Dieter David Scholz - Wagners Antisemitismus

Здесь есть возможность читать онлайн «Dieter David Scholz - Wagners Antisemitismus» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Wagners Antisemitismus: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Wagners Antisemitismus»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Richard Wagner und die Juden – das Thema ist so umstritten wie belastet und von nicht nachlassender Aktualität. Es gehört zweifellos zu den schmerzlichsten Kapitel der deutschen Kulturgeschichte. Vor allem Wagners Aufsatz »Das Judentum in der Musik« von 1850, dessen Bedeutung weit über das Musikleben hinausgeht, hat eine verhängnisvolle und im vergangenen Jahrhundert todbringende Ideologie in ihrer Wirkungskraft verstärkt und zugespitzt. Denn der Antisemitismus war eine geradezu zentrale Obsession des genialen Musikers und Komponisten. Wer sich mit Wagner und dessen Antisemitismus auseinandersetzt, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Wagners Antisemitismus — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Wagners Antisemitismus», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

So unabsehbar folgenreich die Wirkung Wagners im 20. Jahrhundert sein sollte: Den Antisemitismus Wagners vom Betroffensein der Nachwelt aus zu betrachten und zu beurteilen hieße, die Kausalität der Geschichte, wenn es denn eine gibt, auf den Kopf stellen, es hieße aber auch, das Spezifische des Wagner’schen Antisemitismus zu ignorieren, seine Brüchigkeit, Widersprüchlichkeit und seine politische Intention, die frühsozialistischem Gedankengut verpflichtet ist und letztlich auf Assimilation abzielt und im krassen Gegensatz zum aufkommenden Rassenantisemitismus steht.

Auch für die Untersuchung des Wagner’schen Antisemitismus hat die Einsicht Theodor W. Adornos Gültigkeit, dass jegliche Dimension Wagners Ambivalenzen zum Wesen habe: „Ihn erkennen heißt, die Ambivalenzen bestimmen und entziffern, nicht, dort Eindeutigkeit herstellen, wo die Sache zunächst sie verweigert.“ 9

Insofern darf Joachim Köhlers Buch „Wagners Hitler“ 10geradezu als exemplarischer Fall von wirkungsgeschichtlicher Simplifizierung und Geschichtsverdrehung gelten, weil es den historischen Zusammenhang auf den Kopf stellt. Der Titel „Hitlers Wagner“ wäre der geschichtlichen Chronologie der Beziehung zwischen Wagner und Hitler weit angemessener. Immerhin handelt es sich um einen Prozess der Usurpierung: Ein Vorgeborener wird in die Ideologie eines größenwahnsinnigen Nachgeborenen einverleibt. Was nur funktionierte, indem Hitler und die Seinen wesentliche Aspekte Wagners ausblendeten, ja ignorierten. Aber auch Gottfried Wagners autobiographische Aufzeichnungen 11– die nicht frei sind von persönlicher Ranküne eines Zukurzgekommenen – schlagen in diese Kerbe und disqualifizieren sich schon durch historische Ungenauigkeit und allzu private, schamlose familiengeschichtliche Polemik.

Es gilt in jedem Falle, sich vor falschen historischen Rückschlüssen zu hüten, wie der britische Historiker Peter Gay ausführt: „Für den Historiker des modernen Deutschland ist die Suche nach schädlichen, unheilvollen oder gar tödlichen Ursachen problematischer und riskanter geworden, als es sonst unvermeidlich ist – sie wird ihm zu einer Zwangsvorstellung, so dass er die ganze Vergangenheit nur noch als ein Vorspiel zu Hitler sieht und jeden angeblich deutschen Charakterzug als einen Baustein zu jenem schrecklichen Gebäude, dem Dritten Reich.“ 12

Der methodischen Prämisse des israelischen Historikers Jacob Katz fühle ich mich verpflichtet: „Der Historiker, der seiner wissenschaftlichen Überzeugung gehorchend die Vergangenheit aus ihren Gegebenheiten verstehen, darstellen und beurteilen möchte, muss sich vor der Gefahr hüten, sich von Tendenzen der Gegenwart bestimmen zu lassen.“ 13

Es soll also im Folgenden der Antisemitismus Richard Wagners in seiner vielfachen Bedingtheit, seinen widersprüchlich-brüchigen Manifestationen untersucht werden, und zwar entstehungsgeschichtlich als auch wirkungsgeschichtlich vor dem Hintergrund des aufkommenden modernen deutschen Antisemitismus im 19. Jahrhundert, aber auch vor dem des revolutionären sozialistischen antisemitischen Gedankengutes, das Wagners Denken prägte. Dabei bin ich mir der Tatsache bewusst, dass noch immer jede Auseinandersetzung mit dem deutschen Antisemitismus, auch des 19. Jahrhunderts, aber auch jede Auseinandersetzung mit Richard Wagner, eine heikle Angelegenheit ist angesichts dessen, was Peter Gay zu Recht das „deutsche Trauma“ 14nennt. Und wer in der extrem polarisierten Diskussion um Wagners Antisemitismus differenziert, wird leicht zum Wagner-Apologeten abgestempelt oder aber zumindest von der einen wie der anderen Seite als unbequem empfunden und ausgegrenzt, weil er das vorherrschende ideologische Argumentationsschema stört. 15

Um die Genese und um die Modifikationen des keineswegs systematischen Antisemitismus Richard Wagners, seine Bedeutung für das dramatisch-musikalische Werk und seine Bedeutung für die Geschichte des modernen deutschen Antisemitismus zu ermitteln, genügt es nicht, sich dem Phänomen von musikwissenschaftlicher, historischer oder bloß biographischer Warte aus zuzuwenden. Des Philologen Recht auf Wagner, auf das nicht zuletzt Peter Wapnewski 16pochte: Hier wird es zur Pflicht, denn es ist schon philologische Disziplin notwendig, einmal das gesamte Werk Wagners daraufhin zu untersuchen, inwieweit sich in ihm antisemitisches Gedankengut manifestiert. Vor allem sind die Texte des theoretischen (programmatischen, essayistischen, journalistischen) Werks, aber eben auch die Dramentexte – und wo möglich auch die Musik – eingehender entstehungs- und ideengeschichtlicher Analysen zu unterziehen. Die Frage, ob in den Musikdramen antisemitische Intentionen enthalten sind, eine meist mit Nachlässigkeit behandelte Frage, ist insofern von Bedeutung, als Richard Wagner in erster Linie dichtender Komponist war, dessen Wirkung vor allem von seinem Theater, seiner Musik und seiner Dramaturgie ausging. Natürlich wird auch die Biographie Wagners zu berücksichtigen sein, werden seine autobiographischen Schriften, seine Korrespondenz und andere private Dokumente seines Denkens heranzuziehen sein.

Von ganz zentraler Bedeutung für die Ermittlung der weltanschaulichen, politischen und künstlerischen Intentionen Wagners, aber auch für die Ermittlung der bisher meist unterschätzten Rolle seiner Frau im Prozess des entstehenden, so folgenreichen „Wagnerismus“ sind die Tagebücher der Cosima Wagner. Sie sind bis heute nicht umfassend unter dem Aspekt des Wagner’schen Antisemitismus ausgewertet worden. Genau dies macht sich vorliegende Arbeit zum Ziel: die Analyse und Auswertung der Cosima-Tagebücher als einer der wichtigsten Quellen der Wagner-Forschung. Die Enthüllungen der Tagebücher Cosimas machen in mancherlei Hinsicht Revisionen bisher als gültig erachteter Erkenntnisse und Urteile notwendig. Sie sind nicht zuletzt Schlüssel auch zum Verständnis der Wirkung, d.h. der bewussten ideologischen Auslegung und Beanspruchung des Wagner’schen Werks nach seinem Tod durch Cosima und den „Bayreuther Kreis“. Es wird schließlich zu zeigen sein, dass die Weichen für eine Inanspruchnahme des Wagner’schen Werks durch die Nationalsozialisten gestellt wurden durch Cosimas bornierten und starren Antisemitismus, der sich erheblich unterscheidet von dem ihres Gatten.

Nach der „Pionierarbeit“ Cosimas, ihrer Mythen- und Legendenbildung, der ideologischen Zementierung eines antisemitisch-völkischen Wagnertums und der Weihung Bayreuths zum Gralstempel einer in ihrem Sinne verstandenen Wagner-Gemeinde durch Cosimas Bayreuther Kreis hatte ihre Schwiegertochter Winifred leichtes Spiel, die Freundschaft Adolf Hitlers und seine Begeisterung für das Werk Wagners zu gewinnen, woraus dann jener deutschtümelnde, falsche, aber folgenreiche Wagner-Kult der Nationalsozialisten hervorging, der die Grundlage aller nach 1945 kursierenden Vorurteile und Missverständnisse in Sachen Wagner bildet.

I. Der Antisemitismus Richard Wagners in Forschung und Wagner-Literatur. Ein Problemaufriss

Allgemeines

Wer sich auf die Auseinandersetzung mit Wagners Antisemitismus in Forschung und Literatur einlässt, sieht sich einer Reihe ungewöhnlicher Schwierigkeiten gegenübergestellt. Man muss sich grundsätzlich darüber im Klaren sein, worauf unlängst auch John Deathridge 1hingewiesen hat: dass es heute fast unmöglich ist, einen vollständigen Abriss auch nur eines speziellen Aspekts der Wagner-Forschung zu erstellen.

Dies hat mehrere Gründe: Schon rein quantitativ ist die Literatur über Wagner nahezu unerschöpflich und wächst weiterhin an 2, woraus der Zwang zur qualitativen Auswahl und quantitativen Beschränkung der Publikationen hinsichtlich ihres forschungsgeschichtlich und problemgeschichtlich repräsentativen Werts erwächst.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Wagners Antisemitismus»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Wagners Antisemitismus» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Wagners Antisemitismus»

Обсуждение, отзывы о книге «Wagners Antisemitismus» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x