Wolf Schreiber (Hrsg.) - Kunst-Kurz

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Künstler*innen, Ausstellungen, Kulturorte, -szene und das «Drumherum» bieten Stoff für spannende Geschichten und literarische Auseinandersetzungen mit und über Künstler*innen, Protagonisten, Antagonisten, Visionen, Ängsten und Fragen.
Anlässlich des im Sommer 2019 zum zweiten Mal stattfindenden Kunstfestivals GIENNALE in Gießen sammelte der Künstler und Autor Wolf D. Schreiber hierzu Texte von Autor*innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, mit einem Schwerpunkt auf Kurzgeschichten.

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»Ich bedaure. Unsere Anschlüsse sind noch nicht alle ausgebaut – selbst ich kann hier noch nicht senden. Freies W-Lan und einen Notrufknopf finden Sie im Kommunikationsbereich.«

»Wo?«

»Laufen Sie geradeaus über die Edward-Munch-Brücke, dann werden Sie es sehen. Das weiße Gebäude, an dem es Tag und Nacht zugleich ist.«

Sie rannte; das Wasser unter ihr toste, der Himmel tobte, die Sterne glänzten wie erstarrt, alles verschwamm in tiefem Blau. Da sah sie es, direkt vor sich. Sie presste die Hände an ihr Gesicht und schrie.

Die Verkäuferin schüttelte den Kopf. Dieser Themenpark war wirklich ein Reinfall. Reihenweise starben die Besucher; dabei hätten sie wissen müssen, welche Schrecken in der Kunst auf sie warteten. Schrecken, die sich die Natur nicht vorstellen kann, haben die Maler aller Zeiten auf Leinwand gebannt.

Diese Besucher hatten wirklich keine Ahnung, sie rutschten auf den zerflossenen Uhren aus, sie stürzten von unmöglichen Brücken im Escherhaus, wurden von blauen Pferden zu Tode getrampelt. Und die Betreiber des Parks hatten offenbar an Schutzmaßnahmen nicht gedacht. Wie sollte dieser Park dann jemals ein Geschäft werden? Vielleicht wäre es angezeigt, dass sie sich vorsichtshalber schon mal nach einem neuen Job umsah.

Und ihren Survival Guide wollten die meisten Besucher auch nicht kaufen.

»Geizige Kunstbanausen!«, murmelte die Verkäuferin, schüttelte den Kopf und holte einen Eimer, um die Reste von der Brücke zu entfernen.

Höhlen-Kritzelei von Nobi Umsonst

Siegfried Grosse Morgenritual Ich wache auf Durch die Ritzen der Jalousie - фото 3

Siegfried Grosse

− Morgenritual

Ich wache auf.

Durch die Ritzen der Jalousie erhellt die Sonne mein spartanisches Zimmer.

»Sein oder Nichtsein« schießt es mir durch den Kopf.

Hamlet springt aus dem Bett

und windet sich in voller Körpergröße zum Mephisto.

»Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft«.

Wohlan.

Den Weg ins Bad nehme ich als König Lear

in einer vom Alter fürchterlich gebeugten Haltung:

»Du jüngste, nicht geringste«.

Der gütige Satz verleiht mir Kraft.

Ich richte mich auf und schaue in den Spiegel.

»Spieglein, Spieglein an der Wand« höre ich mich äffen.

Soll ich nun den charmanten Märchenprinz abgeben,

der die böse Schwiegermutter verführt?

»Oh nein, oh nein!« Ich reiße voller Entsetzen die Arme in die Höhe,

tue es Michael Kohlhaas gleich,

den das Schicksal erneut gebeutelt hat.

Grimassiere Trauer und Verzweiflung in den Spiegel.

Charakterwechsel. Emotionswechsel.

Ich tänzele in die Küche ganz im Stile Charlie Chaplins.

Mit imaginiertem Stock in der rotierenden Hand.

Bewegung ist alles. Und die habe ich voll drauf.

Ich schaue mich um und höre mich mit heiserer Stimme Satchmo singen:

»What a wonderful world!«

Ja, so souverän kann es weitergehen.

Ich kann überzeugend schauspielern und glänzend singen!

Warum nicht als Graf Krolov im Musical »Phantom der Oper«?

Ich schmettere aus voller Brust »Die unstillbare Gier«.

Ich bin eben auch ein Musicalstar. Und was für einer!

Ich finde mich einfach toll. So Leute wie mich will der Zuschauer haben.

Was bin ich heute wieder gut! Applaus, Applaus!

Beim Gang an den Kühlschrank fällt mir spontan Moliere ein.

Als eingebildeter Kranker krümme ich mich von Koliken geplagt

alleine schon beim Gedanken ans Essen.

Ich zucke und stöhne voll hypochondrisch geimpft

und rufe mit durchdringender Forderung »Jedermann. Jedermann!«

Ich sehe mich auf der großen Bühne in Salzburg.

Natürlich bin ich für die großen klassischen Rollen geboren.

Das Brotmesser in der Hand erinnert mich an Othello. Warum nicht?

Ich bin Othello: »Die Bosheit wird durch Tat erst ganz gestaltet«.

Nahtlos bin ich wie auf das Stichwort bei James Bond.

Ich blase mich auf, befeuchte die Lippen und springe aufs Sofa,

wo ich – inzwischen voll in der Rolle von Tarzan -

Jane aus den Armen des Biestes rette.

Ich trommele wild entschlossen auf die Brust und rufe:

»Ich fühle mich wie neu geboren!"

Energisch spiele ich Riffs auf meiner Luftgitarre

und gröle »We will, we will rock you!«

Das kracht. Das groovt.

Es ist eben alles immer nur eine Frage der Übung.

Und ich bin voll im Saft.

Als junger Liebhaber. Als unwiderstehlicher Don Juan.

Als umschwärmter Popstar. Als Weltstar.

Es ist Zeit für eine Telenovela:

»Irgendwoher kenne ich dich. Wollen wir einen Kaffee trinken gehen?«

Der Spruch ist zwar platt,

ich spreche ihn aber ganz lasziv als Casanova.

Ich bin außer Rand und Band. Meine Gefühle drehen durch.

Volles Adrenalin. Ich wechsele das Fach

und schleiche als fieser Mörder im Regio-Krimi durch den Raum.

Blutrünstig. Unbarmherzig. Mächtig.

Ich stehe regungslos im Flur an der Garderobe

und warte, dass das ahnungslose Opfer den Raum betritt.

Ich starre auf die Tür. Gleich ist es soweit.

Gleich. Ich bebe innerlich. Schnaufe durch.

Ich spüre, dass gleich etwas passiert.

Mein Blick fällt auf die Wanduhr.

11.20 Uhr. Es müsste Zeit sein.

Ende der Vorstellung.

Ich verlasse unvermittelt meine Wohnung.

Der Hausflur ist kalt und dunkel.

Und schmutzig. Die Wände beschmiert.

Niemand unterwegs.

Leise und angespannt schleiche ich die Treppe hinunter.

Zum Briefkasten.

Der Schlüssel dreht sich im kleinen Schloss.

In meinem Kopf hämmert der Satz »The winner is!«

Zittrig klappe ich die Briefkastentür auf.

Leer. Leer. Leer.

Wie kann das sein?

Mein Agent hatte doch für heute einen Brief angekündigt.

Die Einladung zu einem Castingtermin und genaue Infos dazu.

Mein Herz rast. Es pocht bis zum Hals hinauf. Adrenalin pur.

Nein, ich mache jetzt nicht das Rumpelstilzchen.

Vom Theater habe ich für heute genug.

Deprimiert erreiche ich meine Wohnung.

Jetzt spielt Jonny Walker die Hauptrolle.

Und um 12.30 Uhr ist wieder

ein Termin bei der Agentur für Überlebenskünstler.

[aus: Siegfried Grosse »Auch Schritte wachsen – Reibungen und Reifungen« edition federleicht 2018.]

Höhlen-Kritzelei von Nobi Umsonst

Gudrun Güth Lightshow Wieder war hinten an der Garagentür das Licht an Sie - фото 4

Gudrun Güth

− Lightshow

Wieder war hinten an der Garagentür das Licht an. Sie stand auf der Terrasse, zog an der für heute letzten Zigarette und starrte auf den hellen Punkt an der dunklen Wand.

Sie musste Strom sparen, also durch den nächtlichen Garten hindurch, um zwischen den Ästen des Walnussbaums nach dem Schalter zu tasten. Und dann in vollkommener Finsternis zurück zur Terrassentür.

Der, der seit Wochen jeden Abend das Licht anmachte, würde hinter ihr her schleichen, ihr von hinten das Kabel um den Hals schlingen oder ihr mit einem stumpfen Gegenstand die Schädeldecke zertrümmern.

Sie drückte die Zigarette im Aschenbecher aus, atmete tief dreimal ein und aus und trat in den Garten, wie gebannt den Blick auf das Licht gerichtet.

Etwas Schwarzes huschte vor ihren Füßen durch das Gras. Nachbars Katze vielleicht oder der Marder, der neulich abends seelenruhig über das Geländer spaziert und zu ihr in das Wohnzimmer hinein geschaut hatte. Aber weder Katzen noch Marder knipsten nachts Lichter an.

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