„Was wieso? Es ist nichts … passiert!“, sage ich und stehe auf. Lennox erhebt sich ebenfalls. Etwas schwerfälliger, aber er steht. Im wahrsten Sinne des Wortes.
„Oohhh Lennox …“, sagt Kiki schließlich und stellt sich an seine Seite. „Ich dachte du hast dich besser unter Kontrolle“.
„Halt die Klappe“, höre ich ihn sagen, als er mit schwerfälligem Gang vollends in sein Büro geht.
„Autsch!“
„Was war das gerade mit dir und Lennox!“
„Gar nichts. Ich habe ihm die Tür ins Kreuz gerammt und hab mich um ihn gekümmert!“
„Du hast dich um ihn gekümmert? Der Kerl hatte eine Latte in der Hose als du an ihm rumgemacht hast“.
„Ich kann dich beruhigen. Ich habe nicht an meinem Chef rumgemacht, und ich habe es auch nicht vor“.
Kiki verschwindet mit einem Aha auf den Lippen und lässt mich allein. Doch so allein war ich dann doch nicht. Gerade als ich mich weiter um den Papierkram kümmere, steht Lennox an der Tür und sieht mich an. Mir wird ziemlich heiß!
„Frau Marchand, wir sollten die Reise besprechen. Kommen Sie bitte in mein Büro“.
„Natürlich!“, antworte ich und gehe zur Tür. Lennox steht inmitten des Türrahmens und ich muss mich an ihm vorbei drücken, um reinzukommen. Er zieht scharf die Luft ein und lässt sie erst hinter mir wieder ausweichen. In seinem Büro nehme ich auf dem Stuhl der an seinem Tisch steht Platz und merke wie er sich hinter mich gestellt hat. Die Hände im Schoss gefaltet warte ich angespannt was nun kommt. Ich höre wie die Tür ins Schloss fällt und spüre eine leichte Hitze durch meinen Körper schießen. Oh mein Gott – was wird er jetzt mit mir machen?
„Frau Marchand!“, höre ich ihn sagen und sehe wie seine Hände sich um meine Stuhllehne klammern. Lennox steht hinter mir, presst seinen Oberkörper gegen meinen Kopf und kommt mit seinen Lippen gefährlich nah an mein Ohr.
„Es tut mir echt leid. Ich wollte Ihnen nicht weh tun!“
„Darum geht es nicht. Sie haben Erkundungen über mich eingeholt!“, flüstert er mir ins Ohr. Oh mein Gott. Seine Stimme! Erregt schließe ich die Augen und warte was jetzt kommt. Sein Atem streicht sanft über meine Ohrmuschel und ich spüre wie es in meinem Unterleib zu zucken beginnt.
„Sie interessieren sich also für mein Privatleben!“, höre ich und spüre seine Lippen federleicht an meinem Hals. Oh Fuck!
„Ähm …“
„Sie können es nicht leugnen … Diese Spannung … Sie fühlen sie auch! Habe ich Recht?“
Und wieder spüre ich seinen Atem direkt an meiner Ohrmuschel. Rieche sein AfterShave und kann mich kaum noch konzentrieren. Reiß dich gefälligst zusammen!
„Ähm …“, raunt mir ein Stöhnen aus meiner Kehle. „Es tut mir leid Herr Kelsey. Ich war nur neugierig und … ich wollte nicht …“
Der Stuhl wird ruckartig umgedreht und Lennox sieht mir tief in die Augen. Fuck! Der Typ ist so was von sexy. Krampfhaft versuche ich mich irgendwie auf dem Stuhl zu halten.
„Ich weiß, Sie spüren es auch … ich verwirre Sie genauso wie Sie mich. Habe ich Recht? Seit dem Besuch im Sexshop, kann ich an nichts anderes mehr denken, als an die weiche Haut die ihren Körper ziert“.
Was? In meinem Kopf gehen die letzten Sicherungen aus.
„Herr Kelsey …“
Langsam senkt sich sein Kopf und seine Lippen kommen den meinen sehr nahe. Jetzt jeden Moment werden sie sich berühren. Ich sollte weglaufen, doch ich kann nicht.
„Ich weiß, dass ich das nicht sollte, aber …“
Das plötzliche Klopfen an der Tür lässt ihn jedoch zurückweichen und ich sacke erleichtert auf meinen Stuhl zusammen. Das war knapp.
Rasch richte ich meine Kleider ein wenig und checke mein Deo. Das plötzliche Knistern hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht.
„Wir fahren morgen Abend. Sieben Uhr. Ich hole Sie ab!“, sagt er schließlich in einem gereizten Ton, als er von der Tür zurück kommt.
Ich habe keine Ahnung wie ich die restlichen beiden Tage überstehen soll, denn jedes Mal wenn ich Lennox über den Weg laufe, durchzuckt mich ein Blitz und lässt mich feucht werden. Fuck! Fuck! Fuck! Das ist falsch. So was von falsch!
Neben meinem Studium und der Arbeit helfe ich meiner Freundin Rosalie im Fitnesscenter und gebe zweimal die Woche einen Aerobic Kurs.
„Was ist denn heute los mit dir? Du bist ja gar nicht bei der Sache!“
„Sorry, aber … ich arbeite seit ein paar Wochen bei Kelnox Toys & more und irgendwie ist … ach ich habe keine Ahnung“.
„Warte! Du arbeitest wo?“
„Bei Kelsey … ich bin die nächste Zeit so was wie seine Empfangsdame“.
„Oh mein Gott! Du arbeitest echt bei Lennox Kelsey?“
„Ja … warum?“
„Der Typ ist so was von heiß. Er trainiert jeden Abend von sieben bis neun hier mit seinem Kumpel. Der ist auch scharf, aber Lennox Kelsey würde ich niemals von der Bettkante stoßen. Apropos Bettkante, da kommt er ja!“
Mein Blick folgt dem von Rosalie und ich sehe John und Lennox lachend an der Tür vorbeilaufen. Er trägt eine Jogginghose und ein Muskelshirt. Augenblicklich bleibt mir der Mund offen stehen. Ja, der war wirklich scharf. Als ob er bemerkt hat, das wir ihn beobachten wirft er ein Blick in unsere Richtung, und unsere Blicke treffen sich. Ich spüre sofort wie mir die Röte ins Gesicht schießt.
Einen Moment später ist er auch schon verschwunden und ich höre nur noch Rosalies leichtes Stöhnen gefolgt von einem: „So heiß der Typ!“
Pünktlich um sieben Uhr am Freitagabend stehe ich vor der Wohnungstür von Lula und hole Cécile ab.
„Viel Spaaaß“, flötet sie uns nach und ich sehe wie Cécile ihr den Stinkefinger zeigt.
„Blöde Kuh! Ich weiß ganz genau auf was sie anspielt!“, sagt Cécile leicht genervt und etwas sehr abwesend zu mir. Ich kann mir ein Grinsen leider nicht verkneifen.
Der Grand Cherokee steht vollgeladen vor der Tür und Cécile staunt nicht schlecht, als ich ihre Tasche in den Kofferraum werfe. Der Kofferraum ist voll mit Koffern, was ja auch keine Seltenheit ist. Immerhin fahren wir zu einer Erotikmesse, und ich habe unsere neusten Produkte dabei.
„Wie lange sagten Sie bleiben wir weg?“, fragt sie, und seht mich an, ehe ich die Klappe schließe. Das Gesicht ist unbeschreiblich.
„Machen Sie sich keine Gedanken. Ich bin kein Klamotten Fetischist oder sonst was. Ich habe nur noch ein paar Dinge mehr eingepackt. Man weiß ja nie!“
„Ah ja!“
„Es wird alles gut“, flüstere ich ihr zu und schiebe sie zur Beifahrertür. Grinsend schließe ich die Tür und setze mich hinters Steuer. Cécile trägt Jeans und eine Kapuzenjacke die sie bis zum Hals geschlossen hat. Ihre Augen sind geschlossen. Ohne weitere Kommunikation fahre ich schließlich auf die Autobahn. Die Fahrt dauert bis zu fünf Stunden, wenn alles gut läuft. Ich hoffe sie wird diese nicht verschlafen. Immerhin möchte ich auch etwas über sie erfahren, wenn sie schon meinen Kumpel aushorcht.
Die Sonne geht bereits unter und ich verspüre den Drang mich zu erleichtern und mir einen Kaffee zu holen. Also lenke ich den Wagen auf die nächste Raststätte. Cécile schläft immer noch wie ein Lämmchen. Eigentlich möchte ich sie nicht allein lassen, daher wecke ich sie vorsichtig. Sachte berühre ich ihre Wange. Wir kennen uns nicht richtig und doch spüre ich bereits jetzt eine enge Verbindung.
„Hey Blümchen … aufwachen!“
Blümchen?
Ich gebe ihr einen Kosenamen! Ernsthaft jetzt? Wo ist mein Problem? Erneut streife ich mit meinen Fingern über ihre Wange als sie endlich, die Augen öffnet. Verschlafen blickt sie mich an, wie ich sie anlächle ehe sie sich erschrocken aufsetzt.
„Kleine Pause. Ich dachte wir gehen was essen, ehe wir weiterfahren“.
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