Christine Kraus - Lintu

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Ihre außergewöhnliche Gabe ist zugleich ihre große Leidenschaft: Im Wind liegen, die Erde von oben betrachten, ein Ziel pfeilschnell erreichen – in jedem unbeobachteten Moment bewegt sich Elli schwebend durch die Welt. Doch sie kann ihre Freude mit niemandem teilen: Schon früh musste sie lernen, ihre Fähigkeit vor anderen zu verbergen. Auch die Frage, warum sie fliegen kann, bleibt unbeantwortet – in ihrer Familie wird nicht darüber gesprochen. Am Rand einer großen Stadt versucht die junge Frau, ein unauffälliges Leben zu führen, bis der Überfall auf eine geliebte Freundin alles verändert. Nicht ganz freiwillig weiht Elli ihren besten Freund in ihr Geheimnis ein und entdeckt gleichzeitig Hinweise zu ihrer Herkunft. Elli schöpft Hoffnung, dem Rätsel endlich auf die Spur zu kommen. Entschlossen, Menschen zu finden, die so sind wie sie, macht sie sich auf die Suche und nimmt mutig jede Herausforderung an, die auf ihrem Weg liegt.

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Nach Süden, zum Valle del Pájaro . Da war sie wieder.

Warum warst du so lange still?

Ich wollte dich nicht stören.

Wie geht das, unsere Unterhaltung?

Genauso wie das Fliegen. Du kennst viele deiner Fähigkeiten noch nicht, doch ich werde dir zeigen, so viel ich kann, bevor ich dich verlassen muss.

Verzweiflung stieg so schnell und gewaltig in mir auf, dass ich es kaum schaffte, sie niederzukämpfen.

Elli. Großmutters geistige Stimme klang so klar wie bei ihrem ersten Satz im Laden. Du kannst unsere gemeinsame Zeit damit verschwenden, zu trauern, dass du mich bald nicht mehr hast, oder dich auf das konzentrieren, was jetzt ist. Du hast mich jetzt hier. Wir sind miteinander verbunden und können noch sehr viel tun. Willst du die Zeit nutzen?

Entschuldige. Du hast recht. Ja, ich will die Zeit nutzen. Wie wollen wir es machen mit dem Fliegen? Wirst du mir sagen, wohin genau ich muss?

Ich werde dich leiten. Du musst Richtung Süden aus der Stadt hinaus.

Mittlerweile war es richtig dunkel geworden. Trotzdem flog ich weiter vorsichtig von Dach zu Dach. Doch ich wurde ruhiger. Seltsamerweise fühlte ich mich stark mit meiner ungewöhnlichen Last.

Und wie leitest du mich? Du kannst doch gar nichts sehen!

Ich kann den Weg wie eine rote Linie in der Landschaft vor meinem geistigen Auge sehen. Ich habe ihn gespeichert, als ich ihn einmal geflogen bin. Jeder Lintu kann das. Wir können sogar von anderen Lintu Wege übernehmen.

Dann kannst du mir doch den Weg geben.

Großmutter lächelte. Wie konnte ich das jetzt wissen? Ich sah es nicht, hörte es nicht, wusste es aber trotzdem. Sehr interessant.

Ich kann dir den Weg zwar geben, doch nur, wenn du weißt, wie man ihn empfängt. Das musst du aber erst üben …

Hätte ich auch selbst drauf kommen können, dass sogar die besonderen Fähigkeiten Übung brauchten.

Du kannst als Erstes einmal damit anfangen, nicht zu jedem Satz, den ich zu dir sage, einen Kommentar abzugeben. Damit unterbrichst du mich jedes Mal.

Stimmt, das ist – ach, schon wieder! Entschuldige, Großmutter, es geht so automatisch.

Ist schon gut, du fängst ja gerade erst an.

Trotz aller Vorsicht flog ich so schnell wie noch nie in meinem Leben. Ich hatte das Schnellfliegen immer trainiert, aber jetzt, zu zweit, waren wir um ein Vielfaches schneller. Obwohl sie so schwach war und obwohl sie mich brauchte, um in den Schwebezustand zu gelangen, schien Großmutter meine Energie zu verstärken. Es war faszinierend. Ich war gespannt, wie lange ich das so durchhalten könnte.

Theoretisch, bis wir da sind. Wenn sich zwei Lintu zusammentun, sind sie fast unschlagbar. Wahrscheinlich schaffen wir die Strecke, bis es hell wird.

Fliegen wir nach Spanien?

Ja.

Wohin dort?

In die Pyrenäen.

Was ist das für ein Ort, Valle del Pájaro?

Das Vogeltal. Wir wurden damals von den Spaniern ‚los pájaros‘ genannt – die Vögel. Das Tal liegt hoch oben in den Pyrenäen, dort kommt niemand hin, der nicht fliegen kann. – Es ist unser Friedhof.

Das Wort fuhr wie ein Messer in mich hinein. Auch wenn ich mir vorgenommen hatte, die Situation zu akzeptieren. Ich schluckte schwer.

Und Simón liegt dort?

Großmutters Stimme klang einen Augenblick wehmütig. Nicht sein Körper, den musste ich in Kanada zurücklassen. Aber ich habe sein Amulett dorthin gebracht.

Ich schwieg. Stellte mir vor, wie sie sein Amulett in der Erde vergraben hatte …

Ich habe es an einen unserer Bäume gehängt. Im Tal stehen viele Bäume und jeder hat eine Plattform, um die Toten aufzubahren. Die Tiere und das Wetter sorgen dafür, dass irgendwann nur noch blankgeputzte Knochen übrigbleiben. Die begraben wir im weichen Boden des Tals. Die Haare jedoch schneiden wir ab und verbrennen sie. Dann fliegen wir so hoch wir können und übergeben die Asche dem Wind. Das Amulett eines Lintu bleibt im Baum hängen.

Du wirst das Amulett wiederfinden … flüsterte ich innerlich.

Ja. Wieder konnte ich ein Lächeln wahrnehmen.

Ich wollte nicht daran denken, doch das Bild drängte sich geradezu auf. Großmutter aufgebahrt auf einer Plattform im Baum. Es war ein feierlicher Anblick. Und gleichzeitig das Schrecklichste, was ich je gesehen hatte.

Kannst du den Adler erkennen?

Welchen Adler? Es gibt doch hier keinen Adler, mitten in der Nacht!

Am Sternenhimmel! Du musst in seine Richtung fliegen.

Ich kam mir so dumm vor.

Ich kenne keine Sternbilder außer dem großen Wagen, antwortete ich kläglich.

Niemand hat dir gesagt, dass sie wichtig für uns sind. Du kannst nichts dafür.

Das nützte nicht viel. Es war so unintelligent von mir. Jeden Tag flog ich unter dem Sternenhimmel und hatte mich noch nie um seine Bilder gekümmert. Großmutter beschrieb mir das Sternbild und ich korrigierte die Richtung, nachdem ich es gefunden hatte. Nahm mir vor, mich damit zu beschäftigen, wenn ich wieder zu Hause war. Oh shit, ich war ab jetzt nicht mehr zu Hause.

So darfst du nicht denken, Elli. Lintu sind überall zu Hause. Großmutter machte eine Pause, dann fuhr sie fort: Die Landschaft ist unsere Wohnung und der Sternenhimmel das Dach. Pflanzen und Tiere sind unsere Geschwister. Und die Lintu untereinander sind wie ein Wesen. Du bist niemals allein, niemals fremd, niemals fern der Heimat.

Ich weiß nicht, ob ich das so schnell kann. Ich habe mich immer allein gefühlt, mein ganzes Leben.

Unter den Madur – natürlich.

Die Madur?

So nennen wir die Menschen, die nicht so sind wie wir. Sie können freundlich oder feindlich sein, es ist nie vorherzusehen. Deshalb müssen wir vorsichtig mit ihnen sein. Sie sind oft ängstlich und auf enge Vorstellungen fixiert. Darum sind sie schnell überfordert.

Gibt es denn Madur, die die Lintu kennen?

Früher gab es sehr viel mehr. Aber die Nazis haben nicht nur die Lintu umgebracht, sie haben auch alle verfolgt, die mit den Lintu verkehrten. Unsere engsten Freunde unter den Madur sind die Sinti und Roma. Wir sind ihnen in vielem sehr ähnlich.

Erzähl mir davon.

Das brauche ich jetzt nicht. Wenn du das Büchlein über uns liest, dann wirst du es verstehen. Ein Madur hat es geschrieben, ein Professor, der unser Volk liebte. Er ist oft mit uns geflogen.

Wir waren jetzt schon eine Weile unterwegs und Großmutter beantwortete ununterbrochen meine Fragen. Es musste sehr anstrengend für sie sein. Ich überlegte, ob wir besser eine Weile schweigen sollten, damit sie sich ausruhen konnte.

Es strengt mich an, da hast du recht, doch das ist jetzt nicht wichtig. Wichtig ist, dass du so viel wie möglich erfährst. Du brauchst dieses Wissen, um durchzukommen. Und ich kann dir nur noch diesen Dienst erweisen.

Der Gedanke machte mich traurig, wie sehr ich mich auch bemühte, es nicht zuzulassen.

Du darfst ruhig traurig sein, solange du trotzdem deine Fragen stellst.

Wieso konnte sie eigentlich auch die Gedanken und Gefühle wahrnehmen, die gar nicht für sie bestimmt waren? Ich konnte das nicht bei ihr.

Weil du mich einlässt. Deine Pforten sind geöffnet.

Aber ich mache doch gar nichts.

Eben. Du musst die Pforten verschließen, wenn du nicht willst, dass ich alles wahrnehmen kann.

Und du machst das?

Ja.

Und wie?

Ich zeige es dir, pass auf.

Plötzlich konnte ich Gedanken und Gefühle von Großmutter erkennen. Ich bemerkte wohl, dass sie mir nur Ausschnitte ihrer Innenwelt enthüllte. Sie zeigte mir, was sie über die Gegend wusste, über die wir gerade flogen und wie sehr sie sich nach unserem Ziel sehnte. Dann verschloss sie sich wieder. Ich war ein bisschen enttäuscht. Irgendwie hatte ich mehr Einblick erwartet.

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