Christine Kraus - Lintu

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Ihre außergewöhnliche Gabe ist zugleich ihre große Leidenschaft: Im Wind liegen, die Erde von oben betrachten, ein Ziel pfeilschnell erreichen – in jedem unbeobachteten Moment bewegt sich Elli schwebend durch die Welt. Doch sie kann ihre Freude mit niemandem teilen: Schon früh musste sie lernen, ihre Fähigkeit vor anderen zu verbergen. Auch die Frage, warum sie fliegen kann, bleibt unbeantwortet – in ihrer Familie wird nicht darüber gesprochen. Am Rand einer großen Stadt versucht die junge Frau, ein unauffälliges Leben zu führen, bis der Überfall auf eine geliebte Freundin alles verändert. Nicht ganz freiwillig weiht Elli ihren besten Freund in ihr Geheimnis ein und entdeckt gleichzeitig Hinweise zu ihrer Herkunft. Elli schöpft Hoffnung, dem Rätsel endlich auf die Spur zu kommen. Entschlossen, Menschen zu finden, die so sind wie sie, macht sie sich auf die Suche und nimmt mutig jede Herausforderung an, die auf ihrem Weg liegt.

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Paris. Bis dahin hatte ich noch nicht gelesen. Sie wollte tatsächlich, dass ich Deutschland verließ, nein, Europa. Ich hatte schon oft daran gedacht wegzugehen, meine Wurzeln zu suchen, wenn … Es gab viele Wenns. Aber zum ersten Mal, und das erst seit vorgestern, ein konkretes. Das ging ganz schön schnell. Na gut. Ich würde also für eine Weile mein Studium unterbrechen und die Wurzelsuche vorziehen. In Südamerika. Wie auch immer ich die Stecknadel im Heuhaufen finden wollte.

„Für wie lange?“, fragte ich.

„Solange die Kameradschaft gefährlich für dich ist.“

Das hörte sich nicht gut an. Gar nicht gut. Mein Zwerchfell wurde bretthart. Ich bekam kaum noch Luft. „Wie lange ist das?“, flüsterte ich.

„Mindestens ein paar Jahre“, antwortete sie. „Vielleicht für immer.“

Für immer … Für immer! Das war neu. So war der Plan nicht gewesen. Mein Plan nicht!

Meine Gliedmaßen wurden so taub wie heute Nacht, in meinem Kopf breiteten sich dumpfe Schwaden aus, meine Brust war von einem riesigen Stein ausgefüllt. Ich konnte nichts fühlen, nichts spüren. In meinem Verstand drehten sich diese beiden Wörter im Kreis.

Für immer.

Alle verlassen, die ich liebte.

Für immer.

Meine kleine Schwester. Julien, Martha, Gus. Meine Eltern.

Für immer.

Meine – Großmutter!

„Und – du?“, fragte ich. Es war mir jetzt egal, wie sie das fand. Es gab nichts mehr zu verlieren. Ich musste weg, für immer!

Sie sah mich an und schwieg.

„Ich gehe nur, wenn du mitkommst.“

Sie schwieg.

„Großmutter, ich gehe nicht ohne dich.“

Sie schwieg.

„Du kannst mich nicht dazu zwingen.“

Scheinbar doch – sie schwieg.

Verzweifelt suchte ich nach einem Ausweg. Fand keinen. Mir fiel nichts ein als mein eigener Spruch auf dem Parkplatz: „Ein neues Elli-Zeitalter ist angebrochen.“ Wie bitter der Beigeschmack auf einmal war.

Ich spürte, wie die Tränen in mir aufstiegen, da kam Julien zur Tür hereinspaziert. Großmutter wollte nicht, dass Julien etwas mitbekam, das war nicht schwer zu erkennen. Also kämpfte ich die Tränen hinunter und ging unauffällig in den Schwebezustand. Das half auch in solchen Fällen. Vorläufig hatte Großmutter das letzte Wort. Doch ich würde weiter nach einem Ausweg suchen und später darauf zurückkommen. Sie war nicht der einzige sture Mensch in diesem Zimmer.

Ich erzählte Julien von dem Wagen mit den zwei Beobachtern. Wir fanden ein Fenster im Flur, von dem aus man den Parkplatz ziemlich gut überblicken konnte. Der Wagen war weg. Wie hätte es anders sein können. In jedem vernünftigen Kriminalfilm war das so. Allerdings hätte ich jetzt lieber in einer Komödie gesteckt. Auf dem Weg zurück zum Krankenzimmer musterte ich Julien von der Seite. Versuchte vergeblich, mir vorzustellen, dass ich diesen lieben Menschen nicht mehr wiedersehen sollte. Nie mehr. War es überhaupt möglich, sich klar zu machen, was diese Begriffe wirklich bedeuten: „für immer“, „nie mehr“? Solche Abschiede waren bisher in meinem Leben nicht vorgekommen. Selbst als Großmutter verschwunden war, war ich der festen Überzeugung gewesen, dass ich sie wiedersehen würde. In diesem Fall hatte ich recht behalten, auch wenn es verdammt lange gedauert hatte. Konnte das schon als ausreichende Begründung für einen weiteren Versuch gelten, „für immer“ und „nie mehr“ einfach nicht zu akzeptieren?

Julien unterbrach meine trotzigen Bemühungen, der Realität ein anderes Gesicht zu geben. Er ging seiner Arbeit nach, bat mich um eine Beschreibung des Wagens und der Insassen, gab die Daten an seine Kollegen weiter und wandte sich dann an Großmutter mit den Fragen, die er ihr gestern nicht gestellt hatte. Wieder einmal war ich froh über die Sachlichkeit, die er damit in meine Gedanken brachte. Stürzte mich auf sie, als gäbe es nichts Wichtigeres. Ich war aber auch tatsächlich gespannt, wie Großmutter seine Frage beantworten würde, was die Kameradschaft bei ihr gesucht habe. Sie erzählte ihm von den Büchern, schilderte in groben Zügen den Inhalt.

„Wie konnte die Kameradschaft von den Büchern erfahren?“, fragte Julien.

„In der ersten Zeit, als ich nach Deutschland zurückgekehrt war, nahm ich Kontakt mit Javier auf“, antwortete Großmutter, „wir schrieben uns regelmäßig. In meinem vorletzten Brief fragte ich ihn, was er davon hielte, wenn ich unsere Geschichte aufschriebe, um sie der Nachwelt zu erhalten. Er antwortete nicht, auch nicht, als ich ihm noch einmal schrieb. Das beunruhigte mich außerordentlich. Er lebte damals in Madrid und ich beschloss, mit Alfonso nach Madrid zu fahren, um nach ihm zu sehen. Wir hatten ja beide kein Telefon. Javier wohnte nicht mehr dort, wo ich meine Briefe hingeschickt hatte. Eine Nachbarin sagte, er sei weggezogen. Niemand im Viertel wusste wohin. Ich fragte jeden, der mir über den Weg lief – ohne Erfolg. Es gab weder eine Spur von ihm noch von den Briefen.“ Großmutter schwieg einen Augenblick. Dann fuhr sie fort: „Nach mehreren Tagen erfolgloser Suche kam mir auf der Straße eine junge Frau entgegen und sagte im Vorbeigehen so schnell, dass ich es kaum verstand, ich solle aufhören, herumzufragen, wenn mir mein Leben und das meines Sohnes lieb seien. Auf mein eigenes Leben gab ich zu dieser Zeit nicht viel, doch ich wollte Alfonso nicht noch einmal irgendeiner Qual aussetzen. Mein armes Kind hatte bereits genug für mehrere Leben durchgemacht. Ich lief der Frau hinterher, um mit ihr zu sprechen, aber sie bog um eine Straßenecke und verschwand spurlos. Ich nahm die Warnung sehr ernst und reiste wieder ab. Seit diesem Tag nahm ich zu allen meinen Freunden nur noch Kontakt auf, wenn es wirklich sein musste. Von Javier habe ich nie mehr gehört.“

Sie schüttelte gedankenverloren den Kopf. Dann sah sie Julien direkt an. „Dass die Kameradschaft von den Büchern weiß, kann nur bedeuten, dass sie Javier aufgespürt haben und dass er jetzt tot ist. Freiwillig hätte er ihnen meine Briefe niemals überlassen. Ich frage mich allerdings, warum er sie aufgehoben hat. Das war nicht besonders klug. Genauso wenig, wie sie überhaupt zu schreiben.“ Großmutter starrte vor sich hin, ein tiefes Bedauern spiegelte sich in ihrer Miene.

„Wo sind die Bücher jetzt?“, wollte Julien wissen.

„Ich habe sie schon vor zwanzig Jahren jemandem gegeben, damit er sie für mich aufbewahrt. Ich fürchtete immer, sie könnten der Kameradschaft in die Hände fallen, nachdem Javier verschwunden war.“

„Und dieser Jemand …?“, fragte Julien.

„… ist letztes Jahr gestorben“, ergänzte Großmutter. „Als ich von seinem Tod erfuhr, hatten seine Kinder den Nachlass schon aufgeteilt. Die Bücher waren nicht mehr da.“

Sie log! Sie wollte nicht, dass die Bücher bei der Polizei landeten. Sie wollte unser Volk schützen. Nicht auszudenken, was geschehen würde, wenn die Bücher in die falschen Hände gerieten. Nicht nur irgendwelche Leute von der Kameradschaft, auch Wissenschaftler, Politiker, Journalisten hatten in diesem Zusammenhang falsche Hände. Nicht auszudenken, was allein mit meinem Vater, ihr und mir geschähe, wenn unsere Herkunft bekannt würde. Ich war ihr dankbar, auch wenn es Julien war, den sie anlog. Den wir gemeinsam anlogen. Julien ließ sich von ihr den Namen des Verstorbenen geben und die Adresse seiner Verwandten. Er würde nicht so schnell aufgeben.

Die Tür wurde geöffnet und ein Arzt kam herein. Er hielt ein Klemmbrett mit Unterlagen in der Hand und trat an Großmutters Bett.

„So, dann wollen wir mal sehen, ob wir Sie heute entlassen können“, sagte er in dem munteren Medizinertonfall, der meinem Eindruck nach besonders häufig bei alten Leuten angewendet wurde. Er nahm ein paar flüchtige Untersuchungen an ihr vor und nickte dann. „Sie können sie gleich mitnehmen“, wandte er sich an Julien und begann, die Papiere auszufüllen. Mir wäre es lieber gewesen, sie hätte noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben müssen. Hier war sie wenigstens sicher. Wenn sie wieder im Laden wäre, würde nur das Gebäude überwacht. Doch Julien und Großmutter verbündeten sich mit dem Arzt, und mir blieb nichts übrig, als ihre Siebensachen einzupacken.

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