Manuel Wagner - Ich bin normal, nur ...

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Tauche wieder ein in die Psyche des einzig richtig denkenden Menschen: Nach dem Aufwachen im Krankenhaus kommen die Erinnerungen schnell zurück. Du fühlst Dich besiegt, entthront, entmachtet, doch Hündchen steht Dir bei. Waren Deine Gedanken nur ein Selbstbetrug und Dein letztes Erlebnis nur ein Weckruf? Hündchen macht Dir klar: So kann es nicht weitergehen. Aber wer oder was ändert sich? Wird Dein Leben auf dieser Welt mit diesen Menschen irgendwann so sein, wie Du es für richtig hältst? Verändert sich am Ende Deine Psyche? Wirst Du wieder gesund sein? Auch wenn die Aussichten düster erscheinen, gib nicht auf, behalte Deinen Humor, gewinne wieder Zuversicht. Es wird viel Irres passieren und Du erfährst es als Erster. Wie immer unterhaltsam, kritisch und überraschend.

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»Da hast du ausnahmsweise einmal recht.«

»Bald habe ich dich wieder unter Kontrolle.«

Plötzlich ohrfeigt mich meine eigene linke Hand. »Niemals!«

»Warst du das gerade Verstand?«

Beide Stimmen verstummen, als ich merke wie mich die Person, die mich gerade füttert, irritiert anglotzt. Habe ich das Gespräch etwa laut geführt?

Physiotherapie

Ich springe aus meinem Rollstuhl heraus, laufe wie ein Irrer durch die Gänge und bin dabei so schnell, dass sich Usain Bolt wie eine Schildkröte fühlen würde. Ich bin auf der Flucht, auf der Flucht vor dem Personal, vor den anderen Patienten, vor jedem Menschen hier. Gerade übertreibe ich es mit den positiven Gedanken. So formuliert, betreibe ich Selbstbetrug. In Wahrheit sitze ich gerade entsetzt vor meinem Patientenerholungsroboter kurz PER. Er ist Physiotherapeut und in Wirklichkeit leider keine Maschine, sondern er ist ein Mensch, und Per ist sein Name. Dieser Mensch verlangt von mir nun Unmenschliches.

Zur Begrüßung kam von ihm ein mit ironischer Miene vorgetragenes »Sooo jetzt werd ich's dir besorgen.« Hinsetzen, hinlegen, hinsetzen, hinlegen, hinsetzen, zur Seite drehen, richtig zur Seite drehen, die Beine anwinkeln, aufrichten, richtig aufrichten, Körper anspannen, mit den Händen abstützen, nicht nach hinten fallen, auf der Bettkante sitzen, sitzen, sitzen, atmen, atmen.

»Wann komme ich weg von dem Bett?«

»Heute nicht.«

Hinlegen, atmen, zur Seite drehen, richtig zur Seite drehen.

»Fass mich nicht immer an!«

Die Beine anwinkeln, aufrichten, richtig aufrichten, Körper anspannen, mit den Händen abstützen, nicht nach hinten fallen, auf der Bettkante sitzen, sitzen, sitzen, atmen, atmen. Ich kann nicht mehr. Als ich schließlich aus Erschöpfung versuche meinen Geist aus meinem Körper zurückzuziehen, ist dann doch endlich Schluss. Voller Erleichterung probiere ich auch einen Witz.

»Ich hatte mir meinen ersten Krankenhaussex irgendwie anders vorgestellt.«

»Ja, ist schon scheiße, von einem Fremden so begrapscht zu werden, aber ich bin schlimmer dran als du.«

Was für eine Frechheit, denke ich und frage: »Warum?!«

»Ich bekomme Geld dafür, ich bin die Nutte in diesem Verhältnis.«

»Aua!« Lachen tut noch weh. »Mag sein, aber es war für mich nicht einvernehmlich.«

Per lacht. Ich lache vermutlich mit schmerzverzerrtem Gesicht.

Nach der Tortur, die ich aus traumatisierenden Gründen nur in Ansätzen beschrieben habe, beichte ich Hündchen, dass ich es betrogen habe. Hündchen lacht gequält, weil es nicht weiß, ob ich das Gesagte ernst meine.

»Es tut mir ja Leid, dass diese Aktion für dich so traumatisch war, aber das war sicher alles andere als Sex. Glaub mir, ich weiß, wovon ich rede. Hündchen grinst und seine Augen blitzen auf. »Wenn's dir wieder besser geht, dann gibt’s von mir einvernehmliche Physiotherapie, äh ich meine das andere.«

»Wehe du nutzt meine Situation aus! Wenn ich wollte, könnte ich jetzt schon wieder kratzen und beißen.«

Später kann ich nicht schlafen. Mein ganzer Körper kribbelt wie eingeschlafene Füße. Entweder ist es ein Zeichen dafür, dass mein Körper sich ins Jenseits verabschiedet oder dafür, dass er wieder gesund wird. Ich muss ja positiv denken. Es ist also ein Zeichen, dass er stirbt. Bestimmt fühlt sich so Verwesung an.

Asbest schnupfen

Die Physiotherapie zeigt ihre Wirkung. Man lässt mich den zerkochten Kartoffelgemüsematsch, den sie Schonkost nennen, nun alleine essen. Hündchen verbringt seine Mittagspause bei mir. Als es sein Essen auspackt, starre ich es entsetzt an.

»Jetzt reg dich ab. Davon krieg ich schon keinen Krebs. Die WHO stuft Wurst nun doch weit weniger krebserregend ein als noch in der letzten Woche. Außerdem hatte ich Hunger und die Wurst hat mich angelächelt.«

Mist! Die Wurst lächelt mich ebenfalls an. Ich blicke abwechselnd zu Hündchens Wurst und zu meinem Essen, dabei stochere ich in dem Gemüsebrei herum und denke daran, dass der blasse zähe Brei auf meinem Teller einmal frisch geernteter Blumenkohl gewesen sein muss, den man ohne Sinn und Verstand mehrere Stunden zu Tode gekocht hat. Wieso wollen die mich hier dazu bringen, dass ich Gemüse hasse? Mein Hass muss irgendwo anders hin.

»Die WHO hat gar nichts abgeschwächt. Die Wurst steht zu recht zusammen mit Stoffen wie beispielsweise Asbest auf der Liste der krebserregenden Substanzen. Der Grund wieso sie scheinbar ihr Urteil relativiert haben, ist die Angst um ihr Leben.«

Hündchen guckt so, als wisse es nicht, ob es die Wurst runter- oder hochwürgen soll. Meine Hoffnung, dass es ihm den Appetit verdirbt, erfüllt sich nicht. Hündchen schluckt runter.

»Wieso sollten sie Angst um ihr Leben haben?«

Ich führe einen Löffel mit Brei zu meinem Mund, dabei mache ich einen Fehler, ich rieche daran. Meine Stimmung verschlechtert sich weiter.

»Wenn die WHO ihre Kritik in der Deutlichkeit aufrechterhalten würde, dann hätten der ein oder andere Mitarbeiter definitiv bald eine Axt im Rücken, denn Tradition und Gewohnheit sind den Soziomanen irrsinnig heilig. Und denke einmal an die Großunternehmen, die an verarbeiteten Fleischwaren verdienen.«

»Was soll das denn jetzt mit der Axt im Rücken?«

»Das ist für die Leser unterhaltsamer, als bloßes umbringen oder erschießen.«

»Wirklich?«

»Denk mal genauer darüber nach.«

Hündchen denkt nach. Hündchen lacht. Wurstreste werden zwischen seinen Zähnen sichtbar. »Haha, du hast recht.« Mit dem Mund wieder voll mit Wurst nuschelt Hündchen: »Naja, aber es ist doch alles halb so wild.«

Hündchens Anblick macht mich wütend. Schlimm genug, dass Hündchen vor mir eine Wurst isst, aber wieso sieht Hündchen dabei so glücklich aus? Der Geschmack in meinem Mund zwingt mich, das Essen schnell runterzuschlucken und meine Tirade fortzusetzen. »Du lernst einfach nicht dazu. Würde es Gewohnheit oder Tradition sein, Asbest zu schnupfen und es eine Asbestschnupf-Industrie geben, würden die von der WHO ähnlich reagieren. Niemand von den Soziomanen würde sich das Asbestschnupfen schlecht reden lassen. Studie um Studie würde gefälscht werden, bis keiner mehr weiß, was richtig und was falsch ist. Selbst wenn die begeisterten Asbestschnupfer eines Tages die krebsfördernde Wirkung zugeben müssten, würde ihnen noch etwas einfallen, um den tödlichen Konsum zu rechtfertigen. Ein Krebsforscher hat letztens wirklich behauptet, Krebs wäre ein gnädiges Todesurteil, weil er den Patienten beim Dahinsiechen genug Zeit lässt, sich von der Welt zu verabschieden. So etwas würden sie geschickt nutzen, um Werbung für Krebs und für ihr Produkt zu machen. Und wenn das alles nichts nützt, würde die Axt eines entlassenen Asbestschnupf-Mitarbeiters früher oder später den Weg in den Rücken eines WHO-Angehörigen finden. In einer soziophoben Welt hingegen könnten weder Tradition noch Geld noch Macht siegen, sondern Wissenschaft dürfte noch Wissenschaft sein. Iss ruhig deine Wurst! Schnupfe nur dein Asbest! Wir stellen die Krebsforschung ein und sterben alle einen frühen Tod, denn in einer Welt voller Idioten, will sowieso keiner leben. Krebsforschung ist doof, die macht uns nur alles madig. Also schaffen wir sie ab!« Ich untermale meine Aussage mit wahnsinnigem Gelächter. »Auf sowas können nur Soziomanen kommen.«

Hündchen meint trocken: »Ich liebe Wurst trotzdem.« Als es das letzte Stück aufgegessen hat und ich gelernt habe, mir die Nase zuzuhalten, während ich diesen undefinierbaren, modrigen und zerkochten Brei herunterschlucke, hebt sich meine Stimmung. »Das kannst du auch, aber leider kommt irgendwie keiner der Sozialsüchtigen darauf, Wurst zu produzieren, die keinen Krebs auslöst, genau so wenig wie Asbestschnupfer auf die Idee kommen würden, Asbest so zu ändern, dass es keinen Krebs auslöst. Sie haben viel zu viel Angst, dass Wurst plötzlich nicht mehr der Tradition entspricht. Also stirbt man lieber an Krebs und schlägt Äxte in die Rücken der WHO-Forscher.«

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