Florian F. Scherzer - Neubayern

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Ein bayrischer Landstrich irgendwann früher. Ein mysteriöser Teufel taucht in Oberpfaffing auf und ein Bauernbursche verschwindet. Der Dorffischer Joseph Kiener begibt sich auf die Suche nach dem Kind und geht auf einen spannenden 19. Jahrhundert-Roadtrip durch ein eigentlich vertrautes Land, das uns im Laufe der Geschichte immer fremder und fremder wird. Er begegnet ungewöhnlichen Menschen, merkwürdigen Bräuchen, sonderbaren Sagengestalten, der Angst und der Wahrheit. Bis wir Leser merken, dass nichts so ist, wie es uns die Geschichte anfangs hat vermuten lassen.
"Neubayern" ist halb moderner Heimatroman, halb erwachsene Abenteuergeschichte. Spannend und berührend, verstörend und mutmachend. Florian F. Scherzer hat einen Kosmos entworfen, der nur auf den ersten Blick heimelig und vertraut erscheint. Er spielt geschickt mit Klischees und Weltbildern und überrascht den Leser ein ums andere Mal.
Auch die zahlreichen Illustrationen, die Cover-Figur sowie der Beileger zum selbst zusammenkleben in «Neubayern» stammen von Florian F. Scherzer.

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»Von ganz oben kannst du bis in die Stadt hinein sehen.« Elsi stieg schon weiter auf.

Wir gingen um einen kleinen Hügel herum und standen auf einer großen Weide. In Oberpfaffing gab es eine ganz ähnliche Stelle: Die Felswand des Wachten und darunter eine große Viehweide, auf der im Sommer die Rinder des Dorfes waren. Hier sah ich aber ganz andere Tiere. Wollrehe, wie vor einigen Monaten auf dem Kirchplatz. Weiße Wollrehe. Zehn oder fünfzehn Stück. Sie sprangen wie Ziegen davon, wenn man ihnen zu nahe kam. Ganz elegant. Nicht wie die normalen Rehe sondern eher wie Böcke. Nach allem, was ich heute gesehen hatte, wunderte mich nichts mehr. Die Tiere und ihre Bewegungen sahen jedenfalls sehr geschmeidig aus. Ich schaute zu Elsi, sie machte mir ein ungeduldiges Zeichen, ihr zu folgen und ging weiter.

Oberhalb der Weide sah ich ein ganz und gar ungewöhnliches Haus. Ein Haus, wie ich es noch nie vorher zu Gesicht bekommen hatte. Vielleicht das Haus einer Hexe oder eines Magiers, dachte ich damals. Es war direkt in die felsige Wand gebaut und hing wie ein Schwalbennest über der Wiese. Das Haus schien ganz und gar aus übrig gebliebenen Teilen alter Höfe und Stadthäuser zu bestehen: Schiefe Fenster, krumme Türen, quietschende Winden, verzierte Balken, zerbrochenes und ganzes Glas in bunten Kirchenfenstern, bemalte Bauernschranktüren. Etwas, das aussah wie eine Aussteuertruhe, klebte wie ein Balkon an einer der Wände. Ein wilder Haufen unterschiedlicher Teile, windschief und krumm zusammengeleimt, gebunden und genagelt. Alte Schränke und etwas, das aussah wie ein Sarg oder ein Aborthäuschen, wurden zu Türmchen und Erkern. Nichts passte zusammen und doch fügte sich alles zu einem seltsamen Gebäude zusammen. Das Ganze wurde gestützt durch eine Vielzahl von Baumstämmen und alten Dachbalken, die das Haus an den oberen Rand der Felswand drückten. Obwohl es fast windstill war, schienen die einzelnen Elemente immer in Bewegung zu sein und ich befürchtete, irgendeines der wackeligen Teile könnte sich lösen und auf uns herabstürzen.

Ich konnte nicht erkennen, ob es von dort, wo wir standen, überhaupt einen Weg zu dem Schwalbennesthaus gab. Es hing bestimmt dreißig oder vierzig bayerische Fuß über der Stelle, wo die Weide auf die Felswand traf. Elsi wirkte erleichtert: »Willkommen auf dem Doben, Kiener. Gleich sind wir beim Engel.« Ich blickte nach links und rechts die Bergkette entlang. Das Schwalbennesthaus war die höchste Stelle der gesamten Bergkette. »Ist er der Engel, weil er so weit über uns wohnt?«, fragte ich. Elsi lächelte nur milde und sagte: »Wart ab, Kiener. Der Engel ist halt der Engel.«

Hinter einem Busch war eine vergitterte, eiserne Türe vor einer Öffnung im Felsen. Elsi nahm einen winzigen Schlüssel aus ihrem Hosensack, sperrte auf und wir konnten eine steile Treppe in einem in den Fels geschlagenen Gang hinaufsteigen. Oben öffnete Elsi eine Falltüre, die mitten in das Schwalbennesthaus führte.

Das Haus war noch wackeliger und weiter oben als es von unten ausgesehen hatte. Bei jedem Schritt stöhnte und ächzte es und ich hatte dauernd das Gefühl, in einem leichten Luftzug zu stehen. Aber was die Aussicht betraf, hatte Elsi nicht übertrieben. Ich sah Rieding mit St. Jakob und viel weiter hinten konnte ich am Fuß einer anderen Bergkette die Stadt sehen. Die Stadt mit den drei Kirchen, dem Dom und der Bischofsresidenz.

Ich ging ganz nah an eines der größeren Fenster. Der Boden stöhnte. Zwar war ich schon oft in Richtung Wachten gelaufen und hatte vom oberen Goaßweg Richtung Rieding geschaut, aber der Blick aus dem Schwalbennesthaus ließ mich nicht so leicht los. Ich konnte mich gar nicht satt sehen. Gleichzeitig scheute ich die ungewohnte Höhe. Über Russlach schien die Sonne, weiter hinten über Rieding und der Stadt ballten sich Wolken. Dazwischen Sonnenstrahlen, Regenschlieren, Licht, Dunkel, Blau, Grau, Grün, Berge, Hügel, Felder, Weiher, Wälder, Höfe und Dörfer.

Ich weiß nicht, wie lange ich da stand. Wahrscheinlich lange, denn es wurde langsam dunkel.

Jemand legte mir die Hand auf die Schulter. Es war Elsi. Ich drehte mich um und wusste, dass ich den Engel kennenlernen würde.

Ich erwartete, überrascht zu sein. Eine Lichtgestalt in Weiß oder ein weiser alter Mann. Aber der Engel, den ich mitten im Schwalbennesthaus stehen sah, war ganz normal. Vielleicht vierzig Jahre alt, weder dick noch schlank, schüttere farblose gescheitelte Haare, Schnurrbart, saubere graue Weste, weißes Hemd und graue wollene Hose. »Der Kiener«, sagte er ruhig und ging auf mich zu um mir die Hand zu schütteln.

»Elisabeth sagt, dass du einige Antworten bekommen möchtest. Sie hat das Gefühl, dass du einer bist, dem wir vertrauen können und der alles verstehen wird.«

Er schaute mich lange an und fuhr dann fort. »Elisabeth hat mir das Meiste über dich schon erzählt.« Der Engel ging einige Schritte ins Halbdunkel nahe der Felswand. Da standen zwei Sessel, auf die wir uns setzten. Der Engel schaute mich unverwandt an. Ich fühlte mich unbehaglich.

»Was weißt du über das Königreich Bayern, Kiener?«

Ich schaute irritiert zu Elsi, die mir aufmunternd zulächelte.

»Ich will dir erst mal ein wenig die Augen öffnen, Kiener, und dazu muss ich wissen, was du weißt, verstehst du?« Der Engel sprach sehr ruhig und fast nach der Schrift. Er wirkte herablassend und schaute mir direkt in die Augen. Ich fühlte mich trotzig.

»Halt alles, was wir in der Schule gelernt haben. Wiener Kongress. König Ludwig und die Wittelsbacher, Residenz in München und es gibt Altbayern und Franken und Schwaben und so etwas.«

»Aha, das ist ja nicht besonders viel, oder?« Der Engel lächelte. Ich mochte ihn nicht. Er blickte sich Beifall heischend zu Elsi um.

»Kennst du jemanden, der schon einmal in München war?«

Ich verstand den Sinn seiner Fragen nicht. Die Erwähnung Münchens weckte immer noch und immer wieder Unbehagen in mir.

»Der Dobler aus Oberpfaffing ist nach München, der war so gut in der Schule, dass der zum Studieren da hin musste. Und der Benno vielleicht …«

»Zum Benno kommen wir später. Aber sag, Kiener, kennst du jemanden, der aus München zurückgekommen ist? Nach Oberpfaffing.«

Das brachte mich ein bisschen zum Nachdenken. »Nein.«

»Geh doch mal an das Fenster und zeige mir, in welcher Richtung deiner Meinung nach München liegt.«

Ich schaute zum Fenster und wieder zum Engel. »Das kann ich nicht.«

»Kennst du jemanden, der schon einmal in Rosenheim oder Landshut oder Straubing war?«

»Ich weiß nicht, was das sein soll.«

»Das sind wichtige Städte in Bayern. Wie heißt denn die nächste größere Stadt zwischen hier und München?«

»…«

»Kommt dir das nicht seltsam vor, Kiener? Dass du hier in Bayern bist, aber noch nie von anderen Orten gehört hast?«

»Ich arbeite halt viel mit meinen Fischen und habe wenig Zeit.«

»Ich habe schon gehört, wie viel du arbeitest und was du mit deiner Zeit machst.« Der Engel rollte mit den Augen und schaute wieder zu Elsi. »Hast du vielleicht schon mal etwas über Straubing oder Rosenheim gelesen?«

»Nein.«

»Bist du besonders dumm im Vergleich zu den anderen oder woran meinst du liegt das?«

Langsam wurde ich zornig. »Vielleicht gibt es das alles gar nicht. Nur weil Sie es behaupten, heißt das noch lange nicht, dass das alles existiert. Der Pfarrer hat immer gesagt, dass es gar keine Perchtln oder den heiligen Andreas gibt. Und was habe ich gerade gesehen …? Und jetzt kommen Sie mit Rosenheim und Straubling und lauter solchen Dingen. Warum soll es die denn geben? Nur weil Sie das behaupten.«

»Du hast ja recht, Kiener. Ich versuche es noch mal andersherum.« Der Engel nahm seine Nasenwurzel zwischen Daumen und Zeigefinger, als wollte er mir zeigen, wie besonders gut er nachdenken konnte. »Sag, in welchem Jahr hat unser jetziger König den Thron bestiegen?«

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