Burkhard Simon - Der Kruse

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Als das Erfolgskonzept «Die Kruses» nach über dreißig Jahren Ehe doch noch überraschend scheitert, gehen Karin und Robert getrennte Wege. Während Reihenhaus-Robert als Endfünfziger seine ersten zaghaften Schritte als Junggeselle geht, betritt er eine Welt, die ihm stark verbesserungswürdig erscheint. Mit tatkräftiger Unterstützung des Internets, eines verlogenen Barkeepers und einer Insel namens Manfred macht sich Robert daran, die Welt vor sich selbst zu retten.

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Hier ging es nicht mehr darum, wer wen verlassen hatte, nicht darum, warum es überhaupt zu der Trennung kam, es ging um nichts dergleichen. Es schien überhaupt niemanden mehr zu interessieren, wer hier im Recht oder im Unrecht war, wer überreagiert hatte, und wer in einem trunkenen Moment, vollkommen übertölpelt und missverstanden, der Lächerlichkeit preisgegeben worden war. Hier ging es nur noch um Geld. So einfach war das. Hier ging es um meine finanzielle Zukunft. Ja, um meine finanzielle Zukunft. Unsere finanzielle Zukunft war nun vorbei. Es gab ab sofort nur noch meine und ihre. Zwei getrennte Angelegenheiten. Und warum? Weil ich mit meiner Frau in die Karibik fahren wollte?

Nein. Nein, das konnte nicht sein. Vielleicht waren Karin schon seit geraumer Zeit ganz andere Dinge auf den Geist gegangen. Dinge, von denen ich nicht den geringsten Schimmer hatte. Vielleicht hatte sie ja auch – von mir unbemerkt – nur nach einem Grund gesucht, aus dem sie mich demütigen, zu ihrer Mutter ziehen, mich finanziell zugrunde richten, mich im Keller bei besoffenen Gymnastikübungen überraschen und schließlich, quasi als Krönung, verlassen konnte.

Jedenfalls nahm ich den Brief der Kanzlei Humbug, Scheißer & Kotze, faltete ihn säuberlich, steckte ihn zusammen mit Karins Passfoto, das ich noch immer bei mir trug in einen Umschlag, beschleunigte meinen „Ersatzpimmel“ auf gut einhundertdreißig Kilometer pro Stunde, warf alles zusammen in hohem Bogen hinter mich und schaute im Rückspiegel zu, wie ein vollbeladener Vierzigtonner die Überreste meiner Ehe mit seinen Zwillingsreifen über die A3 in Höhe der Ausfahrt Siebengebirge verteilte. Wenn dies schon ein Neuanfang werden sollte, dann auch einer ohne Ecken und Kanten. Eine runde Sache, eben.

Ich weiß. Es war dumm, saudumm sogar, aber was soll ich sagen? In diesem Moment fühlte es sich richtig an. Verdammt richtig. Und so gut.

Sechstes Kapitel

- - - -

„Der Zufall ist vielleicht das Pseudonym Gottes,

wenn er nicht unterschreiben will.“

(Anatole France)

Ich denke, jetzt haben Sie eine relativ gute Vorstellung davon, wie ich mich damals fühlte.

Ich war halt ein echt cooler Single, extrem männlich, und ich hatte durch die Angelegenheit mit dem Anwaltsschreiben und meiner nächtlichen Motorrad-Tour ein Erlebnis genossen, das mir ein völlig neues Selbstwertgefühl verlieh.

Drei Tage später befand ich mich bereits an Bord der Sonne des Südens, und ich kann Ihnen sagen, dass das Schiff exakt so aussah, wie es die Broschüren und das Plakat im Eingang des Reisebüros versprochen hatten. Es war wahnsinnig groß, wahnsinnig luxuriös und wirklich verdammt cool. Ein schwimmendes Riesenhotel, umgeben von einem schlicht unendlichen Pool von Küste zu Küste, von Kontinent zu Kontinent.

Wenn ich nun sage, dass wir uns drei Tage später in unserer kleinen Geschichte befinden, ist das allerdings nur eine grobe Schätzung, denn Zeit ist – wie schon Einstein feststellte – eine ziemlich knifflige Sache, vor allem, wenn man bedenkt, dass außer den Faktoren der Bewegung im Raum, der Gravitation und der von den Menschen eingerichteten Zeitzonen, auch noch der Faktor des persönlichen Erlebens dazukommt.

Es ist bei weitem nicht nur die Zeitverschiebung, die einen bei einer Reise in die Vereinigten Staaten fertig macht. Der Übertritt in eine andere Zeitzone hilft zwar nicht unbedingt aber was einem richtig zusetzt, sind die Bekanntschaften, die man auf einer solchen Reise zu schließen gezwungen ist.

Ich war aufgekratzt, wie ein Kind vor seiner Geburtstagstorte, als ich in Frankfurt in den Flieger stieg. Immerhin war der Tag meiner Abreise ja tatsächlich mein Geburtstag (eine weitere Finesse, die Karin scheinbar nicht zu würdigen wusste), und so fand ich es nur angemessen, ein wenig zu feiern. Ich hatte einen angenehmen Flug in die Staaten, (den ich meist schlafend verbracht hatte) und einen mehrstündigen Zugtransfer durch die Nacht hinter mir, während dem mir klar wurde, dass eine Buchung im Schlafwagen nicht zwingend bedeuten muss, dass man auch tatsächlich schlafen wird.

In den Abteilen links und rechts von mir hatte sich ein Duisburger Kegelclub eingenistet, der den Begriff Schlafwaggon nicht ganz so eng definierte, wie ich es gerne getan hätte. Zwar schien die Kegelbrüder meine Anwesenheit inmitten „ihres“ Waggons nicht weiter zu stören, sie unternahmen aber andererseits auch nichts, um mich wissen zu lassen, dass ich in ihrer Mitte willkommen war. Genau genommen nahmen sie mich überhaupt nicht zur Kenntnis. Weder mich, noch meine gelegentlichen Versuche, um Ruhe zu bitten. Meine völlig zugedröhnten Nachbarn feierten, als sei es der letzte Tag vor dem Weltuntergang. Ich erinnere mich daran, ein Mitglied des Kegelclubs auf dem Gang getroffen zu haben. Ich erinnere mich auch, dass ich ihm fest in die Augen sah und ihm mit drohendem Zeigefinger sagte, dass sich außer den Mitgliedern von „Schwung Hält Jung 1973 e.V.“ noch andere Reisende im Zug befänden, die vielleicht ein wenig Ruhe bräuchten.

Der Kegler (übrigens sehr hübsch geschmückt mit einer gehäkelten Klopapierhaube als Mütze auf dem Kopf) schien sehr betroffen von der Nachricht. Er entschuldigte sich kumpelhaft für die Unachtsamkeit seiner Kollegen und drückte mir eine Dose Bier in die Hand.

»Für dich, Alter! Sorry, ich dachte, wir hätten den ganzen Wagen gebucht! Einfach Gummi geben, Alter! Heute treten wir mal ordentlich auf den Pinsel, was?«

Dann fing er an, seine Hymne zu grölen (»Sieh die Kegel, wie sie fliegen, Schwung Hält Jung spielt um zu siegen...«) und schwankte hinfort in Richtung Barwaggon.

An diesem Punkt begann ich, mir ernsthaft Gedanken über das Vergehen der Zeit zu machen. Ich war um 10:45 Uhr in Frankfurt gestartet und obwohl ich gute zehn Stunden in der Luft verbracht hatte, war ich schon um 14:50 Uhr gelandet!

Unfassbar, oder?

Das bedeutete, dass ich in dem Moment, in dem ich schließlich beschloss, meinen Widerstand aufzugeben und einfach mitzufeiern, zwar schon seit achtundzwanzig Stunden unterwegs war, aber nach amerikanischer Zeit noch immer den fünfzehnten August erlebte. Ich hatte noch immer Geburtstag!

Ich öffnete das Bier, nahm einen Schluck und stellte überrascht fest, dass ich eigentlich – obwohl todmüde – innerlich ziemlich aufgekratzt war. Ich stand wie bestellt und nicht abgeholt mitten im Gang vor den Schlafkabinen und fühlte mich ganz schön hibbelig und nicht in der Stimmung, wieder in meine Koje zu klettern, um dort auf den nächsten Durchmarsch der singenden und lachenden Kegelbruderschaft zu warten.

Ich folgte dem Mann mit dem Klopapierhut auf dem Kopf in den Barwaggon.

Die nächsten Stunden bilden in meiner Erinnerung ein eher schwammiges Bild aus fremden Gesichtern, gelallten Freundschaftsbekundungen und stickiger Luft. Ich gebe zu, dass ich mich an die meisten Einzelheiten dieser Nacht bestenfalls bruchstückhaft erinnern kann. Irgendwann wurde ich Zeuge davon, dass ein gewisser Günther, nachdem er ein Trinkspiel namens „Dumme Sau“ verloren hatte, ein Glas lauwarmes Hotdog-Wasser auf ex trinken musste, aber viel mehr ist mir nicht in Erinnerung geblieben.

Was soll´s? Ich war tausende von Meilen von Zuhause entfernt über einen Duisburger Kegelclub gestolpert! Hätten Sie das vielleicht nicht gefeiert? Noch dazu an Ihrem Geburtstag?

Am nächsten Morgen trug ich selbst den gehäkelten Klopapierüberzug, war frischgebackenes Ehrenmitglied der Kegelbruderschaft Schwung Hält Jung 1973 e.V. und fühlte mich dementsprechend elend, ganz so, wie es sich für ein neu aufgenommenes Ehrenmitglied gehört. Der Zug ratterte im frühen Licht des neuen Tages noch einige Meilen in Richtung Meer, während meine neuen Freunde und ich versuchten, vor der Ankunft im Bahnhof wieder zurück in unsere Köpfe zu finden.

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