Therapie mit Nadeln – eine kurze Übersicht
Wichtig ist bei einer Akupunktur auch das Material, aus dem die Nadeln sind. Gold hat eine stimulierende Wirkung, Silber eine hemmende. Stahl, wie wir es auch von der Einmalnadel kennen, ist neutral. Molybdän ist dagegen eine besondere Legierung für spezielle Anwendungen.
Einen weiteren Einfluss auf die Wirkung der Akupunktur hat die Technik des Einstechens. Da dies nur für die klassische Akupunktur wichtig ist, soll an dieser Stelle ein kurzer Hinweis genügen: Es macht einen Unterschied, ob die Nadel gestoßen, rechts oder links gedreht oder von oben von der Seite bzw. von unten in den Punkt eingeführt wird.
Diese und andere technische Fragen sind abhängig von den festgestellten Energien und von der zu behandelnden Krankheit.
Die Akupunktur ist wirklich eine spannende Sache. Wer Interesse hat, findet zahlreiche Möglichkeiten sie zu erlernen.
Therapie mit Strom und Licht
Strom und Laser sind eine Alternative zur Nadel. Dabei sind die Wirkungen mit der Stahlnadel zu vergleichen. Aber auch die Wirkungen von Gold und Silbernadeln sind durch den Einsatz von verschiedenen Frequenzen – zugegebenermaßen mit gewissen Einschränkungen – zu erzielen.
Bei der Laserakupunktur handelt es sich um eine besondere Form der Elektroakupunktur, nur wird hier der Akupunkturpunkt nicht mit elektrischen Strömen stimuliert, sondern mit Laserstrahlen.
Therapie mit Druck
Bei der Akupressur wird der Punkt nicht mit Nadeln, Strom, Hitze oder Licht gereizt, sondern durch eine leichte Massage. Obwohl die Akupressur gerne auch von Laien angewendet wird, müssen trotzdem immer die Grundregeln der Akupunktur und der Naturheilkunde beachtet werden. So darf zum Beispiel kein Punkt länger als sieben Sekunden und nicht öfter als viermal am Tag behandelt werden. Kaum ein Laie weiß das jedoch. Außerdem ist es ein schwerer Fehler, zum Beispiel die Leber anzuregen, ohne gleichzeitig auch die Niere zu berücksichtigen. Die Akupressur sollte daher nicht von Laien durchgeführt werden.
Therapie mit Hitze
Die Moxibustion ist eine Brennbehandlung, die eng mit der Körperakupunktur verwandt ist. Auch ihre Ursprünge liegen sehr weit zurück. Bei dieser Behandlung wird auf der Hautoberfläche, direkt über dem Akupunkturpunkt ein Kraut langsam abgebrannt. Die dabei entstehende Hitze übt den notwendigen Reiz aus. Das verwendete Moxakraut ist ein getrocknetes chinesisches Heilkraut. Es gehört zur Familie der Artemisia, zu der auch Wermut und Beifuß gehören. Dieses Kraut, das wie heller, fein gemahlener Tabak aussieht, wird zu einem kleinen, etwa einen Zentimeter hohen Kegel geformt und an der Spitze angezündet. Langsam brennt das Kraut nach unten ab, wobei natürlich die Hitze immer mehr zunimmt. Rechtzeitig bevor es schmerzhaft wird, muss der Kegel entfernt werden. Diese Prozedur wird einige Male wiederholt.
Die gedanklichen Grundlagen der Akupunktur lassen sich auch auf die Ohrakupunktur anwenden. Zusätzlich können noch die Prinzipien der Reflexzonen angewendet werden.
Ihren Ursprung hat die Aurikulotherapie wahrscheinlich im Nahen Osten. Schon im Alten Ägypten ließen sich Frauen im Ohr gewisse Punkte durchstechen, wenn sie keine Kinder mehr bekommen wollten. Und auch der griechische Arzt Hippokrates (460–377 vor Chr.) empfahl neben Blutegeln, Schröpfen und Aderlass diese Heilmethode.
Der Mittelmeerraum war auch das letzte Verbreitungsgebiet, in dem noch am Ohr behandelt wurde. So beobachtete der französische Arzt Dr. Paul Nogier aus Lyon in Südfrankreich an zahlreichen Patienten kleine Verbrennungen an den Ohren. Er erfuhr, dass sie von Naturheilern mit glühenden Nadeln gegen Ischiasbeschwerden behandelt worden waren. 1951 erlebte er die überzeugende Wirkung am eigenen Körper. Daraufhin forschte er über die Methode und ersetzte die glühende Nadel durch Akupunkturnadeln. Er entdeckte auch die Ähnlichkeit zwischen einem Embryo und der Ohrmuschel. Wenn man davon ausgeht, dass der Kopf dem Ohrläppchen entspricht, liegen die Organpunkte, von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, in etwa dort in der Ohrmuschel, wo die Organe auch beim Embryo zu finden sind. Dadurch verbinden sich hier zwei wichtige Bereiche der alternativen Medizin, die Akupunktur und die Reflexzonentherapie.
In meiner Praxis konnte ich einen Zusammenhang zwischen einer sich verschlechternden Sehkraft und einem Piercing, das sich direkt in dem Ohr-Akupunkturpunkt für das Auge befindet, feststellen. Da Silber eine reduzierende Wirkung hat, verschlechterte sich die Sehkraft. Genau anders herum verhält es sich mit Gold. Nicht umsonst war es unter Seeleuten über Jahrhunderte hinweg Tradition, sich genau in diesen Punkt einen goldenen Ring zu stecken. Denn Gold stimuliert und auf See kann es nur von Vorteil sein, gut und weit zu sehen. Und beachten Sie einmal den Bereich, der der Wirbelsäule entspricht. Bei manchen Menschen hängt da ein Ring neben dem anderen, und alle aus Silber. Wenn so jemand in Ihre Praxis kommt und über Rückenschmerzen klagt, prüfen Sie unbedingt die Zusammenhänge – natürlich mit der EAV. Wie, das erkläre ich später.
Es gibt zahlreiche Abbildungen in Büchern und auf Akupunkturtafeln, auf denen alle Organe im Ohr genau eingezeichnet sind.
Die fünf wichtigsten Anwendungsbereiche der Ohrakupunktur:
alle Rheumaerkrankungen
Ischiasbeschwerden
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Suchtbehandlungen
Kopfschmerzen und Migräne
Die Ohrakupunktur ist eine sehr wirksame Therapie. Es lohnt sich daher, sich näher mit ihr zu beschäftigen.
Aus der Praxis, für die PraxisPiercing und Ohrlochstechen. Mit sechs Jahre bekommt das Mädchen einen silbernen Ohrstecker in den Augenpunkt (Ohrläppchen), mit acht Jahren eine Brille.Als kostenlosen Service habe ich angeboten, die Bereiche im Ohr zu finden und zu markieren, in denen sich keine Akupunkturpunkte befinden. Dann erst gingen die Mädchen zum Ohrloch stechen. Die Mutter war zufrieden, das Mädchen glücklich. Und die beiden waren mal wieder in der Praxis und nicht selten wurde gleich ein Termin ausgemacht. Später habe ich diesen Service auch in den Tartu und Piercingstudios bekannt gemacht. Mit überraschend großem Erfolg. Offensichtlich haben gerade die harten Jungs und Mädchen ein Interesse an der sanften Medizin.
Grundsätzlich muss zwischen der Elektroakupunktur (EAP) und der Elektroakupunktur nach Dr. Voll (EAV) unterschieden werden. Bei der EAV und vergleichbaren Methoden werden die Akupunkturpunkte gemessen. Die gemessenen Werte geben dann Aufschluss über den Zustand der Organe und die Organfunktionen, die mit den gemessenen Punkten in Verbindung stehen.
Dagegen wird bei der Elektroakupunktur lediglich die Nadel durch kleinste Mengen Strom ersetzt. Die Behandlung mit Strom hat weitgehend die gleiche Wirkung wie eine Akupunktur mit Nadeln. Zusätzlich aber hat die Elektroakupunktur große Vorteile gegenüber der mit Nadeln. Die Behandlung ist schmerzfrei und daher auch bei kleinen Kindern, älteren und ängstlichen Patienten sowie bei Nadelphobie ohne Probleme einsetzbar; außerdem besteht keine Infektions- und Entzündungsgefahr.
Während bei der Akupunktur mit der Nadel eine Mikrowunde gesetzt wird, die der Gesetzmäßigkeit der Wundheilung unterliegt und auch zu einer kleinen Narbe führt, die unter Umständen auch weiterhin Einfluss – positiven wie negativen – auf den Akupunkturpunkt nehmen kann, schafft die Elektroakupunktur keinerlei Verletzung.
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