Manuel Wagner - Ich bin normal, nur ...

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Tauche wieder ein in die Psyche des einzig richtig denkenden Menschen: Nach dem Aufwachen im Krankenhaus kommen die Erinnerungen schnell zurück. Du fühlst Dich besiegt, entthront, entmachtet, doch Hündchen steht Dir bei. Waren Deine Gedanken nur ein Selbstbetrug und Dein letztes Erlebnis nur ein Weckruf? Hündchen macht Dir klar: So kann es nicht weitergehen. Aber wer oder was ändert sich? Wird Dein Leben auf dieser Welt mit diesen Menschen irgendwann so sein, wie Du es für richtig hältst? Verändert sich am Ende Deine Psyche? Wirst Du wieder gesund sein? Auch wenn die Aussichten düster erscheinen, gib nicht auf, behalte Deinen Humor, gewinne wieder Zuversicht. Es wird viel Irres passieren und Du erfährst es als Erster. Wie immer unterhaltsam, kritisch und überraschend.

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»An deiner Kusstechnik musst du noch ein wenig arbeiten.«

Ich muss lachen. Hündchen schafft es immer mich zum Lachen zu bringen, aber es tut weh. Der Bauch spannt dabei zu sehr an, was nur deswegen problematisch ist, weil mir da vor kurzem eine junge Frau einen spitzen Gegenstand reingerammt hat. Oh, eine neue Erinnerung! Ich schreie laut auf. Der Schmerz lässt nicht nach. Kurz denke ich, ich verliere mein Bewusstsein, aber leider tut mir mein Körper diesen Gefallen nicht. Hündchen holt einen Arzt, der mir innerhalb kürzester Zeit eine Infusion verabreicht. Der Schmerz hört zwar auf, aber ich spüre jetzt fast überhaupt nichts mehr, und habe Mühe, wach zu bleiben.

»Es tuuut… so lei... ei... d. ...hä… hätte... nicht zum La… ...chen bri… ...i… ingen so… ...o… llen… ...len...« In meinem Dämmerzustand fällt es mir richtig schwer, Hündchen zuzuhören, aber ich glaube ich habe verstanden, was Hündchen gesagt hat. Ich weiß nicht, ob mein Blick Freude signalisieren kann, aber ich fand es trotz Schmerz schön zu lachen. Da ich nicht weiß, ob ich sprechen kann, versuche ich Hündchen so fragend anzusehen, wie es mir möglich ist. Entweder ist es Zufall oder Hündchen versteht mich.

»Du wurdest niedergestochen. Du lagst für eine gute Woche im Koma. Die Ärzte dachten nicht, dass du es schaffst.«

Komisch. Jetzt habe ich Hündchen klar verstanden, auch wenn seine Stimme einen starken Hall hat. Ob der Hall echt ist oder in meinem Kopf, weiß ich nicht. Was sind das bloß für Medika… Medika… Hmm... über was habe ich gerade nachgedacht?

Hündchen bekommt plötzlich einen Kloß im Hals. Eine Träne rollt Hündchen über die Wange. Bin ich etwa noch nicht über dem Berg?

»Ich bin da, weil ich gesagt habe, dass ich deine Mutter bin... Oh, Entschuldigung, nicht lachen. Nicht lachen!«

Benebelt wie ich bin, kann ich sowieso nur debil grinsen. »Tut mir leid, ich immer mit meinen blöden Witzen. Ich will dich nur aufheitern, aber das darf ich nicht.«

Ich hoffe mein Blick sagt: »Das musst du doch gar nicht.«

»Ich bin da, weil ich wusste du magst es lieber, mich zu sehen. Du solltest jetzt aber schlafen, denn... ähm...«

Die Infusion entfaltet nun ihre gesamte Wirkung. Ich schlafe ein.

Lebende Metapher

Ich liege zum Glück nicht ganz sondern nur halb tot in meinem Bett, stecke voller Schläuche, werde gewaschen, eingecremt, selbst mein Arsch wird mir abgeputzt, und ich verfüge dennoch über weit mehr Würde als die Soziomanen hier. Ich feiere innerlich, dass sie mich endlich mal so behandeln, wie ich es verdiene. Ich werde von hinten und vorne bedient, zwar weil sie es müssen, weil ich sonst sterbe, aber an der Metapher kratzt es dennoch kein bisschen. Denn mit ihrem beklagenswerten soziomanen Leben liegen sie von Kopf bis Fuß tiefer in der Scheiße als ich und merken es nicht mal.

Hiermit möchte ich meine Attentäterin freundlich grüßen, denn dank ihr kann ich solche genialen Texte schreiben. Falls ich einmal den Literaturnobelpreis bekomme, werde ich ihn ihr widmen. Sie hat mir diese authentischen Gefühle ermöglicht, über die man nur schreiben kann, wenn man sie wirklich erlebt hat. Ich bin voller wahrhaftig erleuchtender Gedanken. Ich hoffe allerdings, sie sind nicht die Folge von hochdosierten Schmerzmitteln. Egal, auch wenn ich mich noch in einem halbkomatösen Zustand befinde, denken kann ich weiter besser als alle Anderen. Bestimmt produziert mein Hirn positive Gedanken, damit es mir besser geht. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass positive Gedanken Heilungsprozesse beschleunigen und negative Gedanken Heilungsprozesse verhindern können. Selbst, wenn das absoluter Schwachsinn sein sollte, dann wirkt immerhin der Placeboeffekt.

Da ich momentan sowieso nichts tun kann außer zu denken, beschließe ich, in eine Traumwelt zu flüchten. Ich male mir die Zukunft aus. Die neue soziophobe glückliche Zukunft der Menschheit wurde sicher durch das Attentat an mir ausgelöst. Ich bin nicht nur eine lebende Metapher, sondern gleichzeitig ein lebender Märtyrer. »Lebender Märtyrer«, das lasse ich mir auf meine Visitenkarten drucken. Hmmm, es könnte den Menschen aber auch Angst machen, weil sie sich dann immer fragen werden, wann ich mich in die Luft sprenge.

Die Gedanken an meinen jämmerlichen Zustand kehren zurück, Bauchschmerzen, an mir arbeitende Menschen... Mist nicht abgleiten in negative Gedanken. Verstand! Aufhören!

Gut lieber Verstand ich versuche, an vorherige Gedanken anzuknüpfen. In der zukünftig soziophoben Welt gibt es Roboter, die mich und alle anderen Kranken pflegen. Die werden voll niedlich aussehen, freundlich und total lustig drauf sein. Außerdem sind sie immer klinisch sauber. Personal wird nicht oder so gut wie nicht mehr gebraucht. Man darf die ganze Zeit allein sein. Nackt sein und gesäubert werden, sind dann keine unangenehmen Prozeduren mehr, denn das alles machen die Roboter. Sie machen keine Fehler. Sie urteilen nicht. Sie haben kein zu Hause, wo sie nach der Arbeit hingehen, und über mich reden werden. Die Heilung wird beschleunigt, weil alles einfach perfekter und besser funktioniert und vor allem, weil die Patienten in schallisolierten Einzelzimmern liegen dürfen ohne andere kranke Nachbarn, die sie mit weiteren Krankheiten anstecken können oder schlimmer mit ihnen reden wollen. Die komplizierten unberechenbaren menschlichen Beziehungen werden vielleicht sogar in den Lebensbereichen außerhalb des Krankenhauses durch Beziehungen zu völlig perfekt funktionierenden Robotern ersetzt.

Mein Verstand sagt mir, das ist alles zu unrealistisch. Verdammt! Denken wir an etwas Naheliegenderes, schlage ich vor. Mein Verstand und ich denken an mein zu Hause. Je schneller ich gesund werde, desto eher darf ich wieder dort hin, und habe meine Ruhe. Die Welt wird eine andere sein, wenn ich gesund bin, wenn ich wieder laufen kann. Sie wird eine schönere, bessere und vernünftigere sein als jemals zuvor.

»Warum sollte das so sein?«, fragt mein Verstand.

»Irgendwann muss es einfach passieren«, antworte ich.

»Was passieren?«

»Dass die Menschen ihre selbstverschuldete Unmündigkeit begreifen, und die Wahrheit erkennen.«

»Hääääh, selbstverschuldete Unmündigkeit?! Das hast du bei Kant geklaut. Du hasst Kant!«

»Ich meine, dass sie ihr wahres Ich erkennen, und soziophob werden wollen.«

»Wie sollte das bitteschön passieren?«

»Was weiß denn ich?! Das hier ist nur eine positive Wunschfantasie, mit der ich versuche, schneller gesund zu werden.«

Schließlich werde ich aus meinen Gedanken gerissen, denn es gibt Essen. Jemand, offenbar ein menschlicher Pfleger, verkündet mir, dass ich zum ersten mal wieder feste Nahrung zu mir nehmen darf. Ich will mich gerade freuen, als ich sehe, was hier als feste Nahrung bezeichnet wird. Es handelt sich um wässrige Brühe mit viel zu weich gekochter Nudeleinlage. Eine menschliche Hand hält mir einen Löffel vor den Mund. Wie ein Tier werde ich gefüttert. Abgesehen davon, dass Tiere meist weit gesünderes zum Fressen bekommen. Jedes Vitamin, jeder Geschmack wurden weg gekocht. Warum schaffen es diese dummen Menschen nicht wenigstens hier, halbwegs gesunde Mahlzeiten zuzubereiten? Wir sind immerhin in einem Krankenhaus voller Menschen, die in ihrer Ausbildung gelernt haben sollten, was gesund macht. Die müssen doch merken, dass diese billige und nährstoffarme Kost nicht gesund ist, und deshalb kein Stück zur Genesung beiträgt. Als der Löffel in meiner Gesichtsnähe ist, öffne ich mechanisch meinen Mund.

»Das war's wohl mit deinen schönen Gedanken«, stichelt mein Verstand.

»Jaja, es ist hoffnungslos. Das wolltest du sicher hören. Ersticke doch an deinem Selbstmitleid.«

»War nicht so gemeint. Du machst schon Fortschritte.«

»Das musst du natürlich sagen, denn wenn ich sterbe, dann stirbst du auch.«

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