Die Reinigung der Elektroden
Nicht nur aus hygienischen Gründen ist eine gründliche Reinigung der Elektroden wichtig. Die bei Messing auftretende Oxidationsschicht kann auch die Leitfähigkeit beeinflussen. Die Elektroden werden mit Wasser und Seife oder mit einem sogenannten Silbertuch gereinigt und anschließend mit viel Wasser gespült. Außerdem sollten die Punktelektroden nach jedem Arbeitstag abgeschraubt und gereinigt werden. Achten Sie besonders auf das Gewinde! Zu den oft vernachlässigten Stellen gehören auch die Steckverbindungen. Die meisten mir bekannten Zahnelektroden können trotz ihrer Kunststoffisolierung mit Heißluft sterilisiert werden.
Sehr wichtig: Nach jeder Messung müssen die Hand und Fußelektroden sowie die Punktelektroden mit einem alkoholgetränkten Zelltupfer gesäubert werden, um sicherzustellen, dass keine Spuren (Hautschuppen, Schweiß) zurückgeblieben sind.
Voraussetzungen für eine korrekte Messung
Damit das Arbeiten Freude macht und Sie und Ihr Patient auch nach einer Stunde noch entspannt sind, müssen Sie die Messung sorgfältig vorbereiten. Aber auch Störfaktoren, die die Messergebnisse beeinflussen können, sollten nach Möglichkeit ausgeschaltet werden.
Der EAV-Arbeitsplatz
Achten Sie darauf, dass die Anzeige Ihres Gerätes gut lesbar ist.
Der Bodenbelag unter dem Arbeitsplatz darf nicht aus Kunststoff oder PVC bestehen. Besser sind Kork, Holz, Jute oder Linoleum. Aber auch eine antistatische Bodenmatte kann benutzt werden.
Wenn möglich, nutzen Sie Holzmöbel, da Möbel aus Stahl eigene Magnetfelder erzeugen können. Der Stuhl des Patienten kann auf einem Podest aus Holz stehen, das ca. 15 bis 25 cm hoch ist. So erreichen Sie leichter die Messpunkte an Händen und Füße. Auch im Gesicht lässt es sich angenehmer arbeiten, um beispielsweise den Zahnreiz durchzuführen oder Ohrpunkte zu messen.
Der Computer und der Monitor sollten nicht direkt neben dem EAV-Geräte stehen. Alte Röhrenmonitore müssen sogar zwei Meter vom Messgerät entfernt aufgestellt werden.
Der Patient
Auch der Patient muss seinen Teil leisten, damit die Messung nicht verfälscht wird. Dr. Voll hatte sehr strenge Vorstellungen davon, wie sich der Patient auf seine Messung vorzubereiten hat.
Der Patient muss Baumwollkleidung tragen, denn Synthetik auf der Haut reduziert den sogenannten Zeigerabfall. Leichte Zeigerabfälle können sonst schnell übersehen werden.
Schon am Tag vor der Untersuchung dürfen keine Seifen und andere Kosmetika mehr genutzt werden.
Wenn möglich – aber wirklich nur, wenn dies ohne Probleme möglich ist – sollten zwei Tage vor der Behandlung keine Medikamente mehr eingenommen werden. Schmerz und Beruhigungsmittel sollten sogar mindestens vier Tage zuvor abgesetzt werden. Cortison, Antibiotika und Sulfonamide, besonders in Depotform, sollten noch länger im Voraus abgesetzt werden. Es ist leider so, dass Cortison die Messung verändert.
Zwei Wochen vor der Untersuchung keine Röntgenuntersuchungen!
Des Weiteren gilt: zwei Tage vor der Messung keinen Kaffee, keinen Alkohol und keinen Tabak mehr; mindestens vier Wochen vor der Messung keinen Cannabiskonsum.
Außerdem ist sehr wichtig, dass keine Metalle am Körper getragen werden, wie Zahnprothesen, Uhren und Schmuck. Brillanten stören immer.
Daher habe ich schon sehr früh nur für mich beschlossen, nicht ganz so streng zu sein. Ich möchte ja auch keinen reinen, geradezu künstlichen Patienten vor mir haben. Ich möchte jemanden messen, der so ist wie in seinem Alltag, mit all seinen Störfaktoren und Belastungen. Manchmal lasse ich einen Patienten sogar seinen Schmuck in die Hand nehmen und messe ihn mal mit, mal ohne Schmuck. Es kommt vor, dass Schmuck die Messwerte verschlechtert. Dann sollte der Patient auch sonst auf den Schmuck verzichten, jedenfalls im Alltag. Trotzdem: Alles, was von den Vorgaben für die Patienten ohne große Probleme umsetzbar ist, wird natürlich umgesetzt.
HinweisBeobachten Sie die Haut an der Stelle, an der die Patienten normalerweise Schmuck oder Uhren tragen. Hat sich die Haut unter dem Schmuck oder unter dem Uhrarmband aus Metall verfärbt, ist das kein gutes Zeichen.
Der Therapeut
Auch der Behandler ist mit seinen Energien ein Faktor bei der Messung. Störungen wie feuchte Hände, elektrostatische Aufladungen durch Synthetik und andere Faktoren müssen beachtet werden. Daher gilt, die Kleidung muss, mehr noch als beim Patienten, aus natürlichen Materialien bestehen. Das gilt besonders für Kittel und Schuhe (Ledersohle). Natürlich trägt auch der Behandler keine Metalle am Körper – und keine Medikamente in der Kitteltasche! Der Stuhl sollte aus Holz sein und das Sitzpolster aus natürlichen Materialien.
Sehr wichtig auch, dass der Behandler den Patienten nicht mit seinen Händen, die immer ein wenig feucht sind, direkt berührt; daher unbedingt Handschuhe tragen.
DRITTER ABSCHNITT DIE REIZSTROMTHERAPIE
Grundlagen der Therapie mit elektrischen Strömen und verschiedenen Frequenzen
Ich möchte dieses Thema hier nur kurz ansprechen. Wenn Ihr Gerät ein Therapieteil hat, mit dem verschiedene Frequenzen eingestellt werden können und mit dem auch die Intensität geregelt werden kann, dann sollten Sie an die Möglichkeit denken, Ihr Therapiespektrum um eine Reizstromtherapie zu erweitern.
Das ist zwar in der Praxis kein „Highlight“, aber der Reizstrom kann Muskeln entspannen und auch sonst therapeutisch einiges bewegen. Manchmal kann erst nach einer Therapie mit leichten Strömen eine Messung durchgeführt werden. Sind vorher alle Messpunkte blockiert, ist eine Messung problemlos möglich, nachdem die Meridiane mit einer bipolaren Rollelektrode kurz berollt wurden.
Einführung in die Reizstromtherapie
Neben der Therapie durch Auf bzw. Abbau der Messpunkte – dazu kommen wir später noch – kann mit den meisten Geräten auch eine Reizstromtherapie durchgeführt werden. Wenn Sie ein Gerät haben, das keinen fühlbaren Strom erzeugen kann, dann besitzen Sie leider kein richtiges EAV-Gerät. Denn auch bei der Messung muss immer wieder ein Messpunkt mit Strom behandelt werden. Ein richtiges EAV-Gerät hat daher ein Therapieteil. Nun setzen die gesetzlichen Vorschriften für die Gerätesicherheit in der Medizin aufwendige Sicherheitsmaßnahmen voraus. Das gilt besonders dann, wenn der Patient in Kontakt mit stromführenden Geräten kommt. Sollte aus diesen Gründen Ihr Gerät nur messen können, so ist trotzdem eine wenn auch eingeschränkte, EAV möglich.
Therapie mit Roll und Plattenelektroden
Es ist selten, aber ich habe dies selbst einige Male erlebt, dass eine Testung erst nach einer großflächigen Reizstromtherapie möglich war.
Die wichtigsten Indikationen für Roll und Plattenelektroden
Über die unterschiedlichen Elektroden haben Sie ja schon etwas gelesen. Je nach Art, Form und Größe werden sie unterschiedlich eingesetzt.
Rollelektroden setzen wir ein bei:
Abszessen
entzündlichen Irritationen
(bei allen Entzündungen vorsichtig sein!)
Hämatomen
im Zahnbereich
Kiefergelenksbeschwerden
Kieferhöhlenbeschwerden
Lymphwegestauungen
Myalgien
Parodontopathien
bei Spasmen
Die Wirkungen der verschiedenen Elektroden:
Strom in einer geringen, aber doch spürbaren Intensität wirkt anregend und entgiftend auf den Organismus und den zu behandelnden Bereich. Gute Erfolge werden auch in der Schmerztherapie erreicht.
Die niedrigen Frequenzen wirken auf Blut und Lymphe, die mittleren beeinflussen das vegetative und periphere Nervensystem, und die hohen Frequenzen wirken tief im Gewebe und in der Zelle.
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