Dieter David Scholz - Wagners Antisemitismus

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Richard Wagner und die Juden – das Thema ist so umstritten wie belastet und von nicht nachlassender Aktualität. Es gehört zweifellos zu den schmerzlichsten Kapitel der deutschen Kulturgeschichte. Vor allem Wagners Aufsatz »Das Judentum in der Musik« von 1850, dessen Bedeutung weit über das Musikleben hinausgeht, hat eine verhängnisvolle und im vergangenen Jahrhundert todbringende Ideologie in ihrer Wirkungskraft verstärkt und zugespitzt. Denn der Antisemitismus war eine geradezu zentrale Obsession des genialen Musikers und Komponisten. Wer sich mit Wagner und dessen Antisemitismus auseinandersetzt, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

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Zelinskys Äußerungen haben allerdings Kreise gezogen und eine Reihe ähnlicher Publikationen provoziert. Publikationen, in denen schließlich, wie bei Heinz-Klaus Metzger und Reiner Riehn, ohne auch nur das leiseste Bemühen um Nachweisbarkeit behauptet wird: „von Wagners Wahnsystem führt zur systematischen deutschen Mörderherrschaft und ihrem grausigsten Ergebnis, der Ausrottung des europäischen Judentums, eine beweisbare Linie.“ 127

Dem hat sich auch Klaus Umbach angeschlossen, der 1982 bedenkenlos Ludwig Marcuse wie eine der Beweispflicht enthobene Autorität zitiert: „Das Dritte Reich hat keinen größeren Ahnen und keinen vollendeteren Repräsentanten seiner Ideologie als Wagner.“ 128Auch Rudolf Schottländer behauptete 1983: „Es hat wohl nie eine verhängnisvollere Mystifikation gegeben als diese des späten Wagner, denn sie inspirierte die Nationalsozialisten zu ihren Synthesen von Siegfried und Parsifal und, im Schlusseffekt, zu den Nürnberger Rassengesetzen, dem Anfang auf dem Wege der ‚Endlösung‘.“ 129Was einen Autor wie Berndt Wessling im selben Jahr auf die völlig absurde, historisches Unwissen verratende Idee brachte, zu behaupten: „Wagner hat den Antisemitismus und den Rassismus entdeckt.“ 130In Wesslings Anthologie völkischer und nationalsozialistischer Wagner-Texte (einer im Übrigen willkürlich und ohne jeden kritischen Kommentar zusammengestellten Sammlung, die auf der Zelinskys fußt) heißt es schließlich: „Wer sich erdreistet, zu sagen, es sei eine ‚kindische Meinung‘, den Wagnerismus für den Hitlerismus verantwortlich zu machen, Wagner also für den Nationalsozialismus, der geht an den Realitäten vorbei.“ 131Letzteres kann wohl eher vom Autor dieses Satzes behauptet werden. Doch Genaueres dazu im letzten Kapitel dieses Buches.

Auch Moshe Zuckermann geht an den historischen Realitäten und offenbar an Wagners Texten, durch die seine Behauptungen in keiner Weise zu stützen sind, vorbei: Er stempelt Wagner nämlich zum „Rassenantisemiten“ 132, dessen Ziel eine „germanisch-arische Rassenrevolution“ 133sei: „Die rassistischen Assoziationen Wagners, sein aggressiver Chauvinismus und sein obsessiver Antisemitismus wurden zu Determinanten nationalsozialistischen Denkens.“ 134Was allen diesen Behauptungen gemeinsam ist: Sie sind bloße Behauptungen, für die die Autoren den Beweis schuldig bleiben.

Zu Recht hat Hans Mayer darauf hingewiesen, dass der Antisemitismus Wagners als „ein historisches Phänomen“ 135zu verstehen sei, in dem sowohl antisemitisch-nationalistische als auch utopisch-sozialistische Elemente sich feststellen lassen. Deshalb sind „alle Versuche, von Wagner her eine gerade Linie zum Faschismus, oder gar eine Verantwortung, die auch eine subjektive, moralische Verantwortung sein müßte, zum Faschismus oder zum Nationalsozialismus zu führen, einfach … dialektisch falsch“ 136.

Es bleibt also die Frage zu beantworten, die der ungarische Musikwissenschaftler und Philosoph Dénes Zoltai in einer Entgegnung auf die Behauptungen Hartmut Zelinskys mit Nachdruck stellte: „Kann man einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen, indem man die Rezeption der Wagner’schen Kunst … durch Hitler-Deutschland als wirklich authentisch betrachtet?“ 137Die Antwort darauf soll im letzten Kapitel meiner Arbeit gegeben werden.

Schlussfolgerungen

Die Beiträge der Forschung zum Problem des Wagner’schen Antisemitismus sind hinsichtlich vieler Einzelfragen – wie im Vorigen dargestellt – noch immer kontrovers. Sie unterscheiden sich in Methode wie Ergebnis beträchtlich. Meist werden einzelne Bereiche des Gesamtphänomens Wagner ausgeklammert. Oft wird der historische Kontext der antisemitischen Äußerungen Wagners außer Acht gelassen, das musikalisch-dramatische Werk wird ausgeklammert oder es werden vornehmlich theoretische Schriften und private Äußerungen Wagners zur Grundlage von Untersuchungen gemacht, die sich vor allem rezeptionsgeschichtlicher Zeugnisse zur Deutung des Wagner’schen Werks bedienen. Häufig werden nur mehr Pauschalurteile abgegeben.

All dies ist unbefriedigend und verlangt nach sachlicher Klärung. Es ist (zumal wegen der widersprüchlichen und diskontinuierlichen Forschungslage) geboten, einmal eine Summe bisheriger Beiträge und Erkenntnisse der Forschung zu ziehen, um einen auf verifizierbaren Fakten und Tatsachen und auf heutiger Quellenlage basierenden Überblick über Wagners Antisemitismus zu geben, jenseits ideologischer Verhärtungen.

Eine Reihe biographischer, konzeptionsgeschichtlicher und rezeptionsgeschichtlicher Probleme und Fragen bedürfen der Klärung im Sinne präziser, umfassender (und um historische Gerechtigkeit sich bemühender) Analysen und Darstellungen. Das bedeutet zunächst einmal, dass vor dem Hintergrund der familiären Herkunft Richard Wagners zu klären ist, ob jüdischer Selbsthass als Ursache für Wagners Antisemitismus in Betracht zu ziehen oder auszuschließen ist (Kap. II). Daraufhin soll vor dem Hintergrund des zeitgeschichtlichen Kontexts das theoretische (Kap. V) wie das musikalisch-dramatische (Kap. IV) Werk Wagners in Bezug auf das Problem „Antisemitismus“ präziser philologischer, vor allem entstehungsgeschichtlicher Einzelanalysen unterzogen werden, deren Ergebnisse dann in eine Gesamtbewertung des Werks im Schlusskapitel (Kap. VI) münden sollen.

Es versteht sich von selbst, dass die ausführlichen Analysen der Essays, Aufsätze und Musikdramen ergänzt werden müssen durch die Auswertung sämtlicher verfügbarer und aussagekräftiger privater Zeugnisse antisemitischer Äußerungen Wagners Es sind dies seine Briefe, das sogenannte „Braune Buch“, Wagners autobiographische Schriften, aber auch Berichte von Zeitgenossen. Vor allem die Tagebücher seiner Gattin Cosima, die als eine der wichtigsten Quellen der Wagner-Forschung bis heute nicht annähernd genutzt wurden, sollen in meiner Arbeit erstmals auf die in ihnen festgehaltenen hochinteressanten Äußerungen Wagners zur „Judenfrage“ umfassend überprüft und konsequent ausgewertet werden (Kap. III).

Um nur ein Einzelergebnis der Tagebuchauswertung zur Illustrierung der oben erhobenen Forderung vorwegzunehmen, sei hier nur angedeutet, dass beispielsweise bis heute nicht gebührend registriert worden ist, dass sich Cosimas naiv-pauschaler Antisemitismus beträchtlich von dem ihres Mannes unterscheidet. Auch ihr Einfluss auf dessen Antisemitismus, ganz zu schweigen von ihrer antisemitischen Hauspolitik in Bayreuth nach Richards Tod, ist bisher fahrlässig unterschätzt und noch nicht angemessen dargestellt worden.

Dies ist freilich ein Rezeptionsproblem, das deutlich zu unterscheiden ist von den Produktionsproblemen, der Frage also, inwieweit Wagner absichtlich, oder auch unbewusst, in sein Werk antisemitische Intentionen einpflanzte – eine Unterscheidung, die in den Debatten der letzten vierzig Jahre nur selten getroffen wurde. Aber eben darin liegt ja gerade das Kernproblem der wissenschaftlichen Auseinandersetzung um Wagners Antisemitismus. Nach den produktionsspezifischen, also entstehungsgeschichtlichen Werkanalysen sollen deshalb im letzten Kapitel meines Buches (Kap. VI) wesentliche Mechanismen der völkisch-nationalistischen wie der nationalsozialistischen Wagner-Rezeption beleuchtet werden. Erst dann kann eine Summe gezogen und ein abschließendes Urteil versucht werden.

Ziel meiner Untersuchung des Wagner’schen Antisemitismus ist es also, den in der Wagner-Literatur verwischten Unterschied zwischen Werk und Wirkung Richard Wagners (hinsichtlich seines Antisemitismus) deutlich hervorzuheben. Selbstverständlich muss danach gefragt werden, wieso es zu einer solch exponierten Rezeption des Wagner’schen Judenhasses im Dritten Reiches kommen konnte. Es wird nötig sein, hier möglichst genau den rezeptionsgeschichtlichen Weg der „Verwaltung“, um nicht zu sagen Vermarktung und der ideologischen Verzerrung von Werk und Person Richard Wagners gemäß dem kulturpolitischen Sendungsbewusstsein Bayreuths darzustellen, als deren Repräsentanten (in chronologischer Reihenfolge) Cosima und Winifred Wagner zu nennen sind. Erst nach detaillierten Untersuchungen von theoretischem und dramatischem Werk Wagners sowie dessen Rezeption durch Cosima, den Bayreuther Kreis, völkische und schließlich nationalsozialistische Autoren kann und soll die Frage, in der jene nach Wagners Antisemitismus letztlich gipfelt, beantwortet werden, ob es tatsächlich einen direkten Weg von Wagner zu Hitler gab.

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