Dieter David Scholz - Wagners Antisemitismus

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Richard Wagner und die Juden – das Thema ist so umstritten wie belastet und von nicht nachlassender Aktualität. Es gehört zweifellos zu den schmerzlichsten Kapitel der deutschen Kulturgeschichte. Vor allem Wagners Aufsatz »Das Judentum in der Musik« von 1850, dessen Bedeutung weit über das Musikleben hinausgeht, hat eine verhängnisvolle und im vergangenen Jahrhundert todbringende Ideologie in ihrer Wirkungskraft verstärkt und zugespitzt. Denn der Antisemitismus war eine geradezu zentrale Obsession des genialen Musikers und Komponisten. Wer sich mit Wagner und dessen Antisemitismus auseinandersetzt, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

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Die späten, nach 1860 veröffentlichten Aufsätze Wagners, Aufsätze, in denen Wagner zu Fragen der deutschen Kultur und Politik, des Zusammenhangs von Religion und Kunst, aber auch zu Problemen des Antisemitismus öffentlich Stellung nimmt, sind in der Wagner-Literatur dagegen nur peripher behandelt worden. Die meisten Autoren haben um diese Arbeiten einen Bogen gemacht oder sie pauschal abgetan als wirre und konfuse, nicht eigentlich ernst zu nehmende Altersschriften eines ansonsten „genialen“ Künstlers. Von verklärenden Autoren wie Erich Schubert, die von vornherein zur dekretieren: „in dieser versöhnlichen Stimmung, die in Wagners letzten Schriften erklingt, wollen wir auch zu ihm aufsehen und in Parsifal-Streben ihn zu verstehen suchen“ 83, soll hier gar nicht erst die Rede sein.

Die größte Aufmerksamkeit wurde in der Wagner-Forschung neben den revolutionären Zürcher Kunstschriften Wagners dem 1850 erstmals veröffentlichten Aufsatz über „Das Judentum in der Musik“ gezollt. Das Interesse an dieser Schrift galt übrigens vornehmlich ihrer Entstehungsgeschichte, die in zahlreichen Veröffentlichungen dargestellt wurde, am präzisesten bisher von Jacob Katz (1985) 84.

Doch Wagners Haltung zur Judenfrage hat sich in dieser Schrift keineswegs endgültig und unwiderruflich erschöpft, weshalb sie auch durch die Lektüre nur dieser einen Schrift nicht hinreichend erfasst werden kann. Dennoch wird in zahlreichen Veröffentlichungen der Wagner-Forschung, vor allem auch in historischen Publikationen, die sich mit der Geschichte des deutschen Antisemitismus befassen, meist ausschließlich auf Wagners Schrift über „Das Judentum in der Musik“ rekurriert, als wäre sie Wagners einziges und letztes Wort zu diesem Thema gewesen. Dieser Irrtum wird im Folgenden zu korrigieren sein.

Drei typische Beispiele solcher Arbeiten sind die (publizistisch erfolgreichen und nicht unwesentlich auf die Entstehung des öffentlichen Wagner-Bildes einwirkenden) Veröffentlichungen Wanda Kampmanns 85, Gordon A. Craigs 86und des Judaisten Hermann Greive 87. Alle drei Autoren stellen Richard Wagner relativ undifferenziert und ohne eingehende Prüfung der Sachlage als gewichtigen antisemitischen Autor im Prozess der Entstehung des modernen Antisemitismus in Deutschland dar. Dass der Wagner’sche Antisemitismus tatsächlich in einigen Punkten im krassen Gegensatz zum aufkommenden Rassenantisemitismus steht, erfährt man bei keinem der genannten Autoren.

Hartmut Zelinsky hat zwar auch Wagners Bayreuther Schriften (er spricht von „antisemitisch-rassistischen Kampf- und Agitationsschriften“ 88) im System seiner obsessiven Wagner-Exegese berücksichtigt, er hat mit ihnen seine These von „Wagners Systemdenken“ 89als einer „religiös-rassistischen Vernichtungsideologie“ 90untermauert, doch hat auch Zelinsky, der diese Schriften ausgiebig zitiert, keine wirklich ernst zu nehmende sachliche Analyse der Schriften vorgelegt, wie er auch die erste antisemitische Schrift Wagners bloß nach Belieben zitiert, statt sie einmal methodisch seriös im Kontext ihrer Entstehung zu untersuchen.

So ist aufs Entschiedenste in Frage zu stellen, ob man dem Phänomen des Wagner’schen Antisemitismus beikommt, indem man, wie Zelinsky, die Schrift über „Das Judentum in der Musik“ als „zentrale autobiographische Bekenntnisschrift“ 91auffasst, aus der sich ein präziser und kalkulierter „Lebens- und Werkplan“ 92ableiten lasse mit der zentralen Idee der „Erlösung“ der deutschen Kultur durch „Vernichtung“ 93des Judentums, was im Musikdrama als dem Bayreuther „Erlösungstheater“ 94zu künstlerischem Ausdruck gebracht werde.

Ich werde in den folgenden Kapiteln aufzeigen, dass Wagners Antisemitismus weder Teil einer systematischen Theorie war, noch statisch und konstant. Wagners Judenfeindlichkeit unterlag Entwicklungen und Wandlungen und er offenbart sich in mehrfach modifizierten, ja einander widersprechenden Äußerungen und Stellungnahmen, die es – wenn man sie denn registriert – nicht erlauben, Wagner in einen Topf mit den Rassenantisemiten zu werfen, die den nationalsozialistischen Antisemitismus in einem folgenden Jahrhundert vorbereiteten.

2. Dramatisches Werk

Die Antisemitismus-Debatte hat sich immer auch mit der nun wahrlich zentralen Frage beschäftigt, inwieweit in Wagners Kunst, in seinem Theater, seinen Musikdramen also, antisemitische Tendenzen erkennbar seien. Dabei kaprizierte sich die Fragestellung in erster Linie darauf, ob – und, wenn ja, in welchem Kontext – in den Dramentexten Wagners jüdische Figuren – als Judenkarikaturen – aufzufinden seien. In der heutigen Forschung jedenfalls stehen sich in diesem Punkt zwei konträre Meinungen anscheinend unversöhnlich gegenüber.

Schon in Paul Bekkers bedeutendem Wagner-Buch von 1924 95werden, wie schon angedeutet, in sehr eigenwilligem Verständnis des Wagner’schen „Judenbegriffs“, einige Gestalten des „Rings“ als jüdische Figuren interpretiert: Aus einem „künstlerisch bedingten Zweckbegriff des Judentumes treten die Gestalten Alberichs, Loges, Hundings, Mimes, Hagens hervor“ 96. Wobei zu fragen wäre, ob Bekkers Interpretation des Judenbegriffs nicht doch auf bereits vorhandenen, im völkisch-deutschnationalen Antisemitismus gängigen Deutungen der Wagner’schen Gestalten fußte, sie lediglich vom rassistischen Element reinigen wollend.

Wagners Antisemitismus wird bei Bekker in einem Atemzug mit seinen Schriften in den „Bayreuther Blättern“, die sich programmatisch um den „Parsifal“ gruppierten, als nichts weiter verstanden als bloß „begriffliche Konzeption einer Vorstellungswelt, in der das künstlerische Genie aus intuitiver Erkenntnis des Leidens das Heilsamt der Erlösung durch Mitleid übt“ 97. Dabei gehe es, so interpretiert Bekker das letzte Werk Wagners, wesentlich um den Kampf zwischen christlicher und unchristlicher Lehre, zwischen Gott und dem Teufel. „Dieser Teufel, Unheilige und Dämon, dessen Wirken das Leiden der Welt bestimmt, … ist der Jude. Er ist die dramatische Antithese, durch die diese Welt der Liebe, des Glaubens, der Hoffnung in Bewegung gesetzt wird“ 98und sich im „Parsifal“ in den Gestalten der Kundry und des Klingsor manifestiere. Gerade die nationalsozialistischen Wagner-Exegeten machten sich dieses Bekker’sche Interpretationsmodell der Wagner’schen Gestalten zunutze. Die Gestalten Mime und Alberich, der Holländer, Beckmesser, Kundry und Klingsor wurden mit Vorliebe als diskreditierende Juden-Karikaturen betrachtet, so wie Wagners Dramen als theatralische Propagandaopern zur Verklärung eines erklärtermaßen hehren, antisemitischen „Deutschtums“ benutzt wurden.

Erstaunlicherweise hat bereits 1933 ein heute in völlige Vergessenheit geratener Autor, der Musikkritiker und -schriftsteller Josef Engel de Jánosi, in seinem bemerkenswerten Buch „Das Antisemitentum in der Musik“ 99gegen solche Wagner-Vereinnahmung heftig, wenn auch folgenlos protestiert. Engel ist mutig gegen namhafte Wagner-Schriftsteller des Dritten Reiches zu Felde gezogen, die Wagners Gestalten als diffamierende Judenkarikaturen im Sinne der nationalsozialistischen Doktrin interpretierten: „Es werden da Wagner Gedanken und Absichten zugemutet, an welche er bei Abfassung der betreffenden Musikdramen wohl nicht im entferntesten gedacht hat.“ 100Josef Engel war darüber hinaus einer der ersten Kritiker (dies sei hier nur am Rande angemerkt), die gegen die getreulich im Geiste Bayreuths verfasste Monumentalbiographie Richard Wagners durch Carl F. Glasenapp 101protestierten, eine Biographie, die mit nachweislichen Verfälschungen, Legendenbildungen und Mythisierungen für Jahrzehnte Wagner-Verklärung betrieb und dennoch den Anspruch auf wissenschaftliche Geltung erhob.

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