Die Bedienung kam und häufte Berge von Essen auf unseren Tisch. Jetzt wurde mir klar, warum er vorhin so gegrinst hatte. „Wer kommt denn noch?“, fragte ich.
„Du musst alles aufessen, und was du nicht schaffst, lassen wir dir einpacken. Ich wette, dein Kühlschrank ist eine Eiswüste“, antwortete er. Er hatte eine Miene aufgesetzt, die wenig Raum für Widerspruch ließ.
Seufzend zog ich einen Teller Bratkartoffeln aus dem Gewirr zu mir her. Wahrscheinlich hatte er seinen ganzen Charme spielen lassen, um mir die zu organisieren. Ich sollte dankbar sein. Schon nach den ersten Bissen merkte ich, wie gut mir das Essen tat. Julien schien auch Hunger zu haben. Wir mampften schweigend einen Teller nach dem anderen leer. Die Bedienung lief während unseres Gelages ständig hin und her und räumte das abgegessene Geschirr ab. Auch wenn das ihr Job war, fand ich es nett. Als Julien wieder zu sprechen begann, hatten wir nur noch zwei Schälchen mit Pudding übrig.
„Du siehst besser aus“, bemerkte er. „Wie sind deine Pläne?“
„Ab wann hetzt du mir den schießenden Schönling auf den Hals?“ fragte ich zurück.
„Ab sofort. Er wird jede Minute eintreffen.“
„Das ist jetzt nicht dein Ernst!“ Ich war wirklich aufgebracht. Wie sollte ich denn vorwärtskommen, mit so einem Klotz am Bein? Für den Laden und die Wohnung von Großmutter sah ich es ja ein, aber ich konnte doch nicht von morgens bis abends mit einem Kindermädchen rumlaufen! Damit würde ich doch erst recht auffallen. Und vor allem schön verfolgbar bleiben. Madurgeschwindigkeit!
Julien schien meine Gedanken zu erraten. Er lachte laut. „Du machst ein Gesicht, als würde ich dich anketten. Ich hab eine Überraschung für dich. Du kriegst nicht nur einen, sondern sogar zwei Aufpasser.“ Mit einem lieblichen Lächeln wartete er meine Reaktion ab.
Ich versuchte, meinen Missmut nicht ganz so stark zu zeigen. Er meinte es ja nur gut. Trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass mir ein „oh nein“ herausrutschte.
„Tja, und die beiden sind professionelle Skater. Unsere Special Agents für Jugendkriminalität.“ Er lehnte sich zurück, um seine Worte wirken zu lassen.
Ich schaute ihm direkt in die Augen und fand, dass er die Wahrheit sagte. Mir fiel ein Stein vom Herzen. „Mensch Julien, ich könnt dich echt schlagen! Mich so zu erschrecken! Aber – du bist einfach ein Schatz! Das ist voll cool! Ich könnte dich knutschen!“
„Was denn jetzt?“
„Beides!“ Mit einem Satz war ich auf seiner Tischseite und knuffte ihn auf den Oberarm. Ein bisschen fest, damit es ihm auch ein bisschen wehtat. Und dann fiel ich ihm um den Hals. Er schlang seine Arme um mich und drückte mich an sich. „Ich vermisse dich jetzt schon“, sagte er leise.
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