Dieter David Scholz - Wagners Antisemitismus

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Richard Wagner und die Juden – das Thema ist so umstritten wie belastet und von nicht nachlassender Aktualität. Es gehört zweifellos zu den schmerzlichsten Kapitel der deutschen Kulturgeschichte. Vor allem Wagners Aufsatz »Das Judentum in der Musik« von 1850, dessen Bedeutung weit über das Musikleben hinausgeht, hat eine verhängnisvolle und im vergangenen Jahrhundert todbringende Ideologie in ihrer Wirkungskraft verstärkt und zugespitzt. Denn der Antisemitismus war eine geradezu zentrale Obsession des genialen Musikers und Komponisten. Wer sich mit Wagner und dessen Antisemitismus auseinandersetzt, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

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Dabei ließ sich folgende Ambivalenz beobachten: Einerseits schien die Auseinandersetzung mit Wagner geradezu mit dem Tabu jedweder ideologischen oder politischen Fragestellung besetzt. Wagners weltanschauliche Theoreme wurden ebenso ignoriert wie seine antisemitischen Vorstellungen und Bekundungen, was hieß, dass seine theoretischen Schriften (die frühen kunsttheoretischen ausgenommen) meist nicht berücksichtigt wurden. Die Wagner-Literatur der ersten zwei Jahrzehnte nach 1945 spiegelt deutlich eine Berührungsangst vor dem Thema des Antisemitismus Richard Wagners. Es wurde fast ausschließlich über rein musikwissenschaftliche, entstehungsgeschichtliche, ideen- und mythengeschichtliche oder sonstwie literaturwissenschaftliche Fragestellungen geschrieben. Man scheute sich, Wagners weltanschauliche, kulturanthropologisch-philosophische, religiös-nationalistische Theoreme und Ideologeme, geschweige denn seine ideologische Wirkung wahrzunehmen und man scheute nicht zurück vor Verharmlosungstaktiken. Um den durch die Nazis in Misskredit gebrachten, ja ramponierten Künstler Wagner zu retten, ignorierte man den Theoretiker und Schwadronierer Wagner.

Eine der typischen Verharmlosungstaktiken dieser Zeit findet sich bei dem Musikschriftsteller Curt von Westernhagen, einem Autor, der es sich noch 1935 zur Aufgabe gemacht hat, ganz im Sinne der nationalsozialistischen, antisemitischen Ideologie ein Buch über „Richard Wagners Kampf gegen seelische Fremdherrschaft“ 26zu veröffentlichen. In seinem Wagner-Buch von 1956 allerdings, wo der Autor seine frühere Publikation vergessen zu haben scheint, bagatellisiert Curt von Westernhagen den Wagner’schen Antisemitismus (wie schon Paul Bekker) mit der bloßen Bemerkung, es sei derselbe doch gar nicht „realpolitisch“ 27zu verstehen. „Juden, die wußten, worum es Wagner ging“, so von Westernhagen, „haben denn auch an seiner Schrift (gemeint ist die Judenbroschüre, D. S.) niemals Anstoß genommen.“ 28Des Weiteren weist der Autor (wie so viele vor und nach ihm) auf den nahen, freundschaftlichen Umgang Wagners mit zahlreichen Juden hin, was als Indiz für einen vermeintlichen Philosemitismus Wagners gelten soll.

Schließlich sei, wie mit einem Zitat des französischen Mediävisten Gabriel Monod belegt wird, Wagners Antisemitismus als durchaus verzeihlich abzutun: „Wenn du ein Jude bist, so bist du geneigt, ihm (Wagner, D. S.) sein Pamphlet über das Judentum in der Musik zu verzeihen, … Du nimmst ihn, wie er ist, voller Fehler – ohne Zweifel, weil er auch voller Genialität ist – aber unbestritten als ein höheres Wesen, als einen der größten und außerordentlichsten Menschen unseres Jahrhunderts.“ 29

Eine andere, für die Unbekümmertheit der Wagner-Retuschierung der 50er und 60er Jahre bezeichnende Methode lässt sich anhand einer populären Bildbiographie Walter Panofskys 30verdeutlichen. Der Autor dieser Biographie glaubt, mit der bloßen Zitierung eines aus dem Kontext herausgerissenen und keines Kommentares gewürdigten Briefes des Dirigenten Hermann Levi Wagner vom Vorwurf des Antisemitismus auf einfache Weise befreien zu können: „Er ist der beste und edelste Mensch. Auch sein Kampf gegen das, was er ‚Judentum‘ in der Musik und in der modernen Literatur nennt, entspringt den edelsten Motiven – und dass er kein kleinliches Risches hegt, wie etwa ein Landjunker oder ein protestantischer Mucker, beweist sein Verhalten zu mir, zu Rubinstein, zu Tausig …“ 31

Andererseits gab es erstmals Autoren, in erster Linie angelsächsische Autoren wie Peter Viereck 32, Oscar Meyer 33und Ernest Newman 34, die sich in Sachen Wagner um kritische Vergangenheitsbewältigung bemühten und die politische Dimension des Phänomens nicht ausklammerten. Doch es dauerte lange, bis auf breiter Ebene ein kritisches, ideologiekritisches, die historischen Entstehungsbedingungen und -voraussetzungen mitbedenkendes, aber auch die völkische und die nazistische Rezeption reflektierendes Nachdenken über Wagners Antisemitismus einsetzte, obwohl Ernest Newman mit seiner wegweisenden (der bis heute bedeutendsten) Wagner-Biographie früh schon Maßstäbe setzte.

Zwar erschien bereits 1952 Theodor W. Adornos (1939 konzipierter und in Auszügen schon publizierter) geradezu Schule machender „Versuch über Wagner“ 35, in dem zum ersten Mal rigoros der Antisemitismus Wagners (als Idiosynkrasie) zu einem konstitutiven Strukturelement des Wagner’schen Denkens, mehr noch: seiner Musikdramen erklärt wurde. Diese Publikation ist allerdings als eine für die Wagner-Literatur der Nachkriegszeit durchaus unrepräsentative, wenn auch folgenreiche Auseinandersetzung mit Wagner anzusehen. Adornos Buch zog in den Sechzigerjahren mindestens vier Veröffentlichungen nach sich, die seiner These nachdrücklich verpflichtet waren, 36sie allerdings im Wesentlichen auch nur paraphrasierten, ohne nennenswert Neues mitzuteilen.

Die Phase der vorwiegend „ideologiefreien“ Auseinandersetzung mit Wagner, eine Zeit, in der bedeutende Musik- und Werkanalysen veröffentlicht wurden, endete spätestens 1976 endgültig. Es war der Zeitpunkt der hundertsten Wiederkehr der Bayreuther Festspiele, zu dem eine Reihe radikal kritischer, zuweilen aber bloß polemischer, wenn auch die öffentliche Meinung mächtig aufrüttelnder Arbeiten über Wagners Antisemitismus erschienen. Seither hat sich das Hauptinteresse der Wagner-Forschung deutlich verändert, in deren Mittelpunkt bis heute die Rezeptionsgeschichte Wagners gerückt ist.

Es ist wohl nicht übertrieben, zu behaupten, dass das spezielle Thema des Wagner’schen „Antisemitismus“ erst seit diesem Datum eigener wissenschaftlicher Auseinandersetzungen, wenn auch meist nur zu Einzelfragen und in Form kleinerer Beiträge in Periodika, für wert befunden wurde.

Hartmut Zelinsky 37machte 1976 den Anfang mit einer vielbeachteten ideologiekritischen, wirkungsgeschichtlichen Dokumentation über Richard Wagner. Der Autor ist zweifellos als rigorosester Initiator des Interesses an rezeptionsgeschichtlichen Fragestellungen zu würdigen. Er hat seither in zahlreichen Veröffentlichungen, die allerdings oft über bloße Wiederholungen und Paraphrasierungen seiner 1976 vorgetragenen Kernthese nicht hinausgingen, viele widersprüchliche Veröffentlichungen zum Thema provoziert und eine nachhaltige Debatte um Wagners Antisemitismus entfesselt, die in ihrer emotionalen Heftigkeit in der Geschichte der Wagner-Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts einmalig ist.

Bemerkenswerterweise zeichnet sich die wissenschaftliche Auseinandersetzung um Wagners Antisemitismus dadurch aus, dass von einem sukzessiven, kontinuierlichen Erkenntniszuwachs, von einer fortschreitenden Klärung anstehender Probleme durchaus nicht die Rede sein kann, von einem Konsens ganz zu schweigen.

Es ist vielmehr so, dass neben neu gewonnenen Erkenntnissen, die in den meisten Fällen mehr methodischer Sorgfalt und historischer Genauigkeit als neuen Quellen 38zu verdanken sind, der weitaus größte Teil der Literatur aus einem relativ gleichbleibenden Repertoire von Vorurteilen, Behauptungen, Thesen und Hypothesen schöpft, die unverändert oder doch bloß modifiziert übernommen und fortgeschrieben werden, je nach ideologischem Standpunkt und Interesse des Autors.

Als besonders befremdlich muss zum Beispiel gelten, dass ein Autor wie Martin Gregor-Dellin, Mitherausgeber der Tagebücher Cosima Wagners, in einer umfangreichen Wagner-Biographie 39, die zum Zeitpunkt ihres Erscheinens als das Nonplusultra der Wagner-Biographik gepriesen wird, sich einer bemerkenswert diffusen Vernebelungstaktik bedient, um Wagners Antisemitismus zu entschärfen, anstatt die ihm erstmals zur Verfügung stehenden Quellen zur Erhellung des heiklen Themas zu nutzen und auszuwerten. Mit romantisch-pathetischer Verklärung, in zuweilen blumig-poetischer Sprache und unter Zuhilfenahme eines pseudo-psychoanalytischen Argumentationsschemas versucht Gregor-Dellin, Wagner von seinen charakterlichen Defekten, als deren einer auch dessen Antisemitismus als Folge einer als außerordentlich leidvollen Vita, insbesondere einer traumatischen frühen Kindheit betrachtet und erklärt wird, reinzuwaschen: „Irgend etwas hatte ihm eine Wunde zugefügt, die nicht heilen wollte“ 40, heißt es bei Gregor-Dellin. „Die tiefen seelischen Verstörungen“ 41der Kindheit, als da genannt werden: „Verlust- und Existenzangst“ 42, extrem „starke Mutterbindung“ 43, auch vom „vielfachen Einbruch des Todesschreckens“ 44in das kindliche Leben ist die Rede, hätten „jene Funken in die Seele des Kindes gegraben, die das widersprüchliche Bild Richard Wagners mit prägten“ 45. Und mit Wagners Lebensangst, die in seiner Kindheit ihre Ursachen gehabt habe, wird schließlich Wagners Antisemitismus als eine Art verkappte Religion und Heilslehre entschuldigt. 46Gregor-Dellin betrachtet Wagners Antisemitismus als „Ersatzlösung für das unbewältigte Lebens- oder Gesellschaftsproblem“ 47. Auch wenn Gregor-Dellin auf Wagners Ressentiments gegen Meyerbeer und Mendelssohn, Wagners Hass gegen die Reichen, Wagners Vaterlosigkeit und Wagners „Wut aus schlechtem Gewissen“ 48als Motive eines Judenhasses zu sprechen kommt, er löst leider nicht ein, was er als Postulat aufstellt: „Der Antisemitismus Wagners bedarf … einer eingehenderen Analyse, da sich in ihm Privates, Ökonomisches und Rassistisches zu einer gefährlichen Pseudo-Ideologie vermischten.“ 49Nicht zuletzt Gregor-Dellins bis heute uneingelöste Aufforderung motivierte mich, dieses Buch zu schreiben.

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