Ute Cohen - Satans Spielfeld

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"Die Einsamkeit ist Satans Spielfeld."
Vladimir Nabokov
Die zwölfjährige Marie wächst in den Siebzigerjahren auf dem bayerischen Land auf. Bäuerliche Rohheit und dumpfe Obrigkeitshörigkeit prägen die Dorfgemeinschaft. Die Eltern, gefangen in einer zerrütteten Ehe und belastet mit Geldsorgen, sehen in der Tochter die Erlöserin aus dem eigenen Elend. Kleinbürgerliche Enge und der Druck des Elternhauses lassen das empfindsame, begabte Kind Zuflucht im Katholizismus und in Tagträumen finden.
Als Marie eines Tages Sabine und Nicole, die Töchter des schillernden Architekten Fred Bauleitner, kennenlernt, bricht ihre Einsamkeit auf. Ungezwungenheit und Sorglosigkeit locken Marie aus ihrem Kokon. Sie befreit sich von der elterlichen Schwere, entdeckt eine Welt, die moralinsaure Beschränkung gegen freigeistige Leichtigkeit tauscht. Marie riecht, schmeckt, genießt eine dunkel geahnte pubertäre Erregtheit. Der Vater ihrer Freundinnen, getrieben von den eigenen Schatten, webt ein Gespinst aus Verführung, Vaterliebe und Macht, aus dem sich Marie nicht mehr zu entreißen vermag. Sexualität wird zum brutalen Kernstück einer Verbindung, die sich loslöst von moralischen Wertungen, hinabblickt in menschliche Abgründe.
Aus dem Strudel von Gewalt und psychischer Manipulation scheint es für Marie nur einen Ausweg zu geben.

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Unter dem Steintisch saßen sie und versteckten sich vor den glühenden Funken der eisernen Räder. Unzertrennlich waren sie seit dem Beginn der Ferien. Morgens, wenn die Mutter zur Arbeit fuhr und der Vater griesgrämig in seinem Zimmer saß, floh Marie in das Gelbe Haus. Dampfender Kakao auf dem Küchentisch, ein Klavier, aus dem der Flohwalzer hüpfte, ließen das Unwohlsein, die Bedrückung für einen Sekundenbruchteil verschwinden. Ein Sportwagen mit Flügeltüren, orange und saftig, lag auf dem in der Hitze flimmernden Kunstrasen des Balkons. Das Hausmädchen zählte die Fliegen auf dem klebrigen Band, das träge von der Decke baumelte. Unten saß Inge Bauleitner, schweigend in einem Raum, der, so ganz anders als der Rest des Gelben Hauses, einschüchternd, nüchtern, entzaubert wirkte. Mechanisch wie eine Aufziehpuppe griff sie in eine Schale mit Gummibärchen, den strengen Knoten im Nacken zusammengerollt wie eine verschreckte Katze. Sommersprossen, braune Tupfer, die sie scheinbar immer wieder mit ihrer Hand wegzuwischen versuchte, sprenkelten das helle Gesicht. Sie aß, als folgte sie einem detaillierten Plan. Mit Zeige- und Mittelfinger schob sie ein Gummibärchen zwischen die leicht geöffneten Lippen. Ausgesaugt glitt es ihren schlanken Hals hinunter. Eine Schleife, penibel genau gebunden, verschloss die Wickelbluse über dem knielangen Rock, unter dem nervöse Beine wippten. Auf und ab bewegten sie sich und ließen violette Pumps wie Herbstlaub von den Füßen fallen. Als Marie mit Sabine und Nicole unter dem Carport hindurch an ihrem Büro vorbeistürmte, rief sie ihnen lächelnd nach: »Wartet! Was macht ihr? Wohin geht ihr?«

»Nirgendwohin!«, antworteten die Töchter und eilten über die Treppe hinauf in die Küche.

Marie rannte ihnen hinterher und setzte sich auf die Eckbank, die den Eichentisch einrahmte. Die Armseligkeit, das erdrückend Unveränderliche der elterlichen Wohnung, vergessen. Schlaraffenland. Sie ließ das Wort auf ihrer Zunge zergehen. Braun glänzende Würste hingen an dem Baum, unter dem rotwangige, dickbäuchige Jungen schlummerten. Zuckerkringel baumelten von den Ästen, die in den Himmel zu wachsen schienen. Frisch gebrühter Kaffee verströmte seinen Duft aus der wildrosenumrankten Tasse. War er hier? Sie versuchte jedes Anzeichen von Unruhe, Aufregung zu vermeiden, unterdrückte die kurze Atmung. Ängstlich versuchte sie, sich die Aufregung nicht anmerken zu lassen, das dunkelsüße Gefühl in sich zu schützen.

Sabine öffnete eine Dose mit Buttergebäck und leckte den zähen Marmeladentropfen von der Mitte des Spritzgebäcks. Nicole nahm sich einen Schokoladenkeks und stopfte ihn sich in den Mund. Brösel klebten an ihren Mundwinkeln. Sie wischte sie mit ihrem Handrücken ab und schob sich eine Vanillewaffel zwischen die Lippen. Sabine setzte sich zu Marie auf die Bank, straffte ihren Pferdeschwanz und öffnete eine mit Blütenranken bedruckte Schachtel, die neben der Kaffeetasse lag. Sie faltete den Karton auseinander und entfernte die Plastikfolie, die über mit Puderzucker bedeckten, geleeartigen Würfeln lag. »Lokum!«, rief sie, nahm sich einen Würfel und hielt ihn in das durch das Küchenfenster strahlende Sonnenlicht. Ein weißer Flaum aus Puderzucker schimmerte über dem rosa Würfel, den sie nach einem Moment der Verzückung mit kurzen Zungenschlägen ableckte, bis das pastellfarbene Fruchtgummi freigelegt war. »Das musst du probieren! Mein Vater hat es aus der Türkei mitgebracht!« Sie hielt Marie die geöffnete Schachtel hin.

Ein Duft aus Rosen und Orangenblüten kitzelte ihre Nase. Vorsichtig wendete Marie einen Würfel zwischen den Fingern und legte ihn auf ihre Zunge. Die geleeartige Masse fühlte sich pelzig an und betäubte ihre Papillen, während sich die Zähne widerstandslos in die süße Masse bohrten. Ihre Geschmacksknospen zogen sich zusammen, schockiert und überwältigt von der extremen Süße. Sabine lachte und zog Marie durch eine Schiebetür in das Wohnzimmer. Neugierig blickte Marie sich um, berührte im Vorbeigehen einen Samtsessel, den seidigen Vorhang. Wie träge Katzen schmiegten sich die Orientteppiche an das Parkett. Nur ein steinerner Kamin zeigte sein verkohltes Inneres. Schmiedeeisernes Kaminbesteck hing an einem Ständer, neben dem ein Weidenkorb mit Holzscheiten und Reisig lag. Sabine schnappte sich ein Pappschächtelchen vom Kaminsims und zog die nachtblauen Übergardinen des Esszimmerfensters zu. Die gedrechselte Rückenlehne des Sofas warf einen dunklen Schatten auf den verblichenen Gobelinstoff. Der Messingschlüssel bohrte sich tief in die Anrichte. Nur mehr schemenhaft konnte Marie Sabine vor dem Steinkamin erkennen. Sabine öffnete ihre Hand, flüsterte, Gefahr heraufbeschwörend: »Das ist kein normales Streichholz. Es ist bengalisches Feuer. Wenn es entfacht wird, bricht die Hölle aus. Rauchschwaden umnebeln dich und Gase nehmen dir den Atem. Das Licht blendet deine Augen und …«

Ein Schauer lief Marie über den Rücken und der süße Belag ihrer Lokum-Zunge verschwand augenblicklich.

»Soll ich es nun anzünden oder kneifst du?«, fragte Sabine.

Marie, wieder gefasst und bemüht, ein vorschnelles Nicken zu unterdrücken, tat ihr den Gefallen und setzte einen furchtsamen Gesichtsausdruck auf.

Sabine quittierte Maries angstvoll geweiteten Blick mit einem gefälligen Lächeln. Der Kopf des Hölzchens näherte sich der Zündfläche. Ein zuckender Blitz tauchte vor ihren Augen auf und breitete sich zu einem gezackten Stern aus, der von bläulichem Licht eingekesselt war. Die Möbel lugten bösartig aus den Wänden und warfen bedrohliche Schatten, die wie gierige Zungen über die üppig entfalteten Baumkronen der Teppiche wanderten. Sabine warf das glimmende Streichholz in den Kamin. »Luzifer!«, rief sie mit tiefer Stimme und riss die Arme nach oben.

Flammen züngelten empor, Tentakel schlangen sich um die dürren Ästchen, bis das unruhig flackernde Feuer nach heftigem Prasseln in beißendem Qualm aufging. Mit gekrümmtem Oberkörper klammerte sich Marie hustend am Kaminsims fest. Nicole war ganz plötzlich aus dem Rauch aufgetaucht, eine leere Wasserschüssel in den Händen, und lachte über ihre entgeisterten Gesichter. Übelkeit kroch aus Maries Magen die Speiseröhre entlang. Krampfhaft die bitter aufsteigende Flüssigkeit zurückdrängend, lief sie über den Flur in das Badezimmer. Der Toilettendeckel schlug gegen die Kacheln, ihre Hände suchten Halt am Rand der Kloschüssel. Saures Lokum erbrach sie. Benommen bespritzte sie ihr Gesicht mit eiskaltem Wasser. Ihre Augen brannten und tränten. Im Flur waberte ein harziger Duft über den knarzenden Dielen. War es ein Schatten, oder hatte sie ihn wirklich gesehen vor dem Spiegel? Tief atmete sie den Gedanken an seinen lauernden Blick aus. Klare, kühle Luft erwartete sie. Trug! Kardamom und Zitrone sog sie ein, unwillkürlich, und folgte dem Duft bis zum Treppenhaus, wo sich seine schwülstigen Moleküle zersetzten und verloren.

Der Klang jedoch, das Echo seiner Schritte, blieb.

Marie bewegte sich wie eine Puppe mit lebendigen Gliedern. Sie fühlte das Blut in den Adern pochen, spürte, wie es unter der weißen Haut floss. Ihre Arterien verzweigten sich, verwandelten sich in ein feines Gespinst, das sich aus ihrem Körper in den anderen fortpflanzte. Die silbernen Fäden des Puppenkleides spannen sie ein in einen mild unter der Porzellanleuchte erglänzenden Kokon. Neben ihr auf einer niedrigen Klappleiter stand das Gift, scheinbar harmlos, getarnt als Cola und doch vernichtend. Wenn sie Sabines Befehl ausgeführt, die Flasche an ihre Lippen gesetzt hätte, fräße sich die ätzende Flüssigkeit jetzt durch ihre Speiseröhre und würde die Magenwände durchlöchern. Sabine hatte ihr die Flasche in letzter Sekunde entrissen. Gelacht hatte sie, offensichtlich selbst erleichtert über die vereitelte Tat. »Nimm du das Silberkleid«, hatte sie, wohl in einem Anflug schlechten Gewissens, gerufen und Marie mit großmütiger Geste das Kleid in die Hände gelegt. Marie lauschte angestrengt, ob sie diesen Dämon endlich selbst einmal hören würde, der Sabine Dinge ins Ohr flüsterte, die sie unmöglich selbst denken konnte. Vergeblich. Also legte sie die Ohren an die Balken und glaubte Würmer fressen zu hören, die sich durch das Holz bohrten, Tunnel gruben, durch die sie mit ihren Schlitten sausten, immer schneller durch die dunklen Windungen. Dann erloschen die Bilder und die Dinge wurden wieder zu dem, was sie waren, Flaschen, Bilder, Balken, Barbiepuppen.

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