David G. Haskell - Das verborgene Leben des Waldes

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Die Welt in einer Nussschale: Über ein Jahr hat der amerikanische Biologe David Haskell einen Quadratmeter altgewachsenen Wald immer wieder besucht und bis ins Detail studiert. Ausgerüstet nur mit Objektiv, Lupe und Notizbuch, Zeit und Geduld, richtet der Biologe seinen Blick auf das Allerkleinste: Flechten und Moose, Tierspuren oder einen vorbeihuschenden Salamander, Eiskristalle oder die ersten Frühlingsblüten. Und entfaltet mit dem Wissen des Naturforschers und der Beschreibungskunst eines Dichters ein umfassendes Panorama des Lebens im Wald, des feingewobenen Zusammenlebens in einem jahrhundertealten Ökosystem. Eine Grand Tour zwischen Wissenschaft und Poesie, die die Natur in ihrer ganzen Komplexität und Schönheit erfahrbar macht.
»David Haskell führt den Leser zu einer neuen Form der Naturbetrachtung, in der das Unsichtbare zum Vorschein kommt, das Kleine zu großen Fragen führt und die unendliche Komplexität und Schönheit alles Lebendigen sich immer deutlicher entfaltet.« E.O.Wilson

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Die chemischen Windungen des Lebens, die DNA, tragen Zeichen einer noch älteren Gemeinschaft. Unsere Bakterienvorfahren rüttelten und schüttelten ihre Gene artübergreifend; wie Köche, die aus fremden Rezeptbüchern kopieren, vermischten sie genetische Anleitungen. Wenn sich zwei Küchenchefs dann zur Fusion entschlossen, verschmolzen zwei Arten zu einer. Die DNA moderner Organismen, auch unserer eigenen, enthält noch Spuren solcher Fusionen. Obwohl unsere Gene als Einheit fungieren, weisen sie zwei oder mehr leicht abweichende Schriftbilder auf: Überbleibsel verschiedener Arten, die sich Milliarden Jahre zuvor vereinigt haben. Der »Baum« des Lebens ist eine mangelhafte Metapher. In ihren tiefsten Schichten ähnelt unsere Genealogie einem eng verwobenen Geflecht oder einem Delta, in dem sich unzählige Flussläufe kreuzen.

Wir sind Matroschkas: Unser Leben wurde durch anderes Leben in uns ermöglicht. Doch während man die russischen Puppen auseinandernehmen kann, sind unsere Zell- und Genhelfer untrennbar mit uns verbunden – und wir mit ihnen. Wir sind Flechten im Großformat.

Vereinigung. Verschmelzung. Die Mandalabewohner haben siegreiche Partnerschaften geknüpft. Doch Kooperation ist nicht die einzige Beziehungsform im Wald. Auch hier gibt es Piraterie und Ausbeutung. Ein mahnendes Zeichen solch schmerzhafter Verbindungen liegt in der Mandalamitte zusammengerollt auf dem Laubboden, umrahmt von flechtenüberzogenen Felsen.

Das Zeichen hat sich mir nur zögernd offenbart, meine Beobachtungsgabe war von der Kälte betäubt. Zuerst wurde ich auf zwei bernsteinfarbene Ameisen aufmerksam, die auf dem nassen Laub hektisch hin und her eilten. Ich hatte ihr Gewusel schon eine halbe Stunde beobachtet, als ich bemerkte, dass sie sich offenbar für einen zusammengerollten Faden interessierten. Der Faden war so lang wie meine Hand und genauso regennassbraun wie das Hickoryblatt, auf dem er lag. Ich hielt das Knäuel erst für eine alte Weinranke oder einen Blattstiel. Doch als ich mich gerade Spannenderem zuwenden wollte, bearbeitete eine Ameise die Ranke mit den Fühlern, und das Knäuel streckte sich und schlingerte. Langsam erkannte mein Hirn, was es war: ein Saitenwurm. Ein befremdliches Lebewesen mit starkem Hang zur Ausbeutung.

Es war das Schlängeln, was den Wurm verriet. Saitenwürmer stehen innerlich unter Druck: Durch das Gegenspiel von Muskeln und aufgepumptem Körper krümmt und windet sich der Wurm wie kein anderes Tier. Der Wurm hat kein Bedürfnis nach differenzierten oder anmutigen Bewegungen, denn in dieser Lebensphase bleibt ihm nur noch zweierlei zu tun: sich zum Partner hinzuwinden und dann Eier zu legen. Doch auch in seiner vorigen Lebensphase hatte er keine raffinierte Fortbewegung nötig: als er sich noch im Körper einer Grille kringelte. Fortbewegung und Ernährung übernahm die Grille für ihn. Der Saitenwurm lebte als ihr innerer Pirat: Er raubte die Grille erst aus, dann tötete er sie.

Der Lebenskreislauf des Wurms begann damit, dass er aus einem Ei schlüpfte, das in einem Tümpel oder Bach abgelegt worden war. Als mikroskopisch kleine Larve kroch er im Bachbett umher, bis er von einer Wasserschnecke oder einem kleinen Insekt gefressen wurde. In seinem neuen Heim hüllte er sich in einen schützenden Mantel, bildete eine Zyste und wartete ab. Das Leben der meisten Wurmlarven ist damit vorbei: als Zyste, die ihren Lebenskreislauf niemals vollendet. Der Wurm im Mandala gehört also zu den wenigen, die es bis in die nächste Lebensphase geschafft haben. Sein Wirt krabbelte an Land, starb und wurde von einer allesfressenden Grille verspeist. Eine solche Abfolge der Ereignisse ist so unwahrscheinlich, dass die Elternwürmer zur Arterhaltung Dutzende Millionen Eier legen, von denen im Durchschnitt nur ein oder zwei das Erwachsenenalter erreichen. Der stachelköpfige Larvenpirat in der Grille bohrte sich durch die Darmwand, nistete sich in der Festung ein und wuchs von einer kommagroßen Larve zum handlangen Wurm heran – der im Grillenkörper nur noch eingekringelt Platz hatte. Als er nicht mehr weiterwachsen konnte, sonderte er chemische Stoffe ab, um das Gehirn der Grille zu entern. Die Chemie machte aus der wasserscheuen Grille einen Kamikazetaucher, den es zu Tümpeln und Bächen zog. Als die Grille das Wasser berührte, dehnte der Saitenwurm seine kräftigen Muskeln, zerriss die Körperhülle der Grille und schlängelte sich nach draußen. Das ausgeraubte Wirtsschiff aber sank und starb.

Wenn sich Saitenwürmer ihrem Wirt entwunden haben, sehnen sie sich nach Gesellschaft und paaren sich in unentwirrbaren Knäueln aus Dutzenden oder Hunderten Würmern. Diese Gewohnheit trug ihnen den lateinischen Namen Gordiacea ein – nach der Sage von König Gordios und seinem monströsen Knoten aus dem achten Jahrhundert vor Christus. Wer den gordischen Knoten lösen konnte, sollte demnach Gordios’ Nachfolger werden, doch alle Möchtegern-Herrscher scheiterten kläglich. Erst Jahrhunderte später sollte ein anderer Pirat, Alexander der Große, die Aufgabe lösen. Er betrog, wie die Würmer, seine Gastgeber, durchschlug den Knoten mit dem Schwert und beanspruchte fürderhin die Krone des Reichs für sich.

Hat das gordische Paarungsknäuel seine Sehnsucht schließlich befriedigt, entwirren sich die Würmer, schlängeln sich davon und legen dann ihre Eier an glitschigen Teichrändern oder auf feuchtem Waldboden ab. Die Larven schlüpfen und befallen, von Alexanders Piratengeist beseelt, zunächst eine Schnecke, und tauchen erst wieder auf, um eine Grille zu entern.

Die Beziehung des Saitenwurms zu seinen Wirtsleuten ist ganz und gar ausbeuterisch. Das Opfer profitiert von keinem versteckten Vorteil oder wird irgendwie für seine Leiden entschädigt. Der parasitäre Wurm dagegen wird durch jede Menge Mitochondrien in seinem Innern unterstützt. Piraterie braucht Kollaboration.

Taoistische Verschmelzung. Bäuerliche Abhängigkeit. Alexanders Raub. Die Beziehungen im Mandala sind facettenreich und vielfarbig. Die Grenze zwischen Bandit und ehrlichem Bürger ist nicht so leicht zu ziehen, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Evolution hat keine Grenzen gezogen. Piraterie und Solidarität mischen sich in allem Leben. Parasitäre Räuber werden von kooperativen Mitochondrien in ihrem Innern genährt. Algen leuchten dank ehemaliger Bakterien smaragdgrün und ergeben sich zwischen grauen Pilzwänden. Selbst das chemische Fundament des Lebens, die DNA, ist ein bunter Regenbogen, ein gordischer Beziehungsknoten.

17. JANUAR

Keplers Geschenk

картинка 3

KNÖCHELTIEFER SCHNEE HAT den unebenen, zerklüfteten Waldboden in eine sanfte Wellenlandschaft verwandelt. Unter der Schneedecke verbergen sich tückische Spalten, Lücken zwischen den Steinen. Ich gehe langsam und vorsichtig, schlittere und klettere, mich an Baumstämmen festhaltend, in Richtung Mandala. Ich wische den Schnee von meinem Stein, setze mich und hülle mich fester in meine Jacke. Ungefähr alle zehn Minuten hallt ein lauter Knall, wie ein Schuss, durchs Tal: An den nackten, grauen Bäumen sind wieder Fasern der eiserstarrten Äste gerissen. Die Temperatur ist auf minus zehn Grad gefallen. Kein harter Frost, aber der erste Kälteeinbruch des Jahres strapaziert das Holz der Bäume.

Die Sonne kommt hervor, und die weiche, weiße Schneeschicht wird zu unzähligen glitzernden Punkten. Ich entwende dem Mandala eine Fingerspitze des funkelnden Etwas. Aus der Nähe betrachtet, ist der Schnee ein Gewirr aus Spiegelsternen: Wenn sie sich im richtigen Winkel zur Sonne und meinem Auge befinden, blitzen die Sterne auf. Das Sonnenlicht bringt die minutiösen Ornamente der Schneeflocken an den Tag: Zacken, Nadeln und Sechsecke in perfekter Symmetrie. Hunderte zarter Flocken drängen sich auf meiner Fingerkuppe.

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