Ute Cohen - Satans Spielfeld

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"Die Einsamkeit ist Satans Spielfeld."
Vladimir Nabokov
Die zwölfjährige Marie wächst in den Siebzigerjahren auf dem bayerischen Land auf. Bäuerliche Rohheit und dumpfe Obrigkeitshörigkeit prägen die Dorfgemeinschaft. Die Eltern, gefangen in einer zerrütteten Ehe und belastet mit Geldsorgen, sehen in der Tochter die Erlöserin aus dem eigenen Elend. Kleinbürgerliche Enge und der Druck des Elternhauses lassen das empfindsame, begabte Kind Zuflucht im Katholizismus und in Tagträumen finden.
Als Marie eines Tages Sabine und Nicole, die Töchter des schillernden Architekten Fred Bauleitner, kennenlernt, bricht ihre Einsamkeit auf. Ungezwungenheit und Sorglosigkeit locken Marie aus ihrem Kokon. Sie befreit sich von der elterlichen Schwere, entdeckt eine Welt, die moralinsaure Beschränkung gegen freigeistige Leichtigkeit tauscht. Marie riecht, schmeckt, genießt eine dunkel geahnte pubertäre Erregtheit. Der Vater ihrer Freundinnen, getrieben von den eigenen Schatten, webt ein Gespinst aus Verführung, Vaterliebe und Macht, aus dem sich Marie nicht mehr zu entreißen vermag. Sexualität wird zum brutalen Kernstück einer Verbindung, die sich loslöst von moralischen Wertungen, hinabblickt in menschliche Abgründe.
Aus dem Strudel von Gewalt und psychischer Manipulation scheint es für Marie nur einen Ausweg zu geben.

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Als sie vor der Bühne stand, entdeckte sie ihn. Flankiert von einer Blondine mit Hornbrille und einer Brünetten mit Hibiskusblüte im Haar, redete Bauleitner auf zwei Männer ein. Marie spürte, wie sie in seine Richtung vorwärtsgeschoben wurde. War er es, der sie anzog? Oder doch nur die grölende, Bier und Schweiß ausdünstende Menge? Sie war nahe daran, zu stolpern, so sehr war sie damit beschäftigt, seinem Blick nicht zu begegnen. Sie konzentrierte sich auf den an einer Silberkette über dem Dekolleté baumelnden Anhänger seiner Begleitung. Das Gesicht konnte sie nicht erkennen, die dick getuschten Wimpern verschatteten die Augen. Übelkeit stieg in ihr auf. Warum hatte sie nur so hemmungslos geschaukelt und Zuckerwatte gegessen? Die andere war gebräunt, schön, kein Kind mehr. Es war nicht leicht, mit dem Gefühl der Unterlegenheit so zu tun, als wäre es ihr egal. Ihr Blick schweifte über die glatten Haare auf den nackten Schultern, ein leises Lächeln schlich sich auf ihre Lippen.

Bauleitner zog einen Zwanzigmarkschein aus der Brieftasche und hielt ihn an ein Feuerzeug. »Wenn ihr ihm den Auftrag gebt, dann könnt ihr euer Geld gleich verbrennen!«

Die Blondine neben ihm hob zweifelnd eine Braue über ihrer Hornbrille, während ihr kahlköpfiger Begleiter gemächlich den Rauch seiner Zigarre auspaffte. Die Flamme züngelte bedenklich nah an dem grünen Geldschein. In Maries Bauch begann es zu kribbeln.

»Das ist Staatseigentum! Du machst dich strafbar!«, warnte der Glatzkopf.

Ein Ausdruck von verachtendem Triumph huschte über Bauleitners Gesicht. »Mach dich nicht lächerlich! Ich kann mit meinem Geld machen, was ich will!« Es schien ihm Freude zu machen, dass er seinen Eindruck bei Menschen mit einer kleinen Bemerkung verändern konnte. »Und wenn ihr glaubt, das wäre eine gute Investition, dann zeige ich euch mal, wie schnell das Ding in Flammen aufgehen wird!«

Die Flamme nagte bereits am Papier. Höhnisch ließ er den brennenden Schein auf den Tisch fallen. Bauleitners Tischnachbarn schwiegen und starrten auf das dunkelgraue Häufchen Asche, das er lässig mit dem Zeigefinger zerstob. Er beugte sich vor, beobachtete Marie aus den Augenwinkeln. Sie wusste, dass er auf eine entrüstete Reaktion wartete. Einen Moment lang zögerte sie, blickte zuerst die Dunkle an, die ihn mit offenem Mund anstarrte, und entschied sich dann blitzschnell für ein Lächeln, nicht grinsend, nicht bewundernd, ein wenig gelangweilt. Marie sah, wie er die Hand vom Schenkel der anderen nahm und fühlte sich ein bisschen wie in einer Schaukel, ein klein wenig nur verlor sie das Gleichgewicht, elend war ihr nicht mehr, ein bisschen schwindelig vielleicht, so ganz weit oben in der Luft.

Gedankenverloren stand Marie am Herd und strich mit den Fingerkuppen über den Kochtopf. Die aufgemalten Karotten und Kartoffeln am unteren Rand des Topfes, so traurig und unscheinbar wie die Mutter. Jeden Tag erschien sie ihr ein wenig blasser, immer gleich am selben Ort, ohne Aussicht auf Veränderung. An den Henkeln blätterte das Email in fingernagelgroßen Schuppen ab und entblößte einen matten, angerauten Grund. Der Deckel klapperte, ein dünner Film bildete sich, in den sie mit dem Zeigefinger ein großes M malte. Sie wünschte sich, dass sie nicht so werden würde wie ihre Mutter, die kochte und herumhantierte, dass wenigstens ein M sie unterschiede. Die Herdplatte glühte, und die Suppe begann zu wogen, bis sich eine dicke Blase bildete. Mit einem Kochlöffel rührte sie in der sämigen Masse. Ein säuerlicher Geruch stieg aus dem Topf auf. Angewidert wandte Marie das Gesicht ab und legte den Deckel wieder auf den Topf. Die Kohlsuppe war vergoren. Der Vater hatte wohl vergessen, sie in den Kühlschrank zu stellen. Sie goss die Suppe in die Toilette, spülte, reinigte die Kloschüssel gründlich mit der Bürste und stellte ohne Verblüffung fest, dass sie jeden Schritt genau so ausführte wie die Mutter. Bürsten, schütteln, spülen, in derselben Abfolge. Von der Gleichheit der Bewegungen war sie so gerührt, dass sie beschloss, der Mutter am Abend von der köstlich nach Muskat und Petersilie duftenden Suppe vorzuschwärmen. Ekel verspürte sie keinen.

Der Vater lag auf dem Sofa und fragte mit gepresster Stimme nach dem Abendessen. Zwei Dosen Heringsfilets in Tomatensauce gab es noch im Kühlschrank. Sie hörte, wie der Schlüssel sich im Schloss drehte. Die Mutter legte ihre Handtasche an der Garderobe ab, band die Kochschürze um und begann Salzkartoffeln zuzubereiten. Jeder einzelne Handgriff war wie am Tag zuvor.

»Gibt’s noch Fisch?«, fragte sie.

Wortlos reichte ihr Marie die Konservendosen. Nächstes Mal würde sie der Mutter die Wahrheit erzählen, den Vater nicht verschonen, seine Nachlässigkeit mit einer Lüge bedecken. Nächstes Mal. Jetzt sehnte sie sich nur nach Luft, einem Wind, der ihr die trüben Gedanken um den Kopf wirbelte, bis sie sich in grüne Funken auflösten, in Glühwürmchen verwandelten, die ihr tänzelnd den Weg wiesen.

»Ich geh noch schnell zum Spielplatz. Schaukeln«, sagte sie und zog die Wohnungstür hinter sich zu.

Sie rannte am Heidenbrünnlein vorbei zu seinem im alten Rathaus gelegenen Büro am Marktplatz. Das wuchtige Gemäuer wirkte wie ein fetter, roter Käfer, der über das Kopfsteinpflaster zum Marktbrunnen kroch und in langen, gierigen Schlucken Wasser schlürfte. Die Sprossenfenster mit den bleigefassten Butzenscheiben blinzelten in die Nachmittagssonne. Im ersten Stock hingen Spitzenvorhänge an den Bürofenstern. Marie drückte die schmiedeeiserne Klinke und stieß die Eingangstür auf. Sie nahm zwei Stufen auf einmal. Kam es ihr nur so vor, oder verging die Zeit hier tatsächlich langsamer? Es war, als klebten die Minuten an ihren Füßen wie zäher, sumpfiger Morast. Dabei wollte sie doch nur weg, oder doch eher hinein in das Schlaraffenland.

Als sie vor der Sekretärin stand, hörte sie sich kaum sprechen. Und wenn schon! Die wusste ohnehin, dass Marie kam, um mit Sabine und Nicole zu telefonieren. Stolz schwang ein wenig in ihren Schritten, als sie der Sekretärin zu Bauleitners Bürotür folgte an Zeichenbrettern und Plänen vorbei. Es roch bereits nach ihm, als drängte sich sein Körper aufgelöst in unsichtbare Partikel durch das Schlüsselloch. »Einen Moment, bitte!«, sagte er, sie hörte es klar und deutlich. Ungeduldig betastete sie den Saum ihres Kleides. Er öffnete die Tür. In seinen Händen raschelte Pergamentpapier, ein Bleistift steckte hinter seinem Ohr. Ohne Umschweife fragte er sie: »Marie, kannst du es nicht erwarten? Willst du in Starnberg anrufen?«

Sie neigte den Kopf zur Seite, zog die Schultern hoch und suchte nach Wörtern. Wieso antwortete sie nicht? Ja, gerne. Deshalb bin ich hier! So einfach wäre es, wenn ihr Kopf nicht dumpf und ihre Lippen nicht zitternd an seinem Lächeln hängen würden.

Er stand auf und klopfte mit der Hand auf die lederne Sitzfläche seines Schreibtischstuhles. Ihr sonnenverbrannter Rücken, gekreuzt von schmalen Trägern, rieb an der kühlen Lederlehne. Die Füße baumelten vor dem rollenden Metallkreuz. Sie streckte ihre Zehen, bis sie den Teppich berührten. War sie jetzt verlegen, oder wollte sie einfach Zeit gewinnen, bevor sie zu telefonieren begann? Solange sie mit dem Fühlen beschäftigt war, musste sie nichts anderes tun. Der abgetretene Holzpantoffel mit den Lederriemen und der silbernen Schnalle glitt zu Boden. Sie angelte ihn mit den Zehenspitzen und klammerte sich wie ein Äffchen daran fest. Er beobachtete sie geduldig. Konnte er ihre Gedanken lesen? Manchmal glaubte sie, ihre Mutter könnte es, wäre in Wirklichkeit allwissend, gar nicht ihre Mutter, sondern ein anderes, viel mächtigeres Wesen, das sie gefunden hatte und zufällig Marie sein ließ. Marie, die blitzschnell im Kreis gedreht wurde. Marie, die jetzt die Drehung bremste, die Hände an der Schreibtischkante, als gehörten sie nicht zu ihr. Er lachte und löste vorsichtig ihren Klammergriff. Ihr schwindelte. Erst der Hörer in der rechten Hand gab ihr den Gleichgewichtssinn zurück. Die Wählscheibe surrte leise und der Freiton hallte in ihrem Ohr, als gäbe es seine Schritte nicht und auch nicht seine Hände, die das Schälchen Waffeln und eine Cola auf den Schreibtisch stellten.

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