Die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten
Für eine Reizstromtherapie bestimmen Sie den Bereich, der mit Strom durchflutet werden soll, und legen dann die Elektroden entsprechend an. Besonders wirkungsvoll ist die Beeinflussung eines Gebietes mit einer Rollelektrode. Alles Weitere erfahren Sie von Ihrem Gerätehersteller oder in einem Seminar.
Das Berollen.Mit einer Rollelektrode wird das zu behandelnde Gebiet großzügig berollt. Sehr praktisch ist eine aus zwei Rollen bestehende bipolare Rolle, die eine ist der Pluspol, die andere der Minuspol. Der Patient braucht keine Handelektrode festhalten, um den Stromkreislauf zu schließen, und der Strom muss nicht in Richtung Handelektrode fließen, sondern bleibt in dem Bereich, der behandelt wird. Der Strom fließt also aus der einen Rolle in die andere.
Das Berollen eignet sich bei örtlichen Schmerzen und größeren traumatischen Zuständen. Wenn es Ihr Gerät ermöglicht, stellen Sie die Wellenschaukel und eine angenehme Kribbelintensität ein. Eine Sitzung sollte 15 Minuten nicht überschreiten.
Ein Berollen der Lymphabflussbahnen erhöht die Wirkung. Arbeiten Sie aber nicht gegen den Lymphfluss und berollen auch das umgebende Gewebe!
Das Schraffierenist bei genau begrenzten Schmerzzuständen geeignet. Schraffieren Sie mit einer Nasenelektrode oder der kleinsten Rolle zum Beispiel einer Zahnfleischrolle. Stellen Sie eine hohe Intensität ein und 10 Hz. Die Elektrode wird leicht hin und her bewegt, ohne dass Sie die Bewegung unterbrechen. Der Patient soll ein starkes, aber noch erträgliches Kribbeln spüren. Dann wird die Energie zurückgenommen und langsam wieder erhöht. Die Therapiedauer richtet sich nach der Hautrötung, sollte jedoch nicht länger als 10 bis 15 Minuten betragen.
Das Durchflutengeschieht meistens mit flexiblen, sich anpassenden Plattenelektroden. Es fördert die Durchblutung und den Lymphabfluss. Zwei Elektroden werden so angebracht, dass ein fest definiertes Gebiet gezielt durchflutet wird. Stellen Sie das Gerät so ein, dass der Patient eine angenehme Kribbelintensität empfindet. Die Therapie sollte 15 Minuten nicht überschreiten. Je nach Patient, Krankheit und Allgemeinzustand wird mehr oder weniger Intensität benötigt. Die einzig gültige Messgröße ist daher die angenehme Kribbelintensität!
Der Patient sollte immer in der Lage sein, die Intensität selbst zu bestimmen. Insbesondere wenn Sie ihn alleine lassen, sollte er die Möglichkeit haben, den Regler Ihres Gerätes zu erreichen und die Intensität selbsttätig zu verändern. Bei vielen Patienten nimmt die Empfindlichkeit mit der Dauer der Behandlung zu, sodass die Strommenge reduziert werden muss. Andere gewöhnen sich an das Kribbeln und erhöhen die Intensität.
Das Moxenist auch möglich. Mit dem Messgriffel wird der Messpunkt kurz und mit hoher Intensität therapiert.
Tabelle der Therapie mit verschiedenen Frequenzen:
In der älteren Literatur finden sich begeisterte Beschreibungen über die Therapie mit leichten Strömen. Darin werden für verschiedene Krankheitsbilder auch verschiedene Frequenzen empfohlen. Wenn Ihr Gerät ein Therapieteil hat, mit dem Sie eine Reizstromtherapie durchführen können, dann sollten Sie es, nach Einweisung durch Ihren Gerätehersteller, auch nutzen.
01,2 HzTachykardie
01,7 HzAbszess, Furunkulose
02,2 HzMüdigkeit
02,4 HzLymphfrequenz
02,5 HzBluterguss, Prellungen, Ödeme, Schlaflosigkeit, Sinusitis, vegetative Störungen
02,6 HzDystonie der Gallenblase
02,9 Hz
Schnupfen
03,5 HzSteinleiden
03,6 HzSchlaflosigkeit, Reizbarkeit
03,9 HzNeuralgie, Schlafstörungen
04,0 HzPankreaserkrankungen, Kopfschmerzen, hormonale Insuffizienz, Schwindel
04,9 HzNackensteifheit
05,8 HzAngst, Schwindel, Kopfschmerz
06,0 HzHypertonie beim „roten Bluthochdruck“
06,3 HzKopfschmerz bei Föhnempfindlichkeit
06,8 HzMuskelkrampf
07,7 HzSpastische Lähmung
08,2 HzSchlaffe Lähmung
09,3 HzOhrbeschwerden, Ekzeme, diastolischer Hochdruck, Niereninsuffizienz
09,4 HzBlasen und Prostatabeschwerden, Bronchitis, Lungenfunktionsstörungen, Zirkulationsstörungen, Ekzeme, Gelenkschmerzen, Gichtarthritis, Magenbeschwerden, Parästhesien
09,4 HzAngina Pectoris
09,5 HzMigräne
09,6 HzArthritis, Polyarthritis, Wirbelsäulenproblematik
09,7 HzIschias, rheumatische Erkrankungen
09,8 HzLeber
1,70 Hzhat eine gezielte Sympathikus Wirkung
6,00 Hzhat eine gezielte Parasympathikus Wirkung
VIERTER ABSCHNITT DIE QUADRANTENMESSUNG
Die sogenannte Quadrantenmessung ist eine eigenständige Diagnoseform mit oft überraschenden Ergebnissen. So ist dem Therapeuten mit der Quadrantenmessung auch ohne genaue Kenntnis der eigentlichen EAV eine wertvolle Hilfestellung gegeben.
Eine EAV-Sitzung beginnt immer mit der Leitwertbestimmung, danach erfolgt die Quadrantenmessung.
Anschlussschema für die Grundableitungen
Um ihren Patienten anzuschließen, müssen alle Elektroden mit ihm verbunden sein. Die Auswahl der Kabelfarbe kann, je nach Hersteller, von dem folgenden Anschlussschema abweichen.
Rot – rechte Hand
Schwarz – linke Hand
Blau – Stirn
Grün – rechter Fuß
Gelb – linker Fuß
Eine Besonderheit ist die Messung der Stirn. Nur wenige Hersteller bieten das an, obwohl eine Messung Hand–Kopf und Kopf–Hand gerade die Störungen im Kieferbereich (Zähne) besser erfasst, als es die Messung Hand–Hand könnte
Auch ein bestehender degenerativer Zustand im Messgebiet, zum Beispiel in der Schulter, könnte durch eine gleichzeitig bestehende Entzündung, etwa im Kieferbereich, wieder aufgehoben werden. Dadurch kann es zu Fehlinterpretationen kommen.
Natürlich kann die Quadrantenmessung auch durch Umstecken der Kabel an allen Geräten durchgeführt werden, die ein Therapieteil haben – egal ob sie zwei, vier oder fünf Anschlüsse besitzen. Lassen Sie sich hierzu beraten. Wenn Sie auch die Messstrecke Hand–Stirn und Stirn–Hand messen möchten, kaufen Sie sich eine Stirnelektrode.
Andererseits heißt diese Diagnoseform Quadrantenmessung, weil eigentlich nur vier Bereiche gemessen werden. Alles Weitere erfahren Sie beim Ihrem Gerätehersteller.
Und so werden die Elektroden angeschlossen, wenn nur zwei Anschlüsse vorhanden sind und jeweils von Hand umgesteckt werden muss:
Hand rechts (+)
Hand links (-)
Stirn (+)
Hand links (-)
Fuß links (+)
Hand links (-)
Fuß links (+)
Fuß rechts (-)
Hand rechts (+)
Fuß rechts (-)
Hand rechts (+)
Stirn (-)
Der Normwert beträgt bei den meisten Geräten 82 bis 86 auf der 100er-Skala. Aber auch das kann von Gerät zu Gerät unterschiedlich sein. Den genauen Normbereich entnehmen Sie bitte Ihren Geräteinformationen.
Sind alle Werte im Normbereich, liegt ein energetisches Gleichgewicht des Körpers vor. Abweichungen der Werte zeigen im zugehörigen Körperbereich Störungen an. Zum Energieausgleich müssen diese Werte in den Normbereich gebracht werden. Man behandelt zunächst die Messstrecke mit dem niedrigsten Leitwert. Wenn Ihr Gerät einen automatischen Ausgleich anbietet, eine Normwertautomatik oder ähnliches, dann nutzen Sie diese. Ansonsten regulieren Sie entsprechend Ihrer Gerätetechnik. Nach dem Ausgleich, also nachdem der Messwert mit der höchsten Abweichung ausgeglichen wurde, sind meistens auch die anderen Messstrecken im Normbereich, wie eine erneute Rundummessung zeigen wird. Falls das nicht der Fall ist, wird jetzt die höchste Abweichung vom Normwert ausgeglichen. Erst wenn alle Messstrecken weitgehend ausgeglichen sind, macht eine Messung der Messpunkte Sinn, da sonst zu viele Punkte auffällig sind.
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