Eine neue Art von Funktionen
Elliptische Funktionen
Ich habe eine neue, andere Welt aus dem Nichts erschaffen
Nichteuklidische Geometrien
Algebraische Strukturen haben Symmetrien
Gruppentheorie
Geradezu wie ein Taschenatlas
Quaternionen
Zwei aufeinanderfolgende ganze Zahlen außer 8 und 9 können keine exakten Potenzen sein
Die catalansche Vermutung
Die Matrix ist überall
Matrizen
Eine Untersuchung der Gesetze des Denkens
Boolesche Algebra
Eine Fläche mit nur einer Seite
Das Möbiusband
Die Musik der Primzahlen
Die riemannsche Vermutung
Einige Unendlichkeiten sind größer als andere
Transfinite Arithmetik
Die Diagrammdarstellung von Schlussfolgerungen
Venn-Diagramme
Der Turm wird fallen und es wird das Ende der Welten sein
Der Turm von Hanoi
Formen und Größen spielen keine Rolle, nur Verbindungen
Topologie
Die Verteilung der Primzahlen zeigt ein Muster
Der Primzahlsatz
MODERNE MATHEMATIK
1900–HEUTE
Der Schleier, unter dem die Zukunft verborgen liegt
23 Probleme für das 20. Jahrhundert
Die Grammatik der Wissenschaft
Die Geburt der modernen Statistik
Eine fortgeschrittene Logik befreit uns
Mathematische Logik
Das Universum ist vierdimensional
Minkowski-Raum
Eine ziemlich langweilige Zahl
Taxicab-Zahlen
Eine Million Affen schlagen auf eine Million Schreibmaschinen ein
Das Infinite-Monkey-Theorem
Die Algebra hat ein anderes Gesicht bekommen
Emmy Noether und abstrakte Algebra
Strukturen sind die Waffen des Mathematikers
Das Bourbaki-Kollektiv
Eine einzige Maschine, um jede berechenbare Folge zu berechnen
Die Turing-Maschine
Kleine Dinge sind häufiger als große Dinge
Das benfordsche Gesetz
Ein Bauplan für das Digitalzeitalter
Informationstheorie
Jeder kennt jeden über etwa sechs Ecken
Das Kleine-Welt-Phänomen
Eine kleine positive Schwingung kann den ganzen Kosmos verändern
Der Schmetterlingseffekt
Logisch können Dinge nur teilweise wahr sein
Fuzzy-Logik
Eine große vereinheitlichte Theorie der Mathematik
Das Langlands-Programm
Ein neues Dach, ein neuer Beweis
Mathematische Kollaboration
Fünfecke sehen einfach nett aus
Penrose-Kacheln
Endlose Vielfalt und unbegrenzte Kompliziertheit
Fraktale
Vier Farben, aber nicht mehr
Der Vier-Farben-Satz
Verschlüsselung von Daten mit einer Einwegfunktion
Kryptografie
Juwelen auf einem noch unsichtbaren Faden
Endliche einfache Gruppen
Ein wahrhaft wunderbarer Beweis
Beweis des Satzes von Fermat
Keine andere Anerkennung ist nötig
Beweis der Poincaré-Vermutung
ANHANG
GLOSSAR
ZITATQUELLEN
DANK
Die ganze Mathematik in einem Buch – das ist unvorstellbar, denn es gibt einfach zu viel Mathematik. In der Tat existiert Mathematik seit mindestens 5000 Jahren. Während dieser langen Zeit haben Mathematikerinnen und Mathematiker unablässig mathematische Erkenntnisse erzielt und veröffentlicht. Heute ist Mathematik produktiver denn je: Täglich, ja stündlich werden neue Ergebnisse publiziert. Wie soll man das zusammenfassen?
Die Autoren dieses Buches schaffen es jedoch, den Dschungel zu lichten. Dazu schlagen sie große Schneisen und ermöglichen so Blicke in die Welt der Mathematik, die Einsichten eröffnen. Was das Buch wirklich einzigartig macht, ist, dass es nicht in der Vergangenheit stehen bleibt, sondern durchgängig die Verbindung zu moderner Mathematik sucht.
Die ganze Mathematik in einem Buch – das kann nicht funktionieren, weil das viel zu kompliziert ist. In der Tat hat die Mathematik in den letzten 500 Jahren eine Sprache voller Symbole, Spezialausdrücke und Zeichen entwickelt. Die Mathematikerinnen und Mathematiker sind zu Recht stolz darauf. Denn die mathematische Sprache ist ein Präzisionsinstrument, mit dem man auch noch die kühnsten Expeditionen menschlichen Denkens ermöglichen und absichern kann. Aber wer soll das verstehen?
Doch, es geht. Das Buch schlägt einen klugen Mittelweg ein: Es vermeidet einerseits, so zu tun, als ob die mathematische Sprache im Grunde nur eine Art Zuckerguss sei, auf den man auch verzichten kann, und es vermeidet andererseits, ein mathematisches Lehrbuch zu sein, bei dem die mathematische Sprache ganz selbstverständlich benutzt wird. So werden an vielen Stellen der Nutzen und der Vorteil einer symbolischen Darstellung klar.
Die ganze Mathematik in einem Buch – das interessiert doch niemanden, weil Mathe angeblich langweilig ist. In der Tat haben die wenigsten Menschen eine Vorstellung von der Lebendigkeit der Mathematik. Es ist weitgehend unbekannt, dass Mathematik eine der wichtigsten Wissenschaften für unser Leben und unsere wirtschaftliche Entwicklung ist, dass man über das Leben von Mathematikerinnen und Mathematikern spannende Geschichten erzählen kann, und, nicht zuletzt, dass mathematische Probleme und die Versuche, ihnen auf die Spur zu kommen, unglaublich faszinierend sein können.
Doch auch dies leistet das vorliegende Buch: Es entwirft ein Panorama von kühnen mathematischen Gedanken und ihren Anwendungen, es erzählt von den handelnden Personen und stellt Probleme dar, deren Faszination man sich kaum entziehen kann.
Insgesamt ein Buch mit einem umfassenden Anspruch, das Leserinnen und Leser aber nicht erschlägt. Vielmehr kann man einfach irgendwo anfangen und mal ein Kapitel lesen. Ich bin überzeugt: Aus dem einen Kapitel werden zwei und drei oder noch mehr.
Viel Vergnügen!
Professor Dr. Albrecht Beutelspacher
Direktor des Mathematikums Gießen
Die Anfänge der Mathematik liegen in der Frühgeschichte, als die Menschen begannen, Dinge zu zählen und zu messen. Dabei erkannten sie Muster und Regeln in den Vorstellungen von Zahlen, Maßen und Formen. Sie entdeckten die Prinzipien der Addition und Subtraktion – wenn man etwa zwei Dinge (ob Steine, Beeren oder Mammuts) zu zwei weiteren hinzufügt, hat man stets vier Dinge. Solche Gedanken erscheinen uns heute offensichtlich, waren damals aber tiefgründige Einsichten. Sie zeigen, dass die Geschichte der Mathematik nicht nur eine Geschichte der Erfindungen, sondern auch der Entdeckungen, ist. Zwar waren es menschliche Neugier und Intuition, die mathematische Grundsätze erkannten, und der Erfindungsreichtum lieferte später Methoden zur Notation (der Beschreibung durch Symbole) sowie Manipulation, aber die Prinzipien selbst sind nicht menschengemacht. 2 + 2 = 4 ist eine Tatsache, die unabhängig vom Menschen wahr ist. Die Gesetze der Mathematik sind wie die der Physik universell, ewig und unveränderlich. Als Mathematiker erstmals zeigten, dass die Innenwinkelsumme eines Dreiecks in der Ebene 180 ° ist, war das nicht ihre Erfindung. Sie hatten lediglich eine Tatsache entdeckt, die immer schon wahr war und ewig wahr bleiben wird.
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