Ihr Lachen ist eine Wohltat für meine Ohren, als sie John die Hand reicht. Seine weit aufgerissenen Augen taxieren mich und seine Lippen formen das Wort Das Mauerblümchen? gefolgt von einem Fuck!
„Nennen Sie mich Cécile!“
Johns stummes - Wow! ist die heiß - Flüstern stört mich ein wenig, sage jedoch nichts dagegen. Stattdessen beobachte ich wie sie mit ihm tanzt, wie sie zusammen lachen und schließlich wie er mit ihr verschwindet.
„Lennox ich haue ab“, höre ich ihn sagen mit Cécile an der Hand. Ich spüre wie sich mein Magen zusammen zieht. Die Bilder die ich plötzlich in meinem Kopf habe stören mich.
Was ist los mit mir?
Noch immer kann ich ihre Haut auf meinen Lippen spüren. Oh mein Gott, das darf nicht wahr sein. Keine Gefühle zu Angestellten lautet die Devise.
„Du kommst alleine klar?“
„Natürlich!“
„Gute Nacht, Herr Kelsey!“
„Gute Nacht Cécile“, sage ich leise und blicke sie verführerisch an.
Ein Blick der so viel sagt und doch so schweigsam ist.
Ach du Scheiße! Was war das? Lennox Blick zischt mir direkt über mein Herz in meinen Magen und schließlich in meine Muschi. Oh Gott was passiert hier mit mir? Ich darf keine Gefühle für ihn entwickeln. Ich darf es einfach nicht. Wenn ich meinen Job behalten will, bis ich fertig mit dem Studium bin, dann sollte ich mich gefälligst zusammen reißen.
Dates ja, aber nicht mit Lennox Kelsey!
„Cécile ist ein schöner Name!“
„Danke! Kennen Sie Herr Kelsey schon lange?“, frage ich John als wir die Fußgängerzonen entlang schlendern. Ich höre sein Lachen.
„Was ist?“
„Du nennst ihn wirklich Herr Kelsey?“
„Natürlich, er ist mein Chef!“
„Aber privat doch nicht!“, antwortet er mir als wir vor dem China Imbiss vorbeikommen.
„Nein, aber … ich finde es nicht schlimm. Kommt er denn hier aus der Stadt?“
„Nein! Seinem Vater gehört Kelsey Bau Inc. in Berlin. Wo kommst du her?“
„Aus Logronan. Das ist in der Bretagne. Ich studiere aber in Wittenberg! Lebe schon seit Jahren hier. Meine Eltern haben sich getrennt als ich vier war und meine Mutter ist nach Deutschland gezogen, während mein Vater in der Bretagne blieb“.
„Was ist dein Hauptfach?“
„Alte Geschichte und klassische Archäologie!“
„Nicht schlecht. Gefällt dir bestimmt sehr“.
„Nein! Ich studiere es meinen Eltern zuliebe. Mein Vater ist Archäologe. Hat Lennox Geschwister?“
„Ja eine Schwester. Die lebt aber in den USA. Die leitet dort eine Firma ihres Vaters. Und du? Hast du Geschwister?“
„Ja leider“, lache ich. „Einen Bruder, zwei Halbschwestern und zwei Halbbrüder“.
„Wow! Eine große Familie!“
„Ja, aber ich sehe nur meine Halbschwestern oft. Die anderen leben alle in Frankreich. Lennox, steht der eigentlich immer auf so Frauen wie Marie oder hat er kein bestimmtes Beuteschema?“
„Sag mal, wieso willst denn das alles wissen?“
„Na ja … ich arbeite mit ihm und … ich bin neugierig!“
„Sagen wir mal so … Lennox ist ein netter gutaussehender Typ, der nix anbrennen lässt. Er ist aber kein Beziehungstyp. In den letzten drei Jahren habe ich ihn mit … puh … fünfzehn Frauen gesehen. Er macht seinen Job super. Sonst wäre er nicht der reichste Junggeselle der Stadt“.
„Lennox ist reich?“
„Cécile, der ist nicht nur reich. Der stinkt vor Geld!“
Wir sitzen noch eine ganze Weile zusammen, lachen und kichern und ich merke irgendwie gar nicht richtig, dass ich den ganzen Abend John über Lennox ausgefragt habe.
„Hallo!“, brülle ich in mein Handy als es spät am Abend klingelt. Ich sitze im Dunkeln auf meinem Sofa und starre in die Nacht hinaus, während der Mond sich langsam hinter einer Wolke versteckt.
„Alter … Meine Fresse! Was ist nur los mit dir? Also entweder du bist blind oder resistent auf Frauen. Die ist mega heiß und allein schon ihr Name … Cécile … wow!“
„Was willst du John? Schläft deine Errungenschaft Cécile, oder warum ruft du mich an?“
„Ich weiß nicht, ob sie schläft. Ich habe sie vor einer Stunde nach Hause gebracht“.
„Du hast sie … ? Ihr habt nicht …?“
„Nein! Erzähl mir, was zwischen euch läuft?“
„Nichts. Was soll da laufen?“
„Lennox, verarschen kannst du dich allein. Sie hat mich den ganzen Abend nach dir ausgefragt. Ich hätte sie gern flachgelegt, aber der Gedanke wenn ich in sie eindringe und sie an dich denkt, machte mich irre! Von wegen Mauerblümchen“.
Schlagartig war ich hellwach.
Cécile hat sich über mich erkundigt? Sie wollte mehr über mich erfahren? Ich spüre wie ich hart werde und sich ihr Gesicht in mein Hirn projiziert. Oh Fuck! Mit der Hand fahre ich mir über mein Gesicht. Ein Grinsen huscht mir über meine Lippen.
„Was hat sie noch gesagt?“
„Sag mal … hör doch zu. Seit ihr scharf aufeinander?“
„Was? Nein! Sie ist meine Angestellte und vollkommen tabu“.
„Ey Alter, lüge dich selber an. Gute Nacht!“
„Ja ok!“, antworte ich und lege auf. Wir kennen uns seit mittlerweile vier Wochen. Der Monat ist um und sie hatte die Chance sich zu beweisen. Sie hat sich bewiesen.
Cécile macht einen guten Job und sie törnt mich an. Ich bin so was von am Arsch!
Als ich am Morgen aufwache bin ich extrem genervt. Mal wieder! Liegt wohl daran, dass ich die halbe Nacht nicht geschlafen habe. Zuerst hat mich der Gedanke daran, dass mein bester Freund sich in meiner mittlerweile sehr attraktiven Angestellten vergräbt, wach gehalten. Und danach habe ich mich krampfhaft selbst befriedigt, nachdem ich erfahren habe, dass sie wohl ein durchaus größeres Interesse an mir pflegt als sie zugibt.
Wie immer parke ich meinen Wagen vor dem Schild auf dem L.Kelsey steht und steige aus. Ein Blick über den Parkplatz sagt mir, das noch keiner da ist außer mir. Mein Gang geht durch das Gebäude in unser Büro. Der Lichtschalter ist gleich rechts neben der Tür und ich betätige ihn, als mich ein stechender Schmerz in meinem Rücken trifft. Verdammt!
„Oh Scheiße, Herr Kelsey!“, höre ich meinen Namen als ich auch schon auf die Knie gehe und mich vor Schmerzen winde. Cécile hat mir mit voller Wucht die Tür in den Rücken gerammt. Wie aus Reflex lasse ich mich auf den Boden fallen und starre mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Decke.
„Hab ich Ihnen weh getan? Herr Kelsey? Oh Fuck!“, höre ich sie fluchen und habe auch im nächsten Moment ihre Hände an den Wangen und ihr Gesicht so nah an meinem. Unsere Blicke treffen sich und ich spüre meinen Herzschlag, der sich soeben verdreifacht hat. Ihre Hände berühren meine Brust, und ich habe das Gefühl überall zu verbrennen. Und wie gut sie doch riecht.
„Frau Marchand … was tun Sie denn da?“, sage ich zu ihr und habe plötzlich ihre Lippen sehr nah an meinen.
„Äh … ich checke ob es Ihnen gut geht“.
„Ok! Es geht … wieder!“
„Sind Sie sicher“, höre ich sie flüstern.
Keine Ahnung! Mein Gehirn scheint in den Offline Modus gesprungen zu sein.
Minutenlang verharren wir so, als sich die Tür erneut öffnet.
Er sieht mich an wie ein Raubtier. Seine Lippen sind so wunderschön. Sein Atmen geht schneller. Was er jetzt wohl denkt? Ob er mich wohl auch so gern küssen möchte wie ich ihn. Urplötzlich werde ich aus meiner Trance gerissen, als sich die Tür öffnet. Es muss ein sehr seltsames Bild abgeben. Lennox liegt auf dem Boden, ich knie daneben und unsere Gesichter sind sich sehr nah.
„Störe ich? Ich kann auch nochmal schnell um den Block laufen, wenn ihr noch Zeit braucht“.
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