Johann Christoph Klotter - Einführung Ernährungspsychologie

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Ernährungspsychologie beschäftigt sich mit dem menschlichen Erleben und Verhalten rund um die Nahrungsaufnahme: Wie beeinflussen psychische Faktoren das Essverhalten? Wie entstehen Essstörungen, wie lassen sie sich verhindern bzw. heilen? Wie kann man Menschen zu einem gesunden Essverhalten anleiten und damit ernährungsbedingte Krankheiten vermeiden? Das Lehrbuch führt in psychologische Theorien und Forschungsergebnisse zum Ernährungsverhalten ein und stellt Methoden der Prävention und Intervention vor.

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sinnvolle Symptome

Die körperlichen Leiden bei der Hysterie sind für Freud alles andere als zufällig. Sie sind stets sinnvoll und damit auch dechiffrierbar. Man muss nur den verborgenen Sinn erkennen. Psychotherapeutische Arbeit erscheint in dieser Hinsicht dann als ein Indizienprozess. Anders als seine Nachfolger beschränkte Freud den Umschlag von seelischen in körperliche Symptome auf den sensomotorischen Bereich. So waren für Freud nur Störungen im Bereich der Sinne wie Taubheit, Blindheit oder der Motorik, wie z. B. Lähmungen, hysterische Symptome. Er ging außerdem davon aus, dass es zur Herausbildung hysterischer Symptome eines organischen Entgegenkommens bedarf, also einer bestimmten Organschwäche. Trotz dieser bleibt für Freud ein unilinearer Zusammenhang bestehen: Aus seelischen Konflikten erwachsen körperliche Symptome. Freud nannte dies Konversion.

Gespräch vs. Labor

Um es nochmals herauszustellen: Dieser Umschlag vom Psychischen ins Körperliche lässt sich im psychotherapeutischen Gespräch nur rekonstruieren. Er lässt sich alleine aus ethischen Gründen in einem Laborexperiment nicht erfassen. Angenommen, man wolle ungeachtet schwerwiegender ethischer Bedenken im Rahmen eines Laborexperiments Wirkungen sexueller Übergriffigkeit überprüfen, so könnten z. B. nur unmittelbare Wirkungen dokumentiert werden, aber nicht Reaktionen wie die von Katharina, die sich erst ein paar Tage später einstellen.

Einzigartigkeit

Freud hat zwar ein allgemeines Modell der Hysterie entwickelt. Zugleich hat er betont, dass jede Hysterie einzigartig ist – verbunden mit einer spezifischen Biografie und spezifischen Ursachen. Das bedeutet, dass jeder Hysteriekranke anders ist. Von hysterischen Symptomen lässt sich im Sinne Freuds allgemein auf sexuelle Ursachen oder Traumata schließen. Aber diese sind von Fall zu Fall völlig unterschiedlich.

Hätte Freud in unserer Zeit gelebt, dann hätte er sich vermutlich den „Modeerkrankungen“ unserer Zeit zugewandt, nämlich den Essstörungen. Zu Zeiten Freuds wurde die Sexualität eher problematisiert und tabuiert. Dies lässt sich etwa daran erkennen, dass Freud bestimmte sexuelle Praktiken ins Lateinische übersetzt. Diese Problematisierung und die im Vergleich zu heute wesentlich strengeren Moralvorstellungen begünstigten die starke Verbreitung der Hysterie. Heutzutage ist zumindest dem Anschein nach die Sexualität aus ihrem moralischen Korsett befreit. Nahezu alle Formen der Sexualität sind heute akzeptiert und gesellschaftsfähig. Dementsprechend ist die klassische Hysterie nahezu ausgestorben. Essstörungen wie Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa hingegen haben in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Dies liegt u. a. daran, dass heutzutage die Nahrungsaufnahme massiv problematisiert wird (Klotter 1990). Die Nahrungsaufnahme ist heute sozusagen verboten. Aufgrund des in den letzten hundert Jahren stetig sinkenden Normgewichts erscheint nun im Prinzip jede Form und jedes Quantum an Nahrungsaufnahme als eine Gefährdung des Einhaltens oder Erreichens des Normgewichts.

Kasten 2.1: Tabus: Sex oder Essen?

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Die klassische psychosomatische Fragestellung, inwieweit Seelisches auf den Körper einwirkt, wird auch heute noch gestellt und erforscht. Macht et al. (2002) untersuchten in einem Experiment beispielsweise, ob unterschiedliche Emotionen den Konsum von Schokolade beeinflussen. Sie fanden heraus, dass Freude den Schokoladenkonsum ansteigen lässt, Ärger hingegen zu einem verminderten Verzehr führt. Festzuhalten ist, dass Emotionen das Essverhalten beeinflussen (Mensorio et al. 2016; Koski/ Naukkarinen 2017).

2.2 Von der klassischen Psychosomatik zum bio-psycho-sozialen Modell

Krankheit entziffern

Freuds Psychosomatik: Freud entwickelte die erste psychosomatische Theorie, der zahlreiche weitere folgen sollten. Wie auch immer seine psychosomatische Theorie heute beurteilt wird, sie gab den Anstoß zu der offenbar faszinierenden Frage, ob körperliche Erkrankungen seelische Ursachen haben können. Mit Freud ist die Idee aufgekommen, den Körper zu dechiffrieren: Sage mir, welche körperliche Erkrankung Du hast, dann sage ich Dir, welche psychische Störung Du besitzt. So faszinierend diese Frage auch ist, so problematisch kann sie sein. Genauso wie eine rein naturwissenschaftliche Medizin Gefahr läuft, psychosoziale Faktoren hinsichtlich der Krankheitsentstehung und des Krankheitsverlaufs zu vernachlässigen, so kann ein psychosomatischer Ansatz davon bedroht sein, den Körper quasi zu vergessen. Die Eigengesetzlichkeit körperlicher Prozesse oder genetischer Einflüsse wird so außer Acht gelassen.

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Wenn man z. B. Adipositas stets als psychisch verursacht ansieht, dann ignoriert man, dass in bestimmten Kulturen oder Ländern Adipositas das Schönheitsideal darstellt. Man ignoriert, dass Menschen, da sie das Essen genießen, übergewichtig werden. Man ignoriert, dass empirische Studien nicht hinreichend belegen können, dass adipöse Menschen generell psychisch stärker gestört sind als nicht adipöse (Sabbioni 2003). Und selbst wenn Adipositas psychisch verursacht sein sollte, dann gibt es nicht die eine psychische Ursache, die zu Adipositas führt, sondern die unterschiedlichsten in den unterschiedlichsten Kombinationen und Ausprägungen.

Weiterentwicklungen der Psychosomatik nach Freud: Groddeck erweiterte das Feld der Psychosomatik. Er ging davon aus, dass die Psyche nicht nur Auswirkungen auf den sensomotorischen Bereich haben könnte, sondern auf den gesamten Körper.

spezifischer Konflikt – spezifische Krankheit

Mitte des letzten Jahrhunderts stand die Psychosomatik im Zenit. Die damalige Psychosomatik verfolgte den Traum, eine bestimmte körperliche Erkrankung mit einer bestimmten Persönlichkeit oder mit einem bestimmten psychischen Konflikt in Zusammenhang zu bringen, anstatt die eben beschriebene Vielschichtigkeit der Ursachen anzuerkennen. Dieses In-Beziehung-Setzen von Persönlichkeit und Krankheit wurde damals durchaus auch mit empirischen Studien verfolgt. Es stützte sich also nicht nur auf psychotherapeutische Gespräche. Zwar gab es durchaus auch ermutigende Ergebnisse (Adler 2003), dennoch ist man heute, wie bereits erwähnt, davon abgekommen, einer bestimmten Erkrankung eine bestimmte Persönlichkeit zuzuweisen. Trotzdem sind die Wissensbestände aus der damaligen Zeit für das Heute keineswegs sinnlos. Sie können Interpretationsfolien für die klinische Arbeit bilden. Oder sie können Grundlage empirischer Forschung werden. Franz Alexanders Überlegungen zu Bluthochdruck, wonach bestehende aber nicht gezeigte Aggression zu einem erhöhten Blutdruck führt, hat die psychophysiologische Forschung zu Bluthochdruck stark inspiriert.

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Diese Interpretationsfolien der Psychosomatik können aber auch verwirren. Um dies zu veranschaulichen, soll exemplarisch auf die psychosomatischen Ansätze zur Adipositas im deutschsprachigen Raum für den Zeitraum der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts eingegangen werden (Klotter 1990). Adipositas wird in Zusammenhang gebracht mit emotionaler Leere, Habgier, allgemeinem Versagen, Zurückhaltung, Ängstlichkeit, Empfindlichkeit, Misstrauen, Infantilität, Beschlussunfähigkeit, Anlehnungsbedürftigkeit, Beeinflussbarkeit, Haltlosigkeit, einem gestörten Verhältnis zum Körper, Gehemmtheit, Schüchternheit, Frigidität, Impotenz. Die Mütter der Adipösen seien selbst psychisch gestört und verwöhnten das Kind zu sehr. Die Ehefrau könne in die Adipositas fliehen, um sich den Anforderungen der Ehe zu entziehen. Kurzerhand: Nahezu alles wird mit Adipositas in Verbindung gebracht. Derartige Psychosomatik ist dann für die klinische Arbeit nicht mehr hilfreich.

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