Gerhard Schumacher - Marrascas Erbe

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Jakob Zimmermann kommt 1932 nach Artà auf Mallorca, das Erbe des ihm unbekannten Xavier Marrasca anzutreten. Marrasca macht in einem persönlichen Schreiben an ihn einige mysteriöse Andeutungen über die Umstände des Erbes, was ihm umso verwunderlicher ist, da Marrasca um die Jahrhundertwende vor Canyamel ertrunken ist und Zimmermann gar nicht kennen kann. Zusammen mit zwei dem guten Leben zugetanen Geistlichen bemüht sich Zimmermann um Klärung und gerät immer tiefer in den Sog von Intrigen und Verbrechen um politische Macht und sehr viel Geld

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Doch als ich das schmale Bündel in den Händen hielt, überkam mich die Versuchung, einen Blick hineinzuwerfen. Ich suchte Rechtfertigung in meiner eigenen Situation und gaukelte mir eventuelle neue Informationen vor, die die Briefe enthalten könnten. Also verletzte ich, wenn auch schlechtesten Gewissens, die Grenzen, die ich selbst mir gesetzt hatte, zerrte das Seidenband vom Papier und begann, noch auf dem Fußboden der Bibliothek hockend, ein Schreiben nach dem anderen zu lesen.

Als ich fertig war, ordnete ich die Schriftstücke in der gehabten Reihenfolge, knüpfte das Seidenband darum und war froh, nicht im grellen Sonnenlicht der Öffentlichkeit zu sitzen, sondern im Halbdunkel der Bibliothek. Ich schämte mich abgrundtief für den Bruch des mir selbst auferlegten Feingefühls.

Unschwer schon an der Handschrift zu erkennen, waren alle Schreiben von Don Xavier verfaßt und an seine esposa , Dona Maria, gerichtet. Weder habe ich vordem noch jemals wieder danach Zeilen größerer Zärtlichkeit und Zuneigung eines Menschen an einen anderen gelesen, die mit dem Wort Liebe nur unzulänglich wiedergegeben wären. Sicher habe ich als Ausländer fremder Zunge die Texte in català nicht in ihrer vollen Schönheit und Poesie erfassen können. Aber ich habe das, was ich verstand, ermessen und den Rest taktvoll erahnt.

Damit nicht ein anderer nach mir einstmals derselben Indiskretion erliegen konnte, der ich erlag, hatte ich in diesem Augenblick beschlossen, die Briefe des Don Xavier an Dona Maria zu verbrennen, um weiteren Mißbrauch ein für alle Mal auszuschließen.

Und so geschah es dann auch. Aus einem zinkenen Eimer auf der Dachterrasse in der Carrer Major kräuselte sich heller Rauch in den wolkenlosen Himmel über Artà und bewahrte das Geheimnis zweier verstorbener Menschen vor der Gewöhnlichkeit lebender Dritter.

Sodann legte ich mir einen Stapel Papier sowie einige Stifte bereit und schlug die Kladde auf. Sollte sie eine versteckte Botschaft, ein Geheimnis enthalten, ich war fest entschlossen, es ihr zu entreißen.

Meine Vorgehensweise war denkbar einfach. Ich ging die einzelnen Positionen Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat durch und strich zunächst die, die ich dem täglichen Bedarf an Nahrung zuordnete und die sich mit wenigen Ausnahmen ständig wiederholten. Es handelte sich im Wesentlichen um Brot und verschiedene Backwaren, Bohnen, Reis, ab und zu ein Huhn, Würste und Schinken, hin und wieder Fleisch wie Lamm und Zicklein, Wein und Kleinigkeiten aller Art, eben all die Dinge, die Senyora Marrasca nicht selbst in ihrem Garten anbaute oder großzog. Auf einem gesonderten Blatt notierte ich den jeweiligen Artikel und machte dann Striche dahinter, je nach der Häufigkeit seines Vorkommens im Laufe eines Jahres. Das tat ich nicht, um die Eßgewohnheiten der Marrascas nachzuvollziehen, sondern um eventuellen Auffälligkeiten auf die Spur zu kommen.

Nachdem ich die Nahrungsmittel eines Jahres abgearbeitet hatte, verfuhr ich ebenso mit den Einkäufen, die zur Aufrechterhaltung des Haushalts notwendig waren, Töpfe, Pfannen, Gefäße unterschiedlichster Art, aber auch Seifen und Gartengeräte, Ziegel und Hölzer, die offensichtlich zum Erhalt der baulichen Substanz eingesetzt wurden. Auch hier notierte ich jeden einzelnen Posten auf einem gesonderten Blatt und seine Häufigkeit mit einer Strichliste.

Als Nächstes wollte ich die übrig gebliebenen Positionen, die sich in keines der beiden Schemata einordnen ließen, auflisten. Doch ich fand keine, zumindest nicht während der Prüfung der ersten Jahre.

Die Kladde begann mit dem Januar des Jahres 1886 und endete mit dem Dezember 1931, umfaßte also insgesamt 46 Jahre. Pro Monat hatte Don Xavier in zierlicher Schrift etwa eine Seite benötigt, in späteren Jahren manchmal zwei. Die Zeiten seiner Abwesenheit waren nicht erfaßt. Mal war er drei oder vier Monate im Jahr auf Reisen, in einzelnen Jahren auch nur zwei. Ich schätzte, daß er im Durchschnitt etwa neun Monate zuhause in Artà, die restlichen drei Monate hingegen in der Fremde weilte.

Schnell hatte ich die ersten zehn Jahre durchgearbeitet und keinerlei Auffälligkeiten entdecken können. Die Ausgaben hielten sich insgesamt durchaus im normalen Rahmen, umfaßten eben all die Dinge, die ein Haushalt dieser Größenordnung benötigte, nicht unübersehbar mehr oder weniger. Sicher, die große festa , die die Marrascas einmal jährlich veranstalteten und ab und zu eine abendliche Einladung an den einen oder anderen Würdenträger des Städtchens, erhoben das Jahresbudget über das eines vergleichbaren Durchschnitthaushalts, doch diese Mehrausgaben waren durch den Aufwand durchaus erklärbar und somit nicht als ungewöhnlich oder gar sonderbar zu bewerten.

Nachdem ich die Anfangsjahre durchgearbeitet hatte, schwirrte mir der Kopf vor Zahlen, Positionen und Bezeichnungen, die ich mir teilweise erst erarbeiten mußte, da die Schrift Don Xaviers zwar klar und deutlich war, er aber unterschiedliche Abkürzungen benutzte, die ich in detektivischer Kleinarbeit erst zu entziffern hatte. Unterdessen schickte die Sonne ihre letzten untergehenden Strahlen an die Küste von Canyamel, es würde binnen kurzer Zeit dunkel werden. Also räumte ich meinen Platz auf der Dachterrasse, die Kladde verstaute ich an ihrem gewohnten Platz in der Bibliothek und begab mich nach alter Gewohnheit in die Bar El Ultim , um Bienvenidas Kochkünsten den Respekt zu erweisen. Außerdem erwartete ich natürlich, Don Remigio dort zu treffen und vielleicht sogar seinen Freund und Kollegen Don Basilio, der uns am gestrigen Tag so ausführlich über das Leben des Raben berichtet hatte. Doch zu meiner Enttäuschung beehrten weder Don Remigio noch sein frare die Tafel des Hauses, was mich ein wenig verärgerte, da ich darauf brannte, ihnen oder zumindest einem der beiden von meiner Arbeit an der dicken Haushaltskladde zu berichten. Ich tröstete mich mit der Hoffnung auf ihr baldiges Erscheinen, trank zunächst ein Glas mallorquinischen Weins und bedeutete Consuela, mit dem Nachtessen noch warten zu wollen, bis einer der Erwarteten auftauchen würde, denn ich hatte mich in den letzten Wochen daran gewöhnt, das Abendessen in angenehmer Gesellschaft einzunehmen und nicht, wie früher, mutterseelenallein.

Es ging auf die elfte Stunde zu, als ich die Hoffnung auf Gesellschaft für diesen Abend begraben mußte. Die wunderbaren costellas in Weißweinsauce mit Knoblauch und Oliven, die Bienvenida mir bereitete, hatten meine appetitlose Unaufmerksamkeit nicht verdient, als ich sie hinunterschlang wie man jedes x-beliebig Zusammengekochte auch hätte verschlingen können. Dann sah ich noch ein bißchen dem Liebeskummer Álvaros zu, der wie immer in der Nähe der Küchentür saß und trollte mich schließlich nach Hause, wo ich trotz meiner Verstimmung sofort in tiefen Schlaf fiel.

Am nächsten Morgen stand ich früh auf und nachdem ich die üblichen Verrichtungen absolviert hatte, holte ich erneut die Kladde aus dem Schrank und machte mich auf der Dachterrasse daran, das Werk vom Vortag fortzusetzen. Doch es fehlte mir die rechte Konzentration. Meine Gedanken schweiften immer wieder zu Don Remigio, versuchten, die Ursache seiner Abwesenheit zu ergründen, befürchteten ein Unglück gar, das ihn von einem Treffen abgehalten haben könnte. Als ich nach mehreren Anläufen nichts Vernünftiges zustande gebracht hatte, packte ich die Sachen zusammen und machte mich auf den Weg zur Kirche des pare .

Dort angekommen, fand ich das Pfarrhaus verschlossen, in der Kirche hingegen hantierte eine gebückte Gestalt hohen Alters, offensichtlich der sacristan , an den Kerzenständern des Altars herum, zwischen denen er hin- und herschlurfte und dabei Unverständliches brabbelte. Als ich ihn ansprach, drehte er kurz den Kopf in meine Richtung, sah mich einen Augenblick lang an und wandte sich dann, ohne mich weiter zu beachten, wieder seiner Beschäftigung zu.

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