Manuel Wagner - Ich bin normal, nur ...

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Tauche wieder ein in die Psyche des einzig richtig denkenden Menschen: Nach dem Aufwachen im Krankenhaus kommen die Erinnerungen schnell zurück. Du fühlst Dich besiegt, entthront, entmachtet, doch Hündchen steht Dir bei. Waren Deine Gedanken nur ein Selbstbetrug und Dein letztes Erlebnis nur ein Weckruf? Hündchen macht Dir klar: So kann es nicht weitergehen. Aber wer oder was ändert sich? Wird Dein Leben auf dieser Welt mit diesen Menschen irgendwann so sein, wie Du es für richtig hältst? Verändert sich am Ende Deine Psyche? Wirst Du wieder gesund sein? Auch wenn die Aussichten düster erscheinen, gib nicht auf, behalte Deinen Humor, gewinne wieder Zuversicht. Es wird viel Irres passieren und Du erfährst es als Erster. Wie immer unterhaltsam, kritisch und überraschend.

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Hündchen lacht.

Ich kann nun beinahe schmerzfrei lachen. Wir lieben gemeinsam meinen Wahnsinn, aber es ist kein Wahnsinn. Ich stelle doch nur sarkastisch die Wahrheit über die Realität dar.

Genesungsgeschenk

Mit großen treuen Augen sieht mich Hündchen an. Was hat es sich denn dieses Mal ausgedacht? Oh nein! Es hat etwas mitgebracht. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich bin völlig verunsichert, weil ich mit vermeintlichen Freundschaftsgesten gerade nichts anfangen kann. An die Besuche habe ich mich gewöhnt. Sie erfolgen regelmäßig zur abgesprochenen Zeit. In der Woche nachmittags um fünf und am Wochenende um elf Uhr. Hündchen schläft halt gerne aus.

Aber was soll das heute? Warum hat es so etwas mitgebracht? Es soll wohl ein Geschenk sein. Zumindest sieht das Objekt so aus, wie man sich gemeinhin ein Geschenk vorstellt. Es ist rechteckig, in pastellbuntes Geschenkpapier verpackt. Eine silberne Schleife ziert den verpackten Gegenstand. Was für eine unnötige Verschmutzung.

»Muss dieser Müll sein?« Ich deute auf Schleife und Verpackung.

»Es handelt sich um Recyclingpapier aus dem Bioladen.«

Ich versuche trotzdem wütend zu wirken, aber ich glaube, ich freue mich eigentlich. »Naja, die Schleife ist sicherlich nicht ökologisch!«

Hündchens Blick wirkt irgendwie verschlagen, wissend, seltsam spannungsgeladen… Ich versuche vergeblich, den Blick zu lesen. Er wirkt überheblich und freundlich zugleich. Irgendetwas Unerwartetes wird wohl gleich passieren, wenn ich das Geschenk aufmache. Als ich das Päckchen in der Hand halte, fühle ich bereits, was es ist: »Ah, wie unspektakulär! Ein Buch für meine Sammlung.«

Hündchen verändert seinen Gesichtsausdruck nicht.

»Was für eine Sammlung?« Hündchen spielt mein Spiel mit.

»Bücher von Autoren, die schlechter sind als ich.«

Hündchen grinst. »Wieso bist du dir so sicher?«

»Es ist ganz bestimmt ein Buch. Und egal was für ein Buch das ist, meine Aussage trifft auf jeden Fall zu, selbst wenn es dein eigenes Buch sein sollte. So ein Psychoschmarrn, kann es mit meinem Talent nicht aufnehmen.«

Ich strecke Hündchen die Zunge raus. Hündchen lacht. Hündchen lässt sich von mir nicht ärgern.

»Soll ich es auspacken?«

»Ja, sicher.«

»Jetzt?«

»Mach schon! Ich möchte dein Gesicht sehen.

»Häh? Denkst du, ich habe gerade eine Maske auf und wenn ich das Geschenk aufmache, fällt die Maske runter?«

Ich habe wirklich nicht verstanden, warum es glaubt, mein Gesicht erst gleich sehen zu können. Hündchen verdreht die Augen. Egal. Ich reiße das Papier auf. Ungeschickt. Die Geschenkverpackung kann man nicht wieder verwenden. Das Buch befindet sich nun direkt vor meinen Augen. Ich verstehe erst nicht, was ich da sehe.

»Und überrascht?«

»Hau ab!«

Keine Kontrolle. Keine Verantwortung.

Scheiße! Verdammte scheiße! Es ist total peinlich. Nicht genug, dass ich bei allem was ich tue auf andere Menschen angewiesen bin. Krankenpfleger, Ärztinnen behandeln mich wie ein Baby, ein scheiß vollgeschissenes Baby. Jetzt flenne ich auch noch wie ein Baby. Da ich mich zum Lesen aufgesetzt habe, laufen mir meine Tränen über das Gesicht, über den Oberkörper und schließlich über meine verbundene, noch immer schmerzende Stichwunde. Der Verband saugt die Tränen auf. Nur atmen müssen sie nicht für mich! Das darf ich noch alleine, aber auch das würden sie mir, ohne mich zu fragen, nehmen! Bis gerade eben, dachte ich, ich bin auf dem Weg der Besserung. Doch als ich kraftlos einschlief, Hündchen dann weg war und ich irgendwann aufwachte, lag es da:

Mein Buch in einem wunderschön gestalteten und völlig passenden Einband, so als hätte ich das Design selbst ausgewählt. Ich habe es mir vielleicht nicht exakt so vorgestellt. Ich bin sowieso kein visueller Mensch, aber ich weiß, dass ich genau diesen grünen mit Schafen gespickten Einband unter tausend Vorschlägen ausgesucht hätte. Es ist so genial, dass die weißen Schafe einen Wolf bilden und mich das schwarze Schaf fressen wollen. Ich blättere um und stutze. Es kostet mich Kraft die Seiten von rechts bis ganz nach links zu schwenken. Dabei fühle ich mich auch noch so entblößt und schwach, wie nie zuvor, und das liegt nicht an meinem Zustand. Warum ist das Buch fertig? Den letzten Text habe ich nicht geschrieben, aber ansonsten ist alles weitgehend unverändert. Ich blättere und blättere und ja... natürlich auch die peinlichsten Texte sind drin. Hündchen hat sie alle gelesen. Ja sicher hätte Hündchen sie irgendwann gelesen, aber ich wollte entscheiden wann. Viele Texte habe ich mit ihm zusammen überarbeitet, aber nicht die peinlichsten, nicht die, die mich bezüglich Hündchen verwirrt haben und es häufig noch bis heute tun.

Immer diese Grenzüberschreitungen! Wieso hat Hündchen mein Leben gerettet?

Habe ich gesagt: »Rette mein Leben!« Nein!

Habe ich gesagt: »Veröffentliche mein Buch!« Nein!

Als ich später meiner Mutter das Buch zeige, da weiß sie bereits Bescheid. Ihr gefällt das Buch. Sie sagt, dass bald schon eine neue Auflage erscheint. Ich bin für Preise nominiert und die stehen demnächst auf dem neuen Einband, wie auch die Nominierungen und ein paar Lobeshymnen bekannter Autoren.

Ich beruhige mich wieder und denke nochmal genauer nach. Es hat nicht irgendjemand mein Buch veröffentlicht. Hündchen kennt mich schon länger, als ich mich kenne. Es ist in Ordnung. Ich bin bald wieder gesund und dann habe ich die Kontrolle wieder und gebe sie nicht mehr ab. Es sei denn, mich sticht wieder jemand nieder, aber dann kenne ich das ja bereits und dann habe ich eben keine Kontrolle und übernehme eben keine Verantwortung. Was soll's? Dann weiß ich eben nicht, wie man ein Buch verlegt.

Ich führe jetzt halt ein Stellvertreterleben. Hündchen, ich will einen Film sehen: Hündchen geh ins Kino und erzähl mir davon! Ich will Sex haben: Hündchen hab Sex und erzähl mir davon! Hündchen ich habe Appetit auf verfaulten, schwedischen Fisch: Iss ihn und sag mir, wie er schmeckt! Und übrigens: AUFESSEN! DENN DU HAST UNGEFRAGT MEIN VERFICKTES BUCH VERLEGT!

Meine Wut macht mich müde. Immer diese Müdigkeit. Wenn ich hier noch lange bleiben muss, werde ich lebensmüde. Meine Augen werden schwer und das Buch fällt mir aus der Hand. Ich schlafe ein, so als hätte ich 16 Stunden am Stück Holz gehackt, dabei habe ich doch nur 20 Minuten ein Buch gelesen, mein Buch.

Endlich frei!

Ich gehe mit Krücken über den Krankenhausflur, dabei versuche ich den Blicken der vorbeigehenden Menschen auszuweichen. Ihr seid doch Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte, Patienten! Habt ihr noch nie einen Menschen auf Krücken gesehen? Dank der Physiotherapie kann ich wieder alleine gehen, und das obwohl ich dachte, dass ich nie wieder mehr zu Kräften komme, nie wieder mehr richtig gesund werde. Zum ersten Mal fühle ich mich wieder gesund, bin voller Energie, aber ich muss noch bleiben. Ich möchte die Zeit schnell vorwärts drehen, die Krücken wegschmeißen und rennen. Eigentlich könnte ich auch in einem Rollstuhl sitzen und gefahren werden, aber das wollte ich nicht. Mein Körper soll machen, was ich will, auch außerhalb der Physiotherapie. Ich will mein ganzes Ich spüren. Ich humple also gegen der Empfehlung der Ärzte alleine weiter tollpatschig über den Flur. Ich versuche erneut dem Blick eines besonders neugierigen Menschen auszuweichen. Ich hasse diese Schaulustigen. Die sind Krankenhaus überall, denn allen ist langweilig, deshalb starren sie mich an, manchmal mitleidig, manchmal neidisch, manchmal missgünstig, aber immer voyeuristisch. Sie wollen wissen, was ich für ein Krüppel bin. Am liebsten würden sie meinen Rollstuhl schieben, um mir dabei indiskrete Fragen stellen zu können. Genau deswegen wollte ich Krücken. Mit den Krücken brauche ich keine anderen Menschen.

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