Die Abweichung des Verhaltensergebnisses vom Verhaltensziel wird auch als Ergebniswissen (»knowledge of result«) bezeichnet. Präzise Rückmeldungen darüber sind sehr wichtig für die Optimierung motorischer Fertigkeiten (»tuning«). Wenn dieses Feedback über die Zielerreichung verfälscht, ungenau oder verzögert ist, kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Lernprozess (Mazur, 2004).
Erregungstransfersiehe S. 308
Die mit einer Emotion einhergehende Aktivierung kann eine nachfolgende andere Emotion im Auftreten begünstigen oder intensiver erleben lassen. So kann ein intensives Angstgefühl in Aggression umschlagen, in einen Weinkrampf – bei Wegfall der Bedrohung – oder in übertriebenes Gelächter. Dieser Erregungstransfer konnte auch experimentell nachgewiesen werden (z. B. Cantor, Bryant & Zillmann, 1974): Probanden, denen emotional erregende, aber nicht witzige Geschichten zum Lesen vorgegeben wurden, fanden danach Witze und Cartoons amüsanter als jene, die davor gleichartige, aber weniger aufregende Geschichten gelesen hatten.
Erwartung-Wert-Theoriensiehe S. 312
Wie stark sich ein Anreiz motivierend auswirkt und sich im Verhalten niederschlägt, hängt davon ab, welche Bedeutung dem angestrebten Zielzustand zugeschrieben und für wie wahrscheinlich sein Auftreten eingeschätzt wird. Die sogenannten Erwartung-Wert-Theorien postulieren, dass die Motivation – z. B. für eine finanzielle Entscheidung – aus dem Produkt Erwartung × Wert geschätzt werden kann. Die Motivation erreicht ihr Minimum, wenn entweder die subjektive Chance zur Erlangung des angestrebten Zustands oder dessen subjektiver Wert gegen Null geht.
Erwerbsiehe S. 201
Begriff aus der → sozial-kognitiven Lerntheorie ; eine Verhaltensweise wurde durch Beobachtung innerlich (»latent«) gelernt.
Ess-Brechsuchtsiehe S. 317
Die Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa) ist eine Essstörung. Essstörungen kommen vorwiegend bei jungen Frauen vor (Prävalenz: ca. 1–3 %) und können ebenfalls erhebliche Gesundheitsschäden verursachen (Untertemperatur, Haarausfall, Darminfektionen, Ausbleiben der Regel, Osteoporose, …).
Ethogrammsiehe S. 85
Einen Katalog möglicher Verhaltensweisen in natürlichen Umweltbedingungen nennt man in der Verhaltensforschung Ethogramm, innerhalb dessen ein »behavior mapping« charakterisiert, wer was wo tut (Hellbrück & Fischer, 1999).
Ethologiesiehe S. 168
Verhaltensforschung.
evolutionäre Perspektivesiehe S. 50
Die evolutionäre Perspektive ist eine der häufigsten gegenwärtig in der Fachliteratur genannten Forschungsperspektiven der Psychologie. Die Struktur der Psyche sowie ihre Dynamik werden als Resultat der evolutionsgeschichtlichen Entwicklung des Menschen betrachtet, bei der das Verhaltensrepertoire (z. B. Erbkoordinationen, Ritualisierungen) durch Selektion und Mutation an die jeweiligen (frühmenschlichen) Umweltbedingungen angepasst und genetisch weitergegeben wurde.
Exemplartheoriensiehe S. 199
Exemplartheorien sind Begriffsbildungsmodelle, die davon ausgehen, dass einzelne, häufig vorkommende reale Erfahrungen gespeichert vorliegen (z. B. Schwalbe, Buchfink,…) und dann gemeinsam zur oberbegrifflichen Kategorisierung (z. B. Vogel) von neuen Erfahrungen herangezogen werden.
Experimentalgruppe(n)siehe S. 81
Häufig wird in psychologischen Experimenten der (den) Experimentalgruppe(n) (Versuchsbedingungen) eine Kontrollgruppe (Kontrollbedingung) gegenübergestellt. Den Fällen der Experimentalgruppen sind solche Ausprägungen der unabhängigen Variablen (Ursachenvariablen) zugeordnet, von denen ein Effekt auf die abhängigen Variablen (Wirkungsvariablen) erwartet wird, während den Fällen der Kontrollgruppe Ausprägungen der unabhängigen Variablen zugeteilt sind, denen kein systematischer Effekt zugeschrieben wird. Diese Gruppe dient somit nur dazu, Veränderungen zu erfassen, die entweder auf natürliche Weise auftreten (Zeiteffekte, Gewöhnungsprozesse etc.) oder durch die experimentellen Umstände selbst zustande kommen, nämlich durch die künstliche Situation oder den Eindruck, beobachtet zu werden.
Expertisesiehe S. 259 f.
Expertise wird durch Erfahrungsgewinnung über viele gleichartige Problemsituationen erworben. Der Hauptunterschied zwischen einem Laien und einem Experten bzw. einer Expertin besteht wohl darin, dass Letztere(r) über einen bestimmten Erfahrungsbereich eine große Anzahl von möglichen Zuständen und Veränderungsmöglichkeiten im Langzeitgedächtnis gespeichert hat.
explorativsiehe S. 34
Bei einem explorativen Verfahren geht es darum, an einem Pool gewonnener Daten unbekannte Zusammenhänge zwischen Variablen zu finden.
externale Attributionsiehe S. 323
Der Erfolg oder Misserfolg von Leistungen kann entweder personeninternen (Fähigkeit, Anstrengung) oder personenexternen Ursachen (Aufgabenschwierigkeit, Zufall) zugeschrieben werden (internale oder externale Attribution). Als → internale Attribution gilt, wenn ein Verhalten oder eine Leistung im Wesentlichen sich selbst zugeschrieben wird, wenn jedoch überwiegend andere Faktoren verantwortlich gemacht werden (Aufgabe, Situation), spricht man von externaler Attribution.
Exterozeptorensiehe S. 159
Exterozeptoren sind Sinneszellen, die Informationen über die Außenwelt liefern (über Auge, Ohr, Nase).
Extraversionsiehe S. 394
Extraversion ist eine Eigenschaft der Persönlichkeit, die offenbar alltägliche Ereignisse positiv empfinden lässt und befriedigende Sozialkontakte erleichtert (»Soziabilität«). Extravertierte Menschen fühlen sich häufiger wohl als andere.
extrinsische Motivationsiehe S. 311, 324
Ist ein motiviertes Verhalten hauptsächlich von der Umwelt ausgelöst (z. B. durch Entlohnung, Strafandrohung, Bewunderung), spricht man von extrinsischer Motivation, ist es hingegen stärker durch die Einstellungen, Werthaltungen oder Stimmungen der Person bedingt (z. B. durch Interesse, Bewegungsdrang, ethische Normen), von → intrinsischer Motivation .
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