Herrn PD Dr. med. Michael Jungheim, Oberarzt der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie der medizinischen Hochschule Hannover,
Frau PD Dr. med. Jutta Keller, Leiterin der Funktionsdiagnostik und Sonografie des viszeral-medizinischen Zentrums, Israelitisches Krankenhaus Hamburg,
der Firma Rehder/Partner, Medizintechnik Hamburg,
Herrn Dr. med. Matthias Wenning, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin des St. Martinus-Krankenhauses Düsseldorf,
Frau Birgit Wiora, Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing, Katharina Kasper Holding GmbH und Herrn Daniel Poensgen für das Erstellen verschiedener Abbildungen.
Übersicht der Videos
Zusatzmaterial
Den Link, unter dem das Zusatzmaterial verfügbar ist, finden Sie unter
Kap. Zusatzmaterial zum Download.
Video 6.1.2: |
FEES prädeglutitive stille Aspiration |
Video 6.1.3a: |
FEES Ruhebeobachtung, Sekretstatus und Phonationsprüfung |
Video 6.1.3b: |
FEES eingeschränkter pharyngealer Bolustransfer |
Video 6.1.3c: |
VFS eingeschränkte Larynxelevation und ausbleibende Epiglottiskippung |
Video 6.2.2a: |
FEES off Phase Zungenpumpen und verzögerter Schluckreflex |
Video 6.2.2b: |
FEES on Phase deutlich promptere Schluckreflextriggerung und suffizienterer Bolustransfer nach L-Dopa-Gabe |
Video 6.3.2: |
FEES Speichelaspiration mit insuffizientem Husten |
Video 6.4.2: |
FEES Speichelresiduen und postdeglutitive Aspiration über Interarytenoidregion |
Video 6.5.2: |
FEES Residuen in den Valleculae mit eingeschränktem Clearing durch Nachschlucken |
Video 6.5.3a: |
FEES enthemmter Würgreflex mit Verengung des Pharynx |
Video 6.5.3b: |
FEES enthemmter Würgreflex auch bei Schluckversuch |
Video 6.6.2a: |
FEES Störung des pharyngealen Bolustransfers und pharyngeale Hypästhesie |
Video 6.6.2b: |
FEES verzögerte Schluckreflextriggerung und beginnende Penetration |
Video 6.7.2: |
FEES zunehmende pharyngeale Schwäche |
Video 6.8.2: |
FEES Aspiration mit schwachem reflektorischem Husten PA° 7 |
Video 6.9.2: |
FEES Speichelresiduen in gesamtem Pharynx und stille Aspiration PA° 8 |
Video 6.10.2a: |
FEES insuffizienter pharyngealer Bolustransfer mit Residuen in gesamtem Pharynx |
Video 6.10.2b: |
VFS schwache pharyngeale Kontraktion und Öffnungsstörung des oÖS |
Video 6.11.2: |
FEES retropharyngeale Raumforderung und Bolusresiduen |
Video 6.11.3a: |
FEES retropharyngeale Raumforderung mit Verdecken beider Aryknorpel |
Video 6.11.3b: |
FEES Störung des pharyngealen Bolustransfers und Penetration |
Video 6.11.3c: |
VFS Spondylophyt C3/C4 als mechanisches Passagehindernis |
Video 6.12.2a: |
FEES Stille Aspiration bei konsekutivem Schlucken PA° 8 |
Video 6.12.2b: |
VFS Intradeglutitive stille Aspiration PA° 8 |
Video 6.13.2: |
FEES schwere Störung der pharyngealen Phase mit ausbleibendem Whiteout |
Video 6.13.3a: |
FEES vollständiger velopharyngealer Abschluss durch kompensierende Elevation der Uvula |
Video 6.13.3b: |
FEES pharyngeale Residuen und suffizientes Clearing durch Nachtrinken |
Video 6.14.2a: |
FEES Regurgitation nach Schluckversuch mit Obstmus |
Video 6.14.2b: |
VFS Darstellung des Divertikels mit Bolusverhalt von anterior |
Video 6.14.2c: |
VFS Darstellung des Divertikels mit Bolusverhalt von lateral |
Video 6.14.3a: |
FEES massive Regurgitation mit Penetration |
Video 6.14.3b: |
VFS massive Regurgitation mit Aspiration |
Video 6.15.2a: |
FEES phayngeale Bolusresiduen mit Penetration über Interarytenoidregion |
Video 6.15.2b: |
VFS postdeglutitive Aspiration |
Video 6.16.2a: |
FEES schwere Störung des pharyngealen Bolustransfers |
Video 6.16.2b: |
FEES deutlich verbessertes Abschlucken |
Video 6.17.2: |
FEES diskrete Regurgitation |
Obwohl Schlucken für uns alle selbstverständlich ist und meist unbewusst verläuft, ist es eine der komplexesten Funktionen des menschlichen Organismus. Essen und Trinken zu können ist nicht nur lebensnotwendig, sondern bildet auch einen wesentlichen Teil der Lebensqualität. Da der Schluckvorgang sowohl willkürliche als auch reflektorische Anteile enthält, die phasenhaft ablaufen, ist er mit einer einfachen Bewegung, wie beispielsweise das Heben einer Hand oder das Laufen nicht zu vergleichen. Er wird von einem komplexen Netzwerk neuronaler Zentren und Nervenbahnen gesteuert, die verschiedene Ebenen des zentralen und peripheren Nervensystems involvieren und miteinander verbinden (Hamdy et al. 1996; Warnecke und Dziewas 2018).
Die Fähigkeit zu schlucken beginnt bereits in einem frühen Stadium der pränatalen Entwicklung, etwa in der zwölften fötalen Lebenswoche (Dellow 1976) und modifiziert sich im frühen Kindesalter über das Saugen bis hin zur Nahrungsaufnahme im Erwachsenenalter, wobei sich die Ausformung des Kaumusters erstmalig mit dem Durchbruch der Milchzähne vollzieht (Graber 1963). Wie die Fähigkeit zu atmen, begleitet es uns während der gesamten Lebensspanne und ist dabei ähnlichen Alterungsprozessen unterworfen, wie auch viele andere Funktionen des menschlichen Organismus. Dementsprechend können Schluckstörungen in allen Altersgruppen auftreten, unterschiedliche Aspekte des komplexen Schluckvorgangs entweder isoliert oder gleichermaßen betreffen und eine Vielzahl ätiologischer Faktoren als Ursache aufweisen. So unterscheidet man Schluckstörungen, die bereits im frühen Kindesalter, beispielsweise aufgrund von Geburtstraumen oder Entwicklungsstörungen auftreten, von Dysphagien im Erwachsenenalter, denen neben neurologischen Ursachen, wie Schlaganfällen, Parkinson-Syndromen oder Demenzen, auch Tumor- oder Skeletterkrankungen zugrunde liegen. Insbesondere in der Geriatrie treffen derartige Erkrankungen auf eine bereits durch das Alter modifizierte Schluckfunktion (sog. »primäre Presbyphagie«), was für die Diagnostik und Behandlung dieser Patientenklientel eine besondere Herausforderung darstellt (Keller und Durwen 2012; Prosiegel 2005b; Rofes et al. 2011).
Hinzu kommt, dass mit zunehmendem Lebensalter auch die Dysphagieprävalenz exponentiell ansteigt. Diese liegt in der Gesamtbevölkerung bei etwa 13 % der > 65-Jährigen und betrifft mehr als 50 % der Altenheimbewohner (Clavé et al. 2012; Clavé und Shaker 2015). Außerdem konnten Rittig et al. (2009) zeigen, dass bei dysphagischen geriatrischen Patienten die mediane stationäre Verweildauer in Akutkliniken um drei und in rehabilitativen Einrichtungen um fünf Tage verlängert war, was einen nicht unerheblichen Kostenfaktor in Bezug auf das DRG-System darstellt.
Die somatischen Folgen von Schluckstörungen sind meist schwerwiegend und reichen von Dehydrierung, erschwerter Medikamenteneinnahme, Malnutrition bis hin zu Aspirationspneumonien (Ekberg et al. 2002; Marik und Kaplan 2003). Insbesondere bei älteren Patienten kann dies eine verzögerte Rekonvaleszenz oder in letzter Konsequenz sogar den Tod bedeuten (De Pippo et al. 1994; Gottlieb et al. 1996; Smithard et al. 1996).
Da die Nahrungsaufnahme ein elementares Grundbedürfnis des Menschen ist, haben Dysphagien auch teils erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen.
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