Wolf Schreiber (Hrsg.) - Kunst-Kurz
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Anlässlich des im Sommer 2019 zum zweiten Mal stattfindenden Kunstfestivals GIENNALE in Gießen sammelte der Künstler und Autor Wolf D. Schreiber hierzu Texte von Autor*innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, mit einem Schwerpunkt auf Kurzgeschichten.
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Johannes und ich stellten uns die Frage, was mit diesem reich gedeckten Tisch geschehen sollte. Sobald wir die Gelegenheit dazu hatten, befragten wir Schmitz. »Das soll alles langsam vermodern« sagte er und erklärte, damit wolle er Vergänglichkeit und Tod symbolisieren. Johannes erwiderte, dass das seiner Meinung nach schade sei. Schmitz sagte: »Jeder reagiert so! Das ist gut, die Leute reden darüber, es provoziert Gedanken«.
Sein Ausstellungsstück war tatsächlich eine eindrucksvolle Komposition, aber dass sie zum Vermodern bestimmt war, musste vor allem Johannes ärgern. Dieser war ein überzeugter »Mülltaucher«: zunächst aus finanzieller Not, später aus Überzeugung suchte er nachts die Hinterhöfe und Parkplätze der Supermärkte auf, um in den Containern nach leicht angeschlagener oder gerade abgelaufener, aber noch gut essbarer Ware zu suchen. Tatsächlich waren die Container voll davon. Ich hatte ihn ein paar Mal begleitet. Einmal waren wir in einer Winternacht in fast vollständiger Dunkelheit anderen Mülltauchern begegnet – Punks, die sich als sehr nett erwiesen. Einem ersten Schrecken war die Verbrüderung gefolgt. Die gefundenen Waren wurden zusammen in einer von den Punks bewohnten, außergewöhnlich unordentlichen WG verspeist. Sogar Speiseeis hatten wir dort gemeinsam in einer Eismaschine aus gefundenem Obst hergestellt, obwohl wir vom Mülltauchen alle völlig durchgefroren waren.
Johannes hatte jedoch noch andere Sorgen. Er fragte Schmitz, was er sich bezüglich des Modergeruchs für Gedanken gemacht habe, der ja wohl spätestens gegen Ende der vierwöchigen Ausstellung in diesen Räumen unerträglich sein müsse, in denen er schließlich Dienst habe. Schmitz äußerte sein Bedauern, es werde ja gelüftet, davon abgesehen müsse er aber schon dazu bereit sein, dieses Opfer zu bringen. »Hätten sie nicht wenigstens alles in Plexiglas einschließen können wie nebenan?«, fragte Johannes. Schmitz erwiderte, dann würde alles durch die Vermoderung im Undefinierbaren verschwimmen. Johannes ließ nicht locker: »Aber das symbolisiert den Tod doch ganz gut, verschwimmen wir da nicht auch im Undefinierbaren?« Schmitz lachte. Mir fielen die Vitrinen des Beuys-Blocks ein, die auch nach Jahrzehnten wegen der darin befindlichen Würste und toten Ratten noch ausdünsteten. Schmitz ergänzte, der Modergeruch sei Teil des Kunstwerks, ebenso wie die zu erwartenden Schimmelberge und das Nässen auf den Fußboden. Wir ließen Schmitz mit einer weiteren Bewunderin stehen. Es handelte sich um die für den Raum zuständige Museumswärterin, eine Kollegin meines Freundes, die er nicht mochte. Er war verärgert: »So eine Verschwendung! Und wir dürfen hier dann arbeiten bei dem Gestank und giftige Schimmelpilzsporen einatmen! Als ob jetzt im Winter nur wegen uns so viel gelüftet würde. Ich mag diesen Schmitz nicht. Und dann diese blöde Garners, himmelt ihn an mit großen Augen! Nach unten tritt und vernünftig arbeiten kann sie auch nicht. Aber immer in der vordersten Reihe stehen, wenn irgendwo ein Fotoapparat ist«.
Das Museum schloss, wir verabschiedeten uns voneinander.
Am nächsten Tag traf ich Johannes wieder. Er war noch immer verärgert: seine Kollegin hatte sich krank gemeldet, er hatte einspringen und in dem Gemüsezimmer Dienst tun müssen. Noch war nichts verschimmelt, aber er wurde ständig von den Besuchern angesprochen. Er ahmte die Stimmen nach: »Ist das echtes Obst?«, »Was passiert denn damit?« und dergleichen wurde er in einem fort gefragt, um dann vor allem von den älteren Besuchern für die Verschwendung angegriffen zu werden, als sei es sein Kunstwerk. Er äußerte den Wunsch, das ganze Zeug zu zermatschen. »Stehlen müsste man es!« sagte ich zu ihm. Ich hatte überlegt, am folgenden Sonntag mit Freunden ein Fest zu feiern. Man konnte mit einer solchen Beute dreißig Leute satt machen. Obwohl ich Johannes’ Schmerz wegen der Verschwendung nicht ganz teilte, gefiel mir diese Idee. Johannes war begeistert. Wir überlegten gemeinsam, wie wir das Gemüse stehlen könnten. Solange er für den Raum verantwortlich war, würde er sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn er den Tischbelag abräumen würde. Seine Kollegin wurde am nächsten Tag zurück erwartet, wir mussten wohl unter ihren Augen handeln. »Ich schlage vor, ich hänge das Zeug tütenweise aus der Toilettentür und Du gehst in den Hinterhof und holst es ab« sagte Johannes. Das war nicht ganz ungefährlich, obwohl wir uns schnell einen recht gut klingenden Plan zurecht legen konnten. Wir überlegten, was uns wohl blühen würde, wenn wir erwischt werden würden. Konnte man sich damit rausreden, das sei Mundraub, wenn man in diesem Fall sogleich mit gespieltem Heißhunger einen Teil der Beute verschlang? Und wie hoch war die Strafe für Mundraub? Wir hatten beide unabhängig voneinander einmal gehört, sie sei nicht sehr hoch, wussten aber nicht, was das genau hieß. Und was es in dem Fall bedeutete, in dem die Zerstörung eines Kunstwerkes damit verbunden war, wussten wir erst recht nicht. Den Job wäre Johannes dann wohl jedenfalls los.
Wir beschlossen, unseren Plan trotzdem in die Tat umzusetzen. Schon am nächsten Tag räumte Johannes in einer unbeobachteten Minute etwas von dem Gemüse ab, so dass es noch nicht auffiel. Er stapelte den Rest kunstvoll so, dass es nach etwas mehr aussah. Als ich das hörte, war ich nicht begeistert, denn es war gut möglich, dass jemand die Veränderung bemerken würde – beispielsweise Schmitz selbst, der womöglich mit jeder einzelnen Konstellation von Gurke und Feige etwas aussagen wollte. Tatsächlich lag an drei Stellen jeweils eine Salatgurke, mit einem Ende auf zwei Feigen gestützt. Ich machte Johannes darauf aufmerksam. Er sagte: »Penis und Eier«. Ich sagte: »Nein, Feige symbolisiert Vagina«. Er sah mich an und fragte mich, ob ich ernsthaft glaubte, Schmitz, der große Erneuerer, halte sich hierbei an überlieferte Konventionen. Niemand bemerkte etwas von der Veränderung durch Johannes‘ Eingriff.
Am nächsten Tag erschien seine Kollegin tatsächlich wieder. Es wurde gemunkelt, sie sei tatsächlich gar nicht krank gewesen, sondern habe eine Art Urlaub im Bett mit einem stadtbekannten Künstler namens Schmitz verbracht. Sie war bester Laune, was sich bei ihr immer auch dadurch äußerte, dass sie besonders gegenüber Johannes schnippische Bemerkungen machte. Ich hatte in letzter Sekunde Zweifel bekommen, ob das Gemüse dieses Risiko wirklich wert war und rang mit mir, wollte aber auch nicht als Feigling dastehen.
Jetzt war ich dran, denn wir hatten den Plan etwas geändert. Am späteren Nachmittag war nicht mehr viel Betrieb in dem Museum. Ich hatte eine echt aussehende Perücke auf und eine Brille an. Ich passte den Moment ab, in dem die Wärterin in einem der anderen Räume von einem Besucher in ein Gespräch verwickelt wurde, um hastig die ersten zwei Tüten zu füllen, die ich aus meiner Jackentasche zog. Dann geleitete mich Johannes zur Personaltoilette, wo ich selbst die schweren Tüten aus dem Fenster hängte. Dieses Fenster war ausschließlich von einem kleinen Innenhof aus zu sehen, auf den sonst nur die Fenster eines sonntags nicht besetztes Büros blickten und der um zwei Ecken von außen zugänglich war.
Das ganze wiederholte ich noch einmal. Dann lief ich die Gänge in umgekehrter Richtung entlang und stand Schmiere, damit Johannes selbst noch einmal zuschlagen konnte. So hatten wir den Tisch bis auf die großen Kürbisse weitgehend abgeräumt.
Ich beeilte mich, in den Innenhof zu kommen. Als ich dort ankam, hörte ich durch das geöffnete Fenster einen weiblichen Schrei aus dem Inneren. Schnell schleppte ich die Tüten zu meinem Auto, wo ich sie von anderen unbeachtet einlud. Unter anderem mussten wir die Kürbisse leider zurücklassen.
Zuhause fing ich sofort an, alles zu verarbeiten. Um acht erwarteten wir die ersten Gäste, denen wir von der künstlerischen Bedeutung des Eintopfs natürlich nichts erzählen wollten – von den Mülltaucher-Punks abgesehen, denen es jedoch sicherlich besonders schmecken würde. Bald kam Johannes nach und hielt sich den Bauch vor Lachen, während er erzählte, wie sich seine Kollegin aufgeregt hatte. Er hatte angegeben, nichts gesehen zu haben und die Vermutung geäußert, seine Kollegin müsse wohl geschlafen haben. Sie würde Ärger bekommen.
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