Gerhard Schumacher - Marrascas Erbe

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Jakob Zimmermann kommt 1932 nach Artà auf Mallorca, das Erbe des ihm unbekannten Xavier Marrasca anzutreten. Marrasca macht in einem persönlichen Schreiben an ihn einige mysteriöse Andeutungen über die Umstände des Erbes, was ihm umso verwunderlicher ist, da Marrasca um die Jahrhundertwende vor Canyamel ertrunken ist und Zimmermann gar nicht kennen kann. Zusammen mit zwei dem guten Leben zugetanen Geistlichen bemüht sich Zimmermann um Klärung und gerät immer tiefer in den Sog von Intrigen und Verbrechen um politische Macht und sehr viel Geld

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Doch es waren ausschließlich die Ausgaben festgehalten, mit keinem noch so kleinen Tintenklecks war ein Bezug zu den Einnahmen hergestellt. Doch um etwas ausgeben zu können, waren Einnahmen zwingend notwendig. Es fiel mir in diesem Zusammenhang auf, daß ich nichts davon wußte, welchen Beruf Don Xavier ausgeübt, womit er seinen Lebensunterhalt verdient hatte. Ich nahm mir vor, Don Remigio heute Nachmittag danach zu fragen.

Seite um Seite durchblätterte ich das großformatige Buch, überflog Tage, Wochen, Monate und Jahre bis zum Ende der Aufzeichnungen am 31. Dezember 1931. Obwohl mir keinerlei Besonderheiten auffielen, hatte ich das Gefühl, irgend etwas übersehen zu haben. Doch als ich die Seiten erneut, rückwärts diesmal, wälzte, verstärkte sich zwar die Gewißheit, etwas Wichtiges sei meiner Beachtung entgangen, dem konkreten Ergebnis, um was es sich handelte aber kam ich dadurch auch nicht näher.

Nach einiger Überlegung kam ich auf die Idee, die Kladde sorgfältig Position für Position durchzuarbeiten, in der Hoffnung, dadurch eine Struktur der Ausgaben und eventuelle Auffälligkeiten erkennen zu können. Wenn ich zum Beispiel die Ausgaben einzelnen Sparten zuordnete, ließ sich schon recht einfach Gewöhnliches von Ungewöhnlichem trennen.

Es war mir durchaus bewußt, welchen Arbeitsaufwand ich betreiben mußte, ohne die Garantie für ein verwertbares Ergebnis zu haben. Dem gegenüber standen die wenigen Möglichkeiten, die ich überhaupt hatte, den Dingen auf die Spur zu kommen. Die Kladde war eine davon, wenn auch eine vage, die lediglich auf einem Gefühl in meinem Inneren beruhte, aber immerhin, es war eine. Außerdem hatte ich jede Menge Zeit, konnte meine botanischen Ausflüge einstellen oder zumindest reduzieren, hatte eine komfortable Dachterrasse, auf der ich in angenehmer Umgebung arbeiten konnte und, ganz wichtig, ich war in der privilegierten Situation, von finanziellen Zwängen völlig unabhängig zu sein. Alles in allem, schien es mir, waren die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entschlüsselung der mallorquinischen Geheimnisse, von denen ich mich umgeben sah, sehr günstig, ich mußte sie nur richtig einsetzen. Und Arbeit hatte mich noch zu keiner Zeit geschreckt.

Voller Eifer verließ ich das Haus und bat in der Bar El Ultim den dort ständig sitzenden Álvaro, mir in der botiga der Senyora Luengo, die an der Placa d’ Espanya Zeitungen und Schreibwaren zum Kauf anbot, ausreichend Papier und Stifte zu besorgen, damit ich meinen Vorsatz noch heute in die Tat umsetzen konnte. Ich selbst wollte in der Bar auf den Rückruf meiner Mutter warten, den ich unter keinen Umständen versäumen durfte.

Erfreut, mir mit einem kleinen Dienst gefällig sein zu können, ging Álvaro sofort los und kam schon kurze Zeit später mit einem ansehnlichen Packen Schreibpapier und einer Holzkiste voller Stifte zurück, was er mir beides stolz präsentierte. Als Dank für den Botengang bestellte ich für Álvaro eine Flasche Wein bei Pablo und eilte dann mit meinen neu erworbenen Schätzen in mein heimisches Refugium zurück. Dort angekommen, schleppte ich Papier, Stifte und Kladde auf die Dachterrasse und wollte mit der Arbeit beginnen, da hörte ich unten auf der Straße den Sohn Pablos laut schreien.

„Don Diego, Don Diego, schnell, kommen Sie, ein telefònica aus alemany, man verlangt Sie am Hörer, kommen Sie schnell, es eilt, Don Diego, hören Sie…“

Ich sprang die Treppen hinunter und war in weniger als einer Minute in der Bar El Ultim, Pablo sprach mit einem völlig unverständlichen Kauderwelsch voll Inbrunst auf den Hörer ein, den er in seiner rechten hielt und gestikulierte dabei wie angestochen mit dem linken Arm. Allem Anschein nach hielt er sein Geschwätz für deutsch und wunderte sich, daß man ihn am anderen Ende der Leitung nicht verstand. Ich riß ihm den Telefonhörer aus der Hand und schrie hinein.

„Mutter, hier ist Jakob, schön, daß Du zurückrufst, es ist dringend.“

„Warum schreist Du denn so“, schrie nun ihrerseits meine Mutter ins Telefon, „erstens bin ich nicht taub und zweitens möchte ich wissen, wer der nette Herr war, mit dem ich eben längere Zeit das Vergnügen hatte. Offensichtlich wohl ein Ausländer, sein deutsch läßt sehr zu wünschen übrig. Sag ihm das bitte. Aber ansonsten war er schon charmant, sehr kultiviert. Was willst Du wissen, fasse Dich kurz, weißt Du eigentlich, was so ein Telefongespräch nach Spanien kostet? Du hast ja keine Vorstellung.“

„Doch Mutter, ich weiß, was so ein Gespräch kostet. Sag mir wo Du bist und ich rufe Dich sofort zurück.“

„Deshalb kostet das Gespräch doch nicht weniger. Ob ich Dich nun anrufe oder Du mich, ist den Kosten doch vollkommen egal. Oder bekommst Du irgendwelche Prozente?“

„Nein Mutter, ich bekomme keine Prozente. Bitte beantworte mir eine Frage, auch wenn sie Dir im Moment vielleicht komisch vorkommt. Ich erkläre Dir dann alles in einem Brief, versprochen. Also, weißt Du, ob Großvater je auf Mallorca war und wenn ja, wann das gewesen ist? Bitte Mutter, es ist wichtig für mich. Sehr wichtig.“

„Wer soll wann wo gewesen sein? Ich weiß nicht, was das soll.“

„Ich muß wissen, ob Großvater jemals hier auf Mallorca gewesen ist und wann das ungefähr war. Es ist wichtig, sehr wichtig.“

Ich schrie jetzt mit aller Stimmkraft in den Hörer. Pablo, Consuela, ihr Sohn und Álvaro schauten mich interessiert an. Aus der Küche hatte Bienvenida ihren Kopf durch die Tür gesteckt.

„Ich weiß wirklich nicht, warum Du mich diese Dinge fragst. Was ist so wichtig daran, ob Dein Großvater selig in Spanien war oder woanders? Er ist lange tot, lassen wir ihn in Frieden ruhen.“

Langsam bekam ich den Eindruck, meine Mutter wollte aus irgendeinem Grund nicht mit der Sprache heraus. Was war so Geheimnisvolles an den Reisen ihres Vaters?

„Mutter, bitte, ich erkläre Dir alles später. Was ist nun, war er oder war er nicht?“

Es entstand eine Pause, meine Mutter antwortete nicht, schien zu überlegen. Man hörte nur ein Rauschen in der Leitung. Von irgendwoher quakten Stimmen undeutlich in fremder Sprache durch die Sphären. Dann war die Stimme meiner Mutter wieder da. Ihr Tonfall ein anderer als zuvor, gequält, so als müßte sie sich zu einer Antwort zwingen.

„Ja, Dein Großvater war in Spanien. Ob er auch auf Mallorca war, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, er hat nie darüber gesprochen. Er hat überhaupt sehr wenig gesprochen, nachdem er wieder zu Hause war. Meistens hat er nur in seinem Zimmer gesessen und vor sich hin gegrübelt. Er ist ein komplett anderer Mensch gewesen seit dieser, seiner letzten Reise. Es war die Zeit der Jahrhundertwende, etwa ein Jahr nach seiner Rückkehr nach Deutschland ist er dann gestorben, das war 1902 im April. Du warst gerade zwei Jahre alt, hast ihn ja nicht mehr kennengelernt, Deinen Großvater selig…“

Die Stimme meiner Mutter erstarb, ich hörte allerlei Geräusche in der Leitung. Ich schrie erneut mit aller Kraft den Hörer an, wollte eine Trennung des Gesprächs verhindern.

Die Aufmerksamkeit meines Publikums erreichte ebenfalls einen Höhepunkt, man nahm teil am Geschehen, auch wenn es sich aus Sicht meiner Zuhörerschaft um ein Einmannstück handelte, schien meine Vorstellung einigermaßen dramatisch bei ihnen anzukommen. Vielleicht dachten sie, ich kämpfe aus irgendeinem Grund um meine große Liebe.

In der Leitung war nur noch Rauschen, meine Mutter hatte aufgelegt. Als auch ich den Hörer auf den Apparat an der Wand legte, klatschte Consuela Beifall, Pablo nickte und Álvaro und Bienvenida hauchten im Chor „meravellós“ , wobei sie mich fast ehrfürchtig ansahen.

Ungefragt hatte Pablo mir einen Kaffee auf die Theke gestellt. Ich trank in kleinen Schlucken, wollte zahlen, aber Pablo bedeutete mir, meine Vorstellung sei ihm Lohn genug und fragte nur, wann ich heute Abend zum sopar käme. Er hatte schon einen gewissen schlitzohrigen Humor, der Wirt der Bar El Ultim , das mußte ich neidlos anerkennen.

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