Harald Ansen - Das Recht auf Unterstützung

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Unterstützung erzeuge Abhängigkeit und lähme den Selbsthilfewillen der Betroffenen – so ein weit verbreitetes Vorurteil. Das Buch setzt sich mit diesen Vorwürfen auseinander. Ausgehend vom Ist-Zustand der sozialen Sicherungssysteme bereitet es die verschiedenen Theorien zur Unterstützung in der Sozialen Arbeit auf. Dabei wird auf die Infragestellungen des Rechts auf Unterstützung eingegangen: auf Empowerment in neoliberaler Vereinnahmung, auf eine falsch verstandene Inklusion, die Förderung einsparen will, auf die ökonomische Verwertungslogik, der auch die Soziale Arbeit aufsitzt. Vor diesem Hintergrund wird schließlich das Recht auf Unterstützung begründet. Das Buch verteidigt so den fundamentalen Anspruch der Sozialen Arbeit: die Bereitstellung von Unterstützung für Menschen, die ohne diese Unterstützung kein würdiges Leben führen können.

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Aus den ersten Annäherungen an das Armutsverständnis können bereits Herausforderungen für die Soziale Arbeit mit Blick auf das Recht auf Unterstützung abgeleitet werden. Bereitgestellte Hilfen im Bereich der absoluten Armut wie beispielsweise die Unterbringung Wohnungsloser in Mehrbettzimmern oder eine Rückfahrkarte in das Herkunftsland für mittellos in Deutschland lebende Menschen sind dahingehend zu prüfen, ob sie von den Betroffenen als Unterstützung empfunden und wahrgenommen werden. Ist dies aus nachvollziehbaren Gründen nicht der Fall, bleibt die Verelendung faktisch bestehen. Auch wenn selbstverständlich nicht allen Wünschen entsprochen werden kann, ist es legitim, die Qualität der angebotenen Unterstützung hinsichtlich ihrer Angemessenheit in den Blick zu nehmen. Die statistische Armutsgrenze von 60 Prozent relativer bzw. 50 Prozent strenger Armut sagt

• erstens nichts über die faktischen Teilhabemöglichkeiten aus,

• zweitens werden unterschiedliche Bedarfe, wie sie beispielsweise mit Krankheit oder Behinderung einhergehen, nicht gewürdigt,

• drittens kann man nicht ernsthaft davon ausgehen, dass Haushalte, die knapp über der Armutsgrenze liegen, nicht mehr unter Armutsfolgen leiden.

Diese Zusammenhänge verdeutlichen, wie wichtig es für die Soziale Arbeit ist, statistische Messverfahren mit konkreten Lebensumständen zu korrelieren, um Lücken aufzuzeigen und einen Beitrag für eine realistischere Vorstellung von Armut zu entwickeln. Hinzu kommt eine notwendige kritische Auseinandersetzung mit der soziokulturell angelegten Grundsicherung, für die weiterhin breite empirische Grundlagen für die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe fehlen. Die Forderung vieler Fachverbände, die Leistungen zu erhöhen, um dem gesetzlichen Ziel der Teilhabeförderung näherzukommen, erfordert entsprechende Forschungen, die der Durchsetzung des Rechts auf angemessene Unterstützung in diesem elementaren Bereich dienlich wären. Für die Soziale Arbeit ist im Umgang mit dem Recht auf Unterstützung weiterhin entscheidend, was sich hinter den Zahlen für die betroffenen Menschen verbirgt und welche Herausforderungen daraus resultieren.

Die statistisch-systematische Erfassung von Armut ist disziplinübergreifend angelegt. Aus der Sicht der Sozialen Arbeit sind daneben insbesondere die Auswirkungen auf die alltäglichen Lebensbedingungen der Betroffenen mit Blick auf ihre sozialen Teilhabechancen relevant. Zwar wird das Teilhabethema bereits in der Definition der relativen Armut und in der politischen Armutsauffassung, wie sie in der Grundsicherung und der Sozialhilfe zum Ausdruck kommt, aufgegriffen, doch bleiben die Ausführungen überwiegend pauschal. Für die Ausbuchstabierung des Rechts auf Unterstützung in wirtschaftlich und sozial prekären Lebenslagen sind vertiefende Überlegungen geboten.

Armut als soziales Problem

Für die Soziale Arbeit ist Armut ein soziales Problem. Zu sozialen Problemen zählen u. a. Kriminalität, Drogenabhängigkeit, Sexarbeit oder eben Armut. Ihnen ist gemeinsam, dass sie gesellschaftlich als Störungen der sozialen Ordnung interpretiert werden, die sowohl Kontroll- und Sanktionsmaßnahmen als auch unterstützende Leistungen zur Folge haben können.

Entscheidend für die gesellschaftliche Reaktion ist das Ursachenverständnis der identifizierten sozialen Probleme. Werden die Auffälligkeiten als Krankheit gedeutet, kommen medizinisch-therapeutische Maßnahmen in Betracht. Geht man hingegen davon aus, dass die sozialen Probleme Ausdruck eines individuell vorwerfbaren Fehlverhaltens sind, stehen Sanktionen und die Überweisung an das Strafsystem als Reaktionen im Raum. Soweit soziale Bedingungen für die Erklärung sozialer Probleme herangezogen werden, kommen sozial unterstützende Angebote zur Linderung oder Überwindung infrage (vgl. Groenemeyer 2018, 1492f.).

Armut als soziales Problem verstößt gegen gesellschaftlich akzeptierte Wertvorstellungen in Bezug auf soziale Gerechtigkeit und Sicherheit. Vor diesem Hintergrund werden umverteilende Sozialleistungen bereitgestellt. Entscheidend für den Zugang zu Leistungen ist, dass eine gesellschaftlich festgelegte Bedarfsschwelle unterschritten wird. Insofern sind Armutsgrenzen viel mehr als wissenschaftliche Erfassungsversuche, sie beeinflussen unmittelbar das Recht auf Unterstützung. Für die Soziale Arbeit ist mit Blick auf ihre Bemühungen, das Recht auf Unterstützung zu fördern, insofern bedeutsam, auf die Höhe und inhaltliche Ausgestaltung von Armutsgrenzen Einfluss zu nehmen. Eine zweite Ableitung ist hervorzuheben: Für das Recht auf Unterstützung in wirtschaftlich und sozial prekären Lebenslagen ist es ausschlaggebend, dass der Unterstützungsbedarf auch anerkannt wird. Erfolgt eine Pathologisierung oder eine Kriminalisierung sozialer Probleme oder werden diese einfach verleugnet, besteht die Aufgabe der Sozialen Arbeit darin, die sozialen Ursachen und Folgen von Problemen aufzuzeigen, um das Recht auf Unterstützung sicherzustellen oder neu in Gang zu setzen.

2.2 Armut und soziale Teilhabe in einer mehrdimensionalen Perspektive

Die handlungswissenschaftliche Ausrichtung der Sozialen Arbeit erfordert neben den analytischen Beiträgen zur Erfassung von Armut, die bereits praktische Konsequenzen nach sich ziehen, eine Auseinandersetzung mit den möglichen Zielen unterstützender Maßnahmen, die für die Inhalte des Rechts auf Unterstützung stehen. Im Anschluss an Armut in Verbindung mit sozialen Ausgrenzungsrisiken und der Unterminierung sozialer Teilhabechancen geht es sozialarbeiterisch darum, Dimensionen der sozialen Teilhabe zu konkretisieren. Im Mittelpunkt stehen Fragen der sozialen Existenzsicherung, der sozialen Unterstützung und der sozialen Bildung.

Das mehrdimensionale Verständnis sozialer Teilhabe

Die soziale Existenzsicherung steht für die materielle Lebensbasis in Gestalt eines ausreichenden Einkommens durch Erwerbsarbeit und/oder Sozialleistungen sowie eine menschenwürdige Wohnsituation. Soziale Unterstützung umfasst den Zugang zu formellen Dienstleistungen des Sozial-, Arbeitsmarkt-, Gesundheits- und Bildungssystems, allgemeiner formuliert eine angemessene Infrastruktur im Sozialraum sowie die Förderung des persönlichen sozialen Netzwerks mit seinen verzweigten Unterstützungspotenzialen. Gegenstand der sozialen Bildung sind persönliche und soziale Kompetenzen, die der Nutzung von sozialen Teilhabeangeboten dienen. Hierzu zählen u. a. Bildung und Ausbildung, Normenwissen, Teilhabemotivation, soziale Kompetenzen und persönliche Eigenschaften wie Belastbarkeit oder die Fähigkeit zur Informationsverarbeitung (vgl. Ansen 2018b, 154f.).

In diesem mehrdimensionalen Verständnis sozialer Teilhabe wird ganz unterschiedlichen Themen und Belastungen Rechnung getragen, die mit Armut vielfach verbunden sind.

Für die systematische Erfassung von Armut und die Entwicklung von Interventionen ist hinsichtlich der sozialen Sicherung der Fokus zunächst auf das Einkommen zu richten. Wer in Einkommensarmut lebt, sieht sich mit Gefährdungen seiner Lebensgrundlagen in Bezug auf die Finanzierung der Wohnung oder die Bestreitung alltäglicher Ausgaben konfrontiert. Ein geringes Einkommen, das an oder unter der Armutsgrenze liegt, schränkt Konsummöglichkeiten, soziale Kontakte, Mobilität und Freizeitoptionen so stark ein, dass die Teilhabe an der Gesellschaft erschwert oder unmöglich gemacht wird. Ein unterdurchschnittliches Einkommen bedeutet für die Betroffenen darüber hinaus den Verlust elementarer Sicherheit im Umgang mit Belastungen sowie Einschränkungen bei der Erschließung von Lebensperspektiven, etwa in den Bereichen Bildung oder Zukunftsgestaltung (vgl. Ansen 2018a, 19f.). Von daher geht es bei der Sicherung eines ausreichenden Einkommens, zu der die Soziale Arbeit beiträgt, um weit mehr als um rein monetäre Aspekte. Besonders deutlich wird dies, wenn das mit Einkommensarmut signifikant gesteigerte Risiko einer Überschuldung einbezogen wird.

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