Burkhard Simon - Der Kruse

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Als das Erfolgskonzept «Die Kruses» nach über dreißig Jahren Ehe doch noch überraschend scheitert, gehen Karin und Robert getrennte Wege. Während Reihenhaus-Robert als Endfünfziger seine ersten zaghaften Schritte als Junggeselle geht, betritt er eine Welt, die ihm stark verbesserungswürdig erscheint. Mit tatkräftiger Unterstützung des Internets, eines verlogenen Barkeepers und einer Insel namens Manfred macht sich Robert daran, die Welt vor sich selbst zu retten.

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»Tja, Kruse. Da bist du wohl tatsächlich noch mal ein waschechter Single geworden«, raunte ich mir zu, während ich zufrieden seufzte und noch einmal den Bierpegel in meiner Flasche absenkte, »Freie Wildbahn... Robert der Junggeselle...« Noch ein schneller Schluck aus der Flasche. Warum hatte Karin eigentlich immer darauf bestanden, dass ich mein Bier aus einem Glas trank? Die Flasche war schließlich auch aus Glas, verdammt noch mal!

Ich will gar nicht über Gebühr auf die sonstigen Offenbarungen des nun folgenden Abends eingehen, denn wer schon einmal Alkohol getrunken hat, der weiß, dass man unter all den kleinen und großen Weisheiten eines solchen Abends selten etwas findet, das auch am nächsten Tag noch nach einer guten Idee klingt.

Wie dem auch sei, als ich etwa eine Stunde später zu meiner persönlichen Bestandsaufnahme schritt und das Badezimmer betrat, war ich voll wie ein Eimer und stramm wie eine Handbremse.

»Kruse«, blaffte ich den Typen im Badezimmerspiegel an, »Kruse, du biss ne Pfeife! Eine Pfeife bissu! Eine verkackte Pfeife! Ehe kaputt, Frau weg, alles im Arsch, du Pfeifenkopp!«

Wieder ein Schluck Pils, dann war die Flasche leer.

»Du wirst alt und fett wirst du auch, und die Schulze vom Personal hat neulich die kleine Weslowski in der Pause gefragt, wem eigentlich der Ersatzpimmel auf dem Parkplatz vom Kruse gehört... „Ersatzpimmel“ hat sie gesagt! Da zahlst du noch drei Jahre drauf ab, auf deinen Ersatzpimmel, Kruse!«

Ich hatte mir ein Motorrad gekauft. Nur so, gebraucht aber gut erhalten, mit Saisonkennzeichen für die Zeit von April bis Oktober, aber Karin hatte schon damals gesagt, dass sie keine zehn Pferde auf das Ding bekommen würden. Sie sagte damals auch, dass Männer, die in meinem Alter noch mit dem Motorradfahren anfingen, wahrscheinlich irgend etwas nachzuholen hätten, und das sie bei dem Anblick eines Mittfünfzigers in Lederkluft immer lachen müsse. Als ich sie fragte, warum, meinte sie, sie würde ja schließlich auch einem jungen Knackarsch mit Waschbrettbauch keine Hosenträger anziehen. Sie würde es begrüßen, so sagte sie, wenn die Herren „am anderen Ende der Skala“ sich ähnlich altersgemäß verhielten. Vielleicht ging die ganze Sache ja auch schon mit der Motorrad-Geschichte los, und die Tickets in die Karibik waren nur der berühmte Tropfen, der das Fass letztendlich zum Überlaufen gebracht hatte. Sah ich in der Motorradkutte wirklich so lächerlich aus? Karin war offenbar der Meinung, aber was wusste Karin schon? Karins Meinung war mit Karin zusammen in den Ruhrpott gezogen und konnte mir ab sofort völlig egal sein.

Mir konnte ab sofort im Grunde genommen so gut wie alles egal sein, ging mir auf. Alles, außer Robert, dem Junggesellen. Dem neuerdings allein lebenden Biertrinker auf Probe. Robert, dem Single, dem baldigen Karibikreisenden und Weltenbummler.

Noch ein Schluck aus der Pulle.

Die Flasche war noch immer leer. Seltsam.

Ich ging in die Küche, öffnete eine neue Düse, nahm einen tiefen Schluck und ging zurück ins Bad, wo ich mich wieder vor den Spiegel stellte.

»Pfeife!«

Ich hielt kurz inne als mir klar wurde, dass ich mich einerseits über meine neue Freiheit freute und mich für einen ziemlich coolen Typen hielt aber andererseits offenbar gerade dabei war, mich selbst verbal zur Schnecke zu machen. Interessant. Was war ich denn nun? Eine Pfeife oder ein cooler Typ mit Karibik-Ticket? Ich rülpste, blickte an mir hinunter, dann wieder zurück zu dem Kruse im Spiegel. Innerlich war ich scheinbar ziemlich gut drauf, aber der Typ im Badezimmerspiegel passte irgendwie nicht zu meiner inneren Coolness. Also war ich doch eine Pfeife. Zumindest äußerlich. Ich beschloss, mich über diese Erkenntnis zu informieren.

»Ne Pfeife bisse! Außerdem fängste an, zu lallen, du Besoffski...«

Ich musterte den Typen, der mir aus dem Spiegel entgegen glotzte. So richtig vertraut sah mir der Kerl eigentlich gar nicht aus. Das sollte ich sein? Noch ein schneller Schluck Bier.

»Wow«, murmelte ich, »Da is´ aber schon ganz schön der Lack ab, mittlerweile...«

Ich ging einen Schritt zurück, um eine etwas komplettere Ansicht meines Gegenübers zu bekommen, doch der kleine Badezimmerspiegel reichte nicht aus, um mich in der Totalen einzufangen. Über diese ganze besoffene Selbstbetrachterei kam mir eine interessante Frage in den Sinn: Wie zum Teufel sah ich eigentlich aus? Ich meine, wie sah ich wirklich aus? Jeder Mensch hat ein bestimmtes Bild von sich, dieses Bild ist aber extrem subjektiv eingefärbt! Jetzt, wo ich mich gerade alkoholbedingt nicht in meinem Kopf befand, ergab sich für mich vielleicht die Möglichkeit, mich mal von außen zu betrachten! Mich wirklich so zu sehen, wie es andere Menschen taten! Vielleicht war dies meine Chance, einen Blick auf den wirklichen Kruse zu werfen, den wahren Kruse, ohne die Filter von Scham und Vertrautheit, die man sonst immer bemüht, wenn man in einen Spiegel schaut! Man glotzt halt in den Spiegel und glaubt zu wissen, was man bekommt. Aber war das schon alles? Ich kannte im Grunde genommen nur das etwas älter gewordene Gesicht, das ich jeden Morgen wusch und rasierte. Und dann war da natürlich noch der leicht in die Jahre gekommene Kerl, den ich für einen kurzen Moment im Spiegel sah, wenn er aus der Duschkabine stieg.

Vor meinem geistigen Auge sah ich mich, tropfnass vor dem Spiegel stehend, während ich unbewusst meinen Bauch einzog. In letzter Zeit hatte ich mich öfter dabei erwischt, genau das zu tun. In der Regel pflegte ich in solchen Fällen, den Typen im Spiegel kurz anzugrinsen und dabei mitleidig den Kopf zu schütteln. Dann ließ ich den Bauch wieder raus – ohne genau hinzusehen, versteht sich – und trocknete mich ab.

Hier war noch ein Schluck Bier nötig. Offenbar war ich einer größeren Sache auf der Spur.

Ich wischte mir den Mund ab und versuchte erneut, mich einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen, doch der Badezimmerspiegel war einfach zu klein. Für eine genauere Beurteilung meiner selbst waren andere Kaliber notwendig.

Auf dem Weg zurück ins Wohnzimmer stieß ich schmerzhaft mit dem Oberschenkel gegen die Ecke der Kommode, auf die wir immer unsere ungeöffnete Post legten. Ich war kurz davor, laut „Autsch“ zu sagen, verkniff es mir aber, weil ich halt gerade so männlich war.

Dann überkam mich eine Einsicht, die mir tatsächlich für einen Moment die Sprache verschlug: Wenn ich aus der Dusche stieg, den Bauch eingezogen, obwohl neben mir niemand im Raum war, den ich hätte bescheißen können, was bedeutete das dann?

Klare Sache!

Da außer mir niemand anwesend war, versuchte ich offensichtlich, mich selbst zu bescheißen. Es war exakt die selbe Nummer, die ich abgezogen hatte, als ich mir vor ein paar Sekunden das „Autsch“ verkniff, um vor mir selbst ein besseres Bild abzugeben.

War ich wirklich so weit den Bach runter? Konnte ich mich selbst nicht mehr im Spiegel ertragen, ohne vorher den Bauch einzuziehen? Hatte ich das wirklich nötig?

Verdammt, ja! Offensichtlich!

Das war Selbstbetrug in Reinkultur! Mein Gott, was war nur aus mir geworden? Ich hatte mir selbst jahrelang einen Robert vorgespielt, den es in Wirklichkeit gar nicht gab!

Aber damit würde jetzt Schluss sein. Ein für allemal. Wie sah ich eigentlich aus? Ich meine: Wie sah ich eigentlich WIRKLICH aus? Gütiger Himmel, ich hatte tatsächlich keine Ahnung!

Ich wollte noch einen Schluck trinken, aber die Flasche war schon wieder leer. Irgendwann würde ich etwas dagegen unternehmen müssen, wenn ich hier nicht verdursten wollte. Ich taumelte zurück in Richtung Küche. Der Kühlschrank war leer, aber da war noch eine Kiste Pils im Keller, von der ich eigentlich geglaubt hatte, ich würde sie frühestens am Wochenende anbrechen. Scheinbar war ich, zumindest meinen Bierkonsum betreffend, während der vergangenen Tage fleißiger bei der Sache gewesen, als ich vermutet hatte. Also nichts wie hinunter in den Keller. Mehr Bier musste her, denn ich war hier einer verdammt großen Angelegenheit auf der Spur, die – allem Anschein nach – mit Selbsterkenntnis und Ehrlichkeit zu tun hatte.

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