Ute Cohen - Satans Spielfeld

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"Die Einsamkeit ist Satans Spielfeld."
Vladimir Nabokov
Die zwölfjährige Marie wächst in den Siebzigerjahren auf dem bayerischen Land auf. Bäuerliche Rohheit und dumpfe Obrigkeitshörigkeit prägen die Dorfgemeinschaft. Die Eltern, gefangen in einer zerrütteten Ehe und belastet mit Geldsorgen, sehen in der Tochter die Erlöserin aus dem eigenen Elend. Kleinbürgerliche Enge und der Druck des Elternhauses lassen das empfindsame, begabte Kind Zuflucht im Katholizismus und in Tagträumen finden.
Als Marie eines Tages Sabine und Nicole, die Töchter des schillernden Architekten Fred Bauleitner, kennenlernt, bricht ihre Einsamkeit auf. Ungezwungenheit und Sorglosigkeit locken Marie aus ihrem Kokon. Sie befreit sich von der elterlichen Schwere, entdeckt eine Welt, die moralinsaure Beschränkung gegen freigeistige Leichtigkeit tauscht. Marie riecht, schmeckt, genießt eine dunkel geahnte pubertäre Erregtheit. Der Vater ihrer Freundinnen, getrieben von den eigenen Schatten, webt ein Gespinst aus Verführung, Vaterliebe und Macht, aus dem sich Marie nicht mehr zu entreißen vermag. Sexualität wird zum brutalen Kernstück einer Verbindung, die sich loslöst von moralischen Wertungen, hinabblickt in menschliche Abgründe.
Aus dem Strudel von Gewalt und psychischer Manipulation scheint es für Marie nur einen Ausweg zu geben.

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Sabine bauschte den weißen Tüllrock über dem Bauchnabel der Puppe. Nicole saß auf der Plastikschaukel, den Kopf nach oben auf die quietschenden Schaukelhaken gerichtet. »Seht doch mal!«, rief sie. »Sieht sie nicht aus wie die weiße Frau aus King Kong?«

Marie blickte sie fragend an.

»King Kong, der Riesenaffe!«

Sollte sie zugeben, dass sie noch nie von ihm gehört hatte? »Ja, ja, ich erinnere mich!« Maries Stimme klang dünn, ein wenig trotzig. Immer wenn sie in das Gelbe Haus eintauchte wie durch einen Wasserspiegel, selbst überrascht, dass er nicht in tausend Stücke zersplitterte, zog Sabine sie ans Ufer.

»Kong«, begann Sabine, »lebte auf einer unheimlichen Insel mit Monsterskorpionen und Menschenfressern mit Knochen auf dem Kopf.« Sie rollte mit den Augen und fuchtelte mit den Händen, während Nicole neben Marie kauerte, fiebrig und gelöst zugleich. »Eines Tages«, fuhr sie fort, »wurde eine wunderschöne blonde Frau von einem Schiff entführt. Ein Opfer für Kong!« Sie hielt die Barbiepuppe in die Höhe, als heischte sie Mitleid. »Nicole, du bist King Kong. Du, Marie, die weiße Frau.« Brav folgten sie ihren Anweisungen und nahmen ihre Puppen in die Hand. »Doch wie sollten sie die weiße Frau aus dem Dorf heraus zu King Kong bringen, ohne selbst gefressen zu werden? Sie hatten sich etwas ganz Besonderes ausgedacht.« Sabine machte eine kurze Pause und blickte Marie und Nicole erwartungsvoll an. »Sie bauten ein riesiges Holzgestell, auf dem sie die weiße Frau festbanden.« Sabine bog die Arme nach hinten und bedeutete Marie, es ihr nachzumachen. Marie löste ihre Haare und befestigte die Puppe mit dem Haargummi an Mittel- und Ringfinger der rechten Hand. »Die weiße Frau zappelte und weinte.« Marie wimmerte und bewegte wild die gespreizten Finger. Nicole stampfte und schnaubte. »Mindestens tausend Kannibalen zogen am Seil und warfen die weiße Frau genau«, Sabine senkte die Stimme, »vor King Kongs Füße.« Maries Herz krampfte sich zusammen. Die Puppe hing an ihren Fingern. Sabine weidete sich ganz offensichtlich an ihrer Angst und flüsterte: »Nicole, du musst die weiße Frau jetzt überall anfassen. Am ganzen Körper.«

King Kong streckte seine Pranken nach Marie aus, drohte ihr die Kleider vom Leib zu reißen und sie zu zermalmen. Den Kannibalen zwar entkommen, würde sie nun im Maul eines zähnefletschenden Ungeheuers enden.

Mehr und mehr verspürte Marie eine Unlust, nach Hause zu gehen. Sobald sie ihre Hausaufgaben und den Abwasch erledigt hatte, schlüpfte sie unter die Bettdecke, hielt sich die Ohren zu, um den Streitigkeiten der Eltern, den endlosen Litaneien über Eifersucht und Betrug zu entfliehen. Hinter ihren geschlossenen Lidern tauchten der Vater, die Mutter auf. Marie kniff die Augen zusammen, versuchte die abwesende Miene des Vaters, den Blick der Mutter in das leere Portemonnaie zu übertünchen mit Farben und Gerüchen aus dem Gelben Haus. »Morgen! Morgen gehst du wieder hin!«, wiederholte sie immer wieder, bis die bitteren Töne, die aus dem Schlafzimmer drangen, verklangen. Sie hörte sich atmen, anfangs unruhig, als erstickte sie unter dem Federbett, dann langsamer, gleichmäßig im Takt der Wimpernschläge. Das Schlaraffenland, sie wusste es nun, existierte und würde sie morgen schon retten.

Der Teufelsberg befand sich ein paar hundert Meter außerhalb von Heddesheim neben einem verlassenen Feldweg. Geheimnisvolle Legenden umwoben die Ruine. Auf unergründliche Weise verschwanden Säcke, Spaten, Äxte aus den umliegenden Erdkellern. Seltsame Geräusche hörte man nachts hinter den Toren einer Fabrikruine, klobige Würfel, die aus einem riesigen Knobelbecher auf die schwarzen Äcker geworfen schienen.

Keuchend zogen Nicole, Sabine und Marie ihre Schlitten den Hügel hoch. Klirrende Kälte kroch durch ihre Handschuhe. Schneekristalle setzten sich in den Pudelmützen fest und überzogen ihre Gesichter mit einer glitzernden Glasur. Nicole erklomm als Erste den Gipfel. Sie riss sich den Schal vom Hals und hisste eine Flagge. Marie stapfte ihre Initialen in den Schnee. Gipfelstürmer! Der Berg war bezwungen. Vor der Linde, die ihre schneebedeckten Äste über ihnen ausbreitete, positionierten sie ihre Schlitten. Eine Abfahrt, die sie direkt in den kochenden Schlund der Hölle führte, lag vor ihnen. Die Piste war harsch und gefroren. Am Ende des Abhangs befand sich dorniges Gestrüpp. Sanft zu landen war unmöglich.

»Bremsen verboten!«, rief Sabine. »Haribo für den Sieger!« Mit den Zähnen nestelte sie an ihrem Handschuh und zog mit klammen Fingern eine Tüte Schaumerdbeeren aus der Jackentasche. »Seid ihr bereit? Feiglinge haben hier nichts zu suchen!«

Marie spielte das Spiel mit, warf ihr einen herausfordernden Blick zu und schrie: »Darauf kannst du wetten!« Sie legte sich bäuchlings auf den Schlitten, umklammerte mit beiden Händen die Hörner und wartete auf das Signal.

»Auf die Plätze, fertig, los!«

Die Mädchen sausten den Berg hinab. Holzlatten stießen an die Hüften. Wind pfiff um die Ohren. Tränen gefroren auf den Wangen. Eine halbe Schlittenlänge lag Sabine vor Marie. Nicole war mit ihr auf gleicher Höhe. Marie musste gewinnen. Tapfer presste sie sich an ihren Schlitten und raste mit wild pochendem Herzen auf den Abgrund zu. Flammen loderten auf. Funken sprühten aus einem schmiedeeisernen Kessel. Eine schwarze Fratze mit gerillten Hörnern und peitschendem Schwanz starrte ihr wiehernd ins Gesicht.

»Marie, ist alles in Ordnung?«, fragte Nicole beunruhigt und rüttelte an ihrem Arm.

Maries Gesicht fühlte sich an, als hätte eine Katze ihre Krallen an ihr gewetzt. Eine süßliche Flüssigkeit rann ihr in den Mund.

»Warum bremst du denn nicht?«, fragte Sabine.

Maries Kopf dröhnte. Die durchnässten Wollhandschuhe waren von hellroten Blutspuren durchzogen.

»Hier, nimm!«, bot ihr Sabine an.

Sie öffnete die Lippen und ließ sich ein Bonbon in den Mund stecken. Die Zuckerkruste, harsch und süß, kitzelte ihre Zunge. Speichel quoll aus ihren Drüsen. Und da war er, der Moment, so sehr ersehnt, der sie Kratzer und Dornen vergessen ließ, in den sie sich einschloss, weil ihre Zunge zuckte, wie sie wollte, und für kein böses Wort mehr zu gebrauchen war. Auch nicht für ein Nein.

Schaum schmiegte sich um Maries ausgekühlten Körper. Sie nahm einen Butterkeks aus einem Schälchen, das auf dem Waschtisch stand, und ließ ihn auf der Zunge mit einem Schluck Limonade zu einer breiigen Masse zerfließen.

»Die Hexe«, rief Nicole, »ich hab sie genau gesehen. Sie stand hinter der Linde und hat den Besen nach Marie geworfen.« Sie schlug mit der flachen Hand auf das Badewasser. »Deshalb ist sie gestürzt.«

»Der Nachtgiger war’s! Er hatte Marie ins Ohr geflüstert: Nicht bremsen! Nicht bremsen!«, widersprach Sabine.

»Du bist doch blind!«, sagte Nicole. »Hast du den schwarzen Kater nicht gesehen? Die Haare haben sich gesträubt auf seinem fürchterlichen Katzenbuckel.« Sie krümmte den Rücken und fauchte ihre Schwester an, die nun fast die ganze Flasche Schaumbad in die Wanne entleerte.

Marie legte den Kopf ins Wasser und schloss die Augen. Nur ein auf- und abebbendes Blubbern nahm sie wahr, die Stimmen waren gedämpft, wie in Styropor gepackt. Noch einmal glitt sie den Abhang hinab, als das Badewasser plötzlich über ihr zusammenschwappte und sie nach Luft schnappte. Sie riss die Augen auf und sah ihn vor sich stehen. Bauleitner zwirbelte seinen Schnurrbart, lachte. Verschreckt versuchte sich Marie hinter dem Schaumberg zu verstecken, der jedoch zu einem mickrigen Häufchen zusammengeschmolzen war. Er kam auf sie zu, bis nur eine Armlänge sie trennte. Marie verbarg sich hinter Sabines Rücken, Schutz suchend. Seine Hand griff in ihr nasses Haar.

»Was ist passiert, Marie? Dein Gesicht ist ganz zerkratzt!«, sagte er, es klang wie Mitleid. Mit Daumen und Zeigefinger hielt er ihr Kinn fest und betrachtete prüfend ihre Verletzungen. Sie spürte ihren Kopf in seiner Hand, die aufgeritzte Haut wie ein zerrissenes Tuch zwischen seinen Fingern, der Mund wie eine Tube, aus der er Farbe quetschen wollte. »Der Nachtgiger? Schnappt der sich nicht die bösen Mädchen?«

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