Fisch Bernhard - Inferno Ostpreußen

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Der bekannte Forscher zu Ostpreußens Schicksal im Kriege 1944-45 fasst hier die bedeutendsten seiner verstreut in Fachzeitschriften veröffentlichten und auf Tagungen vorgetragenen Forschungsergebnisse über seine alte Heimat zusammen.
Er zeigt an Beispielen, was seine Landsleute im Osten angerichtet haben, verfolgt Stalins Gaunerhandlungen zur Schaffung der Oder-Neiße-Grenze, analysiert das geistige Gesicht der Rotarmisten, setzt sich mit der Goebbels-Propaganda zu deren Übergriffen auseinander, einschließlich der Rolle von Ilja Ehrenburg. Schließlich untersucht er die Tätigkeit der sowjetischen Kommandanten am Beispiel von Königsberg und berichtet über die Schwierigkeiten der Landsleute, die in der DDR über Ostpreußen schreiben wollten.

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Ein Aktenfaszikel mit dienstlichem Briefwechsel von Ortsgeistlichen und Schulbeamten belegt, dass im Kreis Mohrungen noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in vielen Gemeinden neben der deutschen eine Polnisch sprechende Bevölkerung lebte. Sie saß hier in der sprachlichen Diaspora, außerhalb des geschlossenen masurischen Siedlungsraumes. Ihre Kinder besuchten selbstverständlich die vorhandenen Schulen. Die Gleichberechtigung der Sprachen war zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch so hoch, dass Klassen und einige kleine Schulen mit polnischem Unterricht gebildet wurden. Die Beamten berichteten sogar von (einigen) Lehrern, die besser polnisch als deutsch sprachen. Die Akten spiegeln zugleich die jetzt einsetzenden Bemühungen der staatlichen und der geistlichen Verwaltung wieder, Lehrer wie Geistliche in dem Einsatz gegen das Polnische zu bestärken. Infolgedessen gingen polnischer Schulunterricht wie auch Gottesdienst und Konfirmandenunterricht in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts allmählich zurück.24

Ob der junge Herder das südlicher gelegene geschlossene preußisch-polnische Sprachgebiet erlebt hat, bedarf der weiteren Forschung. Man muss aber mit einer gewissen Berechtigung fragen, ob Herder nicht gerade diese preußischen Polen zum Vorbild für seine Beschreibung von Leben und sozialer Lage der Slawen genommen hat. Ich bin verführt, die Quellen für seine Beschreibungen sowohl der Idyllik als auch des Elends und der Knechtschaft hier zu sehen, also in der Kenntnis der masurischen Bauern seiner Heimat.

In den herrschenden Kreisen Altpreußens lebte noch im 18. Jahrhundert die Erinnerung an die heftigen Auseinandersetzungen mit der jeweiligen Landesherrschaft:

– gegen den Deutschen Orden hatten sich der Preußische Bund und der Dreizehnjährige Krieg Mitte des 15. Jahrhunderts gerichtet;

– gegen Kaiser und Papst stand die Säkularisierung des Ordensstaates 1525;

– gegen die Unterordnung unter Brandenburg wandte sich die ständische Bewegung in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (Oberst Kalckstein, Schöppenmeister Roth).

Der Adel übte seit der Säkularisierung die Macht im Lande aus. Zugleich hatte er es gelernt, sich wirtschaftlich zu betätigen. Er produzierte Getreide für den Export nach England.25 Zudem hatte er Traditionen des staatlichen und militärischen Dienstes in der Rzeczpospolita Polska, in Russland,26 in den Niederlanden und Frankreich27 kennengelernt. Beides, Getreide und Dienst, brachte Geld ins Land, weitete den Gesichtskreis und stärkte das Selbstbewusstsein.

Als Herder acht Jahre alt war, hatte Friedrich II. in seinem politischen Testament die innere Lage in Preußen eingeschätzt. Sein Nachfolger brauche trotz jener Traditionen „weder Parteiungen noch Aufstände zu fürchten.“ Er solle „beim Regieren nur Milde walten lassen und sich nur gegenüber einigen in Schulden geratenen und unzufriedenen Adeligen“ vorsehen.28 Dass die Stände 1758 der Zarin Elisabeth anstandslos gehuldigt haben, hat er ihnen aber nie verziehen.29 Und einigen altpreußischen Regimentern, die in den Schlachten des Siebenjährigen Krieges gegen die russische Armee unterlegen waren, hat er erst 1773 offiziell vergeben.30 Auf Friedrichs Haltung zum Handelskapital von Königsberg werde ich noch zurückkommen.

Der junge Herder spürte von diesem Geist noch nichts. Seine Kindheit stand unter dem Unstern eines prügelnden Lehrers, die religiöse Unterweisung unter der Fuchtel eines orthodoxen Geistlichen. Seine ersten zwei Erwerbsjahre als Abschreiber bei dem Diakon Friedrich Trescho verbrachte er in härtester Zwangsarbeit. Dennoch konnte er in dessen Bibliothek die meisten deutschen wie auch die ersten ausländischen Schriftsteller lesen. Hier wurde schon der Grund zu seiner Kenntnis der gesamten über die Slawen handelnden Literatur des 18. Jahrhunderts gelegt.31

Seine Jugend unterlag noch dem Druck, den der Staat auf ihn ausübte. Zu seiner Zeit wurden die Jungen, die in der Armee für des Königs Interessen zu dienen hatten, durch die „rote Halsbinde“ gekennzeichnet. Im Volke galt es „als Unglück und Schande, Soldat in dieser Armee zu sein.“32 Herder war die zweifelhafte Ehre dieser Auszeichnung zuteil geworden. Er hat sie zeitlebens gehasst. Ehe er später nach Riga reiste, musste er schwören, nach Preußen zurückzukehren, sobald er als Rekrut einberufen werden würde.33 Er hat diesen Zwangseid nicht gehalten und ist niemals in seine damit ungastlich gewordene Heimat zurückgekehrt. In dieser persönlichen Zwangssituation ist eine der Quellen seiner nachdrücklichen Freiheitsliebe zu suchen. Ob die altpreußischen Traditionen des Widerstandes gegen starke Zentralgewalten auf ihn gewirkt haben, ist meiner Kenntnis nach bisher nicht untersucht worden.

1.2.3. Königsberg – die preußische Residenzstadt

Dem Mohrunger Elend konnte Herder entweichen. Der baltendeutsche Chirurg Christian Schwartz-Erla, ein Wundarzt der russischen Truppen im von Russland annektierten Preußen, nahm ihn mit sich nach Königsberg.34 Hier entschloss sich Herder nach einem medizinischen Intermezzo zum Studium der Theologie. Herders Frau Caroline hat später den ersten Eindruck beschrieben, den die Stadt auf den jungen Provinzler gemacht hat: „Die Einfahrt in die große Stadt Königsberg, die ihm wie die halbe Welt erschien, blieb Herder unvergesslich. Oft erzählte er uns davon: ‚Einzig war der Eindruck: aus meinem armen, stillen Mohrungen in diese große, gewerbereiche, geräusch- und geschäftsvolle Stadt mit einmal versetzt! Wie staunte ich alles an! Wie groß war mir alles!‘“35

Das war nicht nur der Differenz zwischen den beiden Orten geschuldet. Königsberg hatte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine gewaltige Entwicklung erfahren. Seine Einwohnerzahl war von 40 600 (1700) bis 1740 um mehr als ein Drittel, auf 56 000 gestiegen. Nach der Zahl seiner Einwohner stand Königsberg in Europa an 13. Stelle, noch vor so bedeutenden Städten wie dem sächsischen Dresden und dem polnischen Haupthafen Danzig.36

Ursache war der umfangreiche Zwischenhandel der Stadt. Um 1709 lebten hier „wenigstens dreißigtausend Personen vom Handel“.37

Ich zitiere eine zeitgenössische Beschreibung des Güterverkehrs durch Friedrich Samuel Bock, Professor an der Königsberger Universität: „Der Landhandel gehet unaufhörlich zu allen Jahreszeiten fort. Viele tausend befrachtete Wagen und Schlitten fahren durch alle Tore aus und ein. Die Einwohner des ganzen Königreichs ziehen sich mit ihrem Überfluße hieher. Polen, Russen und Juden kommen zu Lande in ganzen Karawanen mit vielerley Waren her, und nehmen für das gelösete Geld … von den alhier im Vorrath befindlichen italiänischen, engländischen, französischen, holländischen und andern, sowohl in Deutschland, als in den preußischen Provinzen, ja selbst in Königsberg verfertigten Waren vieles nach Hause. Sogar Türken und Armenier besuchen uns und holen den Bernstein und andere Güter ab.“38

Die folgende Darstellung des Überseehandels wirkt in ihrem Stil fast wie moderne Reklame: „Die Schiffe … können ihre Waren ohne Beschwerlichkeit, mit ganz geringen Kosten, in den am Pregel zur Handlung [zum Handel, B. F.] angebaueten Krahnen, Winden, Wagen, Asch- und Theerhöfen, Heringsbrücken, Weinböden und Speichern, mit welchem allen diese Stadt vor den übrigen Handelsstädten in Europa vorzüglich versehen ist, aus- und einladen. Auf solche Weise siehet man hier Schiffe aus Holland, England, Schottland, Irrland, Frankreich, Spanien, Dännemark, Norwegen, Schweden, Pommern, Mekelnburg, Holstein, Liefland, Petersburg, Hamburg, Lübeck, Bremen, Stettin, Danzig und anderen Orten.“39

Ein englischer Handelsagent berichtete: „Wie denn Preußen wegen seiner bequemen Lage längst der Ostsee überhaupt ein weit größerer Verkehr, als andere nordische Provinzen, und auch einen starken Einfluß in die schwedische, dänische und rußische Handlung hat. Das Commercium des Königreichs hat unter der jetzigen beglückten Regierung so beträchtlich zugenommen“.40

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