein leichtes Anheben eines Mundwinkels zeigte sich.

Zwei Tage später rief mich Onkel Herschel im Haus meines anderen Onkels an, bei dem ich wohnte, und bat mich, ihn am Abend bei sich zu Hause aufzusuchen; wir drei würden zum Abendessen ausgehen. Ich war sehr aufgeregt und dachte den ganzen Tag an das Treffen. Da er und Annette geschieden waren, bat er mich, sie nicht „Tante“ zu nennen.

An dem erwähnten Abend ging ich zu Onkel Herschel, und wir nahmen zusammen die Metro, um zu Annette zu fahren. Er lobte meine Pünktlichkeit. Mein Onkel war immer noch ein stattlicher Mann: groß, aufrecht, mit leicht grauen Schläfen. Er trug einen zweireihigen dunklen Anzug mit einer sehr farbenfrohen Seidenkrawatte. Als wir ankamen, erwartete uns Annette schon. Ich wurde ihr vorgestellt; wir schüttelten uns die Hände, und sie gab nur ein Wort von sich: „Enchantée.“ Wir beschlossen, zum Restaurant zu Fuß zu gehen. In der ganzen Zeit, die wir bis dort brauchten, stellte sie mir nur eine Frage: „Wie gefällt dir Paris?“ Ich erwiderte: „Ich mag es sehr.“

Annette war kaum derselbe Mensch, an den ich mich von dem Hochzeitsbild erinnerte. Ihr Haar war anders, sie wurde schon grau, und ihr Gesicht bekam erste Falten. Sie war ein bisschen füllig, aber ihre Hände waren überraschend schmal, mit langen Fingern. Sie trug ein graues Sommerkostüm mit einem Seidenschal um den Hals, der ihr etwas Farbe gab. Sie hatte keinerlei Make-up aufgelegt, aber ich entdeckte den Duft eines angenehmen Parfums. Ich zog den Schluss, dass sich beide geschmackvoll kleideten, und irgendwie gefiel mir das.

Onkel Herschel führte uns in ein Restaurant mit jüdischer Küche. Als wir ankamen, war es recht voll, doch bald darauf fanden wir Platz in einer ruhigen Ecke. Ich saß Annette gegenüber, Onkel Herschel saß links von mir. Es sei sein Lieblingstisch, sagte er zu mir. Annette sah mich mit einem leichten Lächeln an und fragte mich frei heraus: „Warum wolltest du mich eigentlich wiedersehen – wenn es dir nichts ausmacht, mir das zu sagen?“

Ich wusste nicht, wo beginnen; ich hatte kaum erwartet, dass sie mich so etwas fragen würde. Tausend verschiedene Gedanken gingen mir durch den Sinn. Ich muss rot geworden sein; Annette bemerkte es, lächelte und wandte sich Onkel Herschel zu: „Dein Onkel erzählt mir, dass du dich immer noch von dem Hochzeitsbild her an uns erinnerst. Stimmt das? Erkennst du uns noch wieder? Sind wir noch dieselben Leute? Findest du, dass ich derselbe Mensch bin? Sag es mir, und sei ehrlich.“

„Ja“, sagte ich, „wenn du lächelst, bist du dieselbe.“ Meine Stimme zitterte, und ich war verlegen. Ich wollte sie nicht beleidigen, und ich war nicht sicher, es nicht doch getan zu haben. Mir wurde klar, dass ich nichts zu antworten wusste. Ich war nur ein Kind, das vom Lächeln einer Frau betört worden war und jetzt, elf Jahre später – mit der Realität konfrontiert –, zu kneifen versuchte. Ich fühlte mich schlecht. Die Realität wurde meiner Erinnerung nicht gerecht.

Sie begannen mir leid zu tun. Warum hatten sie sich scheiden lassen? Ohne darüber noch einmal nachzudenken, fragte ich: „Was hat es für einen Sinn, sich scheiden zu lassen? Ist es nicht einsam, ohne Gefährten – all diese Jahre?“ Sie waren verblüfft. Naturgemäß hatten sie von diesem jungen Mann nicht erwartet, dass er ihnen eine Predigt über Moral oder Unmoral einer Scheidung hielt, ganz zu schweigen davon, dass er ein Urteil über ihr Privatleben abgab. „Verzeiht mir“, sagte ich, „ich weiß, es ist nicht meine Angelegenheit, aber als ich euch so zusammen sah, da konnte ich nicht anders, weil ihr meine Verwandten seid und ich das Gefühl habe, euch fast mein ganzes Leben lang gekannt zu haben.“

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