Bernard Gotfryd - Anton der Taubenzüchter

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Abwechselnd haarsträubend und hoffnungsvoll, beginnt diese Sammlung von achtzehn wahren Geschichten über das Leben während des Holocausts in der Beschaulichkeit von Ferien auf dem Lande in Polen. Der Krieg zeichnet sich drohend am Horizont ab, aber Bernard Gotfryds Großmutter muss sich mit den Enkeln um einen gestohlenen Tisch kümmern. Gleichzeitig zutiefst persönlich und verankert in der Weltgeschichte, zeichnen die Erzählungen Gotfryds ein Bild des Alltags der jüdischen Menschen in Polen während des zweiten Weltkriegs und der Nachwirkungen des Holocausts. Er beschreibt seine Arbeit als Fotograf im Ghetto, seine ersten Liebesbeziehungen und die schwierige Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern. Dabei vereinen seine Erzählungen häufig die Beschreibung der Ereignisse während der Kriegszeit und ihre Auswirkungen auf das Leben Gotfryds etliche Jahre später. Durch diese Zeitsprünge gelingt es Gotfryd, den Holocaust mit der Gegenwart in Verbindung zu setzen und so einerseits die heutige Relevanz einer Auseinandersetzung mit dem Krieg zu verdeutlichen und sich andererseits der Frage zu stellen, was es bedeutet, den Holocaust zu überleben.
Das Buch enthält ein Nachwort seines Sohnes Howard Gotfryd.

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Die amtliche Befragung des Diebespaars begann: ihre Namen, die Namen ihrer Eltern, ihre Geburtsdaten, die Geburtsdaten ihrer Eltern. Ein Protokoll des Falles war zu schreiben. Das ertappte Paar wusste von nichts oder konnte sich einfach nicht erinnern. Unter Tränen fing die Frau an zu erzählen, dass sie noch nie in ihrem Leben einen anständigen Tisch besessen hätten. Unumwunden gab sie den Diebstahl zu. Ein paar Wochen zuvor, fügte sie an, habe ein Feuer fast ihre ganze Hütte und die meisten Sachen zerstört, die sie besaßen, auch das bisschen Kleidung.

Nachdem meine Großmutter die Geschichte der Frau gehört hatte, ging sie ins Haus und brachte einen Korb frisches Brot, Bauernkäse und einen Krug Milch heraus. Sie bot dem Paar das Essen an und drängte es zuzulangen. Sie mussten halb verhungert sein, so verschlangen sie es. Der Hüter des Gesetzes war überrascht, dass meine Großmutter die Gauner auch noch „fütterte“, aber er schritt nicht ein. Inzwischen war auch der Tisch wieder zusammengebaut und an seinen Platz gestellt. Ungeduldig wandte sich der Beamte an Großmutter und fragte sie, ob sie Schadensersatz fordere oder ob sie die ganze Episode vergessen wolle. Großmutter antwortete, sie finde, dass Gott das Paar mit dem Feuer und ihrer Armut genug gestraft habe. Wozu sie noch mehr bestrafen? Als die Frau dies hörte, ergriff sie Großmutters Hand, küsste diese und segnete Großmutter mehrfach. Unser „Freund und Helfer“ entschied, die Sache fallen zu lassen, ergänzte aber, er werde die Diebe zur Abnahme von Fingerabdrücken noch auf die Wache mitnehmen. Bevor sie abzogen, versprach meine Großmutter der Frau, dass sie Ende des Sommers den Tisch als Geschenk bekämen. Es war unglaublich. Wir dachten, sie mache Witze, aber sie meinte es wirklich so.

Das ganze Dorf sprach von dem Vorfall mit dem Tisch, bis wir es nicht mehr hören konnten. Der Sommer ging dem Ende entgegen, wir begannen zu packen, und am selben Tag, an dem wir abfahren sollten, tauchte das Paar mit einem Handwagen auf. Sie waren wegen des Tischs gekommen. In dem Wagen lag ein großer Strauß frisch gepflückter Blumen; der Mann trug ein lebendes Huhn unter dem Arm. Großmutter war sichtlich bewegt, und wir alle halfen, den Tisch auf den Wagen zu laden. Der Mann übergab Großmutter das Huhn; ich konnte ihn auf Polnisch im Dialekt dieser Gegend sagen hören: „Gott segne Sie, Frau Sarah, Sie sind ein Engel.“ Als der Mann und die Frau sich entfernten, rief ihnen meine Großmutter hinterher: „Mein Name ist gar nicht Sarah, ich heiße Elka, aber es macht nichts! Es ist nur ein Name, und ich vergebe euch auch dafür.“ Dann wandte sie sich zurück zur Hütte und sagte zu sich selbst, „die armen Leute.“ Ich war wirklich sauer, den Tisch und meine Schublade für immer los zu sein, doch jetzt hatten wir ein lebendiges Huhn, das wir nach Radom für zu Hause mitnahmen. Auf dem Weg in die Stadt mit Herrn Josephs Wagen saß Großmutter neben mir und streichelte dem Huhn den Kopf. Plötzlich schaute sie auf und fragte. „Wie soll ich das alles nur euren Eltern erklären, könnt ihr mir das mal sagen?“ Und sie brach in Gelächter aus.

Das Hochzeitsbild

Lebhaft erinnere ich mich an das Bild von Onkel Herschel und seiner Braut Annette.

Es war so groß wie eine Postkarte oder vielleicht ein bisschen größer, und es war sepiagetönt. Meine Mutter stellte es mit anderen Familienerbstücken und -artefakten in einer bleiverglasten Vitrine aus, die Teil einer massiven Walnuss-Schrankwand in unserm Esszimmer war. Es gab da auch eine „Spieluhr“, die nicht die Zeit anzeigte, aber Musik spielte. Ich kann heute noch die Melodie hören. Die Uhr und das Bild waren die zentralen Mysterien unseres Haushalts. Immer wenn ich das Hochzeitsbild studierte, hörte ich auch gern der Spieluhr zu. Ihre Melodie erinnerte mich an einen Hochzeitsmarsch, flott und fröhlich. Onkel Herschel sah aus, als wäre er noch in seinen Dreißigern – sanft, ernst, imposant. Seine Braut, Annette, eine Brünette mit einer schicken Frisur und einem süßen, weichen Lächeln, blickte freundlich; ich hatte das Gefühl, sie blicke direkt mich an, während Onkel Herschel seine Augen auf etwas weit Entferntes richtete. Ich hatte die Vorstellung, dass Annette Kinder mochte.

Mir wurde gesagt, dass sie in Paris lebten, in Frankreich, was für mich mit meinen neun Jahren am anderen Ende der Welt schien. Meine Mutter, die Onkel Herschels ältere Schwester war, versicherte mir immer, dass wir alle eines Tages auch nach Paris fahren würden, vielleicht für immer. Ich hielt das für eine gute Idee, und heimlich hoffte ich, wir würden es bald tun. Die meisten Verwandten meiner Mutter lebten im Ausland, außer ihrer jüngeren Schwester Dora, die aber kurz vor der Abreise nach Palästina stand. Tante Dora war jung und hübsch und vergaß nie, mir Süßigkeiten mitzubringen, wenn sie zu Besuch kam. Als Tante Dora abgereist war, tat mir meine Mutter leid. Bald folgte meine Großmutter, und damit waren all ihre nahen Verwandten weg. Die Angehörigen meines Vaters waren zwar noch da, einschließlich seiner Eltern, doch aus irgendeinem Grund – den mir niemand erklärt hatte – sprach er nicht mehr mit ihnen.´

Das Hochzeitsbild wurde mein Verbindungsglied zur Außenwelt. Ich konnte mir nach den Postkarten, die wir von Onkel Herschel regelmäßig erhielten, Paris ausmalen. Zwei davon wurden zu beiden Seiten des Hochzeitsbilds ausgestellt: Eine zeigte den Eiffelturm und die andere den Arc de Triomphe. Für mich waren jene zwei Wahrzeichen Weltwunder. Wenn meine Freunde zu Besuch kamen, zog ich immer die Uhr auf und gab mit den Postkarten und dem Hochzeitsbild an. Dann hielt ich ihnen einen kurzen Vortrag über meinen Onkel Herschel und seine Braut und über die Wahrzeichen von Paris, als wäre ich ein Experte.

In Wirklichkeit wusste ich nicht viel von meinem Onkel, doch das Bild legte nahe, dass er sehr bedeutend, wenn nicht sogar sehr reich war. Seine Briefe las ich nie, weil sie auf Jiddisch geschrieben waren und ich seine Handschrift nicht entziffern konnte. Dies gab meinen Phantasien Nahrung. Ich führte mit dem Bild imaginäre Gespräche, stellte ihm Fragen; manchmal sprachen Herschel und Annette mit mir. Das Hochzeitsbild wurde meine heilige Ikone.

Irgendwann in den dreißiger Jahren legte Tante Dora, kurz nach ihrer Palästina-Abreise, einem ihrer Briefe ein Bild bei. Sie war darauf mit dem Mann fotografiert, den sie heiraten wollte. Das Bild war kleiner als das von Onkel Herschel. In der Vitrine wurde es von den bleiernen Sprossen der Verglasung verdeckt. Auf dem Bild lächelte Tante Dora nicht; sie erschien sehr drall, und ihr Verlobter war zum Teil schon kahl. Wenn ich als Kind bei ihr zu Besuch gewesen war, hatte ich gelegentlich in ihrem Bett schlafen müssen. Sie hatte dann die Arme um mich gelegt und mich in die Fülle ihres Busens eingehüllt. Wie ich es hasste, am Morgen aufzustehen und meine Füße auf den kalten Fußboden zu setzen! Der bloße Gedanke, sie würde bei ihrem neuen Mann schlafen, bewirkte, dass ich ihn nicht leiden konnte.

Ein paar Jahre vergingen. Der Krieg brach aus, wir waren Besatzungsgebiet der Nazis, und es kam keine Post mehr. Eines Tages mussten wir unsere Wohnung räumen und in ein neu angelegtes Ghetto in einem anderen Teil der Stadt ziehen. Wir hatten die meisten unserer Möbel zurückzulassen, darunter die massive Schrankwand. In der Eile des Packens und der Suche nach einem neuen Platz zum Wohnen ließen wir auch die Bilder und die Spieluhr zurück. Dennoch gelang es mir, die Erinnerung an das Hochzeitsbild wachzuhalten. Als das Ghetto schließlich liquidiert und ich in die Lager geschickt wurde, musste ich in den traurigsten Momenten meiner Gefangenschaft immer an Onkel Herschels Bild und Annettes warmes Lächeln denken.

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